Nagib Machfus Die Reise des Ibn Fattuma

(13)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(3)
(6)
(4)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Reise des Ibn Fattuma“ von Nagib Machfus

Als Junge träumte Ibn Fattuma davon, es den großen Reisenden gleichzutun und die ganze Welt zu erforschen. Den erwachsen gewordenen Ibn Fattuma treiben schließlich nicht die Abenteuer- und Entdeckerlust in die Welt hinaus, sondern Liebeskummer. Er schließt sich einer Handelskarawane an und hofft, auf dem langen Weg durch die Wüste seine Enttäuschung zu vergessen. Doch die Reise durch fremde, heidnische Länder mit ihren unbekannten Sitten und Gebräuchen wird immer mehr zu einer Begegnung mit sich selbst und führt ihn zu den Grundfragen des Seins. Nagib Machfus nimmt uns in diesem märchenhaften Roman mit in ferne, vergangene Welten, die erstaunlich gegenwärtig sind – und er zeigt uns, wie absurd es ist, in einer Ideologie sein Glück zu suchen.

Märchenhaft, aktuell, anders - ein Buch, das einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt

— Tasmetu
Tasmetu

Stöbern in Romane

Der Sommer der Inselschwestern

Typisch Mallery...es macht Lust auf eine Fortsetzung! Ein ganz toller Roman mit viel Gefühl!

Kristall86

Der Junge auf dem Berg

Wenn dich ein Buch verstört, fasziniert und einfach sprachlos zurück lässt...

joojooschu

Ein Gentleman in Moskau

Ein grandioses Meisterwerk, einer vergangenen Epoche,Lebendig und Kraftvoll erzählt

Arietta

Die goldene Stadt

Es benötigt viel Aufmerksamkeit,die Infos aus dem Buch aufzunehmen und in die Handlung einzutauchen,eher an freien Tagen lesen und ausgeruht

Kallisto92

Die Tänzerin von Paris

Streckenweise langatmige Analyse der Lucia Joyce zwischen Fiktion und Wahrheit.

SinjeB

Töte mich

Der einfache und schlichte Schreibstil steht im Kontrast zum ausgefallen Handlungsgeschehen bzw. zu den Gedankengängen der Figuren.

ameliesophie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Märchenhaft, aktuell, anders - ein Buch, das einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt

