Muriel Barbery Die Eleganz des Igels

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Inhaltsangabe zu „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery

Der Weltbestseller jetzt in dtv großdruck Renée ist 54 Jahre alt und lebt seit 27 Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen an den Füßen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist 12, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn, von Musik und Mangas, Kunst und Philosophie. Die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter, ein wunderbarer Roman über die Suche nach der Schönheit in der Welt. (Quelle:'Flexibler Einband/01.10.2011')

Eine herzerweichende Geschichte!

— Ophiuchus

Trotz tiefsinniger und bewegender Gedanken war es nicht mein Buch.

— Dataha

Ein sprachlich großartiger Roman voller Humor und liebenswert verschrobener Charaktere mit einem absolut unwürdigen Ende.

— wortkulisse

Schöne Geschichte und Gedanken, hatte aber seine Längen

— Feni

Lange Einführungsphase, teilweise etwas schwerfällig zu lesen, schöne zweite Hälfte, etwas unerwartetes Ende.

— Isaopera

Von zwei wunderbaren Außenseitern erzählt, die sich als Seelenverwandte erkennen, leider ein komisches Ende :/

— Alina97

Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

— Mimi_Schreiberling

Sehr schöne Geschichte. Sprachlich ein Fest, wobei manchmal etwas sehr ausschweifend. Hat mich aber sehr aus dem Alltag entführt >Empfehlung

— DrWatson

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat es richtig Spaß gemacht, die beiden zu "begleiten"

— Kelo24

nervig und gewollt. Die Protagonistin ist zudem unglaubwürdig konstruiert.

— Beust

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  • Die Eleganz des Igels - Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

