Nagib Machfus Anfang und Ende

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Inhaltsangabe zu „Anfang und Ende“ von Nagib Machfus

Eines Morgens werden die beiden Söhne aus der Schule gerufen: Der Vater ist tot. Er wurde mitten aus dem Leben gerissen, und sein Tod bringt die Familie an den Rand des Abgrunds. Etwas Geld im Portemonnaie, ein paar Möbel, einen untadeligen Ruf und eine lächerliche Pension – mehr hat er ihnen nicht hinterlassen.

Eine zeitlose und weltweit relevante Familiengeschichte mit extrem glaubwürdigen und individuellen Charakteren

— philine
philine

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    Anfang und Ende
    philine

    philine

    08. September 2015 um 09:55

    „Anfang und Ende“ von Nagib Machfus ist eines der wenigen Bücher, von denen ich mir wünsche, es möglichst schnell und immer wenn möglich zu lesen, und mir gleichzeitig wünsche, dass es nie enden möge. Zumindest so lange nicht, bis ich den nächsten Machfus-Roman in den Händen halte. Bei Machfus‘ Geschichten habe ich vollkommenes Vertrauen, dass mir jedes Wort und jeder Satz gefallen werden. „Anfang und Ende“ ist – wie die Kairo-Trilogie – eine Familiengeschichte: Die Eltern verlieren ihre Autorität und die Kinder entwickeln sich ganz unterschiedlich. Dabei versuchen sie, ihren Wünschen nachzugeben, stolpern aber über die Strukturen der ägyptischen Gesellschaft. Der allwissende Erzähler bringt uns Lesern die Charaktere schon auf den ersten Seiten so nahe, dass man glaubt, jeden persönlich zu kennen. Jede Entscheidung und jedes Verhalten sind verständlich. „Anfang und Ende“ ist 1949 in Kairo erschienen. Patriarchalische Strukturen prägen das Leben; die Familie gehört zur Schicht des Vaters. Der Vater stirbt und lässt kaum ein Erbe zurück. Weil die Familie angenommen hat, ganz gut situiert gewesen zu sein, steht sie nun vor einer unerwarteten Situation. Die Mutter und die Tochter arbeiten sich auf, um allen Essen und den Jungen Hussain und Hassanein ihre schulische Bildung finanzieren zu können. Der Sohn Hassan, der sich schon immer in den Gassen herumgetrieben hat, sondern sich nun endgültig ab. Die Tochter Nafisa ist 23 Jahre alt. Sie muss nun als Schneiderin arbeiten, eine geringwertig geltende Arbeit, die ihr und ihrer Familie entsprechend geringstes Ansehen einbringt. Ihr fehlt jegliches Selbstbewusstsein, weil sie glaubt, hässlich zu sein. Dabei wünscht sie sich, von jemand Sittlichem geliebt und geheiratet zu werden, glaubt aber selbst nicht wirklich daran. Die Mutter sieht sich in der Verantwortung, wie ein Vater die Familie durchzubringen. Mit ihrer herrischen Art versucht sie, die Familie zusammen zu halten. Damit ihr das gelingt, kann sie selbst keine Bedürfnisse mehr zulassen. Ihr Antrag auf Pension liegt monatelang auf dem Amt, dessen Struktur undurchblickbar ist. Hassanein ist der jüngste Sohn: unvernünftig, ungeduldig und reflektiert sein eigenes Verhalten nicht. Als er sich in das nächstbeste hübsche Mädchen verliebt, fordert er zwanghaft ihre Liebe ein. Mit seinem egoistischen Zielstreben, erfolgreich zu werden, ist er die Hoffnung der Familie. Auch wenn alle zurückstecken müssen, unterstützen sie ihn, seine Wünsche zu erfüllen. Alle sind unglücklich, und die Frage ist, ob sie in der ägyptischen Gesellschaft überhaupt eine Chance haben, glücklich zu werden. Langfristiger Erfolg bzw. eine gut bezahlte, anerkannte Stelle ist nur möglich mit einer Familie mit Ansehen und desweiteren mit reinem Lebenslauf. Hassanein muss aber das illegale Geld von Hassan verwenden, u seine Ausbildung bezahlen zu können. Und er braucht auch Nafisas Unterstützung, Geld durch Schneiderarbeit, für Essen und um seinen Schulabschluss machen zu können. Ohne beruflichen Erfolg muss die Familie dagegen ständig mit der Armut kämpfen. Der Roman ist gesellschaftskritisch, dennoch geht es aber vordergründig um die einzelnen Menschen. Dadurch ist die Geschichte zeitlos und weltweit gültig. Das Verlangen nach Liebe, das Streben nach Wünschen, die Belastung durch Armut, Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und die Undurchdringbarkeit der Bürokratie sind die Themen dieses Romans.

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