Nadine Lashuk

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Nadine Lashuk

Lebenslauf von Nadine Lashuk

Ich bin eine Deutsche, die seit 2006 immer mal wieder in Minsk wohnt und mit ihrem Buch und dem Blog dazu beitragen möchte, „der Welt da draußen“ über das Leben in einem Land zu berichten, dass viele Leute für einen hinter Sibirien liegenden Teil von Russland halten. Darüber hinaus möchte ich erzählen, wie es mir hier ergeht, wie mein Leben zwischen Familie, Datscha und Autorenleben verläuft, über welche Dinge ich mich freue oder ärgere und was mich beschäftigt. Kurz und gut, ich bin: Politikwissenschaftlerin Autorin des Buches „Liebesgrüße aus Minsk“ Mutter zweier deutsch-belarussischer Kinder Kind des Ruhrpotts, fest verwurzelt in der ehemaligen Kulturhauptstadt

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Liebesgrüße aus Minsk

Liebesgrüße aus Minsk

 (8)
Erschienen am 01.04.2016

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Liebesgrüße aus Minsk" von Nadine Lashuk

Über den Tellerrand schauen
Gwhynwhyfarvor 2 Jahren

Von der Elite-UNI in Lille ausgebildet für Politik und Diplomatie, hat sich Nadine für Osteuropa einen Schwerpunkt gewählt. Sie erhält 1994 die Möglichkeit, bei der EU ein Praktikum zu absolvieren, kurze in Stippvisite Kiew, für ein paar Monate nach Minsk. Die junge Deutsche erhält bei der EU kein Praktikumsgehalt, muss sich ihre Reise selbst finanzieren, ebenso die Unterkunft, die noch zu finden ist.
»... zeigte einen großen, kahlköpfigen Mann - man stelle sich Meister Propper vor -, der in einer lächerlich knappen Badehose an einem Krimstand eine Sandburg baute. ›Das ist mein Iwan!‹, sagte Wera, die vor Mutterstolz schier zu platzen schien. ... ›Er wohnt direkt neben den Klitschkos. Und er freut sich auf dich!‹«

Nach einem Monat in Kiew fährt sie weiter nach Weißrussland. Schnell lernt sie, dass man diesen Begriff nicht verwenden sollte. Sie befindet sich in der Republik Belarus. Eine Diktatur hatte sie sich anders vorgestellt. Neugierig beginnt sie das Land zu erforschen, findet schnell Anschluss bei anderen Praktikanten und Studenten. Eines Tages trifft sie auf den Jurastudenten Aliaksei. Die beiden werden ein Paar.

»Denn in Belarus bringt man nur eine einzige Frau mit nach Hause (wenn es gut läuft), und das ist die Frau, die man zu heiraten beabsichtigt.«

Zum Ende des Praktikums stellt sich die Frage, ob man zusammenbleiben möchte. Nadine kann ohne Visum nicht bleiben, würde auch keine Verlängerung bekommen. Aliaksei wird kein Visum für Deutschland erhalten. Nur eine Heirat kann die Beziehung retten.

»Die nun folgende Wohnungssuche wird zu einer neuerlichen Belastungsprobe für unser neues Eheglück.«

Das Leben in Belarus ist nicht immer einfach, Schwiegereltern können auf die Nerven gehen, Behörden noch mehr. Nadine Lashuk berichtet in saloppen Tonfall humorvoll über ihr Leben in Belarus. Neben einem Bericht über Land und Leute kommt auch das Essen nicht zu kurz. Mayonnaise, saure Gurken, rote Beete, saure Sahne im Überfluss, ein Rezept findet man am Ende jedes Kapitels. Wie wäre es damit, die Pizza demnächst einmal neu zu belegen, mit einer dicken Schicht Majo und sauerer Gurken? Die Menschen scheinen zufrieden mit ihrem Leben zu sein, sich mit den politischen Mächten arrangiert zu haben. Allerdings wird ihnen viel vorgegaukelt, das nicht der Realität entspricht. Datschas und Babuschkas am Wochenende, viel Freude an der Natur, aber nicht nur das. In ihren Gärten ziehen die Menschen Obst und Gemüse, denn die Versorgung ist nicht immer gut gewährleistet. Stadt- und Landleben unterscheiden sich gewaltig. Auf dem Land gibt es keinen Strom, Wasser schöpft man aus dem Brunnen, Traktoren sind in der Landwirtschaft selten zu sehen.

