Nach dem Amok

von Myriam Keil 
4,4 Sterne bei56 Bewertungen
Nach dem Amok
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Mariets avatar

interessante sichtweise eines amoklaufes. sehr mitnehmend!

Julia_208s avatar

Das Buch lässt einen nicht los. Lediglich das Ende war etwas aprubt & man erfähr ein bisschen zu wenig über den Hintergrund der Tat.

Alle 56 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Nach dem Amok"

Die Folgen eines Amoklaufs – ein beeindruckendes Porträt

Einige Monate ist es her, dass David, der fünfzehnjährige Bruder von Maike, zum Amokläufer wurde – und immer noch ist Maikes Welt aus den Fugen. Ihre Eltern tun alles, um die Tat des Sohns zu verdrängen, und in der Schule sieht sich Maike zunehmend einer Wand aus Ablehnung und Misstrauen gegenüber. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Yannik bekommt Risse, denn Yanniks bester Freund liegt seit dem Amoklauf schwer verletzt im Krankenhaus. Als dann noch ein Mädchen aus ihrer Clique das Gerücht in Umlauf bringt, Maike habe vorab von dem Amoklauf gewusst, sieht Maike sich einem zunehmenden Mobbing ausgesetzt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570307427
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:cbt
Erscheinungsdatum:18.04.2011

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne27
  • 4 Sterne23
  • 3 Sterne5
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    S
    Surviver30vor 3 Monaten
    Sehr bewegendes, tiefgründiges Jugendbuch über Mobbing und Amoklauf

    Ein sehr berührendes, trauriges Buch welches eine bittere Realität an unseren Schulen schonungslos aufzeigt: Mobbing und manchmal im Paket ein Amoklauf noch dazu... 


    Mike ist ein sehr mutiges, stilles Mädchen, welche eine grosse Last trägt: Ihr Bruder ist ein Mörder und Amokläufer. 

    Dennoch versucht sie Licht ins Dunkle zu bringen und will verstehen, weshalb ihr Bruder dazu kam, andere Menschen zu töten. 

    Ein sehr bewegendes und gutes Buch über die Folgen von Mobbing. Sehr empfehlenswert an Jugendliche und sollte Pflichtlektüre sein an Schulen. 
    Am Ende kamen mir sogar tränen... Sehr berührend und sanft beschreibt die Autorin das Leben von Marke und ihrem Umfeld. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    B
    BookLover21vor 5 Jahren
    Sehr gutes Buch

    "Er war es! Es war David, er hat geschossen!", schreit er mir ins Gesicht, dann fängt er an zu weinen." (Seite 34)

    Ich habe dieses Buch nur durch Zufall in einer Kiste gefunden. Ich wollte eigentlich nur die Ersten Seiten lesen, doch dann konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich war von dem Inhalt und dem sehr guten Schreibstil so gefesselt. Ein sehr gutes Buch und jedem zu Empfehlen, der einfach nur ein spannendes, gutes Buch lesen möchte.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    MissRichardParkers avatar
    MissRichardParkervor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Packend, fesselnd, traurig, tiefgründig und berührend! Ein Buch dass niemanden kalt lassen kann und sehr sehr gut geschrieben ist! Lesen!
    Geht unter die Haut

    Maikes Leben gerät völlig aus den Fugen. Von einem ganz normalen Familienleben wird sie in ein Chaos gerissen, dass man sich nur schwer vorstellen mag. Ihr Bruder David hat an Ihrer Schule ein Blutbad angerichtet. Er lief Amok. Menschen starben und wurden verletzt. Und natürlich schwer traumatisiert. Mitten unter Ihnen ist Maike, seine Schwester die nun versucht, einigermassen normal wieder durchs Leben zu gehen. Doch das wird ihr nicht leicht gemacht. Sie wird an der Schule mehr und mehr gemobbt, Lügen werden verbreitet, Menschen die Sie für Ihre Freunde gehalten hat wenden sich von Ihr ab...

    Ein extrem rührendes Buch über Schuld, Vergebung, Freundschaft, Verrat und Treue. Ich konnte mich kaum davon lösen weil es mich wirklich sehr bewegt hat. Ausserdem fand ich es gut, dass der Amoklauf selber eigentlich kaum und nur am Rand beschrieben wird. Hauptthema ist wirklich Maike selber und was sie erlebt und durchmachen muss.
    Eine klare Leseempfehlung für alle die gerne auch mal über ein ernstes und trauriges Thema lesen. Lustiges kommt darin eigentlich nichts vor. Aber es ist verdammt gut geschrieben!