    wortkulisse

    22. July 2017 um 14:48

    „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery erzählt aus dem Leben und den Tagebüchern der Concierge Renée und dem Mädchen Paloma, das in demselben Stadthaus in der Rue de Grenelle 7 in Paris lebt.„Um Marx zu verstehen und zu verstehen, warum er unrecht hat, muß man ‚Die deutsche Ideologie‘ lesen.“ ist einer der ersten Sätze, den die Leser*innen lesen und mit dem sich Renée doch beinahe an einen der Mieter in dem Pariser Stadthaus, in dem sie als Concierge arbeitet, verrät. Denn so sehr sie versucht, das stereotypische Bild einer Concierge zu verkörpern, so wenig entspricht sie ihm in ihrem Inneren. Aber davon sollen die Mieter in dem Haus nichts erfahren. Und deshalb ist dieser Ratschlag so gefährlich – oder auch nicht, denn Menschen glauben ja eh nur das, was in ihre geistigen Gewohnheiten passt. Und diese befriedigt Renée ganz ordentlich, verwitwet, plump und griesgrämig wie sie ist. Von den Puschen, mit denen sie schlurfend zur Loge läuft, den zotteligen Haaren, die schon jahrelang keinen Friseur mehr gesehen haben, den einsilbigen Antworten, die ihre Debilität vortäuschen, bis hin zum Essensgeruch in ihrer Loge, hat sie ihre perfekte Tarnung hinter dem Klischee der ungebildeten, wenig gepflegten und mies gelaunten Concierge gefunden. Insgeheim jedoch liest sie die großen und kleinen Werke der Philosophie und Literatur, schaut jeden Film des japanischen Regisseurs Yasujiro Ozu und zitiert fleißig ihren Lieblingsautor Leo Tolstoi. Sodass ihr lächerliches Tagebuch einer alten Concierge, wie sie es selbst nennt, vor Intelligenz, scharfer Beobachtungsgabe und einer ordentliche Prise Humor nur so sprüht.ICH LAS WIE EINE BESESSENE, HEIMLICH ZUNÄCHST, UND DANN, ALS MIR DIE NORMALE ZEIT DES LERNENS ABGELAUFEN ZU SEIN SCHIEN, VOR ALLER AUGEN, WOBEI ICH JEDOCH SORGFÄLTIG VERBARG, WELCHES VERGNÜGEN UND WELCHES INTERESSE ICH DABEI EMPFAND. – S. 43Das Stadthaus, in dem Renée wohnt und arbeitet, ist jedoch nicht irgendein unbedeutendes Haus inmitten Paris‘, sondern ein Palais mit 400 Quadratmeter großen Wohnungen, deren reiche Bewohner sie für ungebildet, verlogen und bösartig bis über beide Ohren findet.Fünf Etagen über ihr, wohnt die Familie Josse: der Vater ist sozialistischer Abgeordneter, die Mutter ist mit der Fürsorge um ihre Grünpflanzen und der Psychoanalyse beschäftigt und die beiden Töchter Colombe und Paloma können sich absolut nicht ausstehen. Denn während Colombe eifrig ihren Eltern nacheifert, missachtet die zwölfjährige Paloma die Oberflächlichkeit und Stumpfsinnigkeit der Welt, von der sie umgeben ist. Paloma ist unheimlich altklug und intelligent, ohne großen Aufwand Klassenbeste und hat einen Faible dafür, die Heuchelei ihrer Mitmenschen zu erkennen und zu analysieren. Hinter der Hässlichkeit und Unaufrichtigkeit der Menschen erkennt sie nicht den Sinn des Lebens und beschließt, sich an ihrem dreizehnten Geburtstag umzubringen. Doch so ganz aufgeben möchte sie nicht und schreibt deshalb zwei eigene Tagebücher, in denen sie zum einen tiefgründige Gedanken und zum anderen Bewegungen der Welt festhält. Sollte sie nur eine Bewegung in vollkommener Harmonie vor ihrem dreizehnten Geburtstag beobachten können, so werde sie ihren geplanten Suizid noch einmal überdenken.Renée und Paloma haben weite Teile des Romans nichts miteinander zu tun und sind dennoch durch ihre Gedanken und ihre pessimistische Art, die Welt zu sehen, miteinander verbunden. Außerdem teilen sie ihre Leidenschaft für die japanische Kultur miteinander. Nachdem ein Hausbewohner mehr oder minder überraschend verstirbt, taucht ein neuer Mann in dem Pariser Stadthaus auf. Er ist Japaner, charmant, gebildet und beginnt mit einer Liebenswürdigkeit, die für Menschen seiner Gehaltsklasse untypisch ist, hinter die Tarnung der Concierge zu blicken und der kleinen Paloma das Gute auf der Welt zu zeigen.MADAME MICHEL BESITZT DIE ELEGANZ DES IGELS: AUSSEN IST SIE MIT STACHELN GEPANZERT, EINE ECHTE FESTUNG, ABER ICH AHNE VAGE, DASS SIE INNEN AUF GENAUSO EINFACHE ART RAFFINIERT IST WIE DIE IGEL, DIESE KLEINEN TIERE, DIE NUR SCHEINBAR TRÄGE, ENTSCHIEDEN UNGESELLIG UND SCHRECKLICH ELEGANT SIND. – S. 157Der Roman basiert auf den Ausführungen der Gedanken Renées und Palomas in ihren Tagebüchern. Dadurch grenzt Muriel Barbery den Beobachtungsradius ihrer Leser*innen ein, schafft aber gleichzeitig einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt dieser beiden Charaktere – und die ist keineswegs langweilig. Insbesondere Renées Tagebucheintrage sind sprachlich eine wahre Fundgrube, wenn sie ihre Tage in Trübsinn verbringt, schöne Sätze ihr Freudentränen entlocken und sie von Zeit zu Zeit die Sphäre ihres literarischen Gedächtnisses besucht. Paloma hingegen hat einen scharfen Beobachtungssinn und nimmt die kleinsten Bewegungen in ihrer Umgebung wahr. Beide vereint zudem die, zugegeben nicht unbedingt nachahmenswerte Angewohnheit, zynisch auf ihre Mitmenschen zu blicken und sich innerlich über sie lustig zu machen. Leider bleiben Renées und Palomas Leben lange Zeit voneinander getrennt und es dauert, bis die beiden aufeinander treffen und beginnen, hinter die Fassade des jeweils anderen zu blicken. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch der neue Nachbar erst sehr spät im Buch seinen Auftritt hat. Ich hätte mir gewünscht, mehr über diese ungewöhnliche Dreiecksbeziehung zwischen ihnen zu erfahren und mitzuerleben, wie sie ihre sicheren Fassaden, die ihr Inneres von ihrer Außenwelt trennen, Stück für Stück abbauen. Das Ende, nun ja, ich möchte nichts vorwegnehmen, es aber auch nicht unerwähnt lassen, kommt viel zu plötzlich und ist der Geschichte und den Figuren in meinen Augen absolut unwürdig.DOCH WENN MAN DAS MORGEN FÜRCHTET, DANN DARUM, WEIL MAN NICHT FÄHIG IST, DIE GEGENWART AUFZUBAUEN, UND WENN MAN NICHT FÄHIG IST, DIE GEGENWART AUFZUBAUEN, REDET MAN SICH EIN, DASS MAN ES MORGEN TUN KÖNNE, UND DAS GEHT NICHT AUF, WEIL MORGEN SCHLIESSLICH IMMER HEUTE WIRD, VERSTEHEN SIE, WAS ICH MEINE? – S. 141Muriel Barberys Roman „Die Eleganz des Igels“ gibt einen tiefen Einblick in das Seelenleben zweier Frauen, die unterschiedlicher und einander ähnlicher nicht sein könnten. Er lebt von den intelligenten Gedanken, dem mitunter bissigen Humor und den detaillierten Beobachtungen der Protagonistinnen. Der Roman hat mich sprachlich sehr angesprochen und auch Renée und Paloma sind mir in ihrer liebenswürdigen Verschrobenheit ans Herz gewachsen. Ich hätte mir jedoch mehr Begegnungen zwischen ihnen und ein anderes Ende gewünscht. Dank der zahlreichen Anspielungen auf Leo Tolstoi habe ich gleich nach „Die Eleganz des Igels“ zu „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi gegriffen, das schon seit einer Ewigkeit in meinem Regal auf mich wartet.Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net

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  • Mein Lieblingsbuch ...

