Nadifa Mohamed Black Mamba Boy

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Inhaltsangabe zu „Black Mamba Boy“ von Nadifa Mohamed

»Dies ist der Roman der Stunde.« Sigrid Löffler in ›Rundfunk Berlin-Brandenburg‹ Der kleine Jama, ein halb wilder Straßen-junge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich ganz allein auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen unbekannten Vater. 1947, Jama ist inzwischen Seemann, gelangt er nach England. Auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters schrieb Nadifa Mohamed diesen erschütternden Roman – ihr Debüt, das in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.

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  • was für eine Odyssee!

    Black Mamba Boy
    Gruenente

    Gruenente

    25. March 2016 um 15:44

    Jama lebt 1935 in Jemen. Halb auf der Strasse, halb bei seiner Mutter. Sein Kampf um Essen, leben, Anerkennung und Arbeit führt ihn quer durch Afrika und später sogar bis nach England.Ich habe viel über verschiedene afrikanische Staaten, das einfache Leben dort und auch das Leben eines Füchtlings, der immer auf der Suche nahc etwas ist. Der sterbende Kolonialismus und seine drastischen Asuuferungen werden anschaulich beschrieben.  Sehr berührt hat mich auch das Schicksal der Juden auf den Deportationsschiffen, vor allem weil es aus der Sicht eines total am Weltkrieg Unbeteiligten beschrieben wurde.Das Buch war sehr interessant, oft spannend und bietet mir auch auf die heutigen Flüchtlingsdebatten eine neue Sichtweise.Literarisch war ich etwas enttäuscht, da hatte "der Garten der verlorenen Seelen" mehr zu bieten.  Die dramaturgischen "Mängel" sind aber dem beschriebenen Leben zu verdanken. Nadifa Mohamed hat ihrem Vater ein lesenswertes Denkmal geschaffen.

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  • Startet als kalkulierter Weltbestseller und endet als engagierter Antikriegsroman

    Black Mamba Boy
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    14. March 2016 um 11:40

    Ich war auf circa Seite neunzig, als mich eine Freundin fragte, wie ich das Buch denn fände. Auf weltweiten, insbesondere westlichen Verkaufserfolg hin konstruiert, war meine Antwort, und die Autorin eine Art afrikanische Isabelle Allende... Ich denke, bis Seite neunzig kann man das so stehen lassen, aber unmittelbar danach beginnt mitten in einem Kapitel eine ganz andere Geschichte, sehr nahe an der Realität, sehr nahe an Armut und Verzweiflung und sehr nahe am Krieg. Black Mamba Boy von Nadifa Mohamed orientiert sich stark an der Biografie ihres Vaters, die ihn von Hargeisa im heutigen Somalia über Aden, den Sudan, Äthiopien, Ägypten, Palestina mit Zwischenstops in Südfrankreich und Hamburg nach Großbritannien führt und mit dem Entschluss der Rückkehr nach Hargeisa endet, wo die Autorin 1981 geboren wurde. Der Zeitraum, der beschrieben wird, erstreckt sich von 1935 bis 1947, reicht also von der kolonialen Zerstörung Afrikas und des Nahen Ostens über den zweiten Weltkrieg, von dem man in Afrika kaum ahnte, dass er auch andernorts stattfand, bis in die unmittelbare Nachkriegszeit dort und in Europa. Jama, der Protagonist, gerät an der Hand seiner Mutter nach Aden, wo beide nach dem Weggang des Vaters, der sein Glück im Sudan suchen will, seine Rückkehr als reicher Mann verheißt, aber tatsächlich nie zurückkehrt, bei entfernten Verwandten unterkommen, die zwar zu Hilfe und Unterstützung verpflichtet sind, aber eher die Mutter als Hausmädchen ausnutzen, auch mit dem Ziel, der Oberschicht ihres Landes dadurch etwas näherzukommen. Nach dem Tod seiner Mutter macht sich Jama allein auf seine Reise, einer Odyssee gleich, die ihn nicht nur in verschiedene Länder führt, sondern auch in die Gesellschaft ganz unterschiedlicher Menschen und in die unterschiedlichsten Rollen vom bettelnden Straßenkind, über den erfolgreichen Kaufmann bis hin zur Displaced Person, einer zu dieser Zeit häufigen Personengruppe, die durch das Netz der spätkolonialen Passgesetze aller beteiligen Nationen gerutscht war und dadurch zu nahezu jeden Landes blutigen Ausländern wurde, nicht unähnlich den heutigen Flüchtlingsgruppen aus Afrika und dem Nahen bis Mittleren Osten. Stilistisch und in der schriftstellerischen Herangehensweise beginnt der Roman als Anhäufung von Klischees aus Armut und Tausend und einer Nacht, bei westlichen Lesern eine Mischung aus positiver wie negativer Identifikation hervorzurufen suchend, atmospärisch dicht an den Schaupätzen des geheimnisvollen Orients und an in westlicher Wahrnehmung unvorstellbaren Sichtweisen über die Natur von Kindheit und Verwandschaftsverhältnissen, insbesondere den zwischen Kindern und deren Eltern, Männern und Frauen innerhalb - für westliche Leser - seltsamer Klanstrukturen. Kalkuliert herzergreifend, aber insgesamt doch oberhalb der Schlüssellochperspektive der Yellow Press. Gut gemacht, wenn man als farbige angehende Schrifstellerin mit unklarem staatlichem und gesellschaftlichem Hintergrund eine Karriere als veröffentlichte Autorin im britischen Mainstream-Verlagswesen anstrebt. Genau so lange, wie der geduldigste literary scout, Literaturagent oder Verlagslektor ein Buch liest, um über dessen Veröffentlichung zu entscheiden. Danach beginnt der härtere, realistischere Teil des Buches, der dennoch animistische Religionssprengsel wie die der Dschinns mit einbezieht, als Teil der entscheidungsrelevanten Fakten der unmittelbaren Realität, wenn es darum geht aufzugeben oder trotz Hunger, Durst und Entkäftung weiterzumachen. Toll beschrieben ist der Prozess des Heranwachsens und Erwachsenwerdens und der damit verbundenen Frustrationstoleranz, wenn etwa der Vater, auf dessen Suche Jama zeitlebens ist und bleiben wird, zu einen Zeitpunkt zu Tode kommt, zu dem das Wiedersehen schon verabredet ist. Beeindruckend ist die soziologische Klarheit der Beschreibung des Faschismus als Herrenreligion gegenüber als minderwertig Wahrgenommenen aber auch untereinander und völlig verantwortungslos gegenüber den überlebenden Opfern des Holocausts, und wie die Briten als - von sich so wahrgenommene - Befreier Europas vom Faschismus zur Durchsetzung ihrer Nachkriegs-Mandatspolitik im Nahen Osten den Verbrennungsöfen entronnene Juden nach Deutschland zurückverfrachten, wo sie erneut in Lagern untergebracht werden. Diese Beschreibung des Zynismus der Weltpolitik, verbunden mit schier unerträglichen Bildern vom Krieg und der Erniedrigung von Menschen macht den zentralen Inhalt dieses Romans aus, souverän und unsentimental dargestellt, auf sauber recherchierter historischer Grundlage, die durch die Wahl der Lebensgeschichte des Protagonisten als Motor der Geschichte eine starke Authentizität gewinnt. Ergänzt wird der Roman durch ein Glossar und eine Zeittafel. Insgesamt ist ein Roman in der Tradition westlicher Literatur entstanden, der gleichzeitig den Blick öffnet auf fremde Kulturen und unseren eigenen Anteil an deren fortdauernder Unterdrückung durch Stellvertreterkriege, durch diese ausgelöste Flüchtlingsströme und Freihandelsabkommen mit einigen der Herkunftsländer, die diese zu letzten Verwertungsstationen unserer Kleidungs- und Essensreste machen. Soviel Zumutung durch einen Roman soll, darf und muss sein. 14.03.2016 - Joachim Tiele