    Die Reise des Ibn Fattuma
    Tasmetu

    Tasmetu

    16. August 2016 um 08:51

    Diese Rezension ist eine Kopie des Originals auf tasmetu.deAls im Rahmen meines Nebenfachs der Dozent für Arabistik über diesen Autor sprach, hörte ich nur mit halbem Ohr zu. Doch dann bemerkte ich, dass ich dieses Buch ohnehin auf der Wunschliste hatte und beschloss, dass nun die perfekte Zeit sei es zu lesen. Denn der Autor ist eine ziemlich interessante Person. Seine Romane unterhalten in erster Linie, kritisieren aber zwischen den Zeilen die Gesellschaft. Und wer denkt, dass dieses Buch (da 1983 verfasst) nicht aktuell sei, liegt absolut falsch. Ich war fasziniert davon, wie viel von dieser Geschichte auch auf unsere eigene Gesellschaft oder die Weltlage übertragbar ist. Denn Ibn Fattuma reist durch Länder, die es eigentlich nicht gibt - und in jedem dieser Länder gibt es Aspekte, die sich auf das unsere (oder andere) übertragen lassen. Und gleichzeitig sind sie aber so überspitzt und außergewöhnlich, dass man die unterschwellige Kritik nicht als böse auffasst. Denn man ist gut unterhalten, wundert und amüsiert sich über Andersartigkeiten und spürt viel mehr zwischen den Zeilen, dass hier sowohl Kritik an unseren Gesellschaften aber auch an der Denkweise des Hauptprotagonisten geübt wird. Es war ein wenig schwierig, in das Buch reinzukommen. Machfus hat einen besonderen und schönen Schreibstil, aber er ist anders als der, den wir hier kennen. Das war gewöhnungsbedürftig, tat dem Buch aber keinerlei Abbruch. Auch die Art zu erzählen, mit Zeitsprüngen und manchmal sehr einfachen Sätzen, war etwas anderes, passte aber wunderbar zur Geschichte und vor allem zur Stimme von Ibn Fattuma, dessen Reisetagebuch das ja sein soll. Hätte ich kein Hintergrundwissen über den Autor gehabt, wäre ich vermutlich ein wenig verwirrt gewesen. Denn manchmal fragte ich mich "Will er damit gerade wirklich Ibn Fattumas starre Denkweise kritisieren oder nicht?" - vor allem bei Themen wie Frauen, Ehe, gleichgeschlechtliche Liebe, usw stellte es mir teilweise alle Nackenhaare auf, weil Ibn Fattuma so abfällige Kommentare vom Stapel ließ. Und nicht wirklich klar gemacht wurde, dass er seine Einstellung mal überdenken sollte, auch wenn Machfus das glaube ich damit ausdrücken wollte. Wie ihr vielleicht merkt, ist es nicht so einfach dieses Buch sinnvoll und strukturiert zu besprechen. Das liegt daran, dass diese Geschichte mehrere Ebenen hat und jede dieser Ebenen muss durchdacht werden: - Die oberflächliche, märchenhafte Erzählung der Reise - Die erfundenen, anderen und überspitzten Kulturen, die die Realität widerspiegeln - Anspielungen auf unsere und viele andere Gesellschaften. - Sture Denkweisen, die sich nur bedingt verändern und die sich auf die unterschiedlichsten Themen beziehen. - Die Ebene des erweiterten Horizonts - Die Ebene des Krieges und Machtgeflechte. - Die Ebene der Religionen - Die Ebene der Familie und der Ehe. - Die Ebene der "Weisen des Landes". - Die Ebene des Reisens, der Rastlosigkeit und des Fernwehs. - Die Ebene des Zurück- und Loslassens, aber auch der Liebe. - Die Ebene nach der Suche der Vollkommenheit, die nirgendwo existiert. Vermutlich fehlen hier sogar noch Elemente, die mir nicht aufgefallen sind. Aber ich denke, ihr bekommt einen Eindruck wie komplex diese zunächst sehr einfach erscheinende Geschichte ist. Und weshalb sie mir vermutlich noch eine ganze Weile im Kopf herumgehen wird. Egal, ob man außergewöhnliche Unterhaltung, eine märchenhafte Erzählung aus einem anderen Land, einen arabischen Klassiker oder Gesellschaftskritik sucht: In diesem Buch findet sich das alles und man kann es auf die unterschiedlichsten Art und Weisen lesen. Ich persönlich finde solche Bücher immer besonders gelungen, weil man sie so schnell nicht vergisst und sie bei erneuter Lektüre immer wieder neu entdeckt. Zwar muss ich sagen, dass ich mir v.a. beim Thema Frauen deutlichere Kritik an Ibn Fattuma gewünscht hätte und auch mit dem Ende nicht so ganz zufrieden war, mich das Buch aber durch seine Komplexität, Vielschichtigkeit und Aktualität sehr beeindruckt hat. Es wird sicherlich nicht mein letztes Buch dieses Autors sein.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Reise des Ibn Fattuma" von Nagib Machfus

    Die Reise des Ibn Fattuma
    sumsidie

    sumsidie

    29. October 2010 um 10:40

    Ibn Fattuma verlässte sein Land, das Land des Islams und begibt sich auf die Suche nach dem idealen Gesellschaftssystem. Auf seiner Reise durchquert er die gegensätzlichsten Staatsformen und lernt ihre Vor- und Nachteile kennen. Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich den bekannten Gesellschaftssystemen, aber auch den Religionen von märchenhaft philosophischer Seite nähern wollen.

