Muhammed Al-Ghazali O Kind! Ayyuha l-walad

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Inhaltsangabe zu „O Kind! Ayyuha l-walad“ von Muhammed Al-Ghazali

Die Ratschläge IMAM AL-GAZALIS an einen Schüler mit dem Titel "O Kind" (Ayyuha 'l-walad) gehören zu den Werken der Weltliteratur und sind zugleich ein beeindruckendes Beispiel morgenländischer Pädagogik. Der arabische Text war erstmals von Josef von Hammer-Purgstall ins Deutsche übertragen und 1838 in Wien in einer zweisprachigen Ausgabe herausgegeben worden. Neben einer Verbesserung in sprachlicher Hinsicht hat die hier vorliegende Ausgabe gegenüber er alten noch andere Vorteilen. Mag diese ethische Abhandlung al-Gazalis auch vom Umfang her klein sein, ihre Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden So wurde sie vielfach interpretiert und kommentiert und zum Gegenstand pädagogischer Untersuchungen gemacht. Die UNESCO hat dieses Werk in der reihe der Meisterwerke der Weltliteratur bislang in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Abu Hamid Al- Ghazali, Al-Ghazali, Gazali, Al-Gazali, Ghasali, Ghassali, Ghazzali, Al-Ghazzali, Algazel, Al-Gazzali.

Ein Buch hat gewisse Standards zu erfüllen, dazu gehört auch die gültige Rechtschreibung. Eine Kaufempfehlung lässt sich dennoch aussprechen

— Hasan_al_Husaini
Hasan_al_Husaini

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  • Oh Kind, wenn du nicht handelst, wirst du auch keinen Lohn finden