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  • Leserunde zu "Black Mamba Boy" von Nadifa Mohamed

    Black Mamba Boy
    Literatur

    Literatur

    Herzliche Einladung zur Leserunde „Black Mamba Boy“ Habt Ihr Interesse an einer Leserunde zum Roman „Black Mamba Boy“? Inhalt: Jemen 1935. Der kleine Jama, ein halbwilder Straßenjunge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich, allein und gefährdet, auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea, in den Sudan, bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen, nie gesehenen Vater, dann auf der Suche nach Arbeit und einer Grundlage für ein eigenes Leben. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche und verzehrende Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, schließlich nach England. Auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters schrieb Nadifa Mohamed diesen schönen, erschütternden und aufwühlenden Roman, ihr Debüt, das in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Der C.H.Beck Verlag stellt freundlicherweise wieder 15 Leseexemplare für die Leserunde zur Verfügung, die ich hier vergeben darf. Wenn Ihr mitmachen möchtet, beantwortet mir bitte bis zum 21.01.2015 folgende Frage unter dem Unterpunkt "Bewerbung": Was interessiert Euch an diesem Roman? Habt Ihr schon einen Roman von Nadifa Mohamed gelesen? Die aktive gemeinsame Lesephase wird voraussichtlich ab der zweiten Februarwoche (je nach Versanddauer der Leseexemplare) bis Mitte März stattfinden. Bedingung für den Erhalt eines Leseexemplares ist die Teilnahme an der Leserunde im genannten Zeitraum und das Verfassen einer Rezension bis Ende März 2016. Ich werde die Gewinner der Leseexemplare am 22.01.2016 verlosen und hier bekannt geben. Bitte schaut hier nach, ob ihr gewonnen habt (es erfolgt keine Gewinnbenachrichtung per PN!), und sendet mir im Gewinnfall Eure Adresse mittels PN bis spätestens 25.01.2016. Ansonsten werde ich nachverlosen, um den zeitlichen Ablauf der Leserunde nicht zu gefährden. Ihr könnt natürlich auch gerne mit Eurem eigenen Exemplar teilnehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Leserunde Fragen an den Verlag zu stellen. Ich werde die Fragen sammeln, am Ende der Leserunde gesammelt an den Verlag weiterleiten und die Antworten nach Erhalt veröffentlichen, sodass nach dem gemeinsamen Lesen noch die Möglichkeit einer anschließenden Diskussion besteht. Herzlichen Dank an den C.H.Beck-Verlag für die Unterstützung dieser Leserunde! Ich freue mich über eine rege Teilnahme und einen interessanten Austausch! Liebe Grüße, Literatur

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    • 337
  • Eine Reise als Flickenteppich

