Nagib Machfus

 4,2 Sterne bei 225 Bewertungen
Autor von Die Midaq-Gasse, Zwischen den Palästen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Nagib Mahfuz (auch Nagib Machfus oder Naguib Mahfouz) Erhielt 1988 dem Nobelpreis für Literatur. Er starb am 30. August 2006 in Kairo.

Alle Bücher von Nagib Machfus

Cover des Buches Die Midaq-Gasse (ISBN: 9783293710153)

Die Midaq-Gasse

(38)
Erschienen am 18.03.2024
Cover des Buches Zwischen den Palästen (ISBN: 9783293208469)

Zwischen den Palästen

(25)
Erschienen am 18.03.2019
Cover des Buches Die Kinder unseres Viertels (ISBN: 9783293305892)

Die Kinder unseres Viertels

(17)
Erschienen am 12.03.2020
Cover des Buches Die Reise des Ibn Fattuma (ISBN: 9783293305793)

Die Reise des Ibn Fattuma

(15)
Erschienen am 03.05.2020
Cover des Buches Palast der Sehnsucht (ISBN: 9783293405912)

Palast der Sehnsucht

(13)
Erschienen am 12.03.2020
Cover des Buches Zuckergässchen (ISBN: 9783293305922)

Zuckergässchen

(11)
Erschienen am 12.03.2020
Cover des Buches Miramar (ISBN: 9783293405851)

Miramar

(10)
Erschienen am 03.05.2020
Cover des Buches Das Hausboot am Nil (ISBN: 9783518223826)

Das Hausboot am Nil

(8)
Erschienen am 27.09.2004

Neue Rezensionen zu Nagib Machfus

Cover des Buches Die Midaq-Gasse (ISBN: 9783293710153)
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Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

ana-97
Must-read

Ich habe das Buch im Rahmen der Read-the-world-Challenge für das Land Ägypten gelesen. Folgt mir gerne bei Instagram @leseweltreise um mich auf meiner Reise zu begleiten.

✨ „Die Gasse ging nicht gerecht mit ihren Menschen um. Nicht der, der am meisten liebte, wurde auch am meisten belohnt. Manchmal lächelte sie gerade dem zu, der sie missfällig anschaute, und blickte den missfällig an, der ihr zulächelte.“ ✨

📍 „Die Midaq-Gasse“ von der Nagib Machfus schreibt, befindet sich in Kairo, Ägypten.

📖 Darum geht’s:
Das Buch erzählt die Geschichten der sehr unterschiedlichen Bewohner eines kleinen, lebhaften Stadtteils in Kairo. Es geht um ihre persönlichen Träume, Hoffnungen und Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen haben. Gleichzeitig beleuchtet der Roman die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Zeit und thematisiert den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in einer sich wandelnden Welt.

💡 Das habe ich durch das Buch über das Land gelernt:
Nagib Machfus war der erste arabische Schriftsteller, der einen Nobelpreis für Literatur erhalten hat.

💭 Meine Meinung zum Buch:
Machfus ist es gelungen, einen Vielzahl von Charakteren zu schaffen, die alle auf ihre eigene Weise mit den Bedingungen ihrer Zeit zu kämpfen haben. Von einer ehrgeizigen Friseurin über einen alten Apotheker bis zu einem gescheiterten Liebhaber – Jeder Protagonist bringt seine eigene Geschichte mit, die Machfus in einer poetischen Sprache erzählt. Ein Must-read für alle, die sich für klassische Literatur begeistern!

Cover des Buches Palast der Sehnsucht (ISBN: 9783293207509)
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Rezension zu "Palast der Sehnsucht" von Nagib Machfus

Maseli
2. Band der Kairoer Trilogie

Die Familie des Patriarchen Achmed Abd al-Gawwad ist durch den Tod des geliebten Sohnes Fathmi stark getroffen. Vieles hat sich verändert und besonders Kamal, der jüngste Sohn, erfährt die Härten und Hürden des Erwachsenwerden. Jasin, der älteste Sohn aus erster Ehe, hingegen, versinkt in seiner krankhaften Sexsucht und benötigt mehr als einmal die schützende Hand seines Vaters, der ihn zwar verflucht, aber mehr als alle anderen liebt.

Ich habe vielleicht nur unbewusst wiederholt, was alle sagen, denn die Leute, …., lassen sich nun mal vom Glanz der Macht und des persönlichen Einflusses blenden.

Meine persönlichen Leseeindrücke

Der 2. Band der Kairoer Trilogie „Palast der Sehnsucht“ ist anders. Der Fokus verschiebt sich vom Vater zu den beiden sehr unterschiedlichen Söhnen Kamal und Jasin und besonders auf Kamal konzentrieren sich die größten Buchabschnitte. 

