Neuer Beitrag

NadineStenglein

vor 2 Monaten

Alle Bewerbungen

Hallo ihr Lieben, ich verlose ein signiertes Taschenbuch meiner Vampire Romance Rubinmond. Schreibt mir einfach in die Kommentare, was Euch an Vampiren am meisten fasziniert.
In Rubinmond habe ich auch das Thema um Seelenwanderung, Reinkarnation aufgenommen, welches ich einfach spannend finde.

Inhalt: Eine verbotene Liebe durch die Jahrhunderte.
Seit Menschengedenken sind Seelenwächter auf der Jagd nach Wiedergängern, die das Seelenwachstum der Menschen stören und deren Seelen stehlen wollen, um sie für dunkle Zwecke zu missbrauchen oder sie in ihresgleichen zu verwandeln und damit in die Verdammnis zu stürzen.
Die junge Faye hat, soweit sie zurückdenken kann, seltsame Träume, in denen stets derselbe junge Mann vorkommt. Sie spürt, dass etwas sie mit dem geheimnisvollen Traum-Mann verbindet und lässt sich in Hypnose versetzen, um mehr über ihre beängstigenden, real wirkenden Träume und den Unbekannten herauszufinden.
Faye ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt – denn der Mann ihrer Träume existiert tatsächlich, und die Liebe zu ihm begleitet Fayes Seele bereits durch die Jahrhunderte.
Doch er ist nicht wie sie, sondern ein unsterblicher Vampir.
Der für Fayes Schutz zuständige Seelenwächter setzt alles daran, diese Liebe zu zerstören, denn eine Verbindung zwischen Mensch und Vampir ist tabu und zieht schreckliche Konsequenzen nach sich.

Doch Faye bricht die Regeln und nimmt den Kampf um ihre Seele auf.

Weitere Einblicke in Rubinmond:

Der Rubinmond selbst hütet ein Geheimnis der dunklen Vampire, das ich hier nicht verraten möchte. Aber ich kann Euch ein wenig mehr über die Vampire, Seelenwächter und Faye aus Rubinmond erzählen.

Es gibt die dunklen Vampire und die Phänomene (auch Vampire). Die dunklen Vampire wurden einst selbst von Vampiren getötet und verwandelt. Dabei trat ihre Menschenseele aus dem Körper, während in diesen eine dunkle Vampirseele eintauchte. Der Vampir braucht Blut, um seinen neuen Wirt zu stärken. Auch die Phänomene wurden von Vampiren getötet. Auch in sie floss eine schwarze Vampirseele. Doch die ursprüngliche Seele eines späteren Phänomens ließ sich nicht so leicht vertreiben. Unter Vampiren und Seelenwächtern heißt es, dass diese hartnäckigen Seelen schon älter, also mehrfach gelebt haben, und demnach reicher an Erfahrungen sind. Daher wissen sie sich besser gegen die böse Energie (die schwarze Vampirseele) zu wehren. So trat bei der Verwandlung nur ein Teil der Seele aus, der Rest verblieb im Körper. Fortan kämpft die schwarze Seele gegen diesen Restteil. Die Phänomene haben also, anders als die dunklen Vampire, noch Gefühle in sich, sie können zwischen Gut und Böse unterscheiden. Es kam allerdings bereits vor, dass die schwarze Seele es doch schaffte, den guten Seelenrest auszurotten und gänzlich Besitz von seinem Wirt zu nehmen. Dies befürchtet Aurelio, ein Seelenwächter, der für die Seelen der Menschen zuständig ist. Er muss dafür sorgen, dass sie auf ihrem rechten Weg bleiben, während sie durch mehrere Leben wandern, um Erfahrungen zu sammeln. Haben sie diese alle erlangt, können sie ins Paradies einziehen. Faye, die junge menschliche Protagonistin aus Rubinmond, will jedoch nur eins (und das, wie sie später erfährt, seit Jahrhunderten) – so werden wie ihre große Liebe James, um immer mit ihm zusammen sein zu können. Er ist ein Phänomen und begleitet Faye bereits seit Jahrhunderten durch verschiedene Leben.  Doch Aurelio befürchtet, dass der dunkle Teil in James einmal übermächtig werden könnte und Faye vielleicht bei einer Verwandlung ihre ganze Seele verlieren könnte. Dies und noch mehr weiß natürlich auch James und verwandelte Faye deshalb in keinem ihrer Leben. Auch er will, dass sie ihren natürlichen Weg geht. Aurelio glaubt jedoch nicht, dass James der Versuchung für immer standhalten wird bzw. kann.

