N.K. Jemisin Die Gefährtin des Lichts

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Inhaltsangabe zu „Die Gefährtin des Lichts“ von N.K. Jemisin

Spannende All-Age-Fantasy mit einer ebenso mutigen wie sympathischen jungen Heldin Die junge Straßenkünstlerin Oree ist blind, doch es ist ihr gegeben, Magie zu sehen. Daher ist auch sie es, die in einer Seitenstraße Elysiums die Leiche einer Göttin entdeckt. Dabei sind Götter doch unsterblich! Bevor sie sich versieht, steckt Oree mitten in einer Verschwörung von schrecklichem Ausmaß – einem Komplott mit keinem geringeren Ziel, als die Gemeinschaft der Götter zu stürzen. Und ausgerechnet Oree ist der Schlüssel zum Erfolg der Verschwörer …

Der Leser wird hier nicht einfach geführt, sondern er muss sich auch selber etwas bemühen, sich hier zurechtzufinden.

— Jari
Jari

Anderer Hauptcharakter als in Teil 1 ?!? Und irgendwie eine völlig neue Geschichte. Aber fesseln konnte mich auch dieser Teil nicht.

— Athera9
Athera9

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  • N.K. Jemisin - Die Gefährtin des Lichts

    Die Gefährtin des Lichts
    Jari

    Jari

    23. April 2016 um 20:39

    Es ist schon ziemlich lange her, seit ich den ersten Band von N.K. Jemisins Reihe "Das Erbe der Götter" gelsesen habe. Anfang 2012 habe ich die Rezension zu "Die Erbin der Welt" veröffentlich. Dementsprechend erinnerte ich mich an kaum mehr etwas aus dem ersten Buch. Nur noch, dass er mir richtig gut gefiel. Nach all den Jahren komme ich also endlich dazu, zu erfahren, wie es weitergeht. Doch eigentlich ist es egal, ob man nun das erwähnte erste Buch oder "Die Gefährtin des Lichts" zuerst liest. Ich kam auch ohne Vorwissen (da in Vergessenheit geraten) wieder in die faszinierende Welt von Jemisin hinein. Als Leser fühlt man sich ein wenig wie ein Tourist, der bei einer fremden Familie in einem fernen Land zu Gast ist. Jeder weiss, was zu tun ist und wieso, aber man selbst steht etwas daneben und guckt einfach mal zu. So liest man sich ein in das einfache Leben der Oree, die uns auch beschreibt, wie es ist, Magie zu sehen, aber nicht den Rest der Welt. Der Leser wird hier nicht einfach geführt, sondern er muss sich auch selber etwas bemühen, sich hier zurechtzufinden. Merkt das Buch, dass diese Mühe vorhanden ist, fühlt man sich in der Welt Elysiums sehr rasch wohl. Zumindest solange, bis man merkt, welche Intrigen hier eigentlich von statten gehen. Das war auch im ersten Teil schon so: Man kann niemandem trauen und nichts ist, wie es scheint. Genau solche Plots mag ich sehr gerne. Wenn man plötzlich eine Information geliefert bekommt, mit der man nicht gerechnet hat und alles ist auf einmal ganz anders. Nach dem wirklich faszinierenden Start wird "Die Gefährtin des Lichts" dann aber leider von einem Hänger heimgesucht und kann sich im letzten Drittel kaum noch davon erholen. Oree gerät in Gefangenschaft und ab diesem Moment zieht sich auch alles ein wenig.  Zwar kommt es immer wieder zu spannenden und magischen Duellen, Kämpfen und auch Toden, aber die anfängliche Magie zwischen Buch und Leser (mir) ging irgendwie verloren. Lieber wäre ich in den verwirrenden Strassen Elysiums geblieben und hätte diese weiter erforscht. Aber die Autorin hatte da andere Pläne. Dennoch hat mir das Grundmuster der Geschichte wieder gefallen. Denn es ist mal eine etwas andere High Fantasy-Geschichte, ohne die altbekannten Muster. Götter sind hier real und sie tauchen praktisch überall auf. Zumindest Oree begegnet ihnen am laufenden Band. "Die Gefährtin des Lichts" führt die Geschichte über den Fall der Götter aus Band eins weiter, aber wie gesagt, ich hatte kein Problem, mich hier zurecht zu finden und möchte natürlich auch den nächsten Teil lesen.