    Black Mamba Boy
    Louisdor

    Louisdor

    Ein junger Afrikaner, der eine lange, gefährliche Reise nach Europa antritt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Klingt nach Gegenwart, spielt aber in diesem Fall in den 1930er Jahren. Was auf den ersten Blick doppelt fasziniert: Ein wieder aktuelles Szenario, gespiegelt und gebrochen durch eine historische Rückschau? "Black Mamba Boy" bietet einen in durchaus vielerlei Hinsicht faszinierenden Blick in die Vergangenheit. In ein durch Kolonialmächte beherrschtes Afrika. In eine Zeit, in der Armut zum Teil nochmal ganz andere Dimensionen hatte, als heute. Hinein in eine Epoche der Vorkriegs- und sogar Kriegszeit des Zweiten Weltkriegs. Zu den packendsten, aufwühlendsten und gleichzeitig eindringlichsten Szenen gehört ein Reiseabschnitt auf einem Flüchtlingsboot, das Richtung Palästina fahren will - weil die Flüchtlinge auf dem Schiff Juden sind, die aus Deutschland fliehen. Das Problem des Buches ist, dass die Reise trotz dieser Aktualität ein seltsamer Flickenteppich bleibt. Ein Roadmovie als Episodenserie. Unser Protagonist Jama reist von hier nach dort, bleibt mal hier, bleibt mal dort, reist wieder weiter. Er ist zunächst auf der Suche nach seinem Vater, dann auf der Suche nach Frieden, dann auf der Suche nach Wohlstand, und irgendwie immer auf der Suche nach sich selbst. Das alles aber in einer seltsam abgehackten, scheinbar plan- und wahllosen Kette an Ereignissen, Orten und Zielen. Das könnte faszinierend sein, weil es spiegelbildlich für irgend etwas steht, aber es funktioniert nicht so recht. Und man wird den Verdacht nicht los, dass die Autorin, die mit dieser Geschichte das Leben ihres Vaters nacherzählt, sich zu sehr von biographischen Ereignissen hat ablenken lassen, um einen kohärenten Roman zu erzählen. Tatsächlich wirkt das Buch wie eine Mischung aus Biographie und Roman, aber keinem von beidem wird es so richtig gerecht. Unser Protagonist bleibt leblos, unnahbar. Wir können selten in seinen Kopf hinein schauen, meistens beobachten wir ihn als Leser nur von außen. Gleichermaßen verwirrend springt die Handlung plötzlich in Form eines allwissenden Erzählers in andere Köpfe hinein, was Jama nur noch distanzierter wirken lässt. Auch die Sprache und der Sprachstil mäandern etwas ziellos, zwischen einzelnen, atemberaubenden Sprachbildern und anderen erstaunlich ungelenk wirkenden Abschnitten. Viele Orte, die Jama besucht, bleiben auffallend blass und nebulös, wir erfahren als Leser wenig darüber, wie eine Stadt wie Aden tatsächlich zu jener Zeit aussah. Am Ende bleibt diese einerseits so faszinierende Geschichte nur ein Flickenteppich. Im Gedächtnis bleiben einige starke, eindringliche Szenen, aber dazwischen eher trockene Kost. Das ist, auf seine ganz eigene Art und Weise, immer noch etwas Besonderes, aber eine Leseempfehlung will mir nicht ganz von den Lippen kommen.

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    • 2
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Interessante Geschichte, Erzählstil distanziert

    Black Mamba Boy
    Buchina

    Buchina

    08. March 2016 um 15:59

    Der Junge Jama lebt mit seiner Mutter in Aden, Jemen. Sie kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Jama geht nicht zur Schule und schlägt nach einem Streit mit seiner Mutter als Straßenjunge durch. Völlig überraschend stirbt Jamas Mutter. Er sieht keine Zukunft für sich in Aden und kehrt in sein Geburtsland Somalia zurück. Jama begibt sich auf die Suche nach seinem Vater, der seit seiner frühen Kindheit aus seinem Leben verschwunden ist. Er folgt Gerüchten, die ihn schließlich an die Grenze zum Sudan führen. Der Roman folgt Jama auf seiner Odysee, nie kommt er wirklich zur Ruhe. Er erlebt Hilfsbereitschaft, Liebe, aber auch viel Hass und Gewalt. Dabei wird alles in einem distanzierten Schreibstil geschildert. Selten fühlte ich wirklich mit Jama mit. Ich beobachtete alles genau, aber seine Gefühle blieben mir oft fremd. Die Beschreibungen der Länder, ihrer Menschen und ihre die Geschichte der Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges in den ostafrikanischen Ländern war wirklich spannend und interessant, aber zu Jama blieb die ganze Zeit eine Distanz. Während es mich im ersten Abschnitt wenig störte, weil ich dachte es wird mit der Zeit besser, aber nein, Jamas Geschichte konnte mich immer weniger packen. Besonders im Mittelteil gab es einige Längen für mich. Da es die Lebensgeschichte des Vaters der Autorin ist, überraschte mich der Schreibstil umso mehr. Vielleicht ist die Distanz auch eine Art Schutz, denn Jamas Schicksal ist nicht immer leicht. Dennoch würde ich das Buch weiterempfehlen, weil es eine spannende, wenig bekannte Zeit Ostafrikas detailreich und interessant beschreibt, über die ich jetzt eigentlich gerne noch mehr lesen würde.