Die Erinnerung an vorherige Leben werden zwar bei den Menschen nach Eintritt des Todes tief im Unterbewusstsein gespeichert, im nächsten Leben jedoch haben sie keine Erinnerung daran, außer das Unterbewusstsein hat Lücken oder will es. So geben Fayes Träume auch in ihrem jetzigen Leben Dinge aus der Vergangenheit preis. Sie verliebt sich in den Jungen aus diesen Träumen ohne zu wissen wer er ist. Sie kennt nur seinen Namen. Alles andere scheint ihr wie auf der Zunge zu liegen, bis er wirklich vor ihr steht… James sucht Faye in jedem ihrer neuen Leben und folgt ihr, zum Leitwesen von Aurelio, um sie zu beschützen. Er zeigt sich erst, wenn sie wirklich in Gefahr ist. Aber auch Aurelio trägt noch ein Geheimnis um Faye mit sich. Zudem haben es ein paar dunkle Vampire auf Faye abgesehen, weil sie nicht nur mit James, sondern auch mit ihr, eine alte Rechnung offen haben.

Soweit im Groben die Geschichte um Rubinmond. Alles weitere im Buch.

James, auf der Buchrückseite abgebildet, ist ein Freund von mir (Patrick Sass – Schauspieler), der sich für das Buch begeistert hat. Er kommt meiner Vorstellung von James sehr nahe, daher danke ich ihm sehr für das tolle Foto (Asya-Foto), das der Verlag für das Buch verwenden durfte.