    Die Eleganz des Igels

    buecher_ueber_buecher

    20. January 2017 um 11:21

    Paloma erfasst tiefgründige Gedanken und schöne Bewegungen. Aber sie ist keine normale zwölfjährige, die in ihr Tagebuch schreibt. An ihrem 13. Geburtstag möchte sie Selbstmord begehen. Die zweite Protagonistin ist die 54 jährige Renée. Sie passt nicht so recht in das, von der Gesellschaft geschaffene Bild einer Concierge. Sie ist belesen, klug und gar nicht so griesgrämig, wie sie tut. Das Buch erzählt die Geschichte der zwei und das auf bewegende, komische aber auch ernsthafte Weise. Man muss sich ganz auf das Buch einlassen ! Auf die langen Schachtelsätze und die vielen komplizierten Wörter. Aber wenn man einmal drin ist, dann ist es die reinste Freude dieses Buch zu lesen. Auf gewisse weiße wird die Schönheit und Besonderheit der Sprache gezeigt. Beide Protagonisten sind auf der Suche nach Schönheit, Sinn, Unendlichkeit und ihrem Frieden. Dabei durchlaufen Paloma und auch Renée eine Charakterentwicklung, die so natürlich verläuft, dass sie nicht wie ein großes rotes Ausrufezeichen vor den Augen des Lesers schwebt. Schlicht gesagt: Wenn man die Brillianz des Buches beschreiben will, klingt es immer ein bisschen banal.

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    • 2
  • Sehr speziell

    Die Eleganz des Igels

    Isaopera

    16. October 2016 um 22:01

    Nach der Lektüre des Klappentextes war mein Interesse spontan geweckt, allerdings hatte ich auch eine andere Art von Geschichte erwartet."Die Eleganz des Igels" ist eine sehr spezielle Geschichte, die mich nachdenklich gestimmt hat. Auf interessante Weise werden schon gewisse Gesellschaftsstrukturen beschrieben und Missstände in der (französischen) "guten Gesellschaft" aufgedeckt. Auch die wechselnde Erzählperspektive der 12jährigen Tochter aus gutem Hause und der Concierge in den mittleren Jahren fand ich reizvoll.Leider wurde der Erzählfluss immer wieder durch eine sehr geschwollene und komplizierte Ausdrucksweise getrübt. Es ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar geworden, ob dieses Buch wirklich so intellektuell ist, oder vielleicht auch nur diesen Schein erwecken möchte, denn die eine oder andere Begrifflichkeit oder These war für mich einfach nicht passend oder korrekt. Dies kann jedoch auch der Übersetzung ins Deutsche liegen.Eventuell hätte das Buch im Französischen mehr Charme, denn der französische Stil ist auch so zu merken und tut viel für diesen Roman.Die Handlung plätschert zunächst so dahin. Die ersten hundert Seiten passiert noch gar nicht so viel, eigentlich werden hauptsächlich die Personen und Zustände vorgestellt. Man muss sagen, dass die Erzählweise hierbei nicht immer besonders geradlinig war.Das große Plus ist für mich eine neue Person, die nach gut einem Drittel des Buches auftaucht und wirklich viel Würze in die Story bringt. Dadurch wird auch das Aufeinandertreffen der Protagonistinnen erst möglich!Leider ist das Ende dann wieder sehr speziell. Gut durchdacht, irgendwie schlau, aber für mich nicht ideal.Ich denke, jeder muss seine Meinung zu diesem Buch selbst finden. Ich gebe eine mittlere Empfehlung.

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    • 2
  • "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

    dot

    29. August 2016 um 01:48

    "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery ist ein Roman aus der Sicht zweier Einzelgänger, die in der Rue de Grenelle 7 in Paris leben. Die 54-jährige Renée, die seit 27 Jahren als Concierge arbeitet und die 12-jährige Paloma aus reichem Hause trennen Altersunterschied und gesellschaftliches Ansehen. Sie haben auf den ersten Blick nur sehr wenig gemeinsam doch schon bald erkennen sie, dass sie ihr scharfer Verstand verbindet. So beginnen sie über die Nachbarn und die Schönheit der Welt zu philosophieren und erkennen einander so, wie sie wirklich sind. Als der japanische Geschäftsmann, Monsieur Ozu in die Rue de Grenelle 7 einzieht, verändert sich ganz unerwartet das Treiben des Palais. [...] "Die Eleganz des Igels" ist eine schöne Geschichte über Freundschaft und das wahre Selbst allerdings mit einem ziemlich enttäuschendem Ende.

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  • Tiefgründig und philosophisch

    Die Eleganz des Igels

    Mimi_Schreiberling

    02. July 2016 um 21:32

    Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, die jeweils aus der Sicht der Concierge Renée und der jungen Paloma erzählt werden. Sie leben im selben Haus, doch haben anfangs überhaupt nichts miteinander zu tun. Zugegeben, es hat mich ein paar Kapitel gekostet, bis ich mich an den sehr philosophischen Erzählstil der Autorin gewöhnt hatte. Die beiden Protagonisten Paloma und Renée sind beide hochintelligent und drücken sich sehr gewählt aus. Wer seichte Unterhaltung sucht, ist mit „Die Eleganz des Igels“ vermutlich überfordert. Weiterlesen? Hier gibt es die komplette Rezension: https://myna-kaltschnee.com/2015/12/01/rezension-die-eleganz-des-igels/#more-105