    Kommentieren0
    75
    Teilen
    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor 6 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    Für alle unfassbar, ist Maikes Bruder David, ein Amokläufer an der gemeinsamen Schule. Bei diesem Amoklauf wurden sowohl Mitschüler als auch Lehrer verletzt oder sogar getötet. Maikes Famile zerbricht an dieser Tat und auch an den Gedanken daran, keine Veränderungen bei David festgestellt zu haben. Maikes Mitschüler meiden den Kontakt zu ihr und sowohl im Elternhaus als auch in der Schule herrscht eisernes Schweigen über die Tat.

    Die Autorin gibt eine Geschichte wieder, wie man sie in der letzten Zeit leider öfter zu sehen oder zu hören bekommt. Man erschreckt darüber, zu welcher Tat jemand fähig ist und auch über das Verhalten der Angehörigen, Betroffenen. Das Unfassbare ist geschehen.
    Ich denke, dass dieses Buch in jede Deutschstunde gehört.

    Ein sehr bewegendes Buch mit aktuellem Hintergrund.

    Vielen Dank dafür!

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    Inhalt

    Maike's 15-jähriger Bruder David ist an ihrer Schule Amok gelaufen und hat ein Mädchen getötet, mehrere Leute verletzt und hat sich zuletzt selbst erschossen. Maike hat sich entschlossen, an der Schule zu bleiben, doch ihr ganzen Leben gerät aus den Fugen. In der Schule werden Gerüchte verbreitet über sie, ihr Freund zieht sich aus der Beziehung zurück und ihre Eltern sind in eine stumme Starre verfallen. Als die Gerüchte in der Schule sich zu einem regelrechten Mobbing entwickeln, fühlt auch Maike sich zunehmend hilfloser...

    Meine Meinung

    Beim Lesen dieses Buches ist mir aufgefallen, dass ich mir noch nie wirklich Gedanken über die Familie eines Amokläufers gemacht habe. Sicher denkt man an die Familien der Opfer und kann deren Schmerz und Wut nachempfinden, doch was ist mit den Angehörigen des Täters. Der geliebte Sohn wird zum Verbrecher, tötet Menschen, wie soll man da fühlen?
    Genau da setzt "Nach dem Amok" an. Maike's Bruder ist Amok gelaufen. Gerade noch war David der geliebte Bruder, nun ist er ein Mörder. Dieses Buch beschreibt einfühlsam den inneren Kampf den Maike mit ihren Gefühlen ausfechtet. Darf man denn einen Mörder noch lieben? Bei den Besuchen auf dem Friedhof bei Davids Grab wird dies sehr deutlich geschrieben, Maike will ihren Bruder besuchen, mit ihm reden, ihm einen Brief schreiben. Sie tut dies auch, aber versucht sich zu Zeiten dort einzufinden, wenn niemand oder kaum jemand auf dem Friedhof ist und sie sieht. Sie hat Angst für ihre Gefühle für ihren Bruder verurteilt zu werden. Natürlich weiß sie, dass es Unrecht war was David getan hat, aber man kann die jahrelange Liebe zum Bruder ja schließlich nicht einfach ausknipsen.