Buchtrailer: https://youtu.be/zAZRnUuY5aM

Leseprobe aus Kapitel 1

Aurelio

Silbern spiegelte sich der Vollmond auf der glatten Wasseroberfläche des Sees, in dessen Nähe wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten. Ich ließ meine Blicke durch die grüne Landschaft schweifen. Es war schön und dennoch merkwürdig zugleich, denn je genauer ich sie mir betrachtete, desto bekannter kam sie mir vor. Ein Gefühl von wohliger Wärme durchschlich mich – ich wollte mehr davon und genoss daher jede Sekunde. Es war mir, als wäre ich schon einmal hier gewesen. Ich durchforstete meine Erinnerungen und nach einer Weile wurde ich tatsächlich fündig. Diese war allerdings aus einem Traum geboren und nicht wirklich. Ein Traum, in dem auch er wieder aufgetaucht war. Er, in den ich mich verliebt hatte, den es aber in Wirklichkeit nicht gab und der auch in all den Träumen, in denen ich ihm begegnete, kein gewöhnlicher junger Mann war. Nur, was genau er war, hatte ich irgendwie vergessen. Aber ich kannte seinen Namen – James. Ich sah sein hellhäutiges Gesicht mit den weichen, makellosen Zügen. Die vollen, blassroten Lippen. Und diese markanten Augen, in denen ein tiefblaues Meer wogte, in welches ich jedes Mal eintauchte. Wie ich es doch liebte, mit den Fingern in seinem kurzen schwarzen Haar zu wühlen; und die Art wie er sprach – seine Stimme klang sanft und elegant. Jedes Mal wenn wir uns küssten, musste ich mich auf die Zehenspitzen stellen, so groß war er. Ich presste eine Hand auf meine Brust und fühlte den schnellen Schlag meines Herzens. Aus den Tiefen meines Inneren kroch Sehnsucht empor, die ich mit nichts stillen konnte und die über mich schwappte wie stürmische Meereswogen, in denen ich zu ertrinken drohte.
James war mit keinem Jungen, dem ich bisher begegnet war, vergleichbar. Nach jedem Traum war alles, was mir von ihm blieb, dieses Gefühl der Sehnsucht. Vermischt mit der Hoffnung, ihn bald wiederzusehen, sobald ich die Augen schloss. Ich seufzte. Unsere letzte Begegnung war schon über ein halbes Jahr her.
»James«, flüsterte ich, als würde er sogleich lebendig aus dem Wasser tauchen, was natürlich Unsinn war. Kurz darauf berührte jemand meine Schulter. Ich schrie auf, fuhr herum und blickte in ein grinsendes, mit Sommersprossen übersätes Jungengesicht.
»John – bist du irre?«, stieß ich aus.
»Erwischt!«, antwortete er und rannte lachend zu den anderen zurück, die gerade dabei waren, einige Fackeln auf dem Zeltplatz zu entzünden. John ging in unsere Klasse und würde sich wohl nie ändern. Er war und blieb ein Kindskopf.
Ich wollte noch eine Weile meinen Gedanken nachhängen und lief am Waldrand entlang. Dank Dana, meiner besten Freundin, war ich hier mitten in diesem schönen Niemandsland gelandet. Letztendlich hatte sie mich überreden können, mit ihr und einigen anderen aus unserer Schule ins Sommercamp zu gehen, um etwas Abstand von zu Hause zu bekommen. Ich lauschte dem monotonen Zirpen der Grillen in den umliegenden Wiesen und atmete die langsam kühler werdende Luft tief in meine Lungen, während ich den Lichtkegel meiner Taschenlampe in den nahe gelegenen Wald eintauchen ließ. Unaufhaltsam und schnell brach die Dämmerung herein. Fledermäuse überflogen den See und zirpten dabei so laut, dass es mir beinahe in den Ohren schmerzte. Aus dem Wald schwebte mir ein Geruch nach Moos und Tannennadeln entgegen. Unter meinen Schuhen knackten Äste und aus einem Gebüsch drang der Flügelschlag eines Vogels. Meine Gedanken liefen Gefahr, wieder zu James zu wandern und erneut diese irreale Sehnsucht hochzuspülen, da streifte der Kegel meiner Taschenlampe eine dunkle Gestalt, die zwischen zwei Laubbäumen stand. Augenblicklich hielt ich inne. Mein Herz machte einen Satz und die Gedanken