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  • Etwas aufgeblasen

    Die Eleganz des Igels

    CocuriRuby

    03. September 2015 um 22:43

    Der Schreibstil ist recht anstrengend. Wenn ein Satz mal unter 5 Kommata aufweist ist das bemerkenswert. Die Wortwahl ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, weil pro Satz so viele Fremdwörter wie möglich reingelegt wurden. Ich finde es nicht wirklich schwer, den jeweiligen Satz zu verstehen, aber es ist anstrengend ihn zu lesen. Weshalb auch kaum sowas wie Lesefluss aufkam. Dabei sprüht das Buch aber vor schwarzem Humor. Was mir wiederrum sehr gut gefallen hat. Man merkt sehr deutlich, dass eine französische Philosophin die Autorin ist. Das Philosophische ist unverkennbar, denn es werden sich in dem Buch sehr viele Gedanken um Dinge gemacht, die man für gewöhnlich nicht als bedenkenswert erachtet. Dabei führen diese Gedanken zwar scheinbar zu einen erhöhten Bewusstsein, aber in Wirklichkeit auch nirgendwohin oder im Kreis oder in die Irre. Trotzdem ist es meistens  unterhaltsam. Das französische merkt man daran, dass dem Buch eine gewisse Schwere anhaftet.  Ab und an in Form von Melancholie, Griesgrämigkeit (fast schon Verbitterung) oder schwarzem Humor. Was ich aber erschreckend finde ist, dass dieses Buch fast gar eine Handlung aufweisen kann. Ich übertreibe wirklich nicht, wenn ich sage, dass ich 90% des Buches mit nur einem Satz wiedergeben könnte. Die Handlung ist extrem in den Hintergrund gerückt worden, dafür gibt es fast ausschließlich lebensphilosophische Gedankenspiele – die meist nicht mal wirklich irgendwo hin führen. Darauf ergibt sich letztendlich auch die Wertung: 2- für die Handlung und 4- für den Gehalt/Inhalt des Buches. Also zusammen sind wir bei 3-. Trotzdem muss ich sagen, hat mir dieses Buch nicht wirklich viel geben können – ich würde es eher nicht weiter empfehlen.   Fazit Das Buch hat sehr viel Inhalt, dafür aber sehr wenig Handlung. Jeder, der Wert auf Philosophie und/oder gehobener Literatur mit ihrer Grammatik und Korrektheit und Verspieltheit legt, wird an diesem Werk seine Freude haben. Mir gibt ein möglichst hochtrabend klingender Satz in seiner sprachlichen Ausgeschmücktheit nicht so viel. Ich habe da keine übermäßige Freude dran.

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  • Die Eleganz des Igels...

    Die Eleganz des Igels

    Mikki

    24. August 2015 um 20:50

    Dieses Buch lag jetzt schon so schrecklich lange auf meinen SuB, dass es endlich mal befreit werden musste ... ich hatte es mir damals zugelegt, weil ich den Trailer zum Film so wunderschön fand.  "Die Eleganz des Igels" gehört zu den Büchern, welches einem nicht durch eine atemberaubende Handlung oder haarsträubende Aktion besticht, sondern viel mehr mit dem was zwischen den Zeilen steckt.  Unsere beiden Protagonisten Renée & Paloma gehören zu den Menschen, die lange über Kleinigkeiten sinnieren können, sich über die kleinen Curiositäten des Lebens freuen und obwohl sie wohl eher als Eigenbrödler zu bezeichnen sind, den vermeintlich tieferen Sinn des Lebens so viel mehr zu verstehen scheinen als manch einer der eben Dies von sich behauptet ...  Die Art des Buches, wie einfach diese vielen Gedanken und Eindrücke zweier so besonderer, verschieden ähnlicher Menschen sich zu einem beinahe weise wirkenden Gesamteindruck zusammenschließen konnte mich absolut überzeugen.  Ich möchte nicht behaupten, dass man aus diesem Buch etwas lernen kann, aber es ist einfach eine Geschichte fürs Herz die den ein oder anderen Gedanken anstoßen kann oder vielleicht einfach mal den Blickwinkel auf manche Ding ein bisschen verrückt.  Wenn ihr ein Buch sucht, dass sich leicht lesen lässt, bei genauem hinsehen jedoch noch so viel mehr anbietet als eine fluffige Geschichte zweier Menschen, die nicht nicht nur ein großer Altersunterschied trennt, sonder auch das Leben in verschiedenen Gesellschaftsschichten, dann greift zu diesem Büchlein. Die beiden sind so verschieden und finden doch so viele parallelen und können trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen sehr viel voneinander lernen...

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  • Stellenweise sehr schön, aber grundsätzlich eher schwieriges Buch