    Die Geschichte wird aus Maikes Sicht in der Ich-Form und im Präsens erzählt, was die ganze Story für mich noch eindringlicher macht. Die Autorin findet die richtigen Worte um das Gefühlsleben der Protagonistin genauestens zu umschreiben.
    Die Spannung steigt im Laufe der Handlung, da immer mehr Gerüchte Einfluss auf Maikes arg gebeutelte Seele haben. Und auch Maikes Freund lässt sich von den Gerüchten beeinflussen und so steht die Beziehung der Beiden auf dem Spiel. Maike weiß keinen rechten Ausweg aus der Situation. Wie soll sie beweisen, dass sie keine Schuld hat an den Vorkommnissen, dass sie nicht geahnt hat, was ihr Bruder plant? Schuldgefühle nagen an Maike, doch sie will herausfinden, warum David so etwas Schreckliches getan hat und macht sich auf die Suche, um zu verstehen. Und so wird Stück für Stück in der Geschichte aufgedeckt, dass David nicht einfach nur ein grausamer Killer ist, sondern auch, wie verzweifelt David war und welche Umstände ihn zu so einer Tat treiben konnten.
    Dies alles wird realistisch und nachvollziehbar erzählt und liegt durchaus im Bereich des Möglichen.
    Fazit: Eine emotionale Geschichte. Die Folgen eines Amoklaufs, erzählt aus einem völlig anderen Blickwinkel. Nachdenklich stimmend. Unbedingt Lesenswert. Dieses Buch hat meinen Horizont wieder um ein gutes Stück erweitert.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    LiesaBs avatar
    LiesaBvor 6 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    Vor mehreren Monaten hat Meikes Bruder David in der Schule ein Mädchen getötet und weitere Mitschüler schwer verletzt, bevor er sich selbst erschoss.
    Meike hat sich entschlossen, weiter in diese Schule zu gehen, sie wollte nicht als feige gelten.
    "Nach dem Amok" ist ein Roman, der sich einem ausgsprochen ernsten, bewegenden Thema widmet. Zu Beginn war ich skeptisch, konnte mir nicht vorstellen, dass dieses Thema in einem Jugendbuch glaubhaft behandelt werden kann.
    Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt.
    Myriam Keil beschreibt sehr einfühlsam das Leben der Menschen nach einem Amok, den Umgang der Schüler untereinander, das Leben in der überlebenden Familie, die Konflikte und Gefühle der "Amokschwester". Wut, Schuld, ein schlechtes Gewissen, Ohnmacht, all das fühlt Meike und da ist trotzdem die Liebe zu ihrem Bruder.
    Die Autorin hat eine sehr gute Charakterstudie gezeichnet, wir fühlen in jeder Sekunde mit der Protagonistin.
    "Nach dem Amok" ist ein gutes Buch, nicht zu vergleichen mit den nichtssagenden Girlieromanen, die zur Zeit so in sind. Dieses Buch hinterlässt den Leser nachdenklich.
    Einen Punkt habe ich abgezogen, da mir wenige Episoden zu konstruiert erschienen.

    Kommentare: 1
    48
    Teilen
    Fias avatar
    Fiavor 6 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    Erster Eindruck:
    Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen und da der Klappentext so spannend klang, habe ich auch schnell mit dem Lesen begonnen.

    Meine Meinung:
    Sehr einfühlsam beschreibt Myriam Keil die Situation von Maike und ihrem Umfeld. Dabei findet sie stets die richtigen Worte und lässt einen mit Maike (und auch mit den anderen, wie ihren Eltern, Yannik, David,...) mitfühlen. Der wunderbare Schreibstil der Autorin leitet einen durch das gesamte Buch und macht es nicht einfach, die Geschichte für eine Essenspause zu unterbrechen.
    Besonders wird das Buch auch durch die unterschiedlichen Charaktere. Mir gefallen alle auf ihre ganz spezielle Art und Weise. Man leidet mit ihnen mit und versteht selbst die (anscheinend) Bösen. Sehr schön zu beobachten ist die Veränderung der Personen (insbesondere die von Maike und ihren Eltern) während des Buches. Die Autorin schafft es ihre Charaktere selbst bei diesem schwierigen Thema sehr glaubwürdig darzustellen. Glaubhaft und gut durchdacht ist auch die Handlung. Myriam Keil baut um den Amoklauf eine dramatische und traurige Story, die authentischer nicht sein könnte. Wie bei vielen Jugendbüchern gibt es zwar auch hier eine Liebesgeschichte, aber sie hinterlässt keinen bitteren Nachgeschmack, sondern passt in die Geschichte hinein. Es zeigt, das selbst eine noch so große Liebe, nicht unbeschadet aus solchen schwierigen Situationen herauskommt und erstmal lernen muss, daran zu wachsen.
    Das Buch meistert es, nicht einen Einzigen als Schuldigen darzustellen, sondern zu zeigen, dass für eine solche Tat viele Sachen zusammen kommen müssen. Es gibt kein Gut oder Böse. Kein Schwarz oder Weiß. Das eine folgt auf das andere und bringt das Fass irgendwann zum Überlaufen.