  • Rezension zu "Die Reise des Ibn Fattuma" von Nagib Machfus

    Die Reise des Ibn Fattuma
    sabatayn76

    sabatayn76

    22. August 2010 um 23:05

    Das Land der Vollkommenheit Inhalt: Nagib Machfus erzählt von Ibn Fattuma, der sich schon früh für Reisen und andere Kulturen interessiert. Er berichtet von seinem Aufbruch in andere Welten und seinem großen Ziel Gaballand. Auf seiner Reise lernt Ibn Fattuma neue Traditionen und Verhaltensweisen kennen, die ihn manchmal abstoßen, manchmal begeistern, ihm jedoch stets zeigen, dass es neben der ihm bekannten Lebensweise auch immer eine andere Sichtweise auf die Welt gibt. Mein Eindruck: Nagib Machfus liefert dem Leser Argumente für und gegen unterschiedliche Lebensstile, Ideologien, Staatsformen und religiöse Überzeugungen. Dabei plädiert er für Toleranz und Offenheit, ermuntert zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Meinung und der eigenen Lebensphilosophie. Machfus' Sprache ist bisweilen blumig, lässt die Fülle der arabischen Sprache erahnen und ist doch immer leicht und schnell lesbar. Insgesamt war mir 'Die Reise des Ibn Fattuma' jedoch zu repetitiv, oft zu spirituell und zu vorhersehbar. Meiner Meinung nach handelt es sich eher um ein schwächeres Buch des Autors, das mit Werken wie 'Die Midaq-Gasse', 'Die Kinder unseres Viertels' oder der 'Kairo-Trilogie' nicht mithalten kann. Mein Resümee: Eine kurzweilige Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Meiner Meinung nach jedoch nicht das beste Buch des Autors.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Reise des Ibn Fattuma" von Nagib Machfus

    Die Reise des Ibn Fattuma
    philine

    philine

    05. July 2010 um 14:47

    Die Geschichte beginnt mit Ibn Fattuma als Jugendlicher. Nach dem er in der Liebe enttäuscht wird, beginnt er seinen Traum: Reisen. In seiner Heimat, dem Land des Islam, zweifelt er an ein paar Regeln des Islam. Er besucht verschiede Länder, die alle auf einem anderen System aufgebaut sind und andere Religionen haben. Nagib Machfus beschreibt verschiedene Utopien bzw. Gesellschafts- und Staatssysteme. Das eine Land hat zum Beispiel Freiheit als Grundsatz, das andere Gerechtigkeit. "Die Reise des Ibn Fattuma" ist ein philosophisches, sehr lesenswertes und kurzes Werk. Mal lässt Ibn Fattuma sich in einer Stadt aufhalten und dann verfolgt er wieder seinen Traum. Der Ich-Erzähler wird immer älter; sein ganzes Leben besteht aus dieser Reise. Sein Ziel ist das Gaballand, über das noch niemand erzählt oder geschrieben hat. Genau das macht es so für ihn so interessant und er will der erste sein, der über es schreibt. Für mich als Leser wurde die Geschichte immer spannender, weil ich zunehmend, genauso wie Ibn Fattuma, wissen wollte, was das "vollkommene" Gaballand ist. Die Utopien sind fantastisch beschrieben. (Und für mich zudem äußerst interessant, weil ich im Ethikunterricht schon einige andere kennengelernt habe, die teils ähnlich sind. Z. B. der "Sonnenstaat" von Tomasso Campanella: Regierungsform, Position der Frau,...) Ethische Grundsätze sind im Extrem verwirklicht und die Auswirkungen werden aufgezeigt. Ich finde es schade, dass das Buch so kurz ist. Das ist aber kein Nachteil, weil alles gesagt wird, was wichtig für die Geschichte/ das Reisetagebuch ist.

    Mehr