flogen durcheinander. Langsam und mit zittriger Hand ließ ich den Lichtkegel zurückschweifen. Da war die Gestalt wieder, ich hatte es mir nicht eingebildet. Schweiß trat aus all meinen Poren. Hitze- und Kältewellen überflossen abwechselnd meinen Körper. Ich war nicht einmal imstande zu schreien, geschweige denn, einen Atemzug zu machen. Nur wenige Schritte trennten mich von der Gestalt, die ihrer Silhouette nach männlich und in etwa so groß wie ich war. Ich musste schlucken und trat leise einen Schritt zurück. Dabei ließ ich das Ding nicht aus den Augen. War es nun gut oder schlecht, dass es sich immer noch nicht rührte? Wahrscheinlich würde es gleich auf mich zuspringen und mich packen. Schwindel überkam mich. Die anderen aus meiner Gruppe waren nicht weit weg, ich hörte ihre Stimmen, ihr Lachen und das Prasseln des Lagerfeuers. Verdammt, reiß dich zusammen und lauf einfach!, rief ich mir innerlich zu, wirbelte herum und rannte los. Hinter einem Haselnussstrauch tauchte plötzlich Dana auf und steuerte direkt auf mich zu.
»Du musst mir helfen!«, schrie sie. Taylor, ein Junge aus unserer Parallelklasse, war ihr dicht auf den Fersen und zog sie zu sich.
Ich fuchtelte wie eine Irre mit den Armen und zeigte schließlich hinter mich. »Im Wald, da ...«, brachte ich heraus, wurde aber von Dana unterbrochen.
»Der Typ ist nicht ganz dicht. Halt ihn mir vom Leib, Faye!«, schrie sie, lachte aber gleichzeitig.
»Das gefällt dir doch, gib's zu!«, entgegnete Taylor und lachte ebenfalls. Dana konnte sich seiner Umklammerung schließlich entreißen und rannte mir in die Arme. Ich stieß sie von mir und leuchtete mit zittrigen Händen wieder in den Wald. Erstaunt stellte ich fest, dass die Gestalt noch immer an Ort und Stelle stand – reglos, still. Meine Stimme kehrte wieder und ich rief: »Da ist jemand!«
Dana und Taylor hielten augenblicklich inne. »Wo?«, fragte Taylor, nahm mir die Taschenlampe ab und trat vor uns.
»Bestimmt nur ein Schatten. Ich meine ...«, flüsterte Dana, woraufhin Taylor mit einer Hand abwinkte und ihr damit andeutete, den Mund zu halten, was sie seltsamerweise sofort tat.
»Psssst. Faye hat recht«, murmelte er.
Danas Augen weiteten sich. Gleichzeitig versteckten wir uns hinter Taylors durchtrainiertem Rücken und warfen einen Blick über seine Schultern. Einer Statue gleich, verweilte die Gestalt weiter an ihrem Platz, und es kam mir beinahe so vor, als würde sie sich lustig über uns machen und insgeheim einen Plan aushecken, wie sie uns alle drei am besten gleichzeitig einfangen könnte.
»He! Wer bist du, was willst du?«, fragte Taylor und marschierte heldenhaft los.
»Nicht!«, rief ich.
Dana versuchte, ihn zurückzuhalten, doch Taylor war schneller.
Ich ergriff sie am rechten Oberarm und zog sie zurück. »Komm, wir holen die anderen«, stammelte ich und machte kehrt. Dana folgte mir sofort. Nach einigen Schritten verfingen sich meine Füße in herumliegendem Geäst, sodass ich den Halt verlor und zu Boden knallte. Gleich darauf spürte ich, wie jemand auf mich fiel. Es war Dana.
»Au! Verdammt«, keuchte ich.
»Sorry«, nuschelte Dana.
Meine Finger bohrten sich in die kühle Erde. Hinter uns hörten wir einen hellen, durchdringenden Aufschrei – es war Taylor. Meine Schläfen begannen zu pochen, und das Blut schien in Lichtgeschwindigkeit durch meine Adern zu fließen, sodass es sich anfühlte, als wären dort unzählige Ameisen unterwegs.
»Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott«, murmelte ich und versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Meine Stimme klang wie ein Wispern. Dana war schneller und zog mich hoch. »Taylor? Taylor!«, schrie sie. Aus dem Wald drang ein Rascheln und wenig später ein seltsames Schlürfen und Keuchen, dann war es still.