    Die Eleganz des Igels

    SteffiWausL

    09. May 2015 um 11:25

    Madame Michel, die Concierge und Paloma, das 12-jährige Mädchen aus reichem Hause, könnten unterschiedlicher nicht sein.  Und dennoch haben sie viele Gemeinsamkeiten: sie besitzen einen wachen und scharfen Verstand, hängen gerne tiefgründigen Gedanken nach (besonders Paloma) und verurteilen die Vorurteile und das (von ihnen empfundene) herablassende Verhalten der Reichen gegenüber anderen Gesellschaftsschichten. Madame Michel verbirgt ihr Wissen und ihr Interesse an Kunst, Literatur und Philosophie vor den Hausbewohnern, für die sie lieber die einfältige Concierge mimt. Einzig Paloma und der neu zugezogene Japaner Monsieur Ozu erkennen und sehen Madame Michel als die Person, die sie wirklich ist. Eine ungewöhnliche und doch wahre und tiefe Freundschaft entsteht… Die Geschichte war stellenweise sehr schön und hat zum Nachdenken angeregt. Es gab viele kluge und schöne Sätze. Allerdings bestand der Großteil der Geschichte aus philosophischen Gedankengängen, denen ich manchmal nur schwer folgen konnte. Es gab sehr viele schwierige Sätze, die ich mehrmals lesen musste, um sie zu verstehen. Zudem musste ich mehrfach Fremdwörter nachschlagen, was ich gegen Mitte des Buches dann nicht mehr gemacht habe, und einfach drüber hinweggelesen habe. Beide Protagonistinnen ergingen sich anfangs endlos in ihren recht negativen Vorurteilen und ihrem Glauben, anders und besser zu sein. Selbstverständlich war das ein wichtiger Teil der Geschichte, der zum Ende hin eine positive Wende genommen hat. Mir hätte es allerdings besser gefallen, wenn dieser Teil etwas kürzer gewesen wäre - die Message war schon nach wenigen Seiten angekommen. Das Ende und die damit einhergehende Einsicht der Protagonistinnen kam dann fast abrupt und sehr überraschend. Nachdem ich hier so viele positive Rezensionen gelesen hatte, hab ich mir mehr von diesem Buch versprochen. Jetzt schau ich mal, ob mich der Film eher anspricht...

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  • Das Spiel der gesellschaftlichen Hierarchien