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  • Eine Reise durch Afrika

    Black Mamba Boy
    Weltensucher

    Weltensucher

    05. March 2016 um 14:55

    "Die Odyssee eines kleinen Jungen im von Krieg und Kolonialismus heimgesuchten Afrika, die Geschichte von Jama, der, zunächst ganz allein, die Chance auf ein eigenes Leben sucht." Nadifa Mohamed erzählt in ihrem Buch "Black Mamba Boy", welches bereits mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, die Geschichte des kleinen Jungen Jama aus Somaliland. Basierend auf der Lebensgeschichte ihres Vaters, werden die historischen Geschehnisse und Umstände in Nordafrika zur Zeit des Zweiten Weltkrieges verbunden mit dem Kampf eines Einzelnen, der allen Unglücken zum Trotz die Suche nach seinem Schicksal und seiner Lebensverwirklichung nicht aufgibt. Jamas Odyssee ist gezeichnet von vielen Schicksalschlägen und Hürden, aber auch einigen Glücksfällen und der freundlichen Hilfe vieler guter Menschen, denen er auf der Reise begegnet. Als verlorener Straßenjunge durchquert er mehrere Länder und macht Halt in vielen unterschiedlichen Städten und Dörfer - was Jama auszeichnet, ist sein Durchhaltevermögen, seine Zielstrebigkeit, seine Hoffnung und ein starker Wille. Kein Ort vermag es, ihn lange zu halten, denn Jama sucht etwas Größeres, er sucht eine Familie. Unter günstigen Sternen und als "Black Mamba Boy" geboren, durchlebt er sowohl Glück als auch Elend. Durch seine Augen erfährt der Leser von den Schattenseiten des Kolonialismus, des Krieges, der Benachteiligung, aber auch von den verwobenen Clansystem in Afrika, der Blüte der Landschaften, die dieser Kontinent bietet, und vor allem von so vielen unterschiedlichen Geschichten der Einheimischen. Definitiv eine sehr angenehme Hauptperson mit authentischem Charakter, deren Entwicklung im Verlauf des Buches gut zu beobachten ist. Ich konnte viel aus dem Buch mitnehmen; vor allem die Kultur und Geschichte Afrikas war mir neu. Themen, von denen man hier selten etwas hört, werden angesprochen, dabei war die Lebensgeschichte eines Afrikaners eine ganz neue Leseerfahrung für mich und als Erzählperspektive sehr interessant. Bilderreich und detailliert wurden Umgebungen und Ereignisse geschildert, allerdings hat mir an manchen Stellen eine nähere Erläuterung gefehlt und auch das Glossar bot an vielen Stellen nicht genug Hintergrundinformationen. Durch den sehr bildhaften, detailverliebten, jedoch umgebungsorientierten Sprachstil, verlor man jedoch an vielen Stellen oft die Beziehung zu Jama und distanzierte sich als Leser von der Geschichte. Gerne hätte ich auch noch mehr zu den Hintergründen und Persönlichkeiten der Nebencharaktere, die Jama auf seiner Reise stets stückchenweise begleiten, erfahren. Insgesamt jedoch ein sehr empfehlenswertes und interessantes Buch; für das man sich jedoch genügend Zeit und Verarbeitungspausen nehmen sollte. Die biografischen Hintergründe und eine gute Recherchearbeit tragen zur Authentizität bei, senken jedoch die Handlungsoriginalität und Spannung (was mich allerdings wenig störte.)  

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  • Jamas Odysee

    Black Mamba Boy
    bookgirl

    bookgirl

    Inhalt Jemen im Jahr 1935: der kleine Jama muss schon früh lernen auf eigenen Beinen zu stehen, als seine Mutter verstirbt. Zwölf Jahre lang reist er von einer Küstenstadt im Jemen, durch die Wüste Somalias, durch den Krieg bis nach London. Auf seiner abenteuerlichen Odysee sucht er zunächst seinen Vater, dann Arbeit und kommt als Seemann nach England, wo er sich ein neues Leben aufbaut. Die Autorin Nadifa Mohamed hat sich vom Leben ihres Vaters zu der Geschichte inspirieren lassen und nimmt uns mit auf die beschwerliche Reise von Jama. Meine Meinung Nadifa Mohamed ist mit dem Dylan-Thomas-Preis für junge Schriftsteller für ihren Roman "Black Mamba Boy" ausgezeichnet worden und auf der Shortlist des Literaturpreises für das beste Debüt des Jahres 2009 gewesen. Mohamed schreibt über die Geschichte Ostafrikas und dies tut sie detailverliebt. Ein wenig zu detailverliebt, was an manchen Stellen den Lesegenuss ein wenig getrübt hat, weil es dadurch zu ein paar Längen kam. "Black Mamba Boy" greift auf das Leben ihres Vaters zurück und erzählt von einem Jungen, der von 1935 bis 1947 durch fast ein Dutzend Länder reist. Er tut dies zu Fuß, per Schiff, per Bahn und erlebt dabei so viel, wie manch ein Mensch wohl sein ganzes Leben lang nicht erleben wird. Trotz der Tatsache, dass es sich hier um einen sehr persönlichen Bericht handelt, blieb mir Jama als Person über den gesamten Verlauf der Handlung fern und mir ist es nicht gelungen Zugang zu ihm zu bekommen, was schade ist, da mich gerade wahre Geschichten meistens besonders berühren. Vor allem, wenn Sie mit so viel Dramatik und schrecklichen Ereignissen gespickt sind. Doch hier gelingt es der Autorin leider nicht mich als Leser anzusprechen und Jama bleibt über weite Strecken blass und farblos. "Black Mamba Boy" ist im Grunde in zwei Teile gestückelt. Konnte der erste Teil mich noch überzeugen, war die Luft nach der zweiten Hälfte leider raus, nachdem Jama eine Entdeckung macht, auf die ich hier nicht näher eingehen kann, um das Kernstück der Geschichte nicht zu verraten. Hervorheben möchte ich jedoch die gute Recherche, die dem Roman ohne Zweifel zu Grunde lag. Anspruchsvoll aber dennoch auch verständlich, führt die Autorin durch zeitgeschichtliche und politische Geschehnisse, die mir Ostafrika näher gebracht haben. Vor allem den Exodus hat sie sehr plastisch und eindrücklich vermitteln können. Fazit "Black Mamba Boy" behandelt die Odysee des kleinen Jama aus dem Jemen nach London und ist zugleich die persönliche Geschichte von Nadifa Mohammeds Vaters. Es hat mich nicht restlos überzeugt, weshalb ich leider nur 3 Sterne vergeben kann.

