Nadeem Aslam Atlas für verschollene Liebende

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Inhaltsangabe zu „Atlas für verschollene Liebende“ von Nadeem Aslam

Ein pakistanisches Liebespaar verschwindet. Die Brüder des Mannes werden kurz darauf verhaftet, und es kommt zum Prozess. Der Vorwurf: Mord aus religiösen Gründen. Diese Ereignisse erschüttern das Leben von Shamas, dem ältesten der Brüder, und seiner Frau Kaukab zutiefst. Beide scheinen verschollen zwischen zwei Kulturen, zwei Sprachen und vor allem zwei Religionen.

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  • Rezension zu "Atlas für verschollene Liebende" von Nadeem Aslam

    Atlas für verschollene Liebende
    emeraldeye

    emeraldeye

    24. March 2009 um 15:36

    In einer namenlosen englischen Stadt sind Jugnu und Chanda verschwunden, ein pakistanisches Liebespaar, das ohne Trauschein zusammenlebte. Böse Gerüchte kursieren in der kleinen pakistanischen Gemeinschaft, und eines verschneiten Januarmorgens werden Chandas Brüder wegen Mordes an den Vermissten verhaftet. Für Shamas und Kaukab, Jugnus Bruder und Schwägerin, entpuppen sich die nächsten 12 Monate, während der Prozeß um den Ehrenmord läuft, als Lebenskatastrophe, in deren Verlauf sie alles, an das sie je geglaubt haben, in Frage stellen müssen. "Atlas für verschollene Liebende" zeigt eine Familie zwischen den Kulturen, in tief greifendem Identitäts-und Religionskonflikt, und es entführt den Leser in eine unbekannte, exotische Welt, die direkt vor seiner Haustür liegt. Und das macht Nadeem Aslam wirklich. Seine Geschichte hat mir die pakistanische Kultur und ihre tiefe Verwobenheit mit dem Islam sehr nahe gebracht. Ich habe vieles erfahren, das mir nicht einmal ansatzweise bekannt gewesen ist, z.b. dass ein pakistanischer Mann nur dreimal das Wort "Scheidung" auszusprechen braucht und dann ist er geschieden und kann erneut heiraten. Die so verstoßene Frau muß das gemeinsame Leben aufgeben und sehen, wie sie klar kommt. Will er sie aber zurück, muß sie pro forma einen anderen Mann heiraten, der sie pro forma verstoßen muß, damit sie ihren Ex-Mann erneut heiraten kann. Es kann ihr aber auch durchaus passieren, dass der neue Mann sie nicht mehr hergeben will....Unglaublich! Eindringlich schildert der Autor auch, wie schwierig und eingeengt das Leben pakistanischer Auswanderer in England ist und wie die gegenseitige Ablehnung alle Bereiche des Lebens durchdringt Nadeem Aslam ist mutig genug, die Diskriminierung der Frauen, den Ehrenmord und noch einige andere fragwürdige Praktiken des Islam vorsichtig kritisch zu berurteilen. Dafür verdient er Respekt! "Atlas für verschollene Liebende" wurde 2005 mit dem Kiriyama Pacific Rim Prize ausgezeichnet. Wer sich von der für mein Empfinden allzu blumig überfrachteten Sprache nicht abschrecken läßt, sondern sich auf die Kernaussagen des Romans konzentriert, wird staunen und vielleicht auch seine eigenen Meinungen hinterfragen.

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