Muriel Barbery Die letzte Delikatesse: Roman

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Delikatesse: Roman“ von Muriel Barbery

Pierre Arthens’ Auftritt ist geschmacklos. Das jedenfalls glaubt eine Stimme namens Georges in Die letzte Delikatesse. Die Art und Weise nämlich, wie der – seiner eigenen Meinung nach – “größte Restauranttester aller Zeiten” vom jeweiligen Speisesaal Besitz ergreift, wie er sich vor den geschäftig um ihn herumschwirrenden Obern als “löwenhafte Majestät” und König aufspielt, ist faszinierend und ekelhaft zugleich. Jetzt liegt Arthens im Sterben. Nach Auskunft seines Arztes hat er nur noch 48 Stunden zu leben. Aber statt sich im Kreise seiner Familie würdig von der Welt zu verabschieden, jagt er, der von den Kochtöpfen der Großmutter in seiner Kindheit zu seinem Treiben verführt worden ist, dem letzten großen Genuss hinterher, den er mit ins Grab zu nehmen gedenkt. Aus der Ich-Perspektive von Arthens, aber auch aus der Sicht seiner Familienangehörigen und Bekannten, eines Obdachlosen und sogar eines Kunstwerks auf seinem Schreibtisch entwirft die französische Schriftstellerin Muriel Barbery das sensible Psychogramm eines einsamen Menschen, der selbst im Angesicht des Todes nur mehr mit seiner Zunge und seinem Gaumen zu denken versteht. Das ist schon meisterlich gemacht und jederzeit überaus lesenswert – auch wenn, zumindest in der Übersetzung, nicht jede Figur in jedem Kapitel eine unverwechselbare Stimme bekommt. Aber das will man als Leser gern verschmerzen. In Deutschland kommt dieser Debütroman Barberys nach ihrem Sensationserfolg Die Eleganz des Igels auf den Buchmarkt, und wer dieses fulminante Buch gelesen hat, sollte sich erst einmal frei machen von jedweden Erwartungshaltungen, die die Lektüre des Bestsellers für diesen kurzen Roman vielleicht im Vorfeld geschürt haben könnte. Nur dann kann das Rezept von Die letzte Delikatesse aufgehen. Und das hat das Buch auch wirklich verdient. Denn die Zutaten, die Barbery in ihrer Geschichte zusammenrührt und auftischt, sind derart schmackhaft angerichtet, dass sich in der Gesamtheit ein wundervolles Lesemenü ergibt. -- Stefan Kellerer
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