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    • 2
    Insider2199

    Insider2199

    03. March 2016 um 19:43
  • Odyssee durch Ostafrika

    Black Mamba Boy
    Smberge

    Smberge

    01. March 2016 um 10:25

    Inhalt: Jemen 1935: Jama, ein somalischer Jung wächst in Armut in Aden auf. Als seine Mutter stirbt mach er sich auf die Suche nach seinem Vater, der im Sudan arbeitet. Seine Reise führt ihn durch ein von Kolonialismus geprägtes Ostafrika. Meine Meinung: Das Buch nimmt den Leser mit in eine Region der Welt, die dem Durchschnitteuropäer sicherlich weitestgehend unbekannt ist. Aden, Somalia und der Sudan, Gesellschaften geprägt von weitverzweigten Clans, die Jama immer wieder eine Anlaufstelle bieten und ihn unterstützen. Interessant ist auch die Beschreibung der Sicht auf die Europäer aus der Perspektive eines Jungen aus Afrika. Das sollte den Leser schon etwas nachdenklich werden lassen. Leider verliert das Buch viel an Wirkung, durch den fehlenden Tiefgang bei den Personenbeschreibungen. Auf seiner Reise trifft Jama viele unterschiedliche Menschen, die aber dem Leser nicht wirklich näher gebracht werden können. Auch durch die Vielzahl der Orte, durch Jama reist, wirkt das Buch zum Teil etwas hektisch. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch mehr Hintergründe zu den Orten und den Handlungen Jamas. Insgesamt kann man sagen, dass es sich hier um ein Buch zu einem interessanten Thema handelt, dem jedoch die Liebe zu den Details etwas fehlt.

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  • Die Odyssee eines kleinen Jungen durch Ostafrika ...

    Black Mamba Boy
    Insider2199

    Insider2199

    Die Odyssee eines kleinen Jungen durch Ostafrika ... Die 1981 in Hargeisa, Somaliland geborene Autorin kam als Kind mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. Mit diesem Debüt, das sie auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters Jama schrieb, erhielt sie 2010 den Dylan Thomas Award und stand auf der Shortlist des Guardian First Book Award. Mit ihrem Folge-Roman "Der Garten der verlorenen Seelen" wurde sie von der renommierten Literatur-Zeitschrift "Granta" zu den zwanzig "Best of Young British Novelists" gewählt. Zum Inhalt: Jemen 1935: Der 10-jährige Jama wächst ohne Vater auf und lebt tw. mit seinen Freunden Shidane und Abdi in den Straßen von Aden. Als seine Mutter Ambaro viel zu früh stirbt, begibt er sich auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus beherrschte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea und bis in den Sudan, um seinen Vater Guure zu finden. Zwölf Jahre später heuert der mittlerweile verheiratete Jama in Ägypten als Seemann an, um nach England zu reisen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Meine Meinung: Der Roman ist thematisch zweigeteilt, weil sich das Ziel des Helden verschiebt: der erste Teil wird von Jamas Wunsch beherrscht, seinen Vater Guure, den er nie kennen gelernt hat, zu finden. Diesen Teil mochte ich sehr, einfach, weil man schnell Sympathien für den Jungen entwickelt, der alles im Leben verloren hat und ganz alleine um sein Überleben kämpfen muss. Man kann als Leser diese Sehnsucht nach dem Vater sehr gut verstehen und sich mit dem Wunsch, ihn endlich kennenzulernen, identifizieren. Doch dann geschieht etwas – das ich hier leider nicht verraten kann/will –, das Jamas Ziel verändert und einen Bruch in den Plot bringt. Dieser Bruch war sogar so stark, dass ich eine Weile gebraucht habe, um den Schock zu überwinden. So ging es Jama wahrscheinlich auch, denn anfangs driftet er etwas ziellos umher und auch die Handlung plätschert leider nur dahin. Bis Jama wieder ein neues Ziel hat und eine zweite Reise, diesmal nach Ägypten, beginnt. Dieses Mal ist er bereits 22, verheiratet und hat den Wunsch, seiner Familie ein besseres Leben zu bescheren. Dieser zweite Teil hat mir persönlich nicht so gut gefallen, einfach weil sich der Plot zu wiederholen schien. Außerdem blieb die Autorin zu nah an der Realität, wo es vielleicht besser gewesen wäre, ein paar Details der Dramaturgie unterzuordnen. Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll, aber leicht verständlich. Obwohl vordergründig dem Leser das Gefühl vermittelt werden soll als lese man aus der personalen Perspektive von Jama, handelt es sich in Wirklichkeit um einen allwissenden Erzähler, der die politischen Verhältnisse des Landes einbezieht (in die ein kleiner Junge weniger involviert ist). Dadurch entsteht eine gewisse Distanz zum Leser, der eher das Gefühl hat, von außen unbeteiligt zuzusehen, anstatt wirklich in der Gedankenwelt Jamas zu sein. Um Authentizität zu schaffen, wurden viele afrikanische/arabische Begriffe in kursiver Schreibweise eingestreut, die man im Anhang nachschlagen muss, um Inhaltlich mitzukommen. Das kann am Anfang nervend sein, aber man gewöhnt sich mit der Zeit dran, aber ich hätte auch gut drauf verzichten können. LOL Sehr gut fand ich einen geschichtlichen Background im Anhang und eine Landkarte in den Innendeckeln des Buches, auf der man die Odyssee von Jama mitverfolgen kann. Verwirrend fand ich tw. die Headlines, weil die Jahreszahlen nicht immer mit dem aktuellen Geschehen im Kapitel korrelierten. Fazit: Ein v.a. in der ersten Hälfte sehr packender und unterhaltsamer Roman, bei dem ich mich allerdings etwas gefragt habe, was die Autorin damit sagen wollte. Vielleicht gar nichts, sie wollte evtl. nur die Geschichte ihres Vaters erzählen, und genau das ist für mich das Problem: eine gute Prämisse fehlt, denn die Dramaturgie weist leider Schwächen auf, weil sie der Biografie eines Mannes untergeordnet wird, den der Leser nicht kennt. Insgesamt bleiben für mich noch 3,5 Sterne stehen. Kann man lesen, muss man aber nicht unbedingt.

