Echnaton

von Nagib Machfus 
4,1 Sterne bei7 Bewertungen
Echnaton
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Historisch interessant, philosophisch ernüchternd

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Inhaltsangabe zu "Echnaton"

Wenige Jahrzehnte nach Echnatons Tod geht der junge Historiker Merimun auf die Suche nach der Wahrheit um Echnaton und Nofretete, das rätselhafte Pharaonenpaar. Ein Schleier von Verleumdung und Vergessen verbirgt die Epoche dieses revolutionären Pharaos.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783293205307
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:190 Seiten
Verlag:Unionsverlag
Erscheinungsdatum:13.04.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2004 bei Jumbo Neue Medien erschienen.

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Historisch interessant, philosophisch ernüchternd
    Vom Scheitern einer Utopie

    Wer war Echnaton? War dieser Herrscher tatsächlich der weltfremde Wahnsinnige, den viele seiner Zeitgenossen in ihm sahen? Ein gefährlicher Verrückter, der die innere und äußere Sicherheit seines Reiches gefährdete, indem er alle bestehenden Traditionen über Bord warf?
    Die historischen Fakten liegen zwar auf der Hand, aber um die Wahrheit hinter der Geschichte zu ergründen, macht sich in Nagib Machfus‘ Roman „Echnaton“ der junge Historiker Merimum auf den Weg, um nur wenige Jahre nach den Ereignissen, Zeitzeugen zu befragen und so ein Bild von Echnaton und seinen Absichten zu erhalten.

    „Denn wer der ewigen Wahrheit dient, füllt den Strom mit frischem Wasser auf.“

    Vierzehn verschiedene Interviewpartner sucht Merimum auf, vierzehn unterschiedliche Berichte über die immer gleichen Ereignisse entstehen. Jede Interpretation, die Merimum erhält, hat ihre Daseinsberechtigung. Ein vielschichtiges Porträt entsteht, das, obwohl die Zeitzeugenberichte fiktiv sind, einen authentischen Blick auf diese entfernte Epoche zulassen.
    Doch das eben mal 180 Seiten umfassende Bändchen des ägyptischen Nobelpreisträgers Machfus nur als einen kleinen historischen Roman zu lesen, wäre zu wenig. Auch wenn sich der Autor an die historischen Fakten lehnt, so ist sein Echnaton ganz klar eine literarische Figur und seine Biographie unterhält den Leser als eine zeitlose Parabel.


    Machfus‘ Echnaton ist ein ebenso kompromissloser wie völlig selbstloser Idealist. Der junge Pharao ist überzeugt davon, durch Liebe und Gewaltfreiheit eine bessere Welt zu erschaffen. Für diese Überzeugung, die ihren Ausdruck in einer völlig neuen monotheistischen Religion findet, wirft er alle alten Traditionen über Bord, den bisherigen Götterkult ebenso wie deren die Gesellschaft prägenden Strukturen. Er ist ein religiöser Führer, ein unbequemer Philosoph, ein Aufrührer, den die Mächtigen seiner Zeit nicht gerne sehen, da er ihnen ihre Grundlage entziehen will.
    Schonungslos schildert Machfus das Scheitern seines Menschheitstraums.
    Angst, Misstrauen, Vorteilsdenken, Eifersucht, Feindseligkeit, fehlende Vorstellungskraft, Neid, Gewinnsucht, egal ob Merimum mit Freunden oder Feinden, Vertrauten oder Fremden Echnatons spricht, immer wieder werden die Grenzen sichtbar, die sich dem Ideal in den Weg stellen. Am Ende unterliegt Echnaton der Größe seines eigenen Traums. Der Mensch, das zeigt Machfus sehr deutlich, ist seinen eigenen Idealen nicht gewachsen. Die Utopie bleibt am Ende eine Utopie, im Falle Echnatons eine rätselhafte Episode in der Menschheitsgeschichte.

    Kommentare: 1
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    tedescas avatar
    tedescavor 6 Jahren
    Rezension zu "Echnaton" von Nagib Machfus

    Machfus erzählt die Geschichte des "Ketzers" in Form von 14 Interviews mit Menschen, die ihm mehr oder weniger nahestanden. Wie ein Puzzle setzt sich das Bild eines Menschen zusammen, der wohl wirklich nur das Beste für seine Mitmenschen wollte und dabei ohne Rücksicht auf Verluste seinen Weg ging. Bis zum Schluss fragen wir uns, welche Rolle nun Nofretete wirklich in dieser Geschichte spielt, und was dran ist an dem Mythos der unsterblichen Liebe zwischen den beiden.
    Die Erzählung ist natürlich fiktiv, derartige Dokumente sind leider nicht erhalten. Machfus zeichnet ein interessantes Bild, finde ich. Für diejenigen, die Macht und Vermögen gefährdet sahen, war Echnaton ein armer Irrer, ein Spinner und eine Gefahr. Für die aber, die ihm wirklich nahe standen, war er ein liebens- und bewundernswerter Visionär, der Gewalt ablehnte und nur mittels Liebe und Zuneigung die Welt zu einem besseren Ort für alle machen wollte. Mir ist dabei sofort der Vergleich mit Jesus eingefallen, der auf jeden Fall sie selben Motive hatte und letztendlich auch ein ähnliches Schicksal erlitt.

    Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, inhaltlich ist es vielschichtig und für Menschen, die sich für Ägypten und seine Kultur interessieren, auf jeden Fall lesenswert.

    Über Echnaton und seinen Einfluss auf die Geschichte kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Echnaton

    Immer wieder wird sein ungewöhnliches und - für manche - abstoßendes Äußeres erwähnt, Bilder davon sieht man hier: http://www.google.at/images?q=echnaton&hl=de&sa=X&oi=imageresultgroup

    Berühmt geworden ist er auf jeden Fall durch die Einführung des Monotheismus, aber auch durch eine eigene Kunstrichtung, den Amarna-Stil, benannt nach Echnatons neu erbauter Hauptstadt, die nur wenige Jahre bewohnt worden ist. Und natürlich für seine schöne Ehefrau, deren Büste im Neuen Museum in Berlin täglich tausende Besucher verzaubert.

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    Wurzelgemuese
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    Zedd
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    Ewienavor 2 Jahren
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    A_nn_A123vor 4 Jahren
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    Carlotavor 5 Jahren

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