    O Kind! Ayyuha l-walad
    Hasan_al_Husaini

    Hasan_al_Husaini

    21. March 2014 um 09:59

    Ayyuhā ‘l-walad von Zain du-Dīn Abū Hāmid Muḥammad ibn Muḥammad al-Ġazzālī wurde zum ersten Mal von Josef von Hammer-Purgstall im Jahre 1838 ins Deutsche übersetzt. Die UNESCO hat dieses Werk in der Reihe „Meisterwerke der Weltliteratur“ bislang in vielen ver-schiedenen Sprachen veröffentlicht. Eine neue Übersetzung dieses Werkes erschien zum ersten Mal im Jahr 2002 und die zweite Auflage im Jahr 2009 beim Edition Minarett Verlag, Braunschweig. Ayyuhā ‘l-walad wurde aus dem Arabischen ins Deutsche von Muhammad Harun Riedinger übersetzt. Ayyuhā ‘l-walad ist ein Antwortschreiben, welches einige Fragen eines Schülers des Šaiḫ Zain ud-Dīn Abū Ḥāmid Muḥammad ibn Muḥammad al-Ġazzālī beantwortet. Der Imām - der Beweis des Islam - Abū Ḥāmid al-Ġazzālī wurde im Jahre 450/51 nach Hiğra in Ṭabarān, einem der beiden Stadteile von Ṭūs in der Provinz Ḫorāsān – in der heutigen Republik Iran – unter der selğūkischen Herrschaft geboren. Dieses Sendschreiben lässt sich in drei Teile einteilen: In die Hinführung zu den Fragen, danach folgt der Hauptteil, der die Antworten auf die gestellten Fragen beinhaltet sowie die Rekapitulation der zwei vorangegangenen Abschnitte. In der Hinführung leitet Imām al-Ġazzāli seinen Schüler an, in dem er ihn für das wesentliche sensibilisiert und er leitet ihn auch dazu an, sich zu bemühen, indem er folgendes sagt: „Ein Zeichen, dass Allāh ta’ālā Sich von seinem Knecht abgewandt hat, ist, dass jener sich mit Dingen beschäftigt, die ihm keinen Nutzen bringen, und ein Mensch, der eine Stunde seines Lebens mit anderen Dingen verstreichen lässt als mit der Erfüllung der Pflichten gegenüber Gott, für die er geschaffen wurde, dem steht die Verlängerung seiner Drangsal zu.“ (S.23 Z.14ff). Denn Allāh ta’ālā sagt im Qur’ān: „Und daß dem Menschen nichts anderes zuteilwird als das, worum er sich bemüht.“ (Sūra 53 an-Nağm, Vers 39). An der eloquenten Ausdrucksweise des Šaiḫs ist viel Erwähnenswertes in diesem Schreiben zu finden. So spricht der Šaiḫ z.B. seinen Schüler stehst mit „Oh Kind“ oder „Oh Sohn“ an. Und gerade weil er seine Worte mit Bedacht gewählt hat, haben sie eine bedeutende und klangvolle Ausdruckskraft, wie dieser Auszug darlegt: „Oh Kind, wenn du nicht handelst, wirst du auch keinen Lohn finden.“ (S.28 Z.9f) und: „Oh Kind, Wissen ohne Handeln ist Schwachsinn, und Handeln ohne Wissen ist Unsinn. Und wisse, dass das Wissen, das dich heute nicht vom Ungehorsam abhält und dich zum Gehorsam bewegt, dich morgen nicht vom Feuer der Hölle fernhalten wird.“ (S.31 Z.12ff). Šaiḫ Imām al-Ġazzāli verlieh seinen Worten Nachdruck, indem er einen Ḥadīṭ von Sayyidinā wa Maulana Rasūlallāh (ṣalla Allāh ‘alayhi wa ālihi wa sallam) anführt, der folgenden Wortlaut hat: „Zieht euch selbst zur Rechenschaft, ehe Rechenschaft von euch gefordert wird, und wägt eure Handlungen ab, ehe ihr gewogen werdet.“ At-Tirmiḏī (S.28 Z.24ff). An allen vorangegangen Zitaten von Šaiḫ Imām al-Ġazzāli und besonders an dem Ḥadīṭ vom Propheten (ṣalla Allāh ‘alayhi wa ālihi wa sallam) wird deutlich, dass das Abrechnen mit sich selbst (Muhasabat-un-Nafs) in diesem Schreiben von Imām al-Ġazzāli einen wichtigen Platz einnimmt, weil er gleich am Anfang darauf eingeht und es erwähnt. Zum Schluss des ersten Abschnitts weist Imām Ġazzāli seinen Schüler daraufhin, klug zu sein und keine Zeit verstreichen zu lassen. Dazu fügt der Šaiḫ zur Verdeutlichung folgende Überlieferung von Luqmān an seinen Sohn an: „Oh Kind, es ist aus dem Vermächtnis Luqmāns des