Mouhanad Khorchide

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Neue Bücher

Gottes Offenbarung in Menschenwort

Neu erschienen am 17.09.2018 als Hardcover bei Verlag Herder.

Alle Bücher von Mouhanad Khorchide

Scharia - der missverstandene Gott

Scharia - der missverstandene Gott

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Erschienen am 10.05.2016
Gott glaubt an den Menschen

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Erschienen am 13.10.2017
Der andere Prophet

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Erschienen am 18.04.2018
Gottes Offenbarung in Menschenwort

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Erschienen am 17.09.2018
Islam ist Barmherzigkeit

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Erschienen am 17.03.2015
Muslim sein in Deutschland

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 (0)
Erschienen am 11.10.2016

Neue Rezensionen zu Mouhanad Khorchide

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Rezension zu "Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren" von Mouhanad Khorchide

Die Runde geht an den Kritiker
SiColliervor 2 Jahren

Der Islam konnte sich nicht an die Moderne anpassen, weil der Islam sich an nichts anpassen will, weil er letztlich alles von oben bestimmen und kontrollieren will. (Hamed Abdel-Samad, Seite 16)

Meine Meinung

Fast täglich hört oder liest man Meldungen, die über mehr oder weniger schlimme Gewalttaten berichten, die im Namen des Islam vollbracht werden. Und ebenso oft heißt es dann, das habe mit dem Islam nichts zu tun, denn der sei doch friedlich. Was stimmt nun? Ein Streitgespräch zwischen einem Islamkritiker und einem islamischen Theologen schien mir geeignet, etwas Licht in dieses Dunkel zu bringen.

Zu insgesamt dreizehn Fragenkomplexen gaben beide Stellungnahmen, die oft kontrovers waren, ab. Teilweise ging es auch darüber hinaus und es kam zu einer Art Dialog, soweit ein solcher in einem Buch möglich ist. Dabei hatte ich über weite Strecken den Eindruck, daß die Argumentation des Islamkritikers Hamed Abdel-Samad wesentlich schlüssiger und nachvollziehbarer ist als die von Mouhanad Khorchide, bei dem ich des Öfteren den Eindruck hatte, daß er sehr interpretieren und weit herholen muß, wenn er seine Meinung zu einem „friedlichen Islam“ begründen wollte. Da hatte es Abdel-Samad deutlich leichter - er brauchte nur Stellen aus dem Koran zitieren, um die These, daß Islam und Gewalt zusammengehören, zu untermauern. Schließlich mußte auch Khorchide zugeben, wenn auch indirekt, daß es diese Verbindung gibt: „(Meine Kritik) gilt vielmehr vor allem denjenigen, die noch heute, im 21. Jahrhundert, auf eine pauschale Verherrlichung der islamischen Tradition bestehen und jede kritische Haltung gegenüber klassischen Positionen ablehnen. (...) Warum argumentieren sie dann, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun habe, wo doch vieles von dem, was wir vom IS kennen, im klassischen Islam zu finden ist, und zwar nicht bei als radikal eingestuften Gelehrten, sondern bei großen und anerkannten Vertretern der Rechtsschulen?“ (S. 54)

Wie sehr der Islam ein Problem mit Kritik und Gewalt hat, mag man auch daran erkennen, daß beide Autoren unter Polizeischutz stehen, weil sie wegen ihrer Ansichten bedroht werden. Im Islam leben offensichtlich sowohl Kritiker als auch seine Verteidiger, wenn sie nicht erzkonservativ sind, gefährlich. „Wenn es um Demokratien und Menschenrechte geht, stehen wir im Islam demgegenüber erst am Anfang eines Lernprozesses, das ist klar.“ (Khorchide, S. 102)

Insgesamt war es interessant, beide Standpunkte zu lesen, wobei Hamed Abdel-Samad, nicht zuletzt angesichts der täglichen Nachrichten, eindeutig die besseren und überzeugenderen Argumente vorbringen konnte.