    Die Eleganz des Igels

    Igelmanu66

    »Wie immer rettet mich die Unfähigkeit der Menschen zu glauben, was den Rahmen ihrer kleinen geistigen Gewohnheiten sprengt.« Renée und Paloma haben einige Gemeinsamkeiten: Beide sind Außenseiter, beide sind sehr intelligent und beide verstehen seit langem die Kunst, die Menschen in ihrer Umgebung über ihr wahres Selbst im Unklaren zu lassen. Zudem leben sie beide im gleichen Haus, in der Rue de Grenelle 7 in Paris – Paloma in einer riesigen Luxuswohnung und Renée in der kleinen Wohnung der Concierge. Lange Zeit leben die beiden dort nebeneinander her. Die 54jährige Renée hat sich in ihrem Dasein eingerichtet, hat akzeptiert, dass ein Leben als scheinbar ungebildete Arbeiterin wohl das Einzige ist, was einer Frau ihres Standes zugebilligt wird. Die hochbegabte 12jährige Paloma hingegen verachtet die Welt der Erwachsenen und sieht für sich selbst keine Zukunft. Daher plant sie, sich an ihrem 13. Geburtstag umzubringen. »Von Zeit zu Zeit nehmen sich die Erwachsenen offenbar Zeit, sich hinzusetzen und die Katastrophe zu betrachten, die ihr Leben ist. Sie jammern dann, ohne zu verstehen, und wie Fliegen, die immer gegen die gleiche Scheibe stoßen, werden sie unruhig, sie leiden, verkümmern, sind deprimiert und fragen sich, welches Räderwerk sie dorthin geführt hat, wohin sie gar nicht wollten.« Beide wünschen sich, dass die Welt, die so gar nicht ihre ist, sie möglichst in Ruhe lassen soll, damit sie – ganz für sich und im Geheimen – das tun können, was für sie am wichtigsten ist: Lesen und philosophieren. »Wenn schon nichts einen Sinn hat, soll der Geist sich wenigstens damit auseinandersetzen.« Als Kakuro Ozu, ein japanischer Geschäftsmann, der sich durch hohe Bildung, Offenheit und unerschütterliche Freundlichkeit auszeichnet, in dem Haus einzieht, werden diverse festgefahrene Strukturen erschüttert. Auch bei Renée und Paloma… Ich habe mir mehrere Tage lang überlegt, was ich in diese Rezi schreiben möchte. Ohne Zweifel ist es ein anspruchsvolles Buch und ich brauchte ein Weilchen, um mich damit anzufreunden. Renée und Paloma lieben es zu philosophieren und tun es daher ausgiebig. An einigen Textstellen hing ich schon eine Weile fest, was wohl damit zusammenhing, dass ich zum einen über den Inhalt nachdachte und zum anderen Fremdwörter nachschlug (bzw. nachgoogelte ;-). Da kamen schon so einige zusammen, was mich auch wieder ins Grübeln brachte. Fehlt es mir an Bildung, weil ich Wörter wie Hybris, Frontispitz, klandestin, Sanseverina, harangieren, Inkunabel, Conatus, demiurg oder Psychorigidität nachlesen muss? Denken Menschen ab einem gewissen Bildungsgrad tatsächlich so oder ist auch das ein Vorurteil? Denn bloß, weil man viele Fremdwörter kennt und versteht, heißt das noch nicht, dass man auch in diesem Vokabular denkt. Soll diese Sprache vielleicht nur als Stilmittel dienen, um die hohe Intelligenz von Renée und Paloma darzustellen? (Ihr merkt schon, das viele Philosophieren im Buch ist ansteckend.) Tatsache ist, dass sich die Mühe des Nachschlagens lohnt, denn an vielen Stellen erkennt man dadurch Humor und Ironie (mal ganz davon abgesehen, dass es zudem auch noch bildet ;-) Es muss jetzt aber niemand befürchten, dass sich das ganze Buch wie eine philosophische Abhandlung liest. Viele Abschnitte machen einfach Spaß, beispielsweise wenn Paloma altklug über die Erwachsenen in ihrem Leben herzieht. Kleines Beispiel gefällig? »En passant serviere ich Ihnen die Hypothese des Feld-Wald-und-Wiesen-Psychiaters: Colombe ist so chaotisch in ihrem Innern, so leer und gleichzeitig so überfüllt, dass sie versucht, Ordnung in sich selbst zu schaffen, indem sie ihr Zimmer aufräumt und saubermacht. Lustig, was? Ich habe schon lange begriffen, dass Psychiater Spaßvögel sind, die glauben, die Metapher sei etwas für große Weise. In Wirklichkeit ist sie jedem Sechstklässler zugänglich. Doch man muss nur zuhören, wenn Mamas Psychologenfreunde sich über das geringste Wortspiel hermachen, und man muss auch gehört haben, welchen Blödsinn Mama von ihrer Therapie mit nach Hause bringt, denn sie erzählt jeder und jedem von ihren Sitzungen beim Psychiater, als sei sie ins Disneyland gegangen: von der Attraktion „mein Familienleben“, dem Eispalast „mein Leben mit meiner Mutter“, der Achterbahn „mein Leben ohne meine Mutter“, dem Gruselkabinett „mein Sexualleben“ (mit gedämpfter Stimme, damit ich es nicht höre) und zum Schluss vom Teufelsrad „mein Leben als Frau vor den Wechseljahren“.« Eine ganze Menge Kritik steckt natürlich auch im Buch. Ganz oben auf der Mängelliste steht hier die Unart, auf andere Menschen herabzusehen und sich selbst für etwas Besseres zu halten. Es ist wirklich bemerkenswert, wie selbstverständlich die „vornehmen“ Hausbewohner Renée für dumm und einfältig halten, nur weil sie die Concierge ist. Und Paloma ist ein Kind und kann daher natürlich unmöglich in der Lage sein, die Gedankengänge eines Erwachsenen zu verstehen oder sie am Ende gar zu kritisieren. An dem Punkt kann sich jeder Leser mal an die eigene Nase fassen und überlegen, welche Personen oder Personengruppen er auch gerne in Schubladen einordnet. Renée, Paloma und auch Kakuro Ozu waren mir so ans Herz gewachsen, dass ich richtig mit ihnen mitfühlte. Ich ärgerte mich mit, ich freute mich mit und ich war mit ihnen zusammen traurig. Leider auch zum Schluss hin, an dem ich mir ein schöneres Ende gewünscht hätte. Hätte ein richtig schönes Happy End den Anspruch des Buchs gesenkt? Möglicherweise. Aber das wär es mir wert gewesen. Ich habe vorhin, als ich mit dem Schreiben beginnen wollte, festgestellt, dass die Anzahl der „besonderen“ Textpassagen, die ich mir beim Lesen immer notiere, hier besonders umfangreich ausfiel. Es war so viel Nachdenkenswertes dabei und so viele Abschnitte voller Witz oder Schönheit, dass ich gewaltig kürzen musste. Ansonsten wäre das hier keine Rezi mehr geworden, sondern eine längere Abhandlung ;-) Fazit: Ein Buch für Verstand und Seele. Viel zum Nachdenken und viel fürs Herz. Und ein Zitat muss jetzt doch noch sein. Das bin ich dem Igel in mir schuldig ;-) »Madame Michel … Wie soll ich sagen? Sie strömt Intelligenz aus. Dabei gibt sie sich alle Mühe, also man sieht richtig, dass sie ihr Möglichstes tut, um die Concierge zu spielen und um schwachsinnig zu erscheinen. Doch ich habe sie schon beobachtet, als sie mit Jean Arthens sprach, oder wenn sie hinter Dianes Rücken mit Neptun spricht, oder wenn sie die Damen des Hauses anschaut, die an ihr vorbeigehen, ohne sie zu grüßen. Madame Michel besitzt die Eleganz des Igels: Außen ist sie mit Stacheln gepanzert, eine echte Festung, aber ich ahne vage, dass sie innen auf genauso einfache Art raffiniert ist wie die Igel, diese kleinen Tiere, die nur scheinbar träge, entschieden ungesellig und schrecklich elegant sind.«

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    • 18

    joleta

    15. October 2014 um 14:42
  • erfrischend, einfach, tiefgründig

    Die Eleganz des Igels

    dominona

    13. October 2014 um 09:11

    Bis kurz vor Schluss musste ich immer wieder herzhaft über dieses Buch lachen. Sprachlich ist es anspruchsvoll, aber auch erfrischend und die geschilderten Situationen sind, sobald man sie sich geistig vor Augen führt in ihrer Einfachheit wunderbar komisch. Aber man erhält beim Lesen auch wunderbare Denkanstöße zu den Dingen, die im Leben wichtig sind. Das Buch birgt auf seine Art einen Schatz an Philosophie und Herzlichkeit, auf die man sich unbedingt einlassen sollte.