Weisen an seinen Sohn überliefert, dass er sagte: ‚Oh mein Sohn, mögest du davor bewahrt sein, dass der Hahn klüger sei als du! Er kräht (ruft seinen Herrn an) vor Anbruch der Morgendämmerung, und du liegst im Schlummer. ‘“ (S.35 Z.12ff). Im Hauptteil legt Šaiḫ Abū Ḥāmid al-Ġazzālī dar, welches die Quintessenz des Wissens ist und welche Gebote unablässig für denjenigen sind, der den Pfad des Gehorsams beschreitet. Wie auch schon in der Hinführung leitet der Šaiḫ seinen Schüler an und macht ihn darauf Aufmerksam, worauf es nun als nächstes ankommt: „Oh Kind, die Quintessenz des Wissens ist es, zu begreifen, was Gehorsam und Gottesdienst sind.“ (S.36 Z.1f). Darauf führt der Šaiḫ in knappen und kompakten Worten die Aufgaben an, welche der Schüler in Bezug auf Gottesdienst und Gehorsam zu erledigen hat: „Die Erfüllung von vier Geboten ist unablässig für den, der den Pfad beschreitet: Das erste Gebot ist: Eine korrekte Glaubensüberzeugung, in der keine Bid’a vorhanden ist. Und das zweite ist: Eine aufrichtige Tauba, nach der er nicht mehr rückfällig wird. Und das dritte ist: Die Befriedigung aller Mitmenschen, die Forderungen an dich haben, bis keiner mehr ein rechtmäßiger Anspruch gegen dich bleibt. Und das vierte ist: Die Aneignung des Wissens der Šarī’a in solch einem Ausmaß, dass du damit die Gebote Allāhs des Erhabenen erfüllen kannst, danach von anderem Wissen das, was deiner Errettung dienlich ist.“ (S.38 Z.6ff). Šaiḫ Abū Ḥāmid al-Ġazzālī legt seinem Schüler durch diese vier Gebote eine Einführung in die wesentlichen Grundlagen der islamischen Wissenschaften, der Glaubenslehre, der Jurisprudenz gottesdienstlicher Handlungen und der Lehre von der Läuterung der Seele (taṣawwuf) dar. So wie es schon erwähnt wurde, sind diese vier Gebote „unablässig für den, der den Pfad beschreitet“. Im letzten Teil des Hauptteils wendet sich Abū Ḥāmid al-Ġazzālī den inneren, wirklichen Aspekten der gottesdienstlichen Handlungen zu, genauer gesagt dem Läutern der Seele oder man könnte auch sagen, das Herz reinigen von Untugenden - diese Methodik nennt man Taṣawwuf. „Ferner wisse, dass Taṣawwuf zwei Eigenschaften besitzt: Aufrichtigkeit mit Allāh ta’ālā und Ruhe mit den Menschen.“ (S.46 Z.1ff). Der Beweis des Islam, Abū Ḥāmid al-Ġazzālī, zeigt dem Schüler mit dieser Aussage, dass der Taṣawwuf zu den islamischen Wissenschaften gehört und der Schüler sollte sich die normativen Grundlagen auch in diesem Bereich aneignen. Nachdem Abū Ḥāmid al-Ġazzālī diese Angelegenheit dargelegt hat, wendet er sich einigen weiteren Fragen seines Schülers zu, welche hier nicht in ihrer Gesamtheit wiedergegeben werden können, da dies eine kurze Darlegung sein soll und deshalb wird beispielhaft eine Frage sowie dessen Antwort stellvertretend für die anderen Fragen sowie Antworten genannt. „Und du fragtest mich bezüglich Tawakkul, und dieses ist, dass du deinen Glauben an Allāh ta’ālā in Bezug auf das, was Er verheißen hat, bis zur absoluten Gewißheit festigst, das heißt, dass du dir gewiß bist, dass das, was Er dir vorbestimmen wird, selbst wenn alle Mächte der Welt sich bemühen, es von dir fern zu halten, und dass das, was dir nicht vorbestimmt ist, dir nicht zukommen kann, selbst wenn die ganze Welt dir Hilfe leistete.