Nadine Gordimer Keine Zeit wie diese

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Inhaltsangabe zu „Keine Zeit wie diese“ von Nadine Gordimer

Endlich können Jabulile und Steve als Paar zusammenleben. Nach dem Ende des Apartheidregimes, unter dem ihre Liebe verboten war, bauen sie sich ein gemeinsames Leben auf. Doch das neue Südafrika ist keine Insel der Glückseligkeit: Korruption, Gewalt, disparate Besitzverhältnisse, eine große Kluft zwischen Arm und Reich bestimmen die Lebenswirklichkeit. Mit poetischer Präzision benennt Nadine Gordimer die ungelösten Probleme Südafrikas und setzt dagegen das zärtliche Einverständnis zweier Menschen, deren Vertrauen ineinander und in die Zukunft ihres Landes nicht zu erschüttern ist.

Für mich mehr Porträt des neuen Südafrikas als wirklicher Roman. In dieser Hinsicht aber hervorragend!

— leselea
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  • LovelyBooks Challenge Buchpreise 2017

    Widerfahrnis
    Ginevra

    Ginevra

    Challenge Buchpreise Liebe Lovelybookerinnen und Lovelybooker, lest auch Ihr gerne anspruchsvolle, womöglich sogar preisgekrönte Bücher? Interessiert Ihr Euch für die Long- und Shortlists diverser Buchpreise? Habt Ihr Lust, gemeinsam unterschiedliche Literatur- Preisträger kennenzulernen und sich hier darüber auszutauschen? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für Dich! Hier die Regeln: Es gelten Bücher, die mindestens einmal auf einer Long- oder Shortlist für einen renommierten Buchpreis aufgetaucht sind, oder diesen sogar gewonnen haben.  Bei Preisen für das Gesamtwerk eines Künstlers/ einer Künstlerin gilt jedes Buch aus dem Gesamtwerk, auch nach der Preisverleihung erschienene Werke. Ganz wichtig: das Erscheinungsjahr ist dabei egal!  Hier werden einige Buchpreise vorgeschlagen, aber da es beinahe unzählige gibt, wird es Unterrubriken nach Genre geben. Es ist dabei egal, wieviele Bücher pro Liste gelesen werden. Wichtig ist in erster Linie der Austausch – und der Spass! Du darfst Dir ein persönliches Ziel setzen: 5, 10, 15 oder 20 Bücher! Wie funktioniert es praktisch? 1. Melde dich bitte mit einem Sammelbeitrag unter der entsprechenden Rubrik an! Der Sammelbeitrag wird in der Teilnehmerliste verlinkt, so dass Du ihn schnell wiederfindest. 2. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich natürlich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. 3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und poste den link dazu in Deinem Sammelbeitrag. 4. Bitte beachten: Die Liste der Buchpreise erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, für alle weiteren Buchpreise gibt es die Rubrik „Sonstige“. 5. Anregungen findest Du u. a. auf folgenden links: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Literaturpreisen www.literaturpreisgewinner.de http://www.deutscher-buchpreis.de/ http://themanbookerprize.com/ http://academie-goncourt.fr/ http://www.norden.org/en/nordic-council/nordic-council-prizes/nordisk-raads-litteraturpris Hier noch ein interessanter link für verschiedene Krimipreise: http://www.das-syndikat.com/krimipreise.html Nimmst du die Herausforderung an?Ich freue mich auf viele Anmeldungen! TeilnehmerInnen (ist hier eigentlich auch ein Mann dabei??): Bellis-Perennisblack_horse Buchraettin Buecherwurm corsicana dia78 erinrosewell Ginevra Gruenente gst Gwendolina Harlequin Jary krimielse leselea lizzie123 marpije miss_mesmerized Orisha schokoloko29 Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi wandablue Wedma

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  • LovelyBooks Literarische Weltreise 2017