    Mein Fazit;
    Ein sehr bewegendes Buch, das während des Lesens total fesselt. Die Spannung steigt während des Buches. Die Frage, wie Maike es schafft, sich weiter zu kämpfen und warum David den Amoklauf begangen hat, lässt einem keine Ruhe. Myriam Keil bewerkstelligt es durch ihren einfühlsamen Schreibstil, die glaubhaften Charaktere, sowie die gut durchdachte Handlung einen nachdenklich zurückzulassen.

    Kommentieren0
    8
    Teilen
    S
    Starbucksvor 7 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    'Nach dem Amok' von Myriam Keil ist ein Buch und ein Thema, das uns alle angeht. Gerade als Lehrerin und tätig im Krisenteam unserer Institution liegt mir auch das Thema besonders nah. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass eine Autorin dieses schwierige Thema als Jugendbuch angeht.
    Maike ist die Schwester des Amokläufers, der beim Amoklauf selbst ums Leben kam. Während Maike sich in ihrem Leben, vor allem in der Schule, um ein Stück Normalität bemüht, indem sie versucht, alles so zu lassen, wie es war, nicht die Schule zu wechseln, nicht wegzuziehen mit ihrer Familie, fangen ihre Mitschüler an, Maike auszugrenzen, und auch die Beziehung zu ihrem Freund Jannik wird auf eine harte Probe gestellt. Schließlich ist auch Jannik bester Freund durch den Amoklauf gelähmt. Insgesamt wird Maike Opfer des Mobbings ihrer Mitschüler, dabei vergessen alle, dass auch sie ein Opfer des Amoklaufs ist. Auch ihre Eltern werden angegriffen und bloßgestellt.
    Das Interessante am Roman von Myriam Keil ist vor allem die Perspektive aus der Sicht der Familienangehörigen des Amokläufers. Auch die Familie hat einen großen Verlust zu verzeichnen und fühlt sich evt. auch schuldig; trotzdem ziehen sie die Missgunst aller auf sich. Das Beste wäre hier wohl ein Ortswechsel, um noch einmal neu zu beginnnen, denn auch die anderen können in ihrer Trauer, Wut und Hass nicht aus ihrer Haut und suchen Schuldige, da der eigentlich Schuldige ja nicht mehr zur Verfügung steht.
    Maike gibt sich dabei als unheimlich starkes Mädchen, als toller Charakter, und auch die anderen Charaktere sind sehr glaubhaft und überzeugend dargestellt. 'Nach dem Amok' fesselt, macht nachdenklich, und lässt den Leser mit ganz vielen Denkanstößen zurück. Es sollte in jeder Schülerbibliothek stehen! Für mich wird 'Nach dem Amok' nicht das letzte Buch der Autorin sein.

    Kommentare: 1
    20
    Teilen
    Gospelsingers avatar
    Gospelsingervor 7 Jahren
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    Immer öfter gibt es Amokdrohungen an unseren Schulen. Und manchmal bleibt es leider nicht bei den Drohungen, sondern es gibt Opfer. Tote und verletzte Schülerinnen und Schüler, tote und verletzte Lehrerinnen und Lehrer, meistens auch ein toter Täter, bleiben nach dem Amoklauf zurück.
    Die Familien der Opfer erhalten Unterstützung und Trost durch die Gemeinschaft. Anders sieht es für die Familie des Täters aus, die nicht öffentlich um den Sohn trauern kann und sozusagen in Sippenhaft genommen wird. Die Eltern werden in die Verantwortung genommen für die Taten des Sohnes, was nachvollziehbar und meistens auch gerechtfertigt ist.
    Aber gilt das auch für die Geschwister des Täters? Kann man ihnen wirklich eine Mitverantwortung unterstellen? Sind Kinder oder Jugendliche in der Lage, eine Entwicklung zu bemerken und aufzufangen, die keinem Erwachsenen aufgefallen ist, nicht einmal professionellen Pädagogen? Sind die Geschwister nicht auch Opfer?
    Genau darum geht es in diesem Buch. Maikes Bruder David hat einige Monate zuvor einen Amoklauf an der Schule begangen. Maike wollte gegen den Rat der Eltern unbedingt auf der Schule bleiben, allein schon wegen ihres Freundes Jannik. Der hält auch zu ihr, obwohl sein bester Freund seit dem Amoklauf querschnittsgelähmt ist.
    Aber mit der Zeit wird die Situation für Maike immer schwieriger. Ein Mädchen, das ihr ihren Freund ausspannen will, setzt das Gerücht in die Welt, dass Maike gewusst habe, was David plant. Jetzt wird Maike an der Schule massiv gemobbt, und auch Jannik ist überfordert und wendet sich von ihr ab.
    Ihre Eltern verdrängen das Geschehene und sind daher auch keine Hilfe. Maike versucht, herauszufinden, warum David diese furchtbare Tat begangen hat, und stößt dabei auf sein Blog. Beim Lesen merkt sie, dass viel mehr hinter dem Amoklauf ihres Bruders steckt, als sie vermutet hat.
    Dieses empfehlenswerte und zur Schullektüre geeignete Buch bringt einen ganz anderen Blickwinkel auf das schwierige Thema Amoklauf. Maikes Situation mit all ihren Emotionen und Problemen ist einfühlsam geschildert. Ebenso wird das Verhalten ihrer Umgebung verständlich, auch wenn es nicht in Ordnung ist.
    Menschen sind eben nicht perfekt, und sie verhalten sich auch nicht perfekt, das wird in diesem Buch sehr deutlich. Welche Auswirkungen ein Amoklauf auf das Zusammenleben hat, auch lange nach dem Abflauen des Medieninteresses, wird sehr plastisch dargestellt. Dabei sorgt der flüssige Schreibstil dafür, dass sich das Buch gut liest und auch für eher lesefaule Schüler tauglich ist.