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  • Die Gefährtin des Lichts

    Die Gefährtin des Lichts
    Themistokeles

    Themistokeles

    16. November 2015 um 09:45

    Nachdem mit der erste Band der Inheritance-Trilogie noch vollkommen seltsam vorkam und ich vieles darin nicht richtig greifen konnte, bin ich froh, dass sich der Stil mit diesem Band ein wenig verändert hat, auch wenn ich die Reihe immer noch nicht richtig gut finde. Allgemein ist es so, dass sich dieser Band schon bedeutend leichter lesen lässt, man die Dinge um die Haupthandlung herum, was die Welt anbelangt schon deutlich besser verstehen kann, vor allem, wenn man den Vorgänger gelesen hat. Allgemein fehlt es in diesem Teil deutlich mehr an den ganzen politischen Verstrickungen, die für mich den ersten Band unter anderem so undurchsichtig gemacht haben, da allein schon diese Welt nicht wirklich verständlich für mich war. Auch Oree ist eine Protagonistin, mit der ich mich durchaus anfreunden konnte, auch wenn ich sie in so manchem Verhalten auch ein wenig seltsam finde. Vor allen Dingen ist es aber hier eher schon verwirrend, wie viele Götter bzw. Gottkinder, die aber eigentlich auch Götter sind, es plötzlich gibt, da man bei diesen einfach irgendwann auch ein wenig durcheinander kommt. Es sind einfach zu viele Charaktere. Erschwert wird das Auseinanderhalten auch dadurch noch ein wenig, dass man wieder direkt alles nur aus Orees Sicht erlebt, die aufgrund ihrer Erblindung einfach die Personen in ihrer Umgebung etc. nicht klar erkennen und somit auch nicht so gut beschreiben kann. Irgendwie bleibt für mich aber die Handlung dieses Bandes sogar noch hinter der des ersten zurück, da gefühlt wenig passiert, auch wenn doch wieder etwas geschieht, was wohl vor allem auch daran liegt, dass die Motive und eigentlichen Ideen hinter allem was geschieht so banal für mich wirkten und so wenig wirklich direkt verfolgt, dass ich mir zwischendrin etwas verloren vorkam und mich wirklich wundern musste, wie der Aufbau dieser Geschichte zu diesem Inhalt kam. Jedoch und das kann ich nur nochmal erwähnen, es ließ sich alles deutlich leichter und flüssiger lesen. Ebenso wie beim ersten Band, muss ich jedoch auch bei diesem sagen, dass ich die romantischeren bzw. auch teils eher körperlichen Szenen irgendwie wieder nicht ganz so stimmig in dieser Geschichte fand, auch wenn es schon deutlich besser war, als noch im ersten Teil. Ich frage mich nun ehrlich, ob der dritte Band sich gegenüber seinen Vorgängern noch so weit zu steigern schafft, dass man ihn vielleicht wirklich als gut bezeichnen kann.

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  • Rezension zu "Die Gefährtin des Lichts" von N.K. Jemisin