    Reise um die Welt
    Ginevra

    Ginevra

    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine literarische Weltreise im Jahr 2017? Dann lasst uns gemeinsam durch 21 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der LIterarischen Weltreise 2016:  https://www.lovelybooks.de/autor/Lily-King/Euphoria-1117239512-w/leserunde/1210564360/ Dann wünsche ich uns allen... Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise! TeilnehmerInnen: ambermoonArgentumverde Arietta Aleida ban-aislingeach Bellis-Perennis Beust black_horse britta70 buchjunkie Buchraettin Buecherwurm Caroas carathisCaro_LesemausChattysBuecherBlog Code-between-lines Cornelia_RuoffCorsicana CosmoKramer danielamariaursula Elke elmidi faanie fasersprosse Fjordi Florenca Fornika Gela_HK Gelinde Ginevra Gruenente gst Gwendolina haberland86 Hamburgerin hannelore259 Harlequin histeriker Hortensia13 Igela Igelchen Isador Jari jeanne1302 lehmasLeonoraVonToffieFee leselea lesebiene27 lieberlesen21 Jisbon JuliB kingofmusic kleinechaotin krimielse LibriHolly Luiline marpije miss_mesmerized monerlnaninka Nelebooks  niknak Nisnis paevalill Pagina86 papaverorosso parden peedee Petris PMelittaM postbote saku Schlehenfee schokoloko29 seschat Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi TanyBee TraubenbaerulrikerabeValabe vanessabln vielleser18 wandablue waschbaerin Wedma Wermoewe Wichellawidder1987 WollyYolande

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  • „Jetzt ist alles danach.“ (S.17)