    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Cadizs avatar
    Cadizvor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Ein großartiges Buch!
    Rezension zu "Nach dem Amok" von Myriam Keil

    „Amokschwester steht da unter einer Karikatur, einer zusammengekrümmten Gestalt, die unter einem Tisch kauert. Jedem im Saal ist klar, worauf angespielt wird.“ (Seite 177)

    Inhalt: Maikes Bruder hat etwas Unverzeihliches getan und eine Mitschülerin erschossen und weitere verletzt. Einige Monate sind seitdem vergangen, doch Maike und ihre Familie erleben noch lange nach dem Tod von David und dem Amoklauf, für den er verantwortlich ist, die Hölle auf Erden. Sie werden gemieden und böse Gerüchte bringen Maike zur Verzweiflung. In ihrer Not beginnt sie auf eigene Faust herauszufinden, was ihren Bruder zu dieser Tat trieb und wird mit schrecklichen Wahrheiten konfrontiert…

    Zum Buch: Das Thema Amoklauf wird in diesem Roman auf eine ganz besondere Art und Weise erzählt.
    Über Amokläufe hat man schon vieles gelesen, gesehen und gehört. Man wird viele Bilder dazu im Kopf haben von realen Fällen, die die Medien regelrecht ausgeschlachtet haben. Besonders auffällig dabei sind die vielen Dinge, die berichtet wurden darüber, was Auslöser für die Tat war (was war der Täter etwa für ein Mensch, dass er überhaupt zu so einem Grauen fähig sein konnte?) und was während des Amoklaufs passiert ist. Ganze Abläufe wurden bekannt. Die ganze Geschichte, die danach kommt und was weiterhin mit den Leidtragenden geschieht, fällt unter einen großen Mantel des Schweigens. Was sicherlich auch gut so ist. Diese Dinge gehören nicht in die Öffentlichkeit, im Gegenteil.
    Umso interessanter ist hier in dem Buch also die Idee, wenn sie auch fiktiv ist, so eine Familie, die ihren Sohn und Bruder durch einen Amoklauf verloren hat, zu Protagonisten zu machen und aufzuzeigen, dass sich durch so ein Ding der Grausamkeit mehr als ein Leben verändert und ganze Persönlichkeiten in sich zusammenfallen.

    Der Autorin ist hier eine brillante Mischung gelungen, bestehend aus starken Figuren, einer glaubwürdigen Vorgeschichte und Gefühlen, die niemals überladen wirken, sondern der Geschichte angepasst sind.
    Die Erzählweise hebt sich sehr klar hervor, hat mir gut gefallen und ist in sich packend wie sensibel.