    Die Gefährtin des Lichts
    horrorbiene

    horrorbiene

    16. February 2013 um 12:53

    Band eins der Trilogie hat mich aufgrund des geschickt inszenierten und auch sehr kunstvollen Schreibstils nicht überzeugen können, da die Erzählung der Protagonistin Yeine an manchen Stellen viel zu verschachtelt war. Da ich nun aber die weiteren Teil der Trilogie bereits zu Hause habe, habe ich dem nächsten Band eine Chance gegeben und siehe da, er war besser. Die Geschichte um Oree, einem blinden Mädchen, dass aber Magie sehen kann und dadurch ihre Welt wahrnimmt, hat einen neuen erzählenden Hauptcharakter, nämlich Oree. Das Konstrukt ist dasselbe, doch muss Oree nicht wie Yeine einen bewusstseinsverändernden Wandel am Ende des Buches hinnehmen, so dass sie beim Erzählen ihrer Geschichte weiß was und warum sie es erzählt. Ein wahrer Pluspunkt. Orees Geschichte spielt zehn Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Band, wobei man im Prolog schön einen anderen Blick auf die Erigenisse des Finales erleben kann. Diese führen Oree schließlich in die große Stadt Elysium, die nicht mehr lichtdurchflutet ist und daher nur Schatten genannt wird. Dort kann sie aufgrund der allgegenwärtigen Magie mehr sehen, als in ihrem kleinen Heimatdorf. Aufgrund ihres engen Verhältnisses zu dem Gottkind Madding, ihres neuen Mitbewohners, den sie bei den Mülltonnen gefunden hat und ihrer eigenen magischen Fähigkeiten, gerät Oree in die Machenschaften einer neuen Glaubensrichtung, die versucht die Macht an sich zu reißen und Gottkinder zu töten. Diese Geschichte hat wesentlich mehr Struktur als in Band eins und mir war die grobe Richtung diesmal auch klar. Dennoch empfand ich dieses Buch – auch wenn es spannender war – immer noch als sehr schwere Kost, ohne einen wirklichen Grund nennen zu können. Es liest sich einfach nicht so gut und mitreißend wie andere High-Fantasy. Am meisten hat mich jedoch gestört, dass Oree zwar erblindet und mit der Fähigkeit gesegnet, wenigstens Magie sehen zu können, aber dennoch sehr viel von ihrer Umwelt mitbekommt. Sie macht nur in ganz seltenen Fällen beim Erzählen ihrer Geschichte den Eindruck blind zu sein, obwohl sie ihre Blindheit erwähnt. Der Autorin ist es mit ihren schreiberischen fähigkeiten jedenfalls nicht gelungen Orees Blindheit für mich an jeder Stelle des Buches glaubhaft zu machen. Zwar spielt Band zwei nach den Ereignissen des ersten Bandes, doch dieser war für sich genommen so eigenständig, dass die Lektüre für den wissbegierigen Leser ausreichen würde. Doch für die Lektüre dieses Bandes ist die des ersten Pflicht, um manche Zusammenhänge besser zu durchdringen. Band zwei ist ebenfalls für sich genommen abgeschlossen und ich kann mir beim besten Willen bei meinem jetztigen Kenntnisstand nicht denken, was wohl in Band drei passieren wird… Fazit: Nachdem mich Band eins nicht überzeugen konnte, hat mir Band zwei zwar besser gefallen aber der Funke ist immer noch nicht übergesprungen. Die Erzählung des Hauptcharakters ist nicht mehr verworren, dafür fehlt die Authentizität der Blindheit. Mir persönlich gefällt einfach weder der Schreibstil noch die von der Autorin ersponnene Welt wirklich gut. Ich werde Band drei auch nur lesen, weil ich ihn schon habe. Überzeugt hat mich die Trilogie bei Weitem nicht. Schade, wurde sie doch so in den Himmel gelobt.

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  • Rezension zu "Die Gefährtin des Lichts" von N.K. Jemisin