    Keine Zeit wie diese
    leselea

    leselea

    05. March 2017 um 11:49

    Sie war schwarz, er weiß. Das war alles, was zählte. Alles, was damals Identität ausmachte. Simpel wie die schwarzen Buchstaben auf diesem weißen Papier. (S. 10) Jabu und Steve haben sich im Untergrund beim gemeinsamen Kampf gegen das Apartheid-Regime kennengelernt. Sie ist eine Schwarze aus dem Volk der Zulus, er ein Weißer jüdischer Abstammung. Beide sind Südafrikaner, doch ihre Beziehung und ein Leben miteinander wird vom Staat verboten. Dann kommt das Jahr 1994 und verändert das politische Leben im Land grundlegend – und damit auch Jabus und Steves Privatleben. Endlich können sie als Ehepaar offen ihre Beziehung leben, in einem Vorort die gemeinsamen Kinder großziehen und sich auch beruflich verwirklichen: Er wird Dozent an der Universität, sie Rechtsanwältin. Der Freiheitskampf hat seine Früchte getragen, doch die ehemaligen Genossen müssen schnell einsehen, dass alte Strukturen nur schwer zu zerschlagen sind: Die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß bleibt weiterhin bestehen, die neue schwarze Elite ist genauso korrupt wie die alte Weiße und das Land zerfällt – wenn nicht mehr in schwarz und weiß – immer mehr in arm und reich. Jabu und Steve stehen vor einer Gegenwart, für die sie immer gekämpft haben und die sich doch anders entwickelt, als gehofft. Und beide müssen sich die Frage stellen, ob dieses neue Südafrika noch ihre Heimat sein kann… Nadine Gordimer gehörte zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Südafrikas und bekam für ihr literarisches Werk 1991 den Literaturnobelpreis. Ihre Romane, Erzählungen und Essays setzten sich intensiv mit der südafrikanischen Apartheidpolitik und deren Folgen bis in die Gegenwart auseinander, auch wenn Gordimer von sich selbst behauptete, keine politische Schriftstellerin zu sein. Keine Zeit wie diese ist ihr letzter Roman vor ihrem Tod im Jahre 2014 und behandelt auf über 500 Seiten das neue Südafrika – von den ersten freien Wahlen über die politischen Machtkämpfe in der ehrwürdigen ANC bis hin zur Gegenwart unter Präsident Zulu kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Trotz des Labels „Roman“ auf dem Cover ist Keine Zeit wie diese für mich mehr eine literarische Studie, ein Porträt über das Leben in Südafrika nach 1994. Anhand von Jabu und Steve, die durch ihre Biographie aufs engste mit den politischen Verhältnissen des Landes verbunden sind und deren Beziehung gerade aufgrund ihrer Überwindung die Gräben zwischen den „Rassen“ verdeutlich, beschreibt Gordimer nicht nur die politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen ihres Heimatlandes, sondern vermittelt vor allem ein Gefühl für den Alltag im und nach dem Apartheid-Regime. Neben den Rahmenbedingungen stellt sie vor allem die Frage nach der Identität in einem Land, das seinen (wenn auch menschenverachtenden) Kompass verloren hat, in den Mittelpunkt: Wer ist man, wenn die alten Etiketten nicht mehr gelten? Wie lange dauert der Kampf für die Freiheit und damit der Status als Guerilla-Kämpfer? Welche Verantwortung trägt man als weißer Südafrikaner für die weitere Entwicklung – und welche als schwarzer, zumal wenn man zu denen gehört, die es nach oben geschafft haben? Bleibt man ein Leben lang Kind seines Volkes oder darf man sich in Zeiten der Freiheit neue Bilder erschaffen? Gordimer verdeutlich, dass mit dem Ende der Unterdrückung die Verantwortung der Freiheit einhergeht – und diese oftmals neue Konflikte schafft, sei es im Privaten oder auf politischer Ebene, wo Korruption und aggressiver Kapitalismus schnell zu blühen beginnen. Das alles ist hochinteressant und lehrreich, auch wenn eigene Recherchen während der Lektüre unabdingbar sind, um die verschiedenen Andeutungen, die Gordimer zwischen den Zeilen platziert, zu verstehen. Keine Zeit wie diese ist ein Buch, das ich diesbezüglich als wirkliche Bereicherung empfunden habe, hat es mir doch nicht nur Wissen, sondern auch ein Verständnis jenseits der bloßen Fakten vermittelt. Nichtsdestotrotz bleibt bei Gordimers Vorgehensweise einiges auf der Strecke, was für mich das Buch zu einem wirklichen Roman und zu einem hundertprozentigen Lesegenuss gemacht hätte: Insgesamt fehlt es an Spannung, Handlung und einer Nähe zu den Figuren. Keine Zeit wie diese zeigt den Ist-Zustand eines Landes auf, ohne dass es auf einer weiteren Ebene eine wirkliche Geschichte erzählen würde, die auf etwas hinausläuft. Jenseits der Skizzierung der verschiedenen Probleme und Herausforderungen gibt es wenig, was einen an das Buch fesselt, zumal die Figuren sehr ihren Kategorien als Freiheitskämpfer, Rechtswissenschaftler bzw. Dozenten, Schwarze und Weiße etc. verhaftet bleiben, ohne darüber hinaus irgendwelche Charakterzüge aufzuweisen. Sprachlich stellt Gordimers Werk durchaus eine Herausforderung dar: Ihr Erzählstil ist eigenwillig, distanziert, wie gemalt in dem Sinne, dass einzelne Sätze wie flüchtige Pinselstriche sind und erst nach einiger Zeit ein Ganzes ergeben. Eine „raue Poetik“ schoss es mir beim Lesen der ersten Seiten durch den Kopf und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Definitiv reizvoll, aber über lange Strecken doch auch anstrengend, ermüdend und vielleicht nicht immer dienlich. Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich Keine Zeit wie diese entdeckt und gelesen habe und stehe auch der Lektüre weiterer Romane von Gordimer nicht ablehnend gegenüber. Dennoch kann ich einen gewissen Hänger während der Lesezeit aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht leugnen: Mir hat eine Geschichte, die mich auch emotional bindet, definitiv gefehlt; als Porträt ist Keine Zeit wie diese jedoch ohne Frage hervorragend und verdient eine abschließende Leseempfehlung! 3,5 Sterne. Lasst euch nicht durch schlechte Politik aus dem Land eures Herzens vertreiben. (S. 349)

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  • Rezension zu "Keine Zeit wie diese" von Nadine Gordimer

    Keine Zeit wie diese
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    19. November 2012 um 14:09