»Ich hol die anderen«, murmelte ich. Dana klammerte sich an mir fest. »Lass mich hier nicht zurück«, stammelte sie. Wir wollten gerade loslaufen, da hörten wir ein Auflachen, das sich tief in mich bohrte und mir einen imaginären Fausthieb versetzte. Im Schein des Vollmondes trat Taylor, etwas in den Armen haltend, zu uns. Ich brauchte einige Sekunden, um mich zu beruhigen und zu begreifen, dass das alles nur ein dummer, fieser Streich gewesen war. Noch immer zitternd ging ich, gefolgt von Dana, auf Taylor zu und berührte »die Gestalt«, die er ruckartig neben sich abstellte, mit meinen Fingern.
»Eine Pappfigur! Was …?«, stotterte ich, während Dana den Kopf schüttelte und die Hände in die Hüften stemmte. Sie atmete zittrig aus und strich sich mehrfach mit dem Handrücken über die Stirn.
»Eigentlich war das anders geplant. Aber so war‘s auch lustig«, sagte Taylor und straffte die Schultern.
»Mistkerl!«, schimpfte Dana. Sie hämmerte mit den Fäusten auf seinen nackten Oberkörper ein.
»Das war nicht witzig«, entgegnete ich und kickte mit dem Fuß gegen das Pappmonster.
Taylor lachte, während andere aus der Gruppe zu uns stießen und wissen wollten, was los sei. Die Jungs begannen zu lachen, als sie es hörten.
Dana und ich liefen zum See, um uns zu beruhigen. Die Jungs riefen uns kichernd eine Entschuldigung nach.
»Wir hätten einen Herzinfarkt bekommen können oder so. Ihre blöden Gesichter hätte ich dann mal sehen wollen«, sagte Dana und ich stimmte ihr zu. Die Fledermäuse von vorhin drehten noch immer ihre Runden. Plötzlich musste ich lachen, was Dana merklich seltsam fand.
»Was ist?«
»Die Jungs wollten uns wohl zeigen, was für große Helden sie sind. Stell dir vor, da wäre wirklich einer gewesen. Taylor wäre doch keinen Schritt auf den zugegangen. Keiner von denen. Wetten?«
»Stimmt, die hätten sich alle gleichzeitig in die Hosen gepinkelt. Da ist 'ne Revanche fällig«, erwiderte sie.
»Aber hallo!«
Dana und ich ließen uns auf der Wiese nieder und hörten, wie die Jungs zum Lagerfeuer zurückkehrten, während ihnen die anderen Mädchen folgten und ihnen eine Predigt hielten, die sich gewaschen hatte.
Wir waren an die zwanzig Leute. Die meisten unter ihnen kannte ich nur flüchtig aus der Schule. »Lass sie lachen, denen zeigen wir es schon noch«, sagte Dana. Ich streckte die Beine von mir und blickte in den sternenübersäten Himmel. Mein Herzschlag normalisierte sich wieder.
Endlich waren Sommerferien. Nächstes Jahr um die Zeit hatte ich voraussichtlich meinen Abschluss in der Tasche. Dann würde ich die Kleinstadt, in der ich mit meinen Eltern wohnte, verlassen und vielleicht Kunst in London studieren. Auf alle Fälle wollte ich später etwas Kreatives machen. Ich seufzte tief und strich mit den Fingern über das weiche Gras. Wenn ich allerdings an Mathe dachte, sah ich schwarz. Ohne Nachhilfe würde ich in dem Fach sicher durchrasseln. Schließlich schüttelte ich den Kopf über mich selbst. Warum konnte ich nicht einfach mal abschalten und die Freiheit genießen?
»Gehen wir zu den Mädels?«, fragte Dana. Sie konnte nie lange irgendwo still verweilen.
»Ich komm nach«, sagte ich. Wenig später hörte ich sie lachen. Sicher ging sie wieder ihrem Lieblingshobby nach – mit Jungs flirten. Ich war kaum auf den Beinen, da kam sie mir bereits entgegen, gefolgt von David, der sie schließlich mit seinen Armen umschloss.
Kreischend löste sie sich aus den Fängen des rothaarigen Typen mit der Figur einer Bohnenstange und den Ohren eines kleinen Schimpansen. Dana rannte zu mir.