    Die Gefährtin des Lichts
    Elwe

    Elwe

    02. February 2012 um 19:18

    'Die Gefährtin des Lichts' ist der zweite Band aus der Hunderttausend Königreiche - Trilogie, wie schon Teil 1 in sich abgeschlossen und mit einer neuen, eigenständigen Protagonistin, jedoch auf die Ereignisse aus dem ersten Teil aufbauend. Die Straßenkünstlerin Oree erzählt aus der ICH-Perspektive. Sie ist blind, kann jedoch Objekte, die von Magie erfüllt sind, sehen. Ihre Bilder haben geheimnisvolle magische Eigenschaften, doch das hält sie geheim. Der Befreiungsschlag von Nahadoth, dem Gott der Finsternis, der sich am Ende des ersten Bandes mit Hilfe seiner sterblichen Geliebten und nun-Göttin Yeine seiner Ketten entledigte, führte in Orees Heimatdorf zu Ereignissen, infolge derer ihr Vater starb. Danach ging sie in die große Hauptstadt des Landes, wo sie seither lebt. In dieser Stadt wimmelt es seit der Befreiung Nahadoths von Götterkindern, das sind die ebenfalls unsterblichen Nachkommen der Großen Drei. Oree findet einen Mann im Müllcontainer, der jedesmal, wenn er stirbt, am nächsten Morgen wieder aufersteht, der kein Wort mit ihr spricht, aber den sie bei sich aufnimmt und schließlich 'Sonnenschein' nennt. Wer Band 1 gelesen hat, weiß sofort, um wen es sich handelt: Itempas, Nahadoths Bruder und Kerkermeister, der Gott des Lichts, der als Sterblicher Sühne tun soll für seine Verbrechen. Die Ereignisse kommen ins Rollen, als Oree in einer dunklen Gasse die Leiche eines - eigentlich unsterblichen - Gottkindes findet, von agressiven Itempas-Priestern verhört und unter Druck gesetzt wird und damit einen Angriff von Sonnenschein auf diese Priester provoziert ... was sie beide zu Gejagten macht. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Itempas-Priester die Geringste ihrer Sorgen sind ... . Die Autorin hat einen sehr besonderen und eigenständigen Erzählstil, den ich im ersten Band zu Beginn noch gewöhnungsbedürftig fand, der mich hier aber vollkommen gefesselt und fasziniert hat. Ihre Art des Erzählens läßt die Welt auf eine Art Kammerspiel schrumpfen, man ist sehr nah an den Figuren, an ihren Gefühlen und ihrem Denken, während die größeren Schauplätze davor zurückschrumpfen. Alle Interaktion geschieht stets nur zwischen kleinen Gruppen, es gibt keine epischen Schlachten oder überhaupt Monumental-Szenerien. Götter besuchen Menschen, wie bei einem Nachbarschaftsklatsch und diskutieren Fragen von epischer Größe mal eben am Küchentisch. Dafür gelingt die Personenzeichnung umso feiner, man leidet und fiebert umso intensiver mit den Figuren, und sie kann durchaus gnadenlos sein: Auch vor dem Tod liebgewonnener Charaktere schreckt sie nicht zurück. Diese Eigenschaft hasse und liebe ich zugleich bei Autoren: G.R. Martin ist auch einer davon - und auch bei N.K.Jemisin fiebert man umso stärker, weil man bald begreift, dass nicht zwingend alles gut enden muss. Die Handlung hält einige wirklich gute Wendungen bereit, ein paar überraschende Enthüllungen und eine sehr gut durchdachte Hintergrundgeschichte, die Stück für Stück gelüftet wird und plötzlich den Ereignissen im Nachhinein einen tieferen Sinn gibt. Mich hat dieses Buch sehr begeistert, und ich empfehle es sehr gern weiter, vor allem an diejenigen, die mal etwas abseits der ausgetretenen Mainstream-Pfade suchen, das aber trotzdem meisterlich gut geschrieben ist. Jedoch erhöht es das Lesevergnügen, wenn man zuvor den ersten Band gelesen hat.

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  • Rezension zu "Die Gefährtin des Lichts" von N.K. Jemisin