Mein Fazit

Ein Streitgespräch zweier islamischer Publizisten über den Islam, in der deutlich wird, wie sehr der Islam noch immer im 7. Jahrhundert verankert ist.

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PawPawKittys avatar

Rezension zu "Islam ist Barmherzigkeit: Grundzüge einer modernen Religion" von Mouhanad Khorchide

Islam wie man ihn (leider) meistens nicht erlebt
PawPawKittyvor 5 Jahren

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch durch eine in einer Rundmail herausgegebenen "Warnung", dass dieses Buch ein falsches Verständnis vom Islam und seinen Regeln vermitteln würde. Glücklicherweise hat das meine Neugier geweckt und ich wollte mir ein eigenes Bild machen.

Obwohl er im strengen Saudi-Arabien aufgewachsen ist hat der Autor erfrischend moderne Ansichten. Meiner Meinung nach geht in der "klassischen", von den Moscheen vertretenen Lehre die Liebe Gottes zu all seinen Geschöpfen, unabhängig von deren Religion, etwas unter. Ich fragte mich immer: "Wie kann es sein, dass Gott einen guten Menschen am Ende bestraft, nur weil er der falschen Glaubenslehre angehört?". Herr Khorchide gibt auf diese und viele weitere Fragen für mich sehr gute Antworten.

Wer nach klassischer Koraninterpretation sucht wird hier nicht fündig werden. Wer allerdings offen für neues ist, und sich vielleicht in der klassischen Lehre nicht so ganz wiederfindet, dem lege ich dieses Buch ans Herz. Mir hat es wirklich an einigen Stellen die Augen geöffnet.



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W

Rezension zu "Scharia - der missverstandene Gott" von Mouhanad Khorchide

ie Theologie Khorchides nährt die zarte Hoffnung auf eine islamische Reformation
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

Irgendwann in vielen Jahren wird man (hoffentlich), wenn man darüber nachdenkt und schreibt, wie es gekommen ist , dass der Islam durch eine Art innerislamische theologische „Reformation“ in der Neuzeit angekommen und die Wesenskerne seiner Botschaft geschieden und gereinigt hat von dem Jahrhunderte langen Missbrauch durch Mullahs und Herrscher, auch von den Büchern von Mouhanad Khorchide sprechen.


1971 in Beirut geborene und in Saudi-Arabien aufgewachsen hat Khorchide islamische Theologie und Soziologie in Beirut und Wien studiert und dort auch mit einer Studie über islamische Religionslehrer promoviert.

Es war nicht zuletzt diese Arbeit, wegen der man ihn 2010 zum Professor für Islamische Religionspädagogik an die Universität in Münster berufen und ihn 2011 mit der Leitung des dortigen Zentrums für Islamische Theologie betraute.

Was er mit seinem ersten Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ beabsichtigt, nämlich eine zeitgenössische islamische Theologie zu begründen, ist aus der Sicht des Rezensenten, der ev. Theologe ist, nur zu begrüßen und wird, so hoffe ich, nicht unwesentlich zu einem neuen Dialog zwischen Islam und Christentum betragen.

Khorchide beschreibt es so: „In diesem Buch möchte ich die Theologie der Barmherzigkeit als Alternative zu einer in der islamischen Welt sehr verbreiteten Theologie des Gehorsams und der Angst auf eine einfache und auch für Laien verständliche Weise darlegen. Ich sehe im Islam eine Botschaft der Barmherzigkeit, die von einem absolut barmherzigen Gott ausgeht. Mein Ziel ist es, dieses Bild vom Islam als Angebot an Muslime zu richten, die bereit sind, ihren Glauben zu reflektieren, und die offen für Antworten sind, die sie bisher nicht kannten. Wer es ernst mit dem Glauben meint, der muss, meine ich, für jeden Gedanke offen sein, auch wenn dieser Gedanke im ersten Moment ‚anders’ als gewohnt klingt.“