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    • 3
  • Die wahre Geschichte um ein verschlungenes Schicksal

    Black Mamba Boy
    Nessa_Davy

    Nessa_Davy

    28. February 2016 um 12:34

    In diesem Roman erzählt die Autorin die Geschichte ihres Vaters, der als Junge seinen eigenen Vater sucht. Seine Reise durch halb Afrika endet allerdings als Suche nach seinem eigenen Schicksal. Eine Erzählung über eine schwere Reise voller erschütternder Schicksalsschläge, erstaunlicher Zufälle und hoffnungsvoller Lichtblicke. Die Handlung: Die Handlung kann ich als Leser schwer beurteilen, da sie ja an wahren Gegebenheiten orientiert ist. Auf jeden Fall wird eine wirklich spannende, ereignisreiche und erstaunliche Reise geschildert. Der Leser lernt Länder, Leute und Sitten kennen, für mich war wirklich vieles neu und sehr interessant. Dieser Punkt würde das Buch eigentlich lesenswert machen. Zu bemängeln gibt es hier nur, das die Geschichte an einem Punkt endet, der eigentlich nicht das Ende war. Die Autorin wurde tatsächlich erst 34 Jahre nach dem Ende der Geschichte im Buch geboren - für den Leser lässt das, ohne einen kurzen Kommentar der Autorin, eine Lücke, die einen fragend zurücklässt. Die Figuren: Auch die Figuren haben wohl zum Großteil wirklich so existiert. Es gibt eine Vielzahl von interessanten Charakteren - über die man als Leser dann leider kaum Einblick erhält. So fiel es mir schwer, die Figuren nachzuvollziehen. Der Schreibstil: Anfangs hat mir der Schreibstil gefallen und das Buch ließ sich flüssig lesen. Oft werden viele, ausgefallene Metaphern verwendet. Allerdings wurde der Schreibstil im Verlaufe des Buches immer distanzierter, manche Handlungen werden geschildert, andere übersprungen. Selten gab es Perspektivenwechsel, aber auch die waren dann kaum "näher" am Geschehen. Hier hat mir irgendwie der rote Faden gefehlt. Klar, die Autorin musste sich an wahre Gegebenheiten halten - aber gerade mit einem konsequenten Schreibstil und einem "Plan vor Augen" hätte man hier wirklich mehr rausholen können. Fazit: Irgendwie habe ich das Gefühl, das Potential dieser Geschichte wurde dann doch nicht ganz ausgeschöpft. Dabei beweist die Autorin anfangs, dass sie es könnte. Insgesamt dennoch ein interessantes Buch, das wegen der neuen Perspektiven auf wahre Umstände sicher lesenswert ist, aber richtig warm konnte ich damit nicht werden.

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  • Roman oder Biografie?

    Black Mamba Boy
    black_horse

    black_horse

    25. February 2016 um 22:26

    Ich habe zu diesem gelobten Roman gegriffen, um mehr über die Sitution in Afrika in den 1930/40er Jahren zu erfahren. Da die Autorin lt. Klappentext das Buch auf Grundlage der Erfahrungen ihres Vaters geschrieben hat, finden sich tatsächlich viele historische Fakten. Es begleitet den Somali-Jungen Jama, der sich als 10-Jähriger nach dem Tod seiner Mutter 1935 von Aden aus auf den Weg macht, um sein Glück zu finden. Über die Stationen Somaliland, Eritrea, Sudan, Ägypten, Palestina und Wales begleitet der Leser Jama. Es gibt viele interessante Beschreibungen von Orten, den Clanstrukturen und den Kriegshandlungen der Kolonialisten. Jama muss viele Grausamkeiten verarbeiten, erfährt aber auch immer wieder wertvolle Unterstützung auf seinem Weg. Leider kommt er nicht zur Ruhe, wirkt unstet und ruhelos. Die Rahmenhandlung birgt sehr viel Potential. Leider bleibt aber der Protagonist unnahbar und blass. Wir erfahren so viel über seine Erlebnisse, aber kaum etwas über seine Gefühle. So ist es schwer, sich in ihn hineinzuversetzen und mit ihm mitzufühlen. Man bleibt als Leser Beobachter. Das ist sehr schade. Auch wirkt die Handlung teilweise gehetzt. Die Stationen reihen sich aneinander, so dass kaum Zeit bleibt "Atem zu holen" oder zurückzublicken. In den Kapiteln zum Jahr 1941 sind die Zeitangaben inkonsistent, was verwirrend ist. Alles in allem fand ich das Buch eher informativ als mitreißend. Es hat mich angeregt, geschichtliche Details näher zu recherchieren, wie z.B. die Fakten zur "Exodus". Schade, dass das Potential des Protagonisten nicht genutzt wurde, um den Leser in die Geschichte hineinzuziehen.