Dies Buch gibt auf lockere Art einen guten Eindruck in ein Land, das für uns Europäer recht unbekannt ist. Stilistisch nicht immer ganz sauber, aber darüber kann man als Leser hinwegsehen. Die Autorin berichtet von ihren Schwierigkeiten, sich anzupassen, zeigt aber auch ihre persönlichen Grenzen auf. Nicht immer wirkt sie dabei sympathisch, sie beschreibt sich selbst häufig als extrem launisch. In humorvoller Art erzählt sie von ihren Erlebnissen. Und darum ist das Buch interessant.

Der Roman ist autobiographisch. Und genau das ist das Problem. Man berichtet ja nur darüber, was man fremden Menschen berichten mag ... Nadine Lashuk erzählt uns, wie verschiedene Mentalitäten aufeinanderprallen, die familiäre Nähe in Belarus gestaltet sich anders als die in Deutschland, besonders, wenn Kinder geboren werden. Man wechselt die Länder, hin und her. Wir erfahren viel über die Schwierigkeiten, die sich mit den Schwiegereltern ergeben. Aber welche Konflikte entstehen im Alltag der Ehe? Welche Anpassungsschwierigkeiten hat Aliaksei in Deutschland? Wie kommt er in der deutschen Gesellschaft klar, wie mit dem Essen, gibt es Konflikte mit seinen Schwiegereltern? Wie findet er eine Arbeitsstelle? Das alles bleibt offen. Eine Ehe in zwei Kulturen mit Unmengen von Reisekilometern, ein frisches Buch, das zur Verständigung unter den Kulturen beiträgt und den Horizont des Lesers erweitert. In der Mitte des Buchs findet der Leser einige Fotos, die visuell das Ganze abrunden. 

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Monika58097s avatar

Rezension zu "Liebesgrüße aus Minsk" von Nadine Lashuk

Wunderbarer Bericht über das Leben in zwei Ländern
Monika58097vor 2 Jahren

Nadine Lashuk kennt ihren Weg: Eine Laufbahn bei der EU-Kommission. Für ein Praktikum zieht sie in die Ferne, und zwar nach Belarus, hier besser bekannt als Weißrussland. Kaum angekommen, verliebt sie sich Hals über Kopf in den Belarussen Aliaksei. Und was nun? Nadine lernt eine völlig andere Welt kennen – und lieben. Sie erfährt schnell, was es heißt, die Eltern des Freundes zu besuchen.Verlobung! Kein Treffen, keine Feier ohne Wodka. Essen, bis sich die Tische biegen. Junge Frauen, die nur mit Highheels durch Minsk laufen. Auf der anderen Seite das Landleben. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Holzhäuser wie in einem Freilichtmuseum, Babuschkas mit bunten Kopftüchern und Pferdewagen. Himbeeren im Überfluss.Vieles ist neu für Nadine, vieles ganz anders. Einfach hin- und herfahren zwischen Deutschland und Belarus geht auch nicht. Ein Visum muss her. Ist das Visum da, muss sich sich vor Ort bestimmten Untersuchungen unterziehen.
Die Liebe ist jedoch wie ein Blitz eingeschlagen. Nadine beschließt zu bleiben. Schließlich heiratet sie ihre belarussische Liebe. Kind 1 ist unterwegs und Nadine muss erfahren, dass es durchaus kein Witz ist, dass die Schwiegermutter erst einmal zu dem jungen Paar ziehen möchte. Nadine mit Baby allein unterwegs im Park. Die Welt um sie herum versteht sie nicht. Man kann doch nicht mit einem Baby unterwegs sein! Familienzusammenhalt wird groß geschrieben in Belarus und für selbstverständlich gehalten, ob man das möchte oder eben auch manchmal lieber nicht.
Doch Nadine hat immer wieder großes Heimweh nach ihrer Heimat Essen, nach ihren Eltern, ihrer Familie, nach ihrer Stadt. Das junge Paar zieht nach Deutschland, erst einmal ins Schwäbische, doch so richtig glücklich werden sie hier nicht. Es geht zurück nach Belarus und letztendlich auch wieder nach Deutschland.
„Liebesgrüße aus Minsk“ - federleicht und auch witzig gelingt es Nadine Lashuk, dem Leser ein uns eher unbekanntes Land näher zu bringen. Belarus, das letzte europäische Land mit einer Diktatur. Nadine Lashuk erzählt mit so viel Lebensgefühl, dass man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein. Als Leserin begleite ich sie durch Minsk, besichtige mit ihr gewöhnungsbedüftige Wohnungen und fahre mit ihr aufs Land. Ich lerne Sitten und Gebräuche kennen, lerne die Menschen und die Orte kennen.
Das junge Paar ist hin- und hergerissen. Mal leben und arbeiten sie in Belarus, dann wieder in Deutschland. Egal, wo sie gerade sind, das Heimweh stellt sich ein. Das Heimweh nach der jeweils anderen Stadt, nach dem jeweils anderen Land. Letztendlich bleiben sie doch in Deutschland. Hier ist es für Nadine mit inzwischen zwei Kindern einfach unproblematischer zu leben. Die Zerrissenheit zwischen beiden Ländern, die Sehnsucht nach der einen, wie nach der anderen Lebensweise, ist jedoch immer wieder spürbar.
Frisch und lebendig lässt Nadine Lashuk uns Leser an ihrem Leben teilhaben. Auch wenn man merkt, dass ihr die belarussische Familie manchmal zu nah ist, so merkt man dennoch, wie sehr sie diese Familie auch liebt.
„Liebesgrüße aus Minsk“ - absolut lesenswert! Mit vielen Fotos und tollen Rezepten (Soljanka, Syrniki, Pizza Minsk, usbekische Paella, belarussische Graupensuppe u.v.m.).
Was es mit der Pizza Minsk auf sich hat und warum jede ordentliche Hausfrau ein Huhn im Kühlschrank haben sollte, das lesen Sie am besten selbst!  