    Die Gefährtin des Lichts
    Bissfan

    Bissfan

    01. January 2012 um 13:18

    (Rezension von Feder) Zehn Jahre sind vergangen, seit die junge Oree Shoth ihre Heimat Nimaro verlassen hat, um sich in der Hauptstadt ein eigenes Leben aufzubauen: Ein Leben als Straßenkünstlerin. Leicht hat des Oree dabei sicher nicht, denn sie ist blind. Doch wie um diesen Mangel auszugleichen, besitzt sie eine Gabe, die ihr vor allem in Elysium bisweilen sehr nützlich ist: Sie ist in der Lage, Magie zu sehen. Dies ist einer der Gründe, der sie in die Hauptstadt gezogen hat. Denn dort schillern die Straßen von Magie - der Magie des Weltenbaumes, der sein gewaltiges Blätterdach über die ganze Stadt spannt und von der Magie der Götter, die mehr oder weniger unerkannt unter den Sterblichen wandern. Ein solches Gottkind ist es schließlich, das Orees Leben für immer verändert. Denn seit sie Sonnenschein – wie sie ihren schweigsamen Hausgast aus der Mülltonne nennt – bei sich aufgenommen hat, geschehen seltsame Dinge in ihrer Umgebung. Tote Gottkinder tauchen auf den Straßen Elysiums auf und Oree rückt ins Zentrum der Ermittlungen. Doch nicht nur der Orden des Itempas, der in der Stadt für Ordnung sorgt, hat es auf sie abgesehen. Im Gegenteil: Auch eine weitere, wesentlich gefährlichere Gruppierung zeigt Interesse an ihr und ihren besonderen Fähigkeiten. Eine unangenehme Überraschung jagt die nächste, während die Verschwörer Oree und ihre Freunde langsam in die Enge treiben. Aber was bezwecken sie? Trachten sie nach der Macht über das Königreich der Hunderttausend oder ist ihr Ziel ein gewaltigeres? Denn wenn es dieser Gruppe wirklich gelungen ist, eine Möglichkeit zu finden, Unsterbliche zu töten, wer weiß, auf wen sie es dann wirklich abgesehen haben. Und was noch viel wichtiger ist: Welche Rolle spielt Oree in diesem ganzen Chaos? Obwohl „Die Gefährtin des Lichts“ zeitlich nur zehn Jahre nach „Die Erbin der Welt“ angesiedelt ist, erzählt N.K. Jemisin nicht die Geschichte der beiden Figuren Nahadoth und Yeine weiter, sondern konzentriert sich dieses Mal auf eine gänzlich neue: Oree Shoth. Wie bei Yeine hat ein Schicksalsschlag sie in die Hauptstadt geführt und genau wie sie muss sich auch Oree mit einem waschechten Gott herumschlagen. Aber wer nun erwartet, dass sich die Geschichte einfach wiederholt, der liegt total daneben. Denn außer dieser Grundkonstellation haben die Protagonisten wenig gemein und obgleich zwischen den beiden Geschichten nur wenige Jahre vergangen sind, so hat sich die Welt doch grundlegend verändert. Was mir auch noch ziemlich gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass man meiner Meinung nach „Die Erbin der Welt“ nicht gelesen haben muss – obwohl es wirklich bedauerlich wäre, diesen wunderbaren Roman zu verpassen –, um „Die Gefährtin des Lichts“ zu verstehen. Der zweite Roman bietet eine in sich geschlossene Geschichte, die sich natürlich an einigen Stellen auf den ersten Band – im Speziellen auf die Mythologie – bezieht. Doch auch ohne deren Kenntnis kann das Buch gelesen und in vollen Zügen genossen werden. Es bleiben keine Lücken, die das Verständnis der Geschichte beeinflussen würden. Wie schon Band eins glänzt auch „Die Gefährtin des Lichts“ wieder mit einem herausragenden Stil. Die Autorin hat konsequent an ihrer Erzählweise festgehalten und bringt uns die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin näher. Dies geschieht wie schon beim Vorgänger auf eine sprunghafte, einzigartige Weise, die den Leser in den Bann der Geschehnisse zieht. Dabei ist mir der Einstieg dank meines Vorwissens aus Teil eins nicht schwer gefallen. Die beiden haben, wie bereits angesprochen, nicht wirklich viel miteinander gemeinsam, was diesem sprunghaften Erzählstil eine ganz neue Facette gibt. Dabei gelingt es der Autorin fast schon mühelos, den Leser ins Geschehen hineinzuziehen, und bereits nach den ersten paar Zeilen war ich schon wieder mittendrin in der Geschichte. Besonders gelungen fand ich dabei den Wandel, den ich als Leser durchlebt habe: Zu Beginn des Buches hatte ich einen klaren Wissensvorteil gegenüber der Protagonistin Oree, die von den Veränderungen in der Hierarchie der Götter noch nicht so wahnsinnig viel wusste, weil die Mächtigen diesen Umstand nach Kräften verschleiert haben. Nicht selten musste ich über ihre Blauäugigkeit im Bezug auf die Identität ihres schweigsamen Hausgastes schmunzeln, war mir doch schon nach seinem ersten Auftritt klar, um wen es sich handeln musste. Doch nach und nach habe ich meinen Vorteil eingebüßt und wurde mit neuen Details überrascht, die teilweise im Widerspruch zu dem zu stehen schienen, was ich aus Band eins bereits kannte. Aber wieder einmal habe ich die