    Gut fand ich die Tatsache, dass David, der Täter in „Nach dem Amok“, nicht als „seelenloser Killer“ dargestellt wird, sondern wirklich eine Person war, die sicherlich grausam gehandelt hat, aber auch dies nicht aus einer unbegründeten Aggressivität heraus, sondern durch eine nachvollziehbare Vorgeschichte, die sich während der Entwicklung der Geschichte herauskristallisiert.
    Die Ich-Erzählerin Maike trägt größtenteils dazu bei, dass Davids Beweggründe aufgedeckt werden, was ein Unterfangen ist, das einen sehr realistischen Charakter besitzt. Hierbei wird auch nicht auf bekannten Klischees herumgeritten, die in der Realität in den diversen Medien oft Einzug finden (z.B., dass solche Täter in der Regel gewalttätige Computerspiele konsumieren), sondern noch weiter zurückgeblickt- es wird nach dem „warum hat er das getan? War hat ihn zu solch einer Verzweiflungstat getrieben?“ gefragt, und nicht nach dem „war er auch introvertiert und hatte Probleme (in der Schule oder mit den Eltern) wie andere mögliche Vorbilder?“
    Myriam Keil hat eine Geschichte geschrieben, die auf den Schienen des Möglichen bleibt, ohne unrealistisch zu werden.

    „Nach dem Amok“ beschäftigt seinen Leser auch sicher noch nach dem Lesen, denn das Buch greift zwar ein viel besprochenes Thema auf, regt zugleich aber an, all das aus einer anderen Perspektive zu betrachten, die gekonnt auf den Punkt erzählt wird, die unterhält und nachdenklich macht.
    Unbedingt lesenswert!

    Kommentare: 1
    43
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    LiesaBs avatar
    Ich biete dieses Buch als Wanderbuch max. 10 Lesern an. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist eine ausgezeichnete Psychostudie, die die Autorin entwirft. Sie beschreibt die Folgen eines Amoklaufes- aufwühlend, bewegend und realitätsnah.
    Ich bitte darum, dass jeder Leser das Buch so behandelt, als wäre es das eigene. Jeder Leser hat circa 2–3 Wochen Zeit zum Lesen und wenn es verloren geht, teilen sich Empfänger und Sender den Preis für eine Neuanschaffung :)
    Ihr erfragt selbstständig die Adresse eures Nachfolgers und schickt das Buch dann weiter.
    Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

    1.   buchstabentraeume......................hat gelesen :-)
    2.   kiwikind...........................................hat gelesen :-)
    3.   Nicole_L..........................................hat gelesen :-)
    4.   Lizzy1984w.....................................hat gelesen :-)
    5.   Schnippsi.........................................hat gelesen :-)
    6.  Ayanea.............................................hat gelesen :-)
    7.  chatty68...........................................hat gelesen :-)
    Zum Thema
    MyriamKeils avatar
    Hallo, Ihr da draußen! :-) Am 10.06.2011 startet hier eine Leserunde zu meinem Jugendroman "Nach dem Amok", die ich auch moderieren werde. Mein Verlag stellt dafür 10 Bücher zur Verfügung. Bis zum 29.05.2011 könnt Ihr Euch als Testleser bewerben und ein Exemplar des Buches gewinnen. Schreibt einfach im Unterthema "Bewerbung Gewinnspiel", warum Ihr Interesse an dem Roman habt und gerade Ihr als Testleser geeignet seid. Natürlich kann auch jeder hier über das Buch mitdiskutieren, der kein kostenloses Exemplar ergattert... Nur so als Tipp: Eltern schenken ja auch mal ganz gerne Bücher. ;-) Die Testleser, die ein Exemplar von "Nach dem Amok" vom Verlag erhalten, werden am Ende der Leserunde eine Rezension auf LovelyBooks über dieses Buch schreiben. Viele von Euch kennen sich damit ja schon aus, und für alle anderen gilt: Nur keine Berührungsängste, denn eine Meinung hat schließlich jeder! :-) Ich freue mich schon sehr auf die Gespräche mit Euch! Speziell in das Unterthema "Fragen an die Autorin" schaue ich auf jeden Fall möglichst jeden Tag rein, aber ich versuche, auch die anderen Diskussionen im Blick zu behalten. Und falls ich mal eine Frage an mich übersehe, einfach nochmal nachhaken! Gerne könnt Ihr Euch auch jetzt schon an den Diskussions-Unterthemen beteiligen, für die die Lektüre von "Nach dem Amok" nicht erforderlich ist.
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks