Myron Levoy

 3,8 Sterne bei 407 Bewertungen
Autor*in von Der gelbe Vogel, Ein Schatten wie ein Leopard und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Myron Levoy wurde 1930 in New York geboren und wuchs im Stadtteil Queens auf. Er studierte Ingenieurswissenschaften an der Purdue-Universität und war anschließend viele Jahre als Wissenschaftler für die Raumfahrttechnik tätig. Er begann Gedichte, Theaterstücke, Kurzgeschichten für Kinder und einen Bilderbuchtext zu schreiben, und als sich damit erste Erfolge erzielen ließen, konzentrierte er sich auf die Schriftstellerei und machte sich vor allem mit seinen Jugendbüchern einen Namen. Eines seiner bekanntesten Werke ist ›Der gelbe Vogel‹, der mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem American Book Award, dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Buxtehuder Bullen, dem Preis der Leseratten des ZDF und dem Österreichischen Staatspreis. Hauptthemen seiner Bücher sind Identitätsfindung, Probleme des Erwachsenwerdens und der Kampf gegen Vorurteile und Rassismus. Darin spiegelt sich das große Interesse Levoys an sozialpolitischen wie humanitären Themen wider, dem er auch durch sein Engagement bei verschiedensten Gelegenheiten in der Öffentlichkeit Nachdruck verliehen hat. Myron Levoy verstarb am 30. Dezember 2019.Zu dem Band ›Der gelbe Vogel‹ ist ein Unterrichtsmodell als kostenloser Download verfügbar unter www.dtv.de/service/schule-kita

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Myron Levoy

Cover des Buches Der gelbe Vogel (ISBN: 9783789107054)

Der gelbe Vogel

(281)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Ein Schatten wie ein Leopard (ISBN: 9783401070292)

Ein Schatten wie ein Leopard

(68)
Erschienen am 01.12.1992
Cover des Buches Adam und Lisa (ISBN: 9783423780148)

Adam und Lisa

(26)
Erschienen am 01.04.1991
Cover des Buches Eine Liebe in Schwarz-Weiß (ISBN: 9783401019284)

Eine Liebe in Schwarz-Weiß

(1)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Der gelbe Vogel (ISBN: 9783868479867)

Der gelbe Vogel

(7)
Erschienen am 23.09.2022
Cover des Buches Ein Schatten wie ein Leopard (ISBN: 9783949840517)

Ein Schatten wie ein Leopard

(0)
Erschienen am 01.09.2025
Cover des Buches Drei Freunde (ISBN: 9783545331266)

Drei Freunde

(12)
Erschienen am 01.05.1989
Cover des Buches Kelly und ich (ISBN: 9783401043562)

Kelly und ich

(9)
Erschienen am 01.05.1998

Neue Rezensionen zu Myron Levoy

Cover des Buches Ein Schatten wie ein Leopard (ISBN: 9783423780261)
Armillees avatar

Rezension zu "Ein Schatten wie ein Leopard" von Myron Levoy

Armillee
13 Jahre alt und alleine in New York

Ramon Santiago ist ein schmächtiger Junge mit einem klugen Kopf. Er will ein Macho sein (wie sein Vater) und deshalb will er unbedingt in Harpos Gang aufgenommen werden. Er ist klapprig wie eine Marionette, aber keiner ist mit dem Messer geschickter und schneller als er. Sein erster Überfall mit Harpo (17) auf eine alte Frau an ihrer Haustür läuft problemlos. Sie hatte gerade ihre Stütze geholt und der Tipp kam vom belämmerten Luis, der mit dem Rad Lebensmittel ausfährt.

Ramons Eltern kommen aus Puerto Rico. Sein Vater hat auf einer Demo einen Polizisten verprügelt und sitzt seit einem Jahr seine 3-jährige Haftstrafe ab. Seine Mutter liegt im Krankenhaus, will nicht essen, erkennt Ramon nicht, schläft, fantasiert + weint viel.

Ramon ist ganz auf sich gestellt. Er hat seinen Stolz, sein Messer und sein kleines Buch. Wenn er in das Buch kurze Erlebnisse schreibt, oder Beobachtungen + Emotionen, dann fühlt er sich danach gleich wie befreit. Eben besser als vorher.

Das Aufnahmeritual in die Gang besteht aus folgender Aufgabe : Luis sagt, es wohnt ein Maler im Rollstuhl im 7. Stock. Der ist reich. Der hat einen Teppich im Flur, eine Klimaanlage und viele Zwanziger im Portenonaie.

Ramon macht sich auf den Weg und es ist auch ganz langsam ein ganz neuer Weg, der fortan sein Leben bestimmen wird. Zwei Sturköppe treffen aufeinander.

Und irgendwann im Laufe der Geschichte fragt sich Ramon, ob er überhaupt noch in die Gang will. Und wie wird Harpo darauf reagieren ?


Das hier ist ein Buch mit knapp 190 Seiten. Voller Leben und Weisheiten. Und Sarkasmus und Witz. Und es handelt von der Schlechtigkeit und den Vorurteilen der Menschen.

Ich hätte Arnold Glasser (der Maler / 76J.) und Ramon so gerne noch weiter begleitet, Dieser Junge ist mir mega ans Herz gewachsen. Und ich frage mich, wie viele solcher Kinder haben überhaupt eine Chance ?

Die beste Geschichte, die ich sein langem gelesen habe.

Ein Jugendbuch ;o)

Cover des Buches Der gelbe Vogel (ISBN: 9783868479867)
SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Der gelbe Vogel" von Myron Levoy

SternchenBlau
Das wichtigste Buch meiner Kindheit

Als Kind habe ich viele Bücher über die Shoah und den zweiten Weltkrieg gelesen. Als Ausdruck eines „Nie wieder“, das in meiner Familie immer klar war, und auch, um irgendwie das Grauen zu verstehen, eben, dass Antisemitismus und Faschismus NIE WIEDER geschieht. 