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  • Geschichte interessant, Umsetzung enttäuschend

    Black Mamba Boy
    Talitha

    Talitha

    23. February 2016 um 17:11

    1935, Jemen: In der Stadt Aden lebt der somalische Junge Jama mit seiner Mutter unter dem Dach ihrer Verwandtschaft, die die beiden am liebsten los wäre. Als die Mutter stirbt, hält Jama nichts mehr dort und so macht er sich auf die Suche nach seinem Vater, der angeblich auf Arbeitssuche in den Sudan ging. Doch was Jama noch nicht weiß: Seine Odyssee wird noch viel weiter gehen und viel länger dauern.  Das Thema des Buches, die Kolonialzeit in Afrika, die Missstände zwischen Kolonialherren und Bevölkerung, das Elend, die Armut, die Kulturen, die Clans, dazu das stetige Wandern auf der Suche nach dem Glück, das fand ich sehr faszinierend. Was mir das Lesen jedoch leider verleidet hat, war der Erzählstil. Ich habe selten ein Buch gelesen, was dermaßen unbeteiligt am Leid der Figuren erschien, dermaßen trocken und langweilig erzählt wurde, dass man als Leserin keinen Bezug zu den Figuren bekam, welche ausschließlich von außen betrachtet wurden.  So blieb trotz der Stellung als Hauptfigur, Jama mir komplett fremd. Seine schlimmen Erlebnisse rührten mich überhaupt nicht. Das fand ich schrecklich.  Ab der Hälfte des Buches wurde auch der vorher sehr ausschweifende, mit Metaphern und Bildern geschmückte Erzählstil, zunehmend flacher und fantasieloser. Ereignisse wurden nur noch aneinandergereiht. Eine etwas tiefgründigere Betrachtung des Sinns der Wanderungen, der Rastlosigkeit von Jama hab ich vermisst.  Ich finde das sehr schade, weil die Geschichte ansich das Zeug gehabt hätte, mich wirklich zu packen, da ich fremde Schicksale, gerade, wenn es sich um ein Kind handelt, sehr gerne lese und meistens davon sehr berührt werde (und wie ein Schlosshund mitleide, gerade, wenn so etwas Schlimmes passiert wie in diesem Buch). Daher war ich ehrlich enttäuscht, dass da kein Funke übersprang, dass ich so dermaßen außen vor gelassen wurde als Leserin.  Mein Fazit: Für die Geschichte ansich gebe ich 5, für den Erzählstil maximal 1 Stern, daher komme ich auf 3 Sterne. Ob ich das Buch nun empfehlen soll, bin ich unschlüssig. Am besten macht man sich anhand eine Leseprobe selbst ein Bild.

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  • Afrikanische Odyssee

    Black Mamba Boy
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    22. February 2016 um 12:00

    1935 ist Jama zehn Jahre alt. Er lebt mit seiner Mutter Ambaro bei Verwandten in Aden, mehr schlecht als recht und lediglich widerwillig geduldet nachdem der Vater auf der Suche nach Arbeit im Sudan verschwunden  war und Ambaro ihrer beider Lebensunterhalt in Somaliland nicht mehr bestreiten konnte. Hier, in der einstmals modernen, multikulturellen Hafenstadt Aden ergeht es ihnen aber nicht viel besser. Nur der Leser staunt, wie multikulturell das Leben damals im Jemen erschien. Für Ambaro und Jama ist es aber ein Leben voll der Entbehrungen, der Erniedrigungen, besonders für die alleinerziehende Mutter. Jama schlägt sich oft allein durch, streunt mit Freunden durch die Straßen, ja scheint sogar ein einigermaßen glückliches Leben zu führen. Bis Ambaro eines Tages völlig entkräftet stirbt. Jama, für den die Lebensgeschichte des Vaters der Autorin Nadifa Mohamed Pate gestanden hat, macht sich allein auf die Suche nach seinem lang vermissten und ersehnten Vater. Es wird eine wahre Odyssee durch halb Afrika. Somalia, Dschibuti, Eritrea, Sudan, Ägypten, Palästina und schließlich England sind ihre Stationen. Getragen von seiner kindlichen Zuversicht, von freundlich helfenden Mitmenschen, aber vor allem von dem über alle Ländergrenzen hinweg funktionierenden Clansystem bewältigt Jama diesen Weg. Dabei gerät er immer wieder zwischen die Fronten der unterschiedlichen Kolonialmächte, die Ostafrika unter sich aufgeteilt haben und deren Rivalitäten, der Widerstandskämpfer, bis die Unruhen schließlich in Mussolinis Abessinienkrieg und dem Zweiten Weltkrieg gipfelten. Briten, Franzosen, Italiener, alle kochten ihr Kolonialsüppchen und unterjochten die Afrikaner, »Menschen, die der Ansicht sind, dass du nicht Schmerz empfindest wie sie, keine Träume hast wie sie, das Leben nicht so liebst wie sie». Auch Jama wird in die blutigen Kriegshandlungen hineingezogen, seinen Vater wird er nicht finden. Er setzt seine Flucht fort, kommt kurz zur Ruhe, findet eine Frau und zieht doch weiter, auf der Suche nach dem besseren Leben, einer Zukunft, so wie auch einst sein Vater fortgezogen ist. Das Buch wird ab da leider immer mehr zum Stationendrama. Orte, Menschen werden nur noch rastlos hinter sich gelassen. Waren Innenperspektiven und atmosphärische Schilderungen auch im ersten Teil des Buches eher selten, fehlen sie hier nun fast ganz. Was Nadifa Mohamed aber gelingt, ist eine ergreifende Schilderung Ostafrikas in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das unselige Wirken der unterschiedlichen Kolonialmächte, das bis heute seine Spuren hinterlassen, die Länder ausgeplündert und dann sich selbst überlassen hat und für viele der heutigen Missstände zumindest eine Mitverantwortung trägt. Auch wenn das viele Europäer angesichts der aktuellen Flüchtlingswellen nicht sehen wollen. Die Autorin verschafft uns auch einen Einblick in viele für uns unverständliche gesellschaftliche Gegebenheiten, sei es in der Frage der Erziehung, des Zusammenlebens innerhalb der Familien, der Clansysteme. Diese Einblicke sind nicht immer angenehm, Mohamed spart auch Brutalitäten nicht aus, erzählt nüchtern und ohne große Empathie. Wie gesagt wäre ein längeres Verweilen an manchen Lebensstationen unter Auslassung anderer vielleicht für den Leser ergiebiger gewesen, hätte ihn auch emotional mehr angesprochen. Dennoch ist Black Mamba Boy ein lesenswertes Buch, das gerade heute, wo so viele, gern auch "nur Wirtschaftsflüchtlinge" genannte Menschen vor unserer europäischen Tür stehen, vielleicht ein wenig die Augen öffnet. Denn Jamas Geschichte ist nicht nur die Geschichte Nadifa Mohameds Vater, sondern steht für die Glückssuche und Entwurzelung Vieler.