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  • Lest es, ihr werdet es lieben!

    Die Eleganz des Igels

    Palomalebt

    Ein Buch, welches meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit und einen Platz unter meinen Lieblingsbüchern verdient hat: Muriel Barberys `Die Eleganz des Igels´ Renée ist vierundfünfzig Jahre alt und lebt seit siebenundzwanzig Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle 7 in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist zwölf, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Renée führt eine Art Doppelleben: Sie spielt die einfältige Concierge, in Wirklichkeit aber ist sie ungemein gebildet. Während der ruhigen Stunden im Haus hat sie die großen Werke der Literatur und Philosophie gelesen und blickt höchst wachsam auf die Welt und das oft eigenartige Treiben ihrer reichen Nachbarn. Und Paloma? Altklug wie sie ist, hat sie beschlossen, erst gar nicht in die verlogene Welt der Erwachsenen einzutauchen. Sie will sich noch ein paar grundlegende Gedanken über die Welt machen - sich dann aber an ihrem dreizehnten Geburtstag umbringen. Als jedoch Monsieur Ozu, ein japanischer Geschäftsmann, einzieht, verändert sich das Leben in dem Stadtpalais ganz überraschend. Hinreißend komisch, bitterböse und sehr berührend erzählen Paloma und Renéevon ihrem Leben, den Bewohnern des Stadtpalais, von Büchern, Filmen, Mangas und von ihrer Suche nach der Schönheit der Welt. Das Buch sprüht praktisch nur so vor Charme und Witz, überzeugt mit unheimlich viel Hintergrundwissen und ist mit soviel Klugheit und Raffinesse geschrieben, dass ich sofort hin und weg war.Die einzelnen Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und alles andere als gewöhnlich oder langweilig, zudem fehlt es ihnen nicht an Zynismus und Sarkasmus, weshalb sie mir sofort sympathisch waren *lach*. Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Sichtweisen erzählt, zum einen aus der der Renée zum anderen aus Palomas Tagebucheinträgen heraus, wodurch einem in der ersten hälfte des Buches die Möglichkeit gegeben wird sich mit den Hauptfiguren anzufreunden und an deren Weltanschauungen teil zuhaben, was sehr amüsant umgesetzt wurde, einen aber auch gleichzeitig zum mit- und nachdenken anregt. Was mir auch super gefallen hat ist, dass das Buch mit lauter verschieden Werken aus Literatur und Philosophie gespickt ist, über die Mann durch die Personen einen Einblick erhält. So ist z.B. Renée ein Großer Fan von Tolstoi und Paloma nutzt die japanische Kultur und ihre Mangas gerne als Inspirationsquelle. Eine wunderschöne, unheimlich gefühlvolle Geschichte. Wow!

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    • 3
  • Die Eleganz einer schönen Seele

    Die Eleganz des Igels

    BrittaRoeder

    Muriel Babery erzählt ihren Roman aus zwei wechselnden Ich-Perspektiven: einmal aus der Sicht von Renée, einer Frau mittleren Alters, die als Concierge in einem feinen Pariser Stadthaus ihren Lebensunterhalt verdient und aus der Sicht der fast 13-jährigen altklugen Paloma, die gleich zu Beginn des Buches verkündet sich umbringen zu wollen. Doch obwohl die Autorin der jugendlichen Paloma fast den gleichen Raum widmet wie Renée und auch allen anderen Personen ausreichend Beachtung schenkt, ist Renée unumstritten die zentrale Figur des Romans. Muriel Barberys Roman steckt voller Philosophie. Ausgiebig lässt sie ihre hochgebildete Hauptfigur Renée über Gott und die Welt und alle möglichen Themen referieren. Das macht die Lektüre zwar interessant, lässt  das Geschehen in der ersten Hälfte des Romans jedoch auch etwas zu statisch werden. Doch spätestens mit dem Auftritt des japanischen Geschäftsmannes Kakuro Ozu, dem neuen Mieter, ab Mitte des Romans, beginnt die Geschichte auf einmal zum Leben zu erwachen. Mit vielen wundervollen Dialogen, humorvollen Szenen und sehr viel menschlicher Wärme erzeugt sie genau die Wohlfühlatmosphäre beim Lesen, die einen sofort in ihren Bann zieht. Zwar blieben mir Renées Beweggründe bis zum (überraschenden und sehr bewegenden!) Ende nicht immer nachvollziehbar, aber bezaubert hat mich diese wundervolle Romanfigur dann doch. "Die Eleganz des Igels" ist die Geschichte einer schönen Seele, von der ich mich am Ende nur über ungern verabschiedet habe. Auch wenn ich mir in der ersten Hälfte des Romans ein wenig mehr von der sprichwörtlichen französischen Leichtigkeit gewünscht hätte, so war „Die Eleganz des Igels“ insgesamt doch ein sehr gelungenes Leseerlebnis.

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    • 2
  • Amüsant und überraschend

    Die Eleganz des Igels

    AnnaLetta

    13. July 2014 um 19:02

    Ein außergewöhnliches Buch, mal etwas völlig anderes als eine gewöhnliche Liebes- oder Familiengeschichte. Wer etwas Besonderes lesen will, ist hier genau richtig, auch sprachlich sehr gut.

  • Ein hochgelobter Roman, der mich leider nicht erreichen konnte.

