Nadeem Aslam Der Garten des Blinden

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Inhaltsangabe zu „Der Garten des Blinden“ von Nadeem Aslam

Pakistan in den Monaten nach dem 11. September: Jeo ist mit Naheed, der großen Liebe seines Lebens, verheiratet, die auch sein Adoptivbruder Mikal begehrt. Als Jeo sich auf den Weg macht, in Afghanistan verwundeten Zivilisten zu helfen, begleitet Mikal ihn, doch ein Komplott führt die beiden unversehens zwischen die Fronten, Jeo stirbt, und Mikal gerät in Gefangenschaft. Auch in das Leben der Familie zu Hause bricht der Krieg ein. Ihr Vater Rohan, gläubiger Muslim und Gründer einer liberalen Schule, sieht sein Lebenswerk durch Fundamentalisten bedroht, und Naheed tut alles, um die mühsam erkämpfte Freiheit der Frauen nicht wieder zu verlieren. Sie trauert um Jeo, gibt aber die Hoffnung nicht auf, dass Mikal eines Tages zurückkehrt. Ebenso schonungslos wie poetisch beschreibt der vielfach ausgezeichnete Autor Nadeem Aslam in "Der Garten des Blinden" eine sehr gegenwärtige, dabei zeitlose Welt um Liebe und Krieg, Verlust und Verrat und um die tiefsten Beweggründe menschlichen Handelns.

Berührend und wunderschön geschrieben, verlangt dem Leser aber viel Konzentration ab.

— littleowl

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  • Der Garten des Blinden

    Der Garten des Blinden

    littleowl

    14. February 2016 um 12:03

    Worum geht’s? Pakistan kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001: Jeo ist seit kurzem mit Naheed verheiratet, ohne zu wissen, dass sie die Geliebte seines besten Freundes Mikal ist. Als er hört, dass Männer gesucht werden, um den Verwundeten in Afghanistan zu helfen, meldet Jeo sich freiwillig, genau wie Mikal. Doch im Hintergrund zieht jemand anders die Fäden und sorgt dafür, dass die beiden mitten ins Gefecht geraten. Der Plan geht auf - Jeo stirbt und Mikal wird gefangen genommen. Für ihn ist es der Beginn einer blutigen Odyssee, die ihn quer durch Pakistan und Afghanistan führt. Auch im Leben von Jeos Familie macht sich der Krieg bemerkbar. Sein Vater Rohan, ein frommer Muslim, hat die Leitung der von ihm gegründeten Schule widerwillig abgegeben, lebt jedoch immer noch auf dem Schulgelände. Hilflos muss er zusehen, wie die Schüler von "Ardent Spirit" unter dem neuen Leiter zu Dschihadisten, Selbstmordattentätern, ausgebildet werden. Derweil kämpft Naheed darum, sich nach Jeos Tod nicht wieder verheiraten zu müssen. Sie glaubt fest daran, dass Mikal zurückkehren wird, und ist entschlossen, auf ihn zu warten. Meine Meinung An "Der Garten des Blinden" hat mich im Grunde die Thematik mehr als die Geschichte an sich gereizt. Internationaler Terrorismus ist ein hochaktuelles Thema, das uns alle betrifft, heute noch mehr als 2001. Sehr geschickt verknüpft Nadeem Aslam in seinem Roman Fakten und Fiktion und lässt sich dabei nicht zu Schwarz-Weiß-Denken hinreißen. Der Autor prangert äußerst eindrücklich Gewalt, Ignoranz und Heuchelei aller Kriegsteilnehmer an und zeigt, dass es in diesem Kampf nur Opfer, keine Gewinner gibt. Seine differenzierte Darstellung erlaubt keine simple Einteilung in "gut" und "böse", sondern fordert den Leser dazu heraus, die eigenen Meinungen und Vorurteile zu hinterfragen. Gleichzeitig fängt der Autor mit eindrucksvollen sprachlichen Bildern die Schönheit Pakistans ein, der selbst die schlimmsten Kriegswirren nichts anhaben können. Aslam hat einen wunderbar bildhaften, poetischen Schreibstil, arbeitet viel mit Metaphern und Vergleichen. Man könnte meinen, dass der Gegensatz zwischen der wunderschönen Sprache und den grauenhaften Ereignissen verstörend wirkt, aber irgendwie trifft der Autor in jeder Szene den richtigen Ton. Außerdem fand ich es sehr passend, dass der Roman im Präsens geschrieben ist, denn die Figuren leben in einer Welt, in der sich im Bruchteil einer Sekunde alles ändern kann. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich trotz des spannenden Themas und der eigentlich sehr ereignisreichen Geschichte manchmal mit dem Roman gequält habe. Aslam erzählt auf so ruhige, unaufgeregte Art, dass der Erzählfluss selbst dann gemächlich bleibt, wenn sich für die Figuren die Ereignisse überschlagen. "Der Garten des Blinden" ist definitiv ein Roman, der Konzentration und ein bisschen Ausdauer erfordert. Im Grunde finde ich es aber gut, dass der Autor nicht auf seichte Actionroman-Art über sehr reale Kriegsschrecken schreibt. Stattdessen lässt er die Ereignisse für sich wirken, was mir sehr viel lieber ist als falsches Pathos. Fazit „Der Garten des Blinden“ ist kein Roman, den man mal schnell nebenbei lesen kann, die Mühe lohnt aber definitiv. Der Roman besticht nicht nur durch einen wunderschönen Schreibstil und eine bewegende Geschichte, sondern regt darüber hinaus zum Nachdenken über die eigenen Vorurteile an.

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