Nadine Gordimer Die Hauswaffe

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Inhaltsangabe zu „Die Hauswaffe“ von Nadine Gordimer

Das Geschehen ist unbegreiflich: Eine junger Weißer aus gutem Haus besucht seinen Freund, ergreift nach ein Paar Sätzen die "Hauswaffe", die in Johannesburg in fast jedem Haushalt zum Schutz gegen Einbrecher bereitliegt und erschießt ihn. Eltern und Freunde des jungen Mannes sind fassungslos, er selbst schweigt. War Eifersucht sein Motiv? Seine schöne Geliebte hatte ihn mit dem Freund betrogen. Oder offenbaren sich in der Tat Hintergründe, die tief in die Grundkonflikte der südafrikanischen Gesellschaft hineinreichen? Nadine Gordimer, die seit Jahrzehnten mit ihrer Person und ihrem Werk für die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß eintritt, beweißt auch mit diesem Roman, daß sich literarische Qualität, Engagement und Spannung nicht ausschließen.<br /><br />

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  • Rezension zu "Die Hauswaffe" von Nadine Gordimer

    Die Hauswaffe

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. July 2011 um 21:28

    Nadine Gordimer war einmal eine meiner Lieblingsautorinnen. Mit der Zeit wurde sie mir zu ideologisch im Sinne dessen, was der in Südafrika politisch sehr weit links stehende Bevölkerungsteil für politisch korrekt hält. Nichts dagegen zu sagen – nur möchte ich in einem Roman keine politischen Belehrungen lesen, sondern eine spannende Geschichte erzählt bekommen. Und wenn man wie in diesem Roman bereits auf den ersten Seiten ahnt und die Ahnung sich von Seite zu Seite vertieft, dass am Ende des Buches ein eloquentes und detailliertes Plädoyer gegen die Todesstrafe zu erwarten ist und es dann auch prompt geliefert wird, dann stört mich das. Obwohl ich selbst kompromisslos gegen die Todesstrafe bin. In anderer Hinsicht war dieses Buch durchaus lehrreich für mich: Es hat nämlich bewiesen, dass es nicht funktioniert. Man kann sich in einer Geschichte immer nur mit einer Hauptfigur identifizieren. Gordimer versuchte hier die Quadratur des Kreises, indem sie nicht nur eine Hauptfigur schuf, sondern deren zwei: ein Ehepaar, von dem dann immer als er/sie oder sie/er die Rede ist. Es funktioniert nicht. Ich konnte mich in diesem Buch weder mit ihm, noch mit ihr und schon gar nicht mit beiden als Paar identifizieren. Wie soll man sich als einzelner Mensch auch mit einem Paar identifizieren? Das ist schlechterdings unmöglich und damit blieb dann leider auch der Lesegenuss auf der Strecke.

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  • Rezension zu "Die Hauswaffe" von Nadine Gordimer

    Die Hauswaffe

    wollsoeckchen88

    07. January 2011 um 22:30

    Klappentext: Ein junger Mann betritt das Haus einer Wohngemeinschaft, wechselt ein paar Worte mit einem auf der Couch liegenden Freund, ergreift die 'Hauswaffe', die Pistole, die im gefährlichen Johannesburg zum Schutz gegen Einbrecher fast in jedem Haushalt anzutreffen ist, und erschießt ihn. Claudia und Harald Lindgard führen das Leben eines begüterten, gesellschaftlich geachteten Paares in Johannesburg: Harald ist im Vorstand einer großen Versicherungsgesellschaft, Claudia ist Ärztin. In dieses Leben schlägt die unbegreifliche und verheerende Nachricht ein, dass ihr Sohn Duncan, 27 Jahre alt, eines Mordes verdächtigt wird. Fast ganz aus den Augen der Eltern gesehen, deckt Nadine Gordimer in diesem perfekt komponierten Roman das Verbrechen und sein Motiv Schritt um Schritt auf. Hat Duncan es wirklich getan? Was könnte sein Motiv sein? Ist es ein Eifersuchtsdrama? Duncan hat eine schöne, leidenschaftliche, aber labile Freundin, die offensichtlich auch mit dem Mordopfer geschlafen hat. Meinung: Den Blickwinkel der Eltern des Tatverdächtigen zu wählen, um die Aufklärung des Verbrechens zu erzählen, war für mich eine nette Abwechslung zu den herkömmlichen Krimis und Justizthrillern. Vor allem sieht man sehr schön die Hilflosigkeit der Eltern gegenüber der Situation: Mein Kind kann doch keinen Menschen getötet haben? Oder doch? Ratlosigkeit, Trauer und Wut mischen sich und die Autorin zeigt ebenso gut auf, wie wenig manche Eltern eigentlich von ihren (erwachsenen) Kindern wissen. Ein weiteres Element, dass sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht, ist das Leben der weißen und schwarzen Menschen in Südafrika kurz nach Aufhebung der Apartheid (dies war 1994, das Buch spielt 1996). Das gesamte Land ist in einem unsicheren Prozess der Neustrukturierung und die Rassenvorurteile noch tief in den Denkweisen der Leute verwurzelt. Nadine Gordimer stellt zum Beispiel sehr eindrücklich die sich stark wandelnde Beziehung der weißen Eltern zum schwarzen Anwalt ihres Sohnes dar. Des Weiteren erhielt ich äußerst interessante Einblicke in das südafrikanische Leben (das Leben der Weißen in abgeschotteten Wohnsiedlungen, die alltägliche Gewalt), über die ich bis dato nichts wusste, da ich mich mit Südafrika nicht beschäftigt hatte. Ich denke, das war Anstoß genug, dies in Zukunft zu tun. Alles in allem ist "Die Hauswaffe" ein Buch, in dem es nicht nur darum geht, das Motiv für ein Verbrechen zu finden und die Frage der Schuld zu klären. Es ist ferner auch eine gesellschaftliche Abhandlung über Südafrika in einer Zeit des Umbruchs, sowie ein kritischer Blick auf die Methoden der modernen Rechtssprechung. Und zuletzt auch ein Zeugnis dafür, wie eine Katastrophe zwei Menschen entfremden, sich aber auch wieder neu entdecken lassen und zusammenführen kann.

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