»Der hat mich einfach nass gespritzt! Frechheit!«, schrie sie und umgriff von hinten meine Oberarme mit ihren feuchten Fingern. Dabei drückte sie ihren, immer noch nur mit einem quietschgelben Bikini bekleideten, nassen Körper gegen meinen Rücken und sprang dabei leicht auf und ab. Ich zuckte zusammen, als mich die Kälte ihrer Haut durchdrang, und ging zur Seite. David kam näher, stellte sich vor mich und fixierte mich grinsend. Dana kicherte und schüttelte ihre blonden schulterlangen Locken. Den düsteren Scherz von vorhin hatte sie anscheinend vergessen.
»Ich glaub, ich hab mich gerade in deine grünen Augen verliebt«, murmelte er mir zu.
Noch so ein Girl-to-Girl-Typ. Mit dem Sommer war zweifelsohne eine Plage ausgebrochen. In letzter Zeit begegnete man solchen Möchtegern-Machos an jeder Ecke. Kein Wunder also, dass einem da – nun, mir zumindest – die Lust auf das Verlieben verging. Meinetwegen konnten sie mich also weiter für hochnäsig, seltsam oder gar frigide halten – aufgrund dieser Auswahl blieb ich lieber Single.
»Schön für dich«, antwortete ich ihm, woraufhin Dana sogleich auf ihn zusprang. Genervt lief ich weiter.
»Tja, David, bei ihr beißt du auf Granit. Da hat noch keiner landen können«, erklärte Dana.
»Dafür bist du so anhänglich wie Honig. Aber auch gut, hab sowieso keine Lust auf Diven.«
»Sag bloß, du hast auch keine Lust zu naschen«, säuselte Dana.
Ich wusste, dass sie Davids lässige Äußerungen nicht ernst nahm, genauso wenig wie den Flirt mit ihm. Sie wollte nur Spaß und obwohl wir nicht nur in Sachen Jungs verschiedener Meinung waren, waren wir dennoch unzertrennlich – beinahe wie Schwestern.
Ich ging ein Stück am See entlang.
»Faye, das Marshmallow-Wettessen fängt bald an. Kommst du?«, wollte Dana wissen.
»Ja, gleich!«, gab ich zurück.
Mein Blick schweifte wieder durch die Umgebung. Das Camp lag etwa hundert Kilometer von unserer Kleinstadt entfernt. In der Nähe gab es ein kleines Dorf mit einer Bäckerei, in der wir in den nächsten sieben Tagen jeden Morgen Brötchen und Gebäck holen wollten.
Ich mochte diese Naturidylle, die ich am liebsten für mich allein gehabt hätte. Es war, als wäre ich in den Traum mit James eingetaucht und er wäre hier irgendwo. Ein Kribbeln durchströmte mich. Ich zwang mich zur Vernunft, war es doch lächerlich, weil unlogisch und verrückt. Wie konnte man Sehnsucht nach jemandem haben, der nur in Träumen existierte?
Ich musste wieder an die letzten Monate denken, die sehr stressig gewesen waren. Die dauernden Zankereien meiner Eltern um viele Unwichtigkeiten, der Schulstress und allgemeine Sorgen hatten mir einige unruhige Nächte und Tage bereitet. Dana hatte recht, ich musste irgendwie runterkommen und abschalten. Ich streckte die Arme von mir, hob den Kopf gen Himmel und atmete ein paar Mal tief durch.
Relaxen, Faye, chillen und relaxen, wiederholte ich für mich. Als ich gerade beschloss, zu den anderen zu gehen, tauchte im Schatten einer nahe gelegenen Lichtung eine männliche Silhouette auf. Was sollte denn das nun schon wieder? Hatten die Jungs nichts Besseres zu tun? Ich stöhnte auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Wenigstens war er dieses Mal lebendig. Mit langsamen Schritten kam er auf mich zu. Genervt tippte ich mit einer Fußspitze auf den Boden. Gleich einem Scheinwerfer tauchte der Mondschein die Gestalt in sanftes Licht. Von der Statur her war er sportlich und mindestens einen Kopf größer als ich. Ich hielt inne und zog die Brauen zusammen. Moment mal … kein Junge aus unserem Camp war so groß. Mein Herz begann heftig gegen die Rippen zu pochen. Der gehörte nicht zur Gruppe des Sommercamps. Die Aura, die ihn umgab, schien Eiskristalle in mein aufwallendes Blut zu streuen und es gefrieren zu lassen. Ich wollte schreien, doch kein Ton entwich meiner Kehle und meine Füße waren wie angewurzelt. Dann schoss mir ein neuer Gedanke durch den Kopf, der mein Gehirn völlig vernebelte. Nein, das konnte nicht er sein. Oder? Ich träumte doch nicht?


