Nadine Gordimer Der Ehrengast

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Inhaltsangabe zu „Der Ehrengast“ von Nadine Gordimer

Nach langer Zeit kehrt der in die Jahre gekommene Colonel Bray zurück nach Zentralafrika. Er war vom Dienst der britischen Kolonialmacht suspendiert worden, weil er sich der schwarzen Unabhängigkeitsbewegung angeschlossen hatte. Nun lädt sein Freund Mweta, Staatsoberhaupt einer neu gegründeten Republik, ihn in seinen Regierungsstab ein. Doch Bray stürzt sich in eine leidenschaftliche Liebesaffäre und muss gleichzeitig erleben, wie aus der Freundschaft zwischen schwarz und weiß bald eine erbitterte Feindschaft wird. Eine poetische Parabel über das politische Dilemma Schwarzafrikas und die Geschichte einer großen Liebe.

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    Der Ehrengast
    walli007

    walli007

    05. April 2013 um 11:50

    Nachdem die britische Kolonialherrschaft beendet ist, muss das afrikanische Land seine politischen Angelegenheiten selbst regeln. Und schnell stellt sich heraus, dass das nicht so einfach ist. Es fängt schon mit dem geeigneten Personal an, das man suchen muss. Als der Präsident den ehemaligen Kolonialbeamten Colonel Bray ins Land zurückruft, kommt dieser zunächst gerne. Bray fühlt sich geschmeichelt und er hofft, etwas bewegen zu können. Aber auch dieser Traum platzt bald schon, denn es stellt sich heraus, dass eigentlich niemand seine Ideen hören will. Nach nur kurzer Zeit bildet sich eine Opposition zur Regierung, der man mit den gleichen Mitteln beizukommen versucht wie in vielen anderen Bananenrepubliken auch. Wie schnell sich nach der Befreiung ein Machtsystem herausbildet, dass keiner von den Idealisten gewollt hat, wird hier sehr eindrucksvoll geschildert. Die Freude Brays als er gebeten wird, sich an der Regierung zu beteiligen. Die schnelle Erkenntnis, dass er eigentlich nur ausführen soll, was andere ihm sagen. Die immer beklemmender werdende Atmosphäre. Die immer einsamere Position Brays als er versucht, seinen Überzeugungen zu folgen. Die ausufernden Palavereien, das politische Geschwafel. Das überraschende Finale. Eine runde Schilderung über den Aufbau eines Systems, das eben nicht besser ist, das die Situation der Menschen nicht verbessert. Ein beeindruckendes Buch, allerdings in erheblichen Passagen zu langatmig. 

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  • Rezension zu "Der Ehrengast" von Nadine Gordimer

    Der Ehrengast
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. July 2011 um 19:58

    Colonel Bray, gebürtiger Engländer, erhält von Präsident Mweta das Angebot zu Unabhängigkeitsfeiern nach Zentralafrika zurückzukehren - dahin, wo er vor vielen Jahren im Dienst des britischen Staates stand und schließlich suspendiert wurde, da er die schwarze Unabhängigkeitsbewegung unterstützte. Ohne Zögern nimmt Bray dieses Angebot an, lässt seine Frau im beschaulichen England zurück und erhält von Mweta eine Stelle als Helfer in Gala, einer Region im Norden des Landes. Es zeigt sich jedoch schnell, dass die Befreiung von der Kolonialmacht nur ein erster Schritt war, und ein Großteil der Arbeit noch ansteht, denn die Wirtschaft muss ausgebaut, die Arbeiter in ihren Forderungen befriedigt und der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß bereinigt werden. Ein Spagat, der kaum gelingen kann, und das Land schließlich zu spalten beginnt, Freundschaft wird zu Feindschaft... In Anbetracht der derzeitigen Lage in Afrika erschien mir das Buch vom Klappentext interessant und gelobt wurde es von der Presse zudem für die "glasklare" Sprache. Insbesondere am Anfang fand ich es jedoch sehr schwer in das Buch hineinzufinden, es gibt eine Unmenge von Namen, Personen, die alle durcheinanderwirbeln (und die Bray natürlich alle bereits kennt). Das bessert sich mit der Zeit, vor allem, als Bray aufs Land zieht, und die Situation beschaulicher wird. Nichtsdestotrotz war es für mich eher schwer, mich in die Lage hineinzuversetzen und die Probleme nachvollziehen zu können, zumal es oft auch sehr politisch zugeht. So gibt es beispielsweise einen knapp 100-seitigen Teil über eine Partei-Konferenz in der Hauptstadt, in dem tatsächlich fast nur Argumente zwischen den politischen Lagern ausgetauscht werden. Die Thematik selbst ist natürlich trotzdem interessant - Hat ein Staat, der aus dieser Situation heraus gegründet wird, überhaupt die Chance, seine Ziele zu verwirklichen oder fällt er am Ende dem Druck und der Vergangenheit zum Opfer? Man sollte sich auf jeden Fall Zeit nehmen, wenn man dieses Buch lesen möchte, denn anderenfalls legt man es schnell aus der Hand.

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