Muriel Scheu Mein schönes Leben als Junkie

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Inhaltsangabe zu „Mein schönes Leben als Junkie“ von Muriel Scheu

«Dies ist ein Buch über die Gier, über Unersättlichkeit – nicht zur Nachahmung geeignet.» Muriel Scheu raucht mit 14 Jahren ihren ersten Joint und spritzt sich nur zwei Wochen darauf das erste Mal Heroin – und von diesem Moment an dominieren die Drogen ihr turbulentes Leben. Sie feiert mit Bob Marley, arbeitet für den Regisseur Peter Bogdanovich in Malaysia, teilt ihr Apartment mit den Toten Hosen, setzt Billy Idol seinen ersten Schuss und konsumiert jede verfügbare Droge, von Haschisch über Kokain bis hin zu Heroin. Muriel Scheu erzählt ohne Scham: von LSD-Trips in der Hitze Singapurs, von der Liebe mit einem Unbekannten in einer Opiumhöhle im malaysischen Dschungel, von den Höhen des Rau-sches und den Tiefen der Abhängigkeit – und vom qualvollen Entzug. Auch als sie längst ein bürgerliches Leben führt, bestimmt Heroin ihren Alltag. Erst nach Jahrzehnten schafft sie es, Abstand zu den Drogen zu bekommen.

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    Mein schönes Leben als Junkie
    Babscha

    Babscha

    01. October 2013 um 00:56

    „Mein Lebensgefühl als unberechenbare Mischung unersättlicher Lebensgier und aufrichtiger Sehnsucht nach dem Tod“. Verdammt schwer, sich nach dem Zuklappen dieses ganz schön umfangreichen Werkes eine abschließende Meinung zu bilden, sowohl zu dem „schillernden“ Leben, das die Autorin hier vor dem Leser ausbreitet, wie auch zu dem Buch als solchem. Ein Versuch: Jeder kann und soll mit seinem Leben machen, was er will. An diese Maxime hat sich die Autorin offensichtlich immer konsequent gehalten, zumindest in dem Maße, wie ihre jahrzehntelange Drogensucht, die materiellen Grundlagen und ihre eigene komplizierte Persönlichkeitsstruktur ihr die hierfür notwendigen Feiräume zugestanden haben. Wo hierbei zumindest halbwegs objektiv betrachtet vielleicht Grenzen zu ziehen sind bzw. zu ziehen gewesen wären, kann eigentlich nur jeder für sich bewerten; aus meiner Sicht liegen sie dort, wo ich andere Menschen in mein Tun und Lassen einbinde, sie beeinflusse und manipuliere. Aber hierzu hat die Autorin in ihrem Buch ja Farbe bekannt und selbstkritische Stellung bezogen. Die schriftstellerische Aufbereitung dieses wahrlich ungewöhnlichen Lebens im Buch hat Stärken wie Schwächen. Die eingehende, prägnante und glaubhafte Schilderung der unerfreulichen Jugendjahre in den 60ern und 70ern in einem sauerländischen Kaff mit weitgehend ignoranten Eltern (ein Highlight hier die wiederholte lautmalerische Zitierung des Dialektes und der verschrobenen Ausdrucksweise ihrer nervigen Mutter, die wohl jedem auf den Keks gegangen wäre) und die hieraus folgende fast zwangsläufige Hinwendung dieses rebellischen Mädchens zu gesellschaftlichen Randgruppen ist wirklich gelungen und weckt beim Leser, sofern mit diesen Dekaden vertraut, noch mal viele eigene Erinnerungen wie auch ein grundlegendes Verständnis für Gedanken und Lebensweise der jungen Frau. Leider verliert sich Scheu im Folgenden dann einfach zu sehr in der permanenten wiederholten Schilderung ihrer exzessiven Drogen- und Sexerlebnisse mit diversesten Beteiligten. Hierdurch und durch nicht ganz geglückte Zeitsprünge gehen roter Faden ihres Anliegens wie auch das Leserinteresse etwas verloren. Man hätte es ihr durchaus auch auf einem etwas niedrigeren Level alles abgenommen. Insbesondere im letzten Drittel des Buches konzentriert sich die Autorin dann vollends und plötzlich irgendwie gehetzt darauf, nur noch die Namen wirklich sämtlicher Personen aus Film, Fernsehen, Musik und Schicki-Micki-Szene unterzubringen, mit denen sie in ihrer dritten Lebensdekade auf die eine oder andere Weise zu tun hatte, anstatt ihre Lebensgeschichte straight und gelassen zu Ende zu erzählen. Schade. Insgesamt aber trotzdem ein wirklich außergewöhnliches, lesenswertes Buch, bei dem man sich immer wieder fragt, wie viel ein Mensch und sein Körper eigentlich an Raubbau aushalten können.

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