„Der gelbe Vogel“ hat mich als Kind am allermeisten von all diesen Kinderbüchern berührt. Die Geschichte zeigt nämlich, dass das Grauen nicht einfach mit der Befreiung der KZs oder dem Kriegsende endete. Die Überlebenden haben überlebt, aber trugen und tragen diese Erlebnisse mit sich weiter in ihren weiteren Lebensweg. Das Buch liegt mir so am Herzen, dass ich es nachgekauft habe, als es bei einem Umzug mal verloren geglaubt ging. Und dennoch habe ich nach mehrfacher Lektüre im Alter von vielleicht 10 bis 19 seit meiner Jugend nicht noch einmal gelesen. Dieses Buch hat mich so sehr bewegt, dass ich fürchtete, es würde meinem Blick als Erwachsene nicht mehr standhalten. Ich war mir dann nicht einmal mehr sicher, ob es ein Buch über die Shoah war, oder diesen Teil ausklammert, weil Naomis Vater bei der Résistance war. Das Buch tut das zum Glück nicht, aber das war mir nicht einmal mehr bewusst.

Als dann dieses Hörbuch erschien, habe ich mich endlich an eine erneute Lektüre getraut. Und erneut hat mich das Buch tief bewegt. Die Lesung von Jeremias Koschorz passt einfach wundervoll. Die Geschichte ist von Myron Levoy wirklich klug gebaut: Hauptfigur ist nicht Naomi selbst, sondern der US-amerikanische, jüdische Junge Alan (quasi die Own-Voice des Autors selbst). Alan er ist der Beobachter, den seine Eltern sanft überreden, sich um das schwer traumatisierte Mädchen zu kümmern. Stark sind dabei die Gespräche mit seinem Vater, der ihm letztendlich die moralische Entscheidung völlig überlässt. Hier wird auf Augenhöhe argumentiert, was für ein positives Bild von Kindern und Jugendlichen schon 1977 vermittelt wird. Auch ansonsten hielt für mich das Buch (fast komplett) einer heutigen Sichtweise stand. Einzig das teilweise etwas klischierte Bild von Jungen und Mädchen fand ich nicht immer ganz passend, aber selbst dies bricht der Autor selbst wieder auf. Das ist etwas, das Alan lernen muss. Und er wird auch nicht zum glorreichen Retter von Naomi, sie rettet sich mit seiner Hilfe selbst. Bis…. und bis, und da wird es bitter und traurig und deutlich, dass wir den Dämonen des Traumas nicht immer entfliehen können. Ein Moment der Unachtsamkeit kann eine Kaskade von Ereignissen in Gang setzen. Ich habe, wie schon als Kind und als Jugendliche, nun auch als Erwachsene geweint. Geweint, um die Toten und geweint um die Überlebenden.

Ich werde es demnächst mit meinem Sohn lesen. Ich scheue mich noch davor, weil ich weiß, wie sehr mich das Buch als Kind mitgenommen hat. Aber es ist so geschrieben, dass es Kinder verkraften können, weil sie spüren können, dass Menschen auch aus dem Trauma wieder ins Leben kommen können.

Ein wundervolles Buch, das sehr einfühlsam zeigt, was Trauma bedeutet. Das wichtigste Buch meiner Kindheit empfehle ich auch nach meiner Lektüre als Erwachsene von ganzem Herzen weiter. Wir müssen alle dazu beitragen, dass „Nie wieder“ auch „Nie wieder“ heißt. Gegen jeden Antisemitismus und gegen jede Menschenfeindlichkeit.

Cover des Buches Der gelbe Vogel (ISBN: 9783789107054)
Sophelliests avatar

Rezension zu "Der gelbe Vogel" von Myron Levoy

Sophelliest
Schönes Buch über ein ernstes Thema

Ich habe das Buch vor Jahren in der Schule gelesen und habe nun wieder dazu gegriffen. Das Buch hat mich wirklich erstaunt.


Die Story

Die Geschichte ist einfach, aber dennoch bewegend. Es passieren realistische Dinge und nichts wirkt aus dem Erzählfaden gerissen.


Die Charaktere

Alan, der Hauptcharakter, ist wirklich sehr sympathisch, nicht perfekt und wirkt daher nahbar. Es macht Spaß, ihm auf seinem Weg, Naomi zu helfen, zu begleiten, besonders während sich die Beziehung zwischen den Beiden entwickelt. Auch die anderen Charaktere sind einfach sehr realitätsnah und gut gestaltet, sodass man sie gut fassen kann. Das einzige, was ich kritisieren muss, ist, dass ich finde, dass Alan sich nicht seinem Alter entsprechend verhält. Er soll 12 sein, meiner Meinung nach, gerade gegen Ende des Buches verhält er sich viel mehr wie 14/15. Ich weiß, dass man das mit dem Erwachsenwerden durch seine Aufgaben erklären kann, aber gerade auch wie er über Naomi spricht, finde ich, wirkt er einfach älter.


Der Schreibstil

Ich finde den Schreibstil angenehm, auch wenn der Einstieg in das Buch ein bisschen plötzlich war und ich dadurch ein wenig überfordert war. Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass jeder Charakter eine eigene Art zu sprechen hatte und das eben im Schreibstil sehr deutlich rüber kam. 


Fazit

Ein sehr schönes Buch über ein ernstes Thema, mit dem man sich die Schrecken der Nazis sehr gut vor Augen führen kann.

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