Nagib Machfus Die Midaq-Gasse

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Inhaltsangabe zu „Die Midaq-Gasse“ von Nagib Machfus

Einst glänzte die Midaq-Gasse wie ein Stern in der Geschichte des mächtigen Kairo. Inzwischen sind die Arabesken am berühmten Kirscha-Kaffeehaus bröcklig und morsch geworden, aber immer noch ist die Gasse erfüllt vom Lärm ihres eigenen Lebens. Hier laufen die Fäden zusammen, hier strömen die Menschen ein und aus.

Ein Meisterstück der modernen ägyptischen Literatur

— Gin

Bemerkenswerte Charaktere im Kairo der Vierziger Jahre. 

— Lesemanie

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  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. February 2012 um 08:04

    Ein wundervolles Buch über Ägypten. Sprache, Stimmung, Charaktere sind zum Anfassen deutlich.

  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    rumble-bee

    06. August 2011 um 13:28

    "Aber auch diese Blase platzte, so wie alle vorhergehenden, und die Gasse besann sich wieder auf eine ihrer vortrefflichsten Eigenschaften, nämlich vergessen zu können und sich um nichts zu kümmern. Gab es am Morgen einen Grund zu weinen, so wurde geweint, und brachte der Abend etwas Lustiges, dann wurde herzhaft gelacht." Dieses Zitat aus dem letzten Kapitel könnte beispielhaft für das ganze Buch stehen. Denn in der Tat haben wir es hier mit einem beeindruckenden Panorama an menschlichen Charakteren und Erfahrungen zu tun, von arm bis reich, von fromm bis abgrundtief verdorben, von einfältig bis gebildet. Doch alles zieht fast wie in einer eher beispielhaft gemeinten Moritat am Leser vorüber. Man ist beeindruckt vom orientalischen Flair, man wandelt auf den staubigen Gassen, man sitzt im Kaffehaus und raucht Wasserpfeife und trinkt Tee, man lauscht den diversen Streitigkeiten (von denen es im Buch wahrhaftig nicht wenige gibt) - und anschließend kehrt man um etliche unterhaltsame Epsioden reicher eben wieder nach Hause zurück. Dennoch reicht dieses Buch tiefer. Liest man es oberflächlich als typischer Westler, ist man versucht, es als Unterhaltung abzutun. Doch das verbietet sich schon allein dadurch, dass man sich Zeitpunkt und kulturellen Rahmen seines Entstehens klarmachen muss. Geschrieben wurde es in den 50er Jahren vom heutigen Literatur-Nobelpreisträger Nagib Machfus, der selber in einem ganz ähnlichen Viertel in Kairo aufwuchs. Er hat einer ganzen Ära und seinem Volk mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt, da er einerseits die Geschehnisse deutlich gegen Ende des zweiten Weltkrieges ansiedelt, und andererseits die auftretenden Personen sehr beispielhaft für die ägyptische Gesellschaft der damaligen Zeit auswählt. Da haben wir zum Beispiel einen lethargischen Verkäufer von Süßigkeiten, einen auf Erfolg versessenen Geschäftsmann, einen ärmlichen Friseur, einen von Haschisch abhängigen Kaffehausbesitzer mit homoerotischen Neigungen, einen Bettler und "Krüppelmacher", einen scheinheiligen Arzt, einen gläubigen Korangelehrten, einen Heiligen, eine arme Waise, und etliche streitsüchtige Ehefrauen. Diese Mischung sorgt im Laufe des Buches wahrhaftig für viel "Stimmung"; mehr als einmal fliegen Fäuste oder fließen Tränen. Die Einzelheiten der Handlung sind dabei eher unwichtig - doch sehr deutlich wird auch, dass sich dies alles vor der Folie des zweiten Weltkrieges abspielt, und dass das Ägypten der damaligen Zeit um eine eigene Identität ringt. Man steht auf der Schwelle zwischen Vergangenheit und Moderne, und mag sich noch so recht für keine Richtung entscheiden. Ich würde das Buch wie einen orientalischen Teppich beschreiben - immer wieder werden einzelne Fäden wieder aufgenommen und miteinander verknüpft, so dass sich im Laufe der 350 Seiten ein gewisses Muster ergibt. Da geht es um ganz grundsätzliche menschliche Leidenschaften wie Liebe und Treue, aber auch um die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft, um Reichtum und Ehre. Und nur ganz am Rande um Politik. Die Sprache unterstützt den Eindruck eines beispielhaft gemeinten Porträts. Es wird hier viel eher "fabuliert" als westlich-romanhaft "erzählt". Man wähnt sich geradezu selber im Kaffehaus, während man einem Erzähler lauscht, der genüsslich an seiner Shisha (Wasserpfeife) zieht. Ausufernde und moralisierende Passagen gibt es genauso wie zahlreiche aus dem Leben gegriffene Dialoge - dem Leser wird die orientalische Art, ein Gespräch zu führen, nämlich um zahlreiche Ecken herum, sehr lebendig nahe gebracht. Der eher "fantastische" Gesamteindruck wird schließlich noch dadurch unterstrichen, dass alle Zeitangaben äußerst vage bleiben. Man muss sich den Ablauf schon indirekt erschließen, und sich an dünnen Hinweisen entlang orientieren. Aber das ist hier auch nicht so wichtig. Zeit ist im Orient eben relativ. Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich mich ein wenig über mich selber ärgere, mich nicht öfter um solche Literatur zu kümmern. Denn Literatur im besten Sinne ist dies wirklich! Dies ist kein billiger Unterhaltungserfolg, der heute so modern geworden ist und genauso schnell aus dem Gedächtnis verschwindet, wie er kam. Um einen eher frugalen Vergleich zu bemühen, ist dies hier die Schnitte Schwarzbrot, die man gründlich kauen muss, um sie zu verdauen. Im Vergleich dazu verblasst vieles andere zu einem undefinierbaren Brei.