Kamal erfährt die Schmerzen der ersten großen Liebe, ausgesetzt nicht nur dem Spott der Angebeteten, sondern auch der Falschheit des Bräutigams, der sich einst als sein Freund ausgab. 

Da waren nicht nur Geringschätzung und Spott gewesen, nein, auch Härte. Ja, sogar Grausamkeit, denn sie hatte sich gnadenlos über ihn lustig gemacht, war mit ihren Späßchen über ihn hergefallen wie ein Zeichner, der seine Feder nur dazu benutzt, aus einem Menschen eine Karikatur zu machen, einzigartig in ihrer Hässlichkeit wie in ihrer Wahrheit.

Doch die großartige Charakterskizzierung bis ins kleinste Detail ermüdet mich ab und an, wenngleich die schriftstellerische Virtuosität seinesgleichen sucht. Fast schon übertrieben schwulstig lese ich über Kamals Gemütszustand, der meine Lesefreude manchmal arg herausfordert. 

Als Kontrast zu Kamals Leiden gleicht Jasins Leben einer Achterbahn der Sexgelüste, deren er sich bewusst wird. Seine Handlungen, bei denen seine Vernunft vollständig aussetzt, bringt Unruhe in das Familienleben und auch wenn er aktiv daran nicht mehr teilnimmt, werfen seine Aktivitäten Schatten auf den guten Ruf seines Vaters.

Was den Patriarchen Achmed Abd al-Gawaad anbetrifft, so war seine Gestalt etwas Gewaltiges, ein Wesen auf einem Thron, über alle Kritik erhaben. Sein maßloser Lebensstil, der zwar nach dem Tod seines Sohnes eine kurze Unterbrechung erfährt, bringt ihn nicht nur in eine schwierige Lage, sondern fordert seinen Tribut. Doch damit nicht genug, denn die Tragödie bricht über die Familie herein.

Fazit

„Palast der Sehnsucht“ von Nagib Machfus ist der 2. Band der Kairoer Trilogie und ein Meisterstück an Erzählkunst der modernen arabischen Literatur. Wenngleich die detailreiche Charakterisierung Kamals, der zum Manne reift, stellenweise übertrieben schwulstig ist, sehe ich dennoch das Großartige im Rahmen einer Familiensaga.

Cover des Buches Zwischen den Palästen (ISBN: 9783293200654)
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Rezension zu "Zwischen den Palästen" von Nagib Machfus

Maseli
Ein Meisterstück an Erzählkunst der modernen arabischen Literatur

Der Nobelpreis 1988 für Nagib Machufs galt vor allem seiner Kairoer Trilogie, dessen ersten Band „Zwischen den Palästen“ ich hier vorstelle. Die Trilogie ist das Hauptwerk des Autors und ein Meilenstein der modernen arabischen Literatur. Sie entstand in den Jahren 1946–1952, erschien aber erst 1956–1957. Mahfus behandelt darin das Leben einer Kairoer Familie über mehrere Generationen (1917–1944). 


Buchbeschreibung kurz & knapp zusammengefasst


Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich. Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang, und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt. 


In der Tat, außerhalb der Familie flößte Herr Abd al-Gawwad niemanden Angst und Schrecken ein, denn im Umgang mit allen anderen Menschen – Freunden, Bekannten, Kunden – war er offensichtlich ein völlig anderer Mann.


Als die Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen an die Oberfläche kommen, verstricken sich die Familienmitglieder immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen. Seine Ehefrau Amina ist eine Gestalt von mystischer Tiefe, in der Welt der Geister heimischer als in der Welt der Menschen, deren Leben sich ganz auf die Bedürfnisse ihres Mannes konzentrieren. 


„Ich höre und gehorche, stehe zu Diensten.“


Während das Familienleben in den Palastmauern seinen gewohnten Gang geht, beginnt draußen auf der Straße der blutige Kampf um nationale Unabhängigkeit. Abd al-Gawwad’s Familie bleibt von der Tragik der Ereignisse nicht verschont.


Meine persönlichen Leseeindrücke


Was für ein Roman! Grandios, außergewöhnlich, brillant, herausragend, ich könnte hier mit Superlativen nur so um mich werfen. Meine Reise in die Welt der Nobelpreisträger führt mich in ungeahnte literarische Höhen, so unterschiedlich und gleichzeitig so einzigartig und exzellent die einzelnen Meister sind. Sie bringen Erzählungen und Geschichten von hoher Qualität zu Papier, die ich in meiner kleinen Bibliothek der Weltklassiker sammle.


