Murmel Clausen

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Interview mit Murmel Clausen

6 Fragen an Murmel Clausen

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Die ersten veröffentlichten Ideen und Texte waren kleine Comedy-Bits für die Radioshow Klub Ma:d, die ich mit meinem Schulfreund Max Witzigmann in den 90ern geschrieben und co-moderiert habe. Danach kamen die ersten Einspieler für Fernsehsendungen, Sketche, und schließlich Drehbücher. Meinen Debütroman habe ich lange vor mir hergeschoben, da ich unheimliche Angst davor hatte. Die ersten Kapitel lagen auch entsprechend einige Monate auf der Festplatte, bevor ich den Mut hatte, sie einem Agenten zu schicken. Eine gewisse Begeisterung hat sich erst beim Lesen der Druckfahne eingestellt. Aber das war bei den Film- und Fernseharbeiten auch schon so: Ich brauche immer etwas Abstand, um mich über das Endprodukt freuen zu können. Die Arbeit selbst geschieht relativ begeisterungsfrei.

2) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Die letzten Bücher, die ich gelesen habe, waren Sand von Wolfgang Herrndorf, Child of God von Cormac McCarthy und Talk Talk von T.C. Boyle - das sind einfach großartige Erzähler. Neue Bücher finde ich wie jeder andere auch - mal ist es ein Cover, das mich anspricht, ein Titel, der Klappentext, und seit ich einen Kindle habe, die Leseprobe.

3) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Grundideen entstehen ständig, weshalb sie auch in der Regel wertlos sind, die Geschichten ergeben sich erst beim Erzählen. Die Idee zu meinem Debüt "Frettsack" kam mir kurz nachdem meine Frau schwanger geworden war. Ich wollte etwas über den Zustand "Vater werden" schreiben, allerdings aus einer interessanteren Perspektive. Und so kam ich auf den Samenspender, der die Empfängerin seiner Spende sucht. Das Frettchen Idi Amin kam dann aus der Not, dem Protagonisten dafür einen triftigen Grund zu geben - seine plötzliche Unfruchtbarkeit.

4) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich sitze von 9 bis 18 Uhr am Rechner und versuche zu schreiben. So hält man sich nachts die Muse vom Leib.

5) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Arbeit und Wünsche trenne ich eigentlich immer - die Filme und Serien, an denen ich als Autor beteiligt war, haben mich da etwas nüchtern werden lassen. Schließlich kann ich meine Veröffentlichungen nur an die banale Hoffnung knüpfen, möglichst viele Menschen gut zu unterhalten. Da das Romanschreiben aber die schönste und angenehmste Arbeit bisher war, würde ich das auch gerne in Zukunft machen.

6) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Es ist etwas aufregender als die erste Filmpremiere, die man als Drehbuchautor besucht, weil kein Regisseur, keine Produzenten und Schauspieler das Werk beeinflusst haben. Es steht mein Name auf dem Buch, es ist meine Erzählung, unverfälscht - ein ganz neues Gefühl. An dieser Stelle würde ich dann gerne meine Lektorinnen Kirsten Naegele und Tamara Rapp grüßen.