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Liebesgrüße aus Minsk" von Nadine Lashuk

‚Man reist hier nicht nach Disneyland, sondern in die letzte Diktatur Europas.‘
sabatayn76vor 2 Jahren

Inhalt:
Nadine Lashuk hat sich ihr Leben eigentlich anders vorgestellt und erträumt: bei der EU-Kommission arbeiten, einen Franzosen heiraten und mit ihm zwei Kinder bekommen. Doch dann reist sie für ein Praktikum nach Minsk, wird von der Realität eingeholt und vom Leben überrascht, denn sie trifft den Belarussen Aliaksei, verliebt sich Hals über Kopf in ihn, denkt über ein Leben in Europas letzter Diktatur nach und entdeckt nach und nach die wunderbaren Seiten von Belarus.

Mein Eindruck:
Ich war noch nie in Belarus und habe mich bisher eher wenig mit dem Land beschäftigt. Umso neugieriger was ich auf ‚Liebesgrüße aus Minsk‘, und nach der Lektüre kann ich sagen, dass mir die Autorin Land und Leute näher bringen und mir viel Wissen über Belarus vermitteln konnte.

Nadine Lashuk erzählt mit viel Humor und auf sympathische Art und Weise von ihren Abenteuern in Belarus: von ihrem Verlorenheitsgefühl bei der Ankunft, vom langsamen Herantasten an das fremde Land und die fremde Kultur, von ihrer Liebe zu Aliaksei, zu Minsk und zu seinen Bewohnern, von den Problemen im Land. Mir haben die Einblicke in die Geschichte und Politik des Landes, die Mentalität und Traditionen der Bewohner, die Probleme auf dem Wohnungsmarkt, im Gesundheitssystem und der Grundversorgung sowie die Gastfreundschaft und die sympathischen Eigenheiten der Belarussen sehr gefallen, und ich habe bei der Lektüre sehr viel über das Land gelernt und wurde zudem perfekt unterhalten.

Gelungen fand ich zudem die Idee mit den Rezepten, die im Buch abgedruckt sind (die leider allesamt nicht vegan sind, was aber gut widerspiegelt, was einen als Veganer im Land erwartet) sowie die vielen Farbfotos, die das Gelesene noch anschaulicher machen.

Gegen Ende empfand ich die Geschichte als etwas zu gestrafft, so dass bei mir viele Fragen offen geblieben sind.

Mein Resümee:
Unterhaltsam zu lesen und viele Einblicke in ein eher unbekanntes Land. Sehr empfehlenswert!

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Nadine Lashuk wurde am 26. Juli 1984 in Essen (Deutschland) geboren.

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