Der 1. Band der Kairoer Trilogie „Zwischen den Palästen“ bietet einen Blick durchs Schlüsselloch in das Leben einer wohlsituierten, geachteten Kairoer Kaufmannsfamilie während des 1. Weltkrieges. An ihr stilisiert Machfus die ägyptische Gesellschaft der religiös geprägten Lebensvorgaben und -zwängen und dem verborgenen liederlichen Leben, dessen sich die Herren außerhalb der gesellschaftlichen Familienpflichten mit Freude und ohne Scham oder Gottesfurcht widmen. 


Abd al-Gawaad ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Im eignen Haus ist er seiner Familie gegenüber ein Tyrann, der Religion aber ein ergebener Gläubiger. Respektlos und harsch gebietet er sich gegen seine Frau, die ihm zu Diensten stehen muss und zu seinen Kindern, von denen er bedingungslosen Gehorsam verlangt.


Das einzige, was du zu tun hast, ist zu gehorchen. Also hüte dich davor, mich so weit zu bringen, dich erziehen zu müssen.


Diese offen dargebotete Misogynie ist durch und durch abstoßend und eine offene Kritik an Lebensumständen, die von der religiös fundamentalistischen Herrschaft durchaus geduldet schienen. Doch nicht nur seine Ehefrau lebt in Angst vor ihm. Auch seine 5 Kinder fürchten den Tyrannen. 


Jedes Kind hatte Vorzüge, doch sobald sie vor dem Vater standen, waren diese im Handumdrehen verschwunden.


Jedes Mitglied durchleidet unendliche psychische Pein in seinem Beisein. Abd al-Gawwad regiert mit eiserner Hand und lässt alle Menschen in den häuslichen Mauern zu kläglichen Marionetten verkommen. Für die Familie gilt, sich nicht seiner Zucht und seinem Gehorsam zu entziehen. Erstaunlich nur, dass außerhalb der Palastmauern der Patriarch mit einem gänzlich anderen Erscheinen auftritt. Jovial, charmant, mit perfekten Manieren tritt er Kunden und Freunden entgegen. Er ist geschätzt und wird umworben, denn seine Anwesenheit ist stets Garantie für fröhliche Stunden. Auch dem weiblichen Geschlecht begegnet er mit Wohlwollen und beim Werben um die weiblichen Gunst zieht er alle Register.


….noch nie, und das war wahrscheinlich das unglaublichste, hatte er dieses lachende, strahlende Gesicht gesehen, trunken von Zuneigung und Heiterkeit.


Wenngleich das Hauptaugenmerk auf Abd al-Gawwad liegt, beschränkt sich der Roman bei weitem nicht nur auf ihn. Auf fast 700 Seiten finden alle Familienmitglieder Platz und Machfus widmet sich ihnen mit großer Empathie und Zuneigung. Für jede einzelne Romanfigur nimmt er sich Zeit und flechtet geschickt die einzelnen Schicksale in die große Familiengeschichte ein. Umrandet von den politischen Veränderungen und den äußeren Einflüssen, die hinter die Palastmauern drängen, eröffnet mir der Roman „Zwischen den Palästen“ einen einzigartigen Einblick in die fremde Kultur des einstigen Weltreiches der Pharaonen.


Fazit


„Zwischen den Palästen“ von Nagib Machfus ist ein Meisterstück an Erzählkunst der modernen arabischen Literatur. 


Machfus‘ große Kunst liegt für mich in seiner Fähigkeit, gesellschaftliche Prozesse scharfsinnig zu beobachten und sie hervorragend, spannend und farbig zu erzählen. Seine genaue Beobachtung, seine scheinbar grenzenlose Fantasie und sein Mut, die Wahrheit zu schreiben, ermöglichte mir einen tiefen Einblick in das Leben in Ägypten vor 100 Jahren. Es mag aber auch ganz einfach sein, dass ich von Anfang an dem schönen Klang der Erzählstimme verfallen war!

Gespräche aus der Community

Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur". Interessierte sind herzlich eingeladen, mit eigenen Exemplaren mitzulesen.

Start: 01.09.2023

717 Beiträge
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Letzter Beitrag von  Maseli

Das ist schön, dass du mir so liebe Zeilen schreibt. Ich bin durch Federfee auf die Klassiker-Runde aufmerksam geworden. Gott sei dank! - denn ich habe in dieser Runde mit die schönsten Romane für mich entdeckt.

Zusätzliche Informationen

Nagib Machfus wurde am 11. Dezember 1911 in Kairo (Ägypten) geboren.

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