Nagib Machfus Miramar

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Inhaltsangabe zu „Miramar“ von Nagib Machfus

Alexandria - die Stadt des Sonnenlichts, von Himmelswasser rein gewaschen, das Herz voll Erinnerungen, voll der Süße des Honigs und der Bitternis von Tränen ... Die Pension Miramar hat ihre besten Zeiten hinter sich, sie ist zum Zufluchtsort einer zusammengewürfelten Gästeschar geworden.

Warum Sehnsucht für Liebe gehalten wird - phänomenale Portraits ägyptischer erwachsener Männer 1967

— philine
philine

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  • Warum Sehnsucht für Liebe gehalten wird

    Miramar
    philine

    philine

    08. September 2015 um 11:17

    Seit ich Nagib Machus‘ Bücher lese, will ich nach Kairo fahren – um noch mehr aus seinen Büchern herauslesen zu können, typische Verhaltensweisen seiner Charaktere, ihren Bezug zur Religion, Staat und Politik besser zu verstehen. Und vor allem ihre Verbundenheit zu der Vergangenheit ihrer Familien und zu Kriegen und Revolutionen. Andrerseits glaube ich, dass man von Nagib Machfus mehr über Ägypten erfährt, als man je selber mit eigenen Augen sehen kann. Und was ich an seinen Büchern so sehr schätze, ist auch gar nicht vordergründig das Politische, sondern wie er das Verhalten und die Gedanken der Menschen, die von der Gesellschaft abhängen, in ihrer Komplexität versteht. Im Innern ungefestigte Personen, die sich nach Liebe, Anerkennung, Familie, einen guten Platz in der Gesellschaft, Individualität und Entfaltung sehnen – wie wir alle. Neue Begegnungen und politische Veränderungen beeinflussen sie stark. Ein junges, schönes Mädchen erweckt bei erwachsenen Männern, die ihr Leben bereits gelebt haben, melancholische Erinnerungen und Hoffnungen. Hoffnungen auf ein glücklicheres Leben, mit denen alle seine Figuren geprägt sind, die sie bei jeder Gelegenheit auf Mitmenschen übertragen und dadurch die unbedingte Verbesserung ihrer Lebenssituation erwarten. Die Liebe ist das höchste Gefühl – jenes, das die Probleme vergessen lässt. Dabei wird viel zu schnell Liebe genannt, was eigentlich nur Sehnsucht ist. Ein ganz normales Verhalten. „Miramar“ ist 1967 ist Kairo erschienen, im Jahr des Sechstagekriegs mit Israel, Jordanien und Syrien. Der Roman gehört zu seinen Büchern, die sich direkt mit der ägyptischen Gesellschaft auseinandersetzen und spielt im Gegensatz zu seinen anderen Romanen nicht in Kairo, sondern Alexandria. (Machfus war sein Leben lang in Kairo, und nur ein paar Mal in Alexandria.) Sein nächstes Buch, „Karnak-Café“, ist 1974 erschienen und beschäftigt sich direkt mit dem Sechstagekrieg. 1988 erhielt Nagib Machfus den Nobelpreis für Literatur, vor allem für seine Kairoer Triologie. Machfus hatte ein sensibles Gefühl für die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf ihre Menschen. Man vermutet, dass er noch vor seinem Tod im Jahr 2008 die Revolution vorausgeahnt hat. Nagib Machfus‘ Sprache zeichnet sich aus durch seine Bilder: Er sagt mit ihnen Dinge aus, die man anders nicht deutlicher sagen könnte. In den Dialogen und Monologen trifft er durch die realistische (aber auch sehr poetische) Ausdrucksweise immer den passenden Ton. Ein Beispiel: „Düsenzeitalter! O du Marionette, die vor Fett und Dummheit birst! Die Feder wurde für Menschen erfunden, die Verstand und Geschmack besitzen, nicht für verrückte Randalierer, die als Dauergäste im Spielklubs und Nachtbars fugieren. Aber das Schicksal hat uns dazu verdammt, zeit unseres Lebens im Gefolge von Kollegen zu arbeiten, die neu sind im Gewerbe. Sie haben ihr Wissen im Zirkus aufgeschnappt und sind nun in die Redaktion eingefallen, um in der Rolle von Seiltänzern zu brillieren.“ (s.13) Das Miramar ist eine Pension in Alexandria. Sie läuft gut, aber die Wirtin ist sich sicher, dass die schönen Zeiten vorbei sind. Verschiedene erwachsene Männer treffen dort zusammen. Und auch Zuchra, die vor einer Vermählung aus ihrem Bauerndorf in die Großstadt geflüchtet ist, kommt dort hin. Das schöne, junge Mädchen wird Objekt der Hoffnungen. Man lernt die Sichtweisen der Männer aus deren eigenen Perspektive kennen, ihre Erfahrungen und woher sie die Narben auf ihrer Seele tragen. Ihr Lebensweg ist gezeichnet. Zuchra lernt man nur durch die Männer kennen. Sie will sich etablieren, sie hat ihr Leben als einzige von ihnen noch vor sich. Ob es tatsächlich offen vor ihr liegt, bleibt zu wünschen. Wie sie wirklich ist, was sie selber will, hat für die Männer keine besondere Bedeutung. Sie sind von ihr vereinnahmt, weil sie ihnen ihre unerfüllten Sehnsüchte vor Augen führt und sie verlieben sich in Zuchra, um sie erfüllt zu glauben.

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