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  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. June 2011 um 22:27

    Eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Seit dem liebe ich Kairo. Als ich dort war habe ich versucht den Eindruck des Buches wiederzufinden und es ist mir fast gelungen, als mich ein Junge durch die Bereiche führte, in die man als Turist wohl kaum kommt. Durch meinen Job hatte ich Gelegenheit mir vieles anzusehen, was im Buch beschrieben ist. Ich hätte mich zu genr in das kleine Kirscha kaffeehaus gesetzt und auf onkel Kamil, den Bonbonverkäufer und den fruseur al.Hilu und den alten Dichter gewartet . Auch die dunklen Seiten des arabischen Lebens kommen nicht zu kurz und ich habe mitgelitten bei dem was kommen mußte. Also lesen und in das alte Kairo (El Caira) eintauchen.

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  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    Windflug

    13. April 2011 um 16:49

    Machfus beschreibt den Mikrokosmos einer Gasse in Kairo gegen Ende des 2. Weltkrieges. Sie ist voll von originellen Charakteren, die man im Laufe des Buches näher kennenlernt, und die alle ihre eigene Geschichte und ihre Schwächen und Fehler haben. Da ist vor allem die junge Hamida, die sich ein anderes Leben wünscht, eines, das mit schönen Kleidern und Aufregung durchsetzt ist. Dann ist da Abbas al-Hilu, ein junger Friseur, der Hamida abgöttisch liebt. Kirscha, der Besitzer des Kaffeehauses, der sich dem Haschisch und seinen homosexuellen Leidenschaften hingibt, was seine Frau verständlicherweise gar nicht gut findet. Oder Zita, der vor Dreck starrende Krüppelmacher, der sich darauf spezialisiert hat, erfolglosen Bettlern zu einer mitleiderregenden Behinderung zu verhelfen - teilweise vorgetäuscht, teilweise wohl auch nicht, so ganz wird das nie klar. Und viele andere. Die Haupt-Handlungslinie ist wohl doch die Geschichte von Hamida und Abbas, aber jede der Personen hat gegen Ende des Buches eine Veränderung ihres Lebens mitgemacht - mal größer, mal kleiner. Ich tat mich anfangs etwas schwer, in das Buch hineinzukommen, hatte es auch schon mal angefangen und wieder abgebrochen, aber nach einer Weile konnte ich es dann doch nicht mehr weglegen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichten ausgehen. Im Grunde steckt viel drin in diesem Buch, das natürlich vordringlich die ägyptische Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne darstellen will. Aber es geht, wenn ich zurückgenke, eben auch viel um Leidenschaft in jeglicher Form, ganz allgemein um den Konflikt zwischen Altem und Neuem, um Freiheit oder was man dafür hält, um Macht, Angst und Vertrauen. Die Sprache ist immer wieder orientalisch-blumig, aber nicht überbordend, so dass es sich wirklich gut liest. Trotzdem bin ich nicht vollends begeistert. Ich habe keinen der Charaktere wirklich sehr ins Herz geschlossen - bei etlichen ist das auch schwer bis unmöglich, weil sie wirklich unangenehme Menschen sind. Aber auch die netten haben mich nicht so sehr mitgerissen, dass ich ernsthaft traurig über den Tod des einen war. Ich habe mehr das Gefühl, von Ferne das Geschehen beobachtet zu haben. Dabei ist man durchaus in den Emotionen der Personen "drin" - aber der Funke sprang irgendwie bei mir nicht recht über, warum auch immer. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Figuren ziemlich extrem sind. Nicht klischeehaft, keineswegs, aber doch sehr plakativ. Von daher: ein zweifelsohne gutes Buch, das aber weder meine Gedanken noch mein Herz sehr vereinnahmt hat. Darum nur drei Sternchen.