    Leben in Südafrika nach Apartheid Die südafrikanische Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer war und ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Afrikas, eine moralische Instanz und eine vehemente Kämpferin für Gerechtigkeit. In den Jahren der Apartheid war, ich denke, die Behauptung ist nicht aus der Luft gegriffen, jedes ihrer Bücher eine Anklage gegen das ungerechte System, das die Menschen ihres Landes in unterschiedliche Kategorien eingeordnet hatte, natürlich mit ganz unterschiedlichen Rechten. Ihr Roman "Keine Zeit wie diese" beschäftigt sich mit dem Leben in Südafrika in den Jahren nach dem Ende von Apartheid. Steve und Rebecca Jabulile sind ein Paar. Er ist weiß, mit jüdischer Mutter und nicht-aktiv-katholischem Vater. Sie schwarz, die Tochter eines methodistischen Pfarrers. Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden in Zimbabwe (Rhodesien), als ihre Liebe in Südafrika verboten war. Steves Tätigkeit im „Untergrund“ gegen das Regime als bindende Kraft in ihrer Beziehung. Die beiden heiraten, als es noch gesetzlich verboten ist. Zur Sicherheit ist Jabuliles Name am Postfach nicht extra angeführt. Die Zeiten ändern sich. Während ihres gemeinsamen Kampfes gegen die Apartheid wissen beide genau, wo sie stehen, was ihnen in ihrer Beziehung einen festen Rückhalt gibt. Nun, in der Zeit danach, in der plötzlich alles geht, müssen sie sich erst finden. Beide bilden sich weiter, erklimmen unterschiedliche Beförderungsstufen, bis sie sich eines Tages plötzlich als typisches Mittelklassepaar mit Kind in einem typischen, modischen Vorort erkennen müssen. Jabulile wird Rechtsanwältin, während Steve seine Kenntnisse in die Wissenschaft einbringt und Lehrer wird. Sie beobachten, wie Nelson Mandela die politische Bühne verlässt, während immer unsympathischere Menschen Einzug in der Politik halten. Menschen wie der spätere Präsident des Landes Jacob Zuma, der sich alibihaften Prozessen wegen Bestechung und Vergewaltigung mit einem Lächeln stellt. Sie sorgen sich, dass das Land, für dessen Freiheit sie gekämpft haben, durch Armut, Arbeitslosigkeit, AIDS, Regierungsskandale, durch Überflutung von Immigranten aus den umliegenden Ländern und vor allem auch durch Gewaltverbrechen in den Abgrund stürzt. Das von den Fesseln der Apartheid befreite Land ist weit davon entfernt, eine sichere und zuverlässige Demokratie zu sein. Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass auch ehemalige Mitkämpfer gegen Apartheid, Gier und Korruption gierig und korrupt geworden sind, sich dem neuen System bestens angepasst haben. Wer zuerst kommt und die kräftigsten Schultern hat, kommt weiter. Ethik und Moral werden hinten angereiht, weil davon niemand satt zu bekommen ist. Und so beginnt Steve, sich mit der Idee der Auswanderung nach Australien beschäftigen, um seiner Familie vielleicht auf diesem Weg eine sichere Zukunft in einem Land zu bieten, in dem man sich wenig Sorgen darum machen muss, wegen ein paar Rand aus nächster Nähe abgeknallt zu werden. Nadine Gordimers Text beschäftigt sich mit dem Innenleben dieser Familie und teilt seine Botschaft fast beiläufig zwischen den Zeilen mit. Aus wechselnden Erzählperspektiven, aus erster Instanz oder aus der Perspektive eines doch besser wissenden Erzählers, der sich teilweise in das sich dem Leser öffnende Gehirn der Protagonisten einschleicht, breitet die Literaturnobelpreisträgerin ihren Roman langsam vor dem und für den Leser aus. Starke Momente streuen den Weg, zum Beispiel als Jabulile erkennen muss, dass ihr geliebter Vater alle Anklagen gegen Zuma nur als Versuch der Diffamierung sieht, oder die Beschreibung der Jabulile liebenden Schwägerin Brenda, die Jabulile bei jeder Gelegenheit herzt und umarmt, in deren Kopf aber ständig klischeehafte Vorstellungen über "Schwarze" herumgeistern. Auch die Beschreibung der Ausflüge der beiden Kinder in das Dorf des Großvaters gehört zu den Höhepunkten dieses Romans. Wenngleich dem großartig von Barbara Schaden übersetzten Roman hie und da ein wenig zu viel Abschweifen und das eine oder andere Wort zu viel vorgeworfen werden könnte, ist die große Stärke von "Keine Zeit wie diese" das Untertreiben. Ohne dieses Tiefstapeln hätte der Text leicht zu einem politischen Pamphlet verkommen können, so ist es ein großer, wichtiger Roman für das Verständnis des neuen Südafrikas geworden. Nadine Gordimer stellt weiterhin wie gewohnt ihre unangenehmen Fragen, die sich hier im konkreten Fall mit den Schwierigkeiten beschäftigen, die auftreten, wenn nicht integre oder unzureichend rückgratstarke Personen die neu gewonnene Freiheit verwalten. Absolute Empfehlung. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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