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  • Der lange Weg nach Hause

    Black Mamba Boy
    Barbara62

    Barbara62

    Beeinflusst vom Schicksal ihres Vaters hat die 1981 in Hargeisa, Somalia, geborene Schriftstellerin Nadifa Mohamed eine zwölf Jahre währende Odyssee durch Ostafrika bis Ägypten, Palästina und schließlich Großbritannien aufgeschrieben. In dem mehrfach ausgezeichneten Debütroman der Autorin, die als Kind nach Großbritannien kam und in Oxford Geschichte und Politik studierte, erkennt der Protagonist Jama erst nach Jahren des Herumirrens, wo die Heimat eines Nomaden ist und wohin er zurückkehren muss: zu seiner Familie, seiner Frau und seinem Sohn, die in Eritrea auf seine Rückkehr warten. Jamas Vater hat die somalische Nomadenfamilie verlassen, als die Not zu groß wurde, um sich im Sudan als Chauffeur zu verdingen. Seine Mutter Ambaro ging mit Jama nach Aden, wo sie ihren Lebensunterhalt mühsam in einer Kaffeefabrik verdiente. Jama wächst mehr oder weniger auf der Straße und ohne Kindheit auf und nach dem Tod der Mutter ist er ganz auf sich alleine gestellt. Auf der Suche nach dem Vater wandert er duch die Länder Ostafrikas, die nicht mehr als ein Spielball im Machtpoker der Kolonialstaaten sind. Er durchquert Wüsten, überlebt die Zeit als Kindersoldat und wird mit übergroßer Brutalität konfrontiert, doch seine Zähigkeit und sein übermächtiger Überlebenswillen und vielleicht auch die günstigen Sterne, die Astrologen bei seiner Geburt zu erkennen glaubten, und der Segen durch eine schwarze Mamba noch im Mutterleib lassen ihn immer wieder aufstehen und weitergehen. Anhand der Übersichtskarte, die der C.H. Beck Verlag dankenswerterweise eingedruckt hat, konnte ich die Reise durch Somalia, den Jemen, Dschibuti, Eritrea, Ägypen und Palästina sehr gut verfolgen. Nach einigen Längen auf dem letzten Teil dieser Irrfahrt war seine Zeit als Schiffsjunge auf der Runnymede Park, die die von den Briten in Palästina abgelehnten jüdischen Flüchtlinge der Exodus zwangsweise nach Hamburg zurückbrachte, wieder ausgesprochen interessant. Als er zuletzt in England ankommt, versucht er auf einem Jahrmarkt entgangene Kindheitserlebnisse nachzuholen. Seine Zukunft als gut verdienender Seemann scheint gesichert, als er einen Brief seiner in Eritrea zurückgelassenen Frau erhält, der alles ändert... Am Beispiel ihres Vaters erzählt die junge Autorin ein Stück der Geschichte Ostafrikas der 1930er- und 1940er-Jahre mit viel Detailkenntnis und ohne Kitsch. Die geschildert Gewalt ist dabei nur durch den sehr deskriptiven, distanzierten Stil zu ertragen. Ihr großes Verdienst ist es, uns eine Region näherzubringen, über die wir üblicherweise in Europa zu wenig wissen, obwohl die Europäer aufgrund der menschenverachtenden Kolonialpolitik große Schuld auf sich geladen haben. Die Folgen dieser Einflussnahme sind mit Bürgerkriegen, Grenzkonflikten und Flüchtlingsbewegungen leider mehr als aktuell. Gleichzeitig thematisiert sie die bis heute für Afrika prägende Clanpolitik, die einerseits Clanmitglieder in jeder Lage unterstützt, andererseits Clanfremde ausgrenzt und diskriminiert. Dass Nadifa Mohamed es als Tochter eines Mannes, der nie eine Schule besuchen konnte, bis zur Oxfordabsolventin gebracht hat, klingt nach der Lektüre dieses biografischen Romans wie ein modernes Märchen.

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    Barbara62

    Barbara62

    20. February 2016 um 14:56
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