Eine Wahrheit, die so finde ich, auch für Christen und Juden in der jeweilig nötigen Auseinandersetzung mit ihren eigenen Traditionen gilt. Denn „das Buch richtet sich auch an Menschen, die ein stark verzerrtes Bild vom Islam haben, das einer restriktiven und gewaltbereiten Religion. Auch diese Leser haben hier die Möglichkeit, einen neuen Islam kennenzulernen: einen, der nicht nur mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar und bemüht ist, einen Beitrag zu einem konstruktiven Miteinander aller Menschen zu leisten, sondern der auch den Wert des Menschen als würdevollstes Geschöpf Gottes betont, unabhängig davon, welche Weltanschauung der einzelne Mensch haben mag.“

 

In einer Rezension gab ich diesem Buch die Wünsche auf den Weg:

‚Möge dieses wichtige Buch, dem hoffentlich noch viel weitere folgen, die muslimischen und die christlichen Leser befähigen, ernsthafter, tiefer und kritischer sich auseinanderzusetzen mit ihrem eigenen Glauben. Denn nur wer weiß, was er glaubt, was ihm unverzichtbar wichtig ist, der ist überhaupt fähig, jenen viel beschworenen Dialog zu führen, den auch unsere säkulare Gesellschaft für ihren inneren Frieden dringend braucht.

Und so kann das Buch auch jene Menschen befreien von Vorurteilen und falschen Einschätzungen besonders das Wesen des Islam betreffend, die für ihr eigenes Leben keine religiöse Fundierung brauchen, dennoch sich aber für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben aller Bürger einsetzen.’

 

Nun  hat Khorchide unter dem Titel „Scharia – der missverstandene Gott“ ein zweites Buch nachgelegt, das nahtlos an das erste anschließt und den „Weg zu einer modernen islamischen Ethik“ einschlagen möchte.

 

Khorchide beschreibt, wie in der muslimischen Welt eigentlich seit dem 9. Jahrhundert ein restriktiver Geist herrsche. In der islamischen Welt werde der Vernunft nicht vertraut. Tue es einer doch, werde er schnell als Häretiker diffamiert. (So wie es ihm selbst auch ergangen ist) Die politischen Herrscher haben sich das zu Nutzen gemacht,  indem sie seit den Anfängen des Islams das Bild eines Gottes konstruiert haben, dem Gehorsam über alles geht. Damit haben sie einen bis heute stabilen Geist der Unterwerfung geschaffen. Und die juristische Auslegung der Scharia trägt dazu bei.

 

Scharia aber bedeutet der Weg zu Gott. Der Weg des Herzens. Dabei gelten Prinzipien wie Gerechtigkeit, es geht um innere Läuterung, nicht um einzelne Gesetze oder kleinliche Vorschriften.

 

Khorchide sagt: „ Man muss sich lösen von dem Gedanken, der islamische Gott sei ein Angst machender Gott, der nur zufrieden ist, wenn ich Gesetze den Buchstaben nach erfülle; es geht ihm um die Absicht dahinter … Der Islam ist keine Gesetzesreligion“.

 

Wer sich etwas auskennt in der christlichen Kirchengeschichte und der Forschungsgeschichte der Bibel, der wird in diesem Ansatz Khorchides, der hoffentlich viele Unterstützer finden wird, viele Ähnlichkeiten mit der christlichen Religion erkennen. Auch hier hat es lange gedauert, bis sich die Bilder von einem strafenden zu einem liebenden und barmherzigen Gott wandelten, bis die Botschaft Jesu, dass der Mensch nicht für die Gesetze, sondern diese für ihn da seinen, auch in die Herzen der Kirchenfunktionäre gelangte. Nicht immer bleibt sie dort lange, aber sie sucht sich immer wieder Menschen, in denen sie wohnen kann, innerhalb und außerhalb der Hierarchie.

 

Die Bücher und die Theologie Khorchides jedenfalls nähren die zarte Hoffnung auf so etwas wie eine islamische Reformation, zumindest zunächst  einmal in Deutschland oder in Europa.

 

 

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