    Die Eleganz des Igels

    leselea

    11. May 2014 um 16:55

    Muriel Barbery erzählt in Die Eleganz des Igels vom alltäglichen Leben in der Rue de Granelle 7 in Paris und verbindet die Erzählung vom Gewöhnlichen mit philosophischen Überlegungen, Betrachtungen über die Kunst und Kulturen und mit einer Kritik an der bourgeoisen Lebensform. Die Geschichte handelt von zwei Protagonistinnen, die auf dem ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Die eine ist Renée, 54 Jahre alt, vom Beruf Concierge in der Rue de Granelle 7, die nach Außen hin das stereotypische Leben einer Frau ihres Berufes führt, heimlich aber eine belesene und interessierte Frau ist, die sich gern in Überlegungen zur philosophischen und künstlerischen Fragen verliert. Die andere ist Paloma, 12 Jahre alt, hochintelligent und die zynische Tochter einer der reichen Familie aus eben diesem Haus, in dem Renée arbeitet. Paloma denkt, sie habe das Leben durchschaut und beschließt deswegen, es lieber früher als später zu beenden. Doch mit dem Einzug von Monsieur Ozu verändert sich alles und die Dinge geraten in Bewegung... Renées Sicht auf die Dinge wird dem Leser quasi als ständiger innerer Monolog präsentiert, während Palomas Gedanken von ihr in zwei Tagebüchern festgehalten werden. Die beiden Sichtweisen werden durch unterschiedliche Schriftarten und deutlich von einander trennbaren Stilen deutlich, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Eleganz des Igels konnte mich nicht wirklich begeistern. Zwar gefällt mir die Grundidee (ungewöhnliche Freundschaft über alle Alters- und Klassengrenzen hinweg) sehr gut. Zudem bin ich generell Fan von Büchern, in denen das Alltägliche aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben wird und sich so peu à peu verschiedene Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Leider - so finde ich - hakt es aber in diesem Buch gewaltig an der Umsetzung, sodass zumindest mir die vielgepriesene "Schönheit" des Romans verschlossen blieb. Das fängt schon bei den Protagonistinnen an: Beiden blieben mir die meiste Zeit des Lesens fremd und ich konnte ihre Motivationen (Warum verschwendet man so viel Energie darauf, dumm zu wirken? (Renée) Warum will man sich lieber umbringen als die Herausforderungen des Lebens anzunehmen? (Paloma)) über weite Strecken nicht nachvollziehen. Vor allem Paloma war mir die meiste Zeit einfach nur unsympathisch. Zudem fand ich es einfach nur paradox, dass Menschen, die Anderen in jedem Satz, den sie äußern, Engstirnigkeit vorwerfen, selber so verbohrt und selbstherrlich durchs Lebens gehen - wenigstens hier kam es aber auf den letzten Seiten noch zu einer Relativierung, sodass ich diesbezüglich das Buch fast versöhnt beendet habe. Inhaltlich habe ich mich oft gefragt, was das Buch sein will, was seine Botschaft ist? Poesie? Ein Einführung in die Philosophie, verpackt in einen Roman? Gesellschaftskritik? Ein Plädoyer für die japanische Mentalität, die dank Monsieur Ozu in das Haus von Renée und Paloma einzieht? Eine Anklage der westlichen Lebensweise? Meiner Meinung nach schimmern alle Schichten ein wenig durch, doch leider bildeten sie für mich kein Ganzes, sondern sorgten dafür, dass gefühlt nur die Hälfte der Geschichte bei mir an kam. Die Sprache ist teilweise sperrig, ausschweifend, verdichtet und sicherlich nicht für jeden etwas. Meiner Meinung nach macht aber gerade sie die Stärke des Buches aus. Allerdings verwendet die Autorin für meinen Geschmack zu viele Fremdwörter, die zum Teil gar nicht nötig wären - hier ließ mich der Verdacht nicht los, dass Muriel Barbery letztendlich dem Bildungsdünkel, den sie durch den Mund ihrer Figuren den oberen Klassen vorwirft, selber nicht entfliehen konnte. Insgesamt war das Lesen des Buches keine Qual, aber auch kein reines Vergnügen. Hin und wieder konnte ich wunderbar skurrile und sanfte Textstellen finden, die mich zum Lachen brachten oder mich zum Nachdenken anregten. An einigen Stellen konnte ich aber nicht anders als den Kopf schütteln und große imaginäre Fragezeichen an den Rand des Textes schreiben. Letztendlich nehme ich aus diesem Buch nicht mehr mit als ein paar kurzweilige Lesestunden, ohne dass mir die Geschichte und ihre "Botschaft" wohl lange im Gedächtnis bleiben wird.

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  • Rezension zu "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

    Bibipiano

    Ein schwieriges Buch. Die Sprache ist etwas behäbig und man findet wirklich schwer in die Handlung hinein (so richtig geht es eigentlich erst ab Seite 150 los...)! Muriel Barbery hat für ihr Werk dennoch 4 Sterne verdient, weil es sich lohnt "dranzubleiben". Ein origineller Erzählrahmen und tolle Charaktere (vor allem die Schwester von Paloma - Herrlich beschrieben) werden wohl der Grund für den Bestseller-Status des Buches sein.

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