Weitere Leseproben aus dem Buch findet ihr hier:
www. literra.info/buecher/buch.php?id=16207



Autor: Nadine Stenglein
Buch: Rubinmond
2 Fotos

JennysBuecherwelt

vor 2 Monaten

Alle Bewerbungen

Am meisten faziniert mich das Vampire vor so gut wie vor nichts Angst haben. Für mich stellen sie starke Personen da die alles tun würden um ihre "Seite" zu beschützen oder zu retten.

Nyansha

vor 2 Monaten

Alle Bewerbungen

Vampire faszinieren mich nun seit mehr als 15 Jahren. Früher fing es ganz klassisch mit der Buchreihe "Der kleine Vampir" an und ich war dementsprechend aufgeregt, als der dazu gehörige Film herauskam. Auch die Serie war vor mir nicht sicher. So ging es immer weiter, über die Biss-Reihe, Die Radleys, Interview mit einem Vampir bis hin zur Argeneau-Reihe, die mich bis heute fasziniert (tatsächlich lese ich gerade "Der Vampir in meinem Bett" aus eben dieser Reihe!). Die Faszination finde ich nicht ganz einfach in Worte zu fassen. Es ist einerseits das Idealbild des schönen, gefährlichen Menschen, der im Grunde eher dem Raubtier gleicht und sich zielsicher durch die Nacht (oder neuerdings auch den Tag) bewegen kann. Aber natürlich ist auch der Blut-Aspekt etwas, das einfach fasziniert. Einerseits eine Flüssigkeit, die das pure Leben ausdrückt, aber andererseits auch einen erotischen Anteil herüberbringt. Persönlich haben mich die Fangzähne an Vampiren immer am meisten fasziniert. Dieses Mysteriöse, Andersartige ist einfach unglaublich fesselnd und ich denke, jeder Vampirfan hat schon mal versucht, zu überprüfen, ob seine eigenen Eckzähne nicht vielleicht doch Vampirzähne sein könnten. Ich verbinde einfach so viele schöne Momente mit dem Vampirthema, dass ich im Grunde gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Die Liste ist ziemlich lang und das Thema verbindet mich außerdem sehr mit meiner besten Freundin. Schon vor Jahren haben wir uns gemeinsame Geschichten ausgedacht, die zu Schulzeiten weitergeschrieben und diskutiert wurden, ehe man nach Hause ging und direkt wieder in den Lieblingsbüchern las, um dann abends Vampirfilme zu schauen. Beim Schreiben kommen die Erinnerungen direkt wieder hoch und ich muss gleich mal in meinem aktuellen Vampirbuch weiterlesen :)
So würde ich mich natürlich über neuen Lesestoff zum Vampirthema freuen!

Beiträge danach
77 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

NadineStenglein

vor 1 Monat

Plauderecke

Hallo ihr Lieben :) Ich habe eine Gewinnerin gezogen! Herzlichen Glückwunsch! Vielen, vielen Dank nochmals für all Eure tollen Beiträge. Ganz liebe Grüße, Nadine

Nyansha

vor 1 Monat

Plauderecke

Sehr schade, ich hätte das Buch gerne gewonnen. Dennoch wünsche ich der Gewinnerin ganz viel Spaß beim Lesen!

NadineStenglein

vor 1 Monat

Plauderecke
@Nyansha

Sorry, liebe Nyansha. Ganz liebe Grüße an Dich und nochmals DANKE für Deinen echt interessanten Beitrag.

Sara_Fehling

vor 1 Monat

Plauderecke
@Nyansha

Wer hat den gewonnen ?

__love_books__

vor 1 Monat

Plauderecke

Vielen vielen Dank Nadine!! Ich bin grade erst nach hause gekommen, da ich übers Wochenende in Leipzig war, daher schreibe ich erst jetzt :) Ich freue mich sooo unglaublich sehr und kann es gar nicht mehr erwarten, Rubinmond endlich anzufangen *-*

NadineStenglein

vor 1 Monat

Plauderecke
@Sara_Fehling

Hallo liebe Sara. love books hat gewonnen. Ich habe das Los entscheiden lassen. Liebe Grüße

NadineStenglein

vor 1 Monat

Plauderecke
@__love_books__

:) Herzlichen Glückwunsch :)

Neuer Beitrag