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  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    Beagle

    03. January 2011 um 02:53

    Das Leben der kleinen Leute, das Alltägliche ihrer Welt. Dies stellt Nagib Machfus in seinem Roman „Die Midaq-Gasse“ dar. Und wahrhaftig, er gewährt uns einen hingebungsvollen Einblick in das Dasein dieser kleinen Gasse inmitten Kairos, in das Schicksal und das Leben ihrer Bewohner. Da sind Meister Kirscha, der das Kaffeehaus betreibt, in dem sich allabendlich die Leute der näheren Umgebung versammeln. Er ist hoch angesehen, obwohl ihm und seinem guten Ruf seine Laster zu schaffen machen – das Haschisch und junge Männer. Immer wieder kommt es so zu Streitigkeiten mit seiner Frau, die danach das Gesprächsthema der Gasse sind. Sein Sohn Husain hat von dem Leben hier genug, er arbeitet für die Briten und träumt davon, ein besseres Leben führen zu können. Abbas al-Hilu, der junge Friseur, ist nicht besonders ehrgeizig. Für ihn und seinen Onkel Kamil, dem Bonbonladenbesitzer, ist es genug, in den Tag hineinzuleben, genügend zu verdienen, dass es gerade zum Leben reicht. Doch das ändert sich, als er Hamida die Hochzeit verspricht, jenem jungen Mädchen, dass gegenüber wohnt und von dem er schon so lange träumt. Dies gibt ihm den nötigen Antrieb, etwas aus seinem Leben zu machen, Husain zu folgen und für die Briten zu arbeiten. Zita, der Mann, der die Helligkeit meidet und nur nachts unterwegs ist. Sein Geschäft ist es, die Bettler zu verstümmeln, damit diese mehr Almosen aus Mitleid bekommen. Zita wohnt im Hinterzimmer der Bäckerei, das genauso dreckig und stinkig ist, wie er selbst. Der reiche Kaufmann Salim Alwan will so gar nicht zu den bürgerlichen Leuten der Gasse passen. Aber, er hat seine Firma hier und so gehört auch er zu ihnen. Im Stillen ist auch er von Hamida besessen, immer wieder erwägt er, sie zu seiner Nebenfrau zu machen. Dies sind nur ein paar der Figuren, die in Machfus´ Roman auftauchen. Teilweise sind sie derart schrullig beschrieben, dass man sie einfach mögen muss. Es sind die kleinen Dramen, die ihnen täglich zustoßen – Liebe, Geld, Zukunft. Wie überall auf dieser Welt auch. Im Grunde könnte so die Geschichte auch in jeder anderen Stadt und Zeit spielen, nicht, während des Endes des 2. Weltkrieges in Kairo. Wie ich anfangs schon erwähnte, gibt die Geschichte einen schönen Einblick in das Leben zu jener Zeit, doch plätschert die Erzählung auch allzu oft nur dahin, ist langatmig und langweilt den Leser.

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  • Rezension zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    tedesca

    30. November 2010 um 12:49

    Eine Gasse in Kairo, wie es sie wohl zu tausenden gibt. Ein Kaffeehaus, ein Laden, ein Friseur - Machfus zeichnet das Bild eines Viertels in den 1940er-Jahren, das sich seitdem sicher kaum verändert hat. Gierige Vermieterinen, listige Heiratsvermittlerinnen, ein reicher Kaufmann, neidische Nachbarn, kein Klischee wird ausgelassen, und doch besteht kein Zweifel an der Authentizität dieser Beschreibungen. Wo anfangs noch eine fadenscheinige Idylle zu herrschen scheint, gewinnen dunkle Machenschaften immer mehr die Oberhand. Verbotene Gelüste, Haschisch und durchtriebene Verführer lösen im Laufe der Geschichte die harmlosen Gassenbewohner mit ihren kleinen Freuden ab, Krankheit, Angst und Tod schleichen sich in ihr Leben ein. Eine uneingeschränkte Empfehlung für Freunde großer Erzählkunst und ägyptischer Lebensweise.

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  • Frage zu "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus

    Die Midaq-Gasse

    philine

    22. August 2010 um 22:30

    Ich habe gerade "Die Midaq-Gasse" von Nagib Machfus fertig gelesen. Mir ist aufgefallen, dass die vielen Namen oft recht ähnlich sind. Weiß jemand, ob das Absicht ist und wenn warum?

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