“ (S.46 Z.23ff). Der Šaiḫ Abū Ḥāmid al-Ġazzālī gibt dem aufmerksamen Leser ein Beispiel, in welcher Art und Weise man auf eine Frage antworten sollte. Der Šaiḫ selbst antwortet in klaren und direkten Worten ohne zu viel und ohne zu wenig zu sagen. Das, was er sagen möchte, sagt er in kurzen und knappen Worten und in seinem letzten Teil seines Werkes Ayyuhā ‘l-walad den von mir bezeichneten Abschnitt der Rekapitulation, rät er auch genau diese Art und Weise, diese Redensart seinem Schüler, indem er folgendes Gleichnis anbringt: „Es ist, wie wenn du eine Flut siehst, die sich dem Haus eines Menschen nähert, während dieser mit seiner Familie drinnen weilt, so wirst du rufen: Rettet euch! Rettet euch! Und: Entflieht der Flut! Wäre dir in solch einer Situation danach, dem Bewohner des Hauses diese Mitteilung in affektiver Ausdrucksweise durch Pointen und Anspielungen zu machen? Sicher nicht!“ (S.54 Z.9ff). Imām Abū Ḥāmid al-Ġazzālī beschreibt in dieser Metapher, wie sich der Ratgeber zu verhalten hat, wenn er einen zum Guten aufruft. Doch wie ist es beim Ratnehmer? Wie soll sich jener verhalten, der einen guten Rat entgegennimmt? Und wie verhält es sich, wenn jemand nicht gewillt ist, einen gut gemeinten Rat entgegen zu nehmen? Abū Hāmid Muḥammad ibn Muḥammad al-Ġazzālī beantwortet diese Fragen in gewohnter und kompakter Weise, frei von affektiver Ausdrucksweise, indem er folgendes Beispiel darlegt: „Wisse, dass die Frage nach den Beschwerden dem Arzt die Krankheit des Herzens enthüllt, und die Beantwortung beschleunigt die Heilung der Krankheit des Patienten. Und wisse, dass die Unwissenden die Herzkranken sind und die Gelehrten die Ärzte. Und ein Gelehrter, dessen Wissen mangelhaft ist, kann keine gute Behandlung durchführen; und der perfekte Gelehrte behandelt nicht jeden Patienten, sondern behandelt den, der sich danach sehnt, in Behandlung genommen zu werden und zu genesen. Und wenn das Gebrechen chronisch ist oder es sich um Unfruchtbarkeit handelt, so spricht es auf keine Behandlung an, und die Tüchtigkeit des Arztes äußert sich darin, dass er erklärt, dass das Gebrechen auf keine Behandlung anspricht. So beschäftige dich nicht mit seiner Therapie, denn darin liegt nur Zeitverschwendung.“ (S.49 Z.24ff). Schon zu Beginn erwähnt der Šaiḫ die Zeitverschwendung: „Ein Zeichen, dass Allāh ta’ālā Sich von seinem Knecht abgewandt hat, ist, dass jener sich mit Dingen beschäftigt, die ihm keinen Nutzen bringen […]“. Es ist klar erkennbar, dass Imām Abū Ḥāmid al-Ġazzālī mit dem endet, womit er auch begonnen hat, nämlich mit der Ermahnung, keine Zeit zu verschwenden und damit, dass der Schüler sich nochmals dies bewusst machen soll. Denn „es vergeht für den Diener kein Tag und keine Nacht, ohne daß die Möglichkeit besteht, dass sein Tod ihn darin ereilt.“ (S.58 Z.5f). Und dies ist der letzte Ratschlag, den der Šaiḫ seinem ehemaligen Schüler mit auf den Weg gibt, bevor er den Brief an diesen beendet. Auch wenn das Meiste an dieser Übersetzung positiv und erwähnenswert ist, so gibt es in Bezug auf die Edition und Grammatik einiges zu bemängeln. Der Leser erfährt nichts über den Übersetzer, weder welche Referenzen dieser hat, noch was ihn angetrieben hat, dieses Werk ins Deutsche zu übersetzen. Eine kompakte Vorstellung des Übersetzers, wäre angebracht gewesen. Es wurde auch versäumt, die zweite Auflage, welche wie oben genannt im Jahr 2009 erschienen ist, der neuen und gültigen Rechtschreibung anzupassen. Somit ist das Buch mit unnötigen Rechtschreibfehlern geradezu übersäht. Ein Buch hat gewisse Standards zu erfüllen, dazu gehört auch die gültige Rechtschreibung. So Allāh will, kommt es zu einer dritten überarbeiteten Auflage, in der diese Mängel behoben werden und um weitere Informationen über den Übersetzer erweitert wird. Eine Kaufempfehlung für diese ethnische Abhandlung al-Ğazālīs lässt sich dennoch aussprechen.

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