Genialität hinter diesem Schachzug der Autorin im ersten Augenblick unterschätzt. Durch diesen Widerspruch hat die Autorin die Vorzüge ihrer Erzählperspektive perfekt für sich genutzt und so einen neuen Blickwinkel auf Bekanntes ermöglicht. Denn eigentlich ist es ja selbstverständlich, dass Oree, die eine gänzlich andere Vorgeschichte als Yeine hat, den Geschehnissen und Göttern nicht mit der gleichen Haltung begegnen kann und wird. Es war zwar etwas ungewohnt, Nahadoth aus diesem eher negativ angehauchten Blickwinkel betrachtet zu sehen, aber als ich mich eingehender mit der Person Oree beschäftigt habe, da fügten sich auch ihre – nicht ganz unbegründeten – Vorurteile nahtlos in die Geschichte, ohne einen wirklichen Widerspruch übrig zu lassen. Die Charaktere überzeugen wieder einmal durch ihre Vielschichtigkeit und Individualität. Oree, die Protagonistin, ist eine magiebegabte Frau, die sich trotz Handicap tapfer durch das Leben in der Hauptstadt schlägt. Dabei finde ich es wunderbar gelungen, wie die Protagonistin ihren Mangel an Sehvermögen kompensiert und ihre Umwelt in Gerüchen sieht. Auch wenn sie malt, assoziiert sie mit Farben einen bestimmten Geschmack oder einen speziellen Geruch. Die Autorin hat auf ganzer Linie hervorragend gearbeitet, denn sie hat das Wesen ihrer Protagonistin so in Worte verpackt, dass auch ich als sehender Leser ein Gespür dafür bekommen habe, wie es sein muss, ohne Augenlicht zu leben. Lediglich gegen Ende geht dieses Überzeugende etwas verloren, da Oree vor allem auf den letzten Seiten eher den Anschein erweckt, als könne sie auf einmal sehen – was nicht der Fall ist. Ein winziger kleiner Wermutstropfen, der aber aufgrund der ansonsten hervorragend konzipierten Charaktere kaum ins Gewicht fällt. An Itempas, dem gestürzten Gott des Lichts, habe ich mir am Anfang etwas die Zähne ausgebissen, weil ich seine Art zu Beginn kein bisschen mochte. Das lag vermutlich daran, dass meine Sympathien aus Band eins ganz klar auf Nahadoth gepolt waren und darum hat es eine Weile gedauert, bis ich mich für seinen Charakter erwärmen konnte. Aber mit der Zeit hat man durch Oree auch Itempas Version der Geschehnisse erzählt bekommen. Und mit jedem Stück, das er an Erfahrung und Menschlichkeit gereift ist, wurde er mir auch sympathischer. Ich könnte nicht mehr sagen, welcher der beiden meiner Meinung nach der bessere Charakter ist. Generell war die Gefühlswelt der Charaktere eine Achterbahnfahrt erster Güte, auch wenn ich klar sagen muss, dass die schmerzhaften und traurigen Empfindungen überwogen haben und der Geschichte so eine gewisse düstere Dramatik gegeben haben, die einen schon ziemlich früh ahnen ließ, dass noch einige unheilvolle Überraschungen auf den hinteren Seiten lauern. Bei der Mythologie gab es zwar wenig Neues, dafür wurden aus „Die Erbin der Welt“ bereits bekannte Aspekte vertieft oder aus einem anderen Blickwinkel dargestellt. Das hat erheblich dazu beigetragen, der Geschichte an und für sich noch mehr Tiefe zu geben. Der Weltenbaum als neues Wallfahrtsziel zum Beispiel. Oder die vielen kleinen Sekten und religiösen Gruppen, die auf der Ebene der Mythologie ganz deutlich den Bruch widerspiegeln, der im Begriff ist, die Herrschaftsverhältnisse im Königreich der Hunderttausend zu verändern. Das überraschendste am ganzen Buch – von der Tatsache mal abgesehen, dass mir Itempas so sympathisch geworden ist – war aber das Ende. Ich musste auf den letzten Seiten wirklich ein paar Tränlein verdrücken, weil ich mit dieser Entwicklung nun wirklich keine Minute lang gerechnet habe. Mit „Die Gefährtin des Lichts“ hat N.K. Jemisin einen mehr als würdigen Nachfolger in ihrer Reihe „Das Erbe der Götter“ geschaffen, der dem hervorragenden ersten Band in nichts nachsteht, ihn an Dramatik und Tiefe sogar fast noch zu übertreffen vermag. Eine stilistisch hochwertige und gefühlvoll tiefgründig angelegte Story, die mit ihrer Komplexität für Spannung bis zur letzten Seite sorgt, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Großes Kino im Buchformat!

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  • Rezension zu "Die Gefährtin des Lichts" von N.K. Jemisin

    Die Gefährtin des Lichts
    samea

    samea

    11. July 2011 um 22:53

    Stilistisch so wie der erste Band. Es wird mit Begriffen gearbeitet wie z.B. "Götterkinder", die nicht erklärt werden. Ich habe den Band relativ früh abgebrochen, da ich den Schreibstil der Autorin nach dem ersten Band nicht mehr ertragen habe. Nur zu empfehlen für Leser die den ersten Band mochten. Für mich ist diese Serie nichts. Es ist meiner Meinung nach nicht nötig, den ersten Band zu kennen um den zweiten zu lesen.

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