Nagib Machfus Miramar

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 12 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(3)
(5)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Miramar“ von Nagib Machfus

Alexandria - die Stadt des Sonnenlichts, von Himmelswasser rein gewaschen, das Herz voll Erinnerungen, voll der Süße des Honigs und der Bitternis von Tränen ... Die Pension Miramar hat ihre besten Zeiten hinter sich, sie ist zum Zufluchtsort einer zusammengewürfelten Gästeschar geworden.

Interessanter Roman des ersten arabischsprachigen Literaturpreisträgers. Ein Mosaik setzt sich zusammen...

— vanessabln

Warum Sehnsucht für Liebe gehalten wird - phänomenale Portraits ägyptischer erwachsener Männer 1967

— philine

Stöbern in Romane

Wiesenstein

Sprachlich anspruchsvoll, aber ich wurde nicht warm mit Charakteren und Handlung. Historisch und literarisch überfrachtet

ulrikerabe

Abifeier

Eine zusammengewürfelte Familie und das Chaos, das eine Abifeier so hervorruft. Gut beobachtet und ziemlich gut auf den Punkt gebracht.

wunderliteratur

Patria

Mein Jahreshighlight 2018?

buchstabensammlerin

Der Mitternachtsgarten

Dramaturgisch perfekt in Szene gesetzt

katikatharinenhof

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Das Ende der Freundschaft von Elena und Lila

buchernarr

Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Dame zwischen Freud und Leid - lesenswert!

Lovely90

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine Pension und die Liebe (oder auch nicht) in Alexandria

    Miramar

    vanessabln

    16. November 2017 um 09:51

    Als ersten arabischsprachigen Literaturpreisträger sollte man Nagib Machfus wohl gelesen haben. Ich habe mit "Miramar" angefangen, das erstmals 1967 erschienen ist. Es entführt nach Alexandria, wie es damals war. In der Pension mit dem Namen Miramar treffen mehrere Männer aufeinander, die sehr unterschiedlich sind. Alle werden sie von der schönen Fellachin (das Wort musste ich erstmal googeln) Zuchra angezogen, die aus ihren Dorf geflüchtet ist und der griechischen Pensionsinhaberin zur Hand geht. Es geht viel um politische ägyptische Zustände, aber auch rein Menschliches. Die Männer haben entweder eine Vergangenheit hinter sich oder sehen eine bestimmte Zukunft vor sich. Aber alles ist gar nicht so einfach, nicht nur die gesellschaftlichen Bedingungen, auch das Innenleben der Protagonisten... Einige verwickeln sich in tragische Wirrungen bezüglich der Frau(en) und der Roman wird fast zur Komödie. Was für Liebe gehalten wird, ist manchmal etwas anderes. Der Aufbau des Romans, die Perspektiven von vier der Männer, ist gelungen. So ist es ein Art Mosaik, das sich zum Schluss zusammensetzt. Zuchra und der älteste Mann sind die vorbildhaften Protagonisten, die trotz allem fast strahlend ihren Weg gehen, während die anderen träumen oder auf falsche Ziele setzen.Das Buch hat sehr gute Stellen und schöne, wahre Sätze. An anderen Stellen wirkt es etwas langatmig oder schwer verständlich. Vielleicht liegt das auch an der Übersetzung oder man sollte vorher einiges über Ägypten wissen. Die Worterklärungen hinten machen das Verständnis leichter. Aber was z. B. ein Buffet in einem Kino ist und einige andere Worte sind mir noch rätselhaft. Nach einiger Überlegung gebe ich aber doch 4 Sterne.

    Mehr
  • Warum Sehnsucht für Liebe gehalten wird

    Miramar

    philine

    08. September 2015 um 11:17

    Seit ich Nagib Machus‘ Bücher lese, will ich nach Kairo fahren – um noch mehr aus seinen Büchern herauslesen zu können, typische Verhaltensweisen seiner Charaktere, ihren Bezug zur Religion, Staat und Politik besser zu verstehen. Und vor allem ihre Verbundenheit zu der Vergangenheit ihrer Familien und zu Kriegen und Revolutionen. Andrerseits glaube ich, dass man von Nagib Machfus mehr über Ägypten erfährt, als man je selber mit eigenen Augen sehen kann. Und was ich an seinen Büchern so sehr schätze, ist auch gar nicht vordergründig das Politische, sondern wie er das Verhalten und die Gedanken der Menschen, die von der Gesellschaft abhängen, in ihrer Komplexität versteht. Im Innern ungefestigte Personen, die sich nach Liebe, Anerkennung, Familie, einen guten Platz in der Gesellschaft, Individualität und Entfaltung sehnen – wie wir alle. Neue Begegnungen und politische Veränderungen beeinflussen sie stark. Ein junges, schönes Mädchen erweckt bei erwachsenen Männern, die ihr Leben bereits gelebt haben, melancholische Erinnerungen und Hoffnungen. Hoffnungen auf ein glücklicheres Leben, mit denen alle seine Figuren geprägt sind, die sie bei jeder Gelegenheit auf Mitmenschen übertragen und dadurch die unbedingte Verbesserung ihrer Lebenssituation erwarten. Die Liebe ist das höchste Gefühl – jenes, das die Probleme vergessen lässt. Dabei wird viel zu schnell Liebe genannt, was eigentlich nur Sehnsucht ist. Ein ganz normales Verhalten. „Miramar“ ist 1967 ist Kairo erschienen, im Jahr des Sechstagekriegs mit Israel, Jordanien und Syrien. Der Roman gehört zu seinen Büchern, die sich direkt mit der ägyptischen Gesellschaft auseinandersetzen und spielt im Gegensatz zu seinen anderen Romanen nicht in Kairo, sondern Alexandria. (Machfus war sein Leben lang in Kairo, und nur ein paar Mal in Alexandria.) Sein nächstes Buch, „Karnak-Café“, ist 1974 erschienen und beschäftigt sich direkt mit dem Sechstagekrieg. 1988 erhielt Nagib Machfus den Nobelpreis für Literatur, vor allem für seine Kairoer Triologie. Machfus hatte ein sensibles Gefühl für die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf ihre Menschen. Man vermutet, dass er noch vor seinem Tod im Jahr 2008 die Revolution vorausgeahnt hat. Nagib Machfus‘ Sprache zeichnet sich aus durch seine Bilder: Er sagt mit ihnen Dinge aus, die man anders nicht deutlicher sagen könnte. In den Dialogen und Monologen trifft er durch die realistische (aber auch sehr poetische) Ausdrucksweise immer den passenden Ton. Ein Beispiel: „Düsenzeitalter! O du Marionette, die vor Fett und Dummheit birst! Die Feder wurde für Menschen erfunden, die Verstand und Geschmack besitzen, nicht für verrückte Randalierer, die als Dauergäste im Spielklubs und Nachtbars fugieren. Aber das Schicksal hat uns dazu verdammt, zeit unseres Lebens im Gefolge von Kollegen zu arbeiten, die neu sind im Gewerbe. Sie haben ihr Wissen im Zirkus aufgeschnappt und sind nun in die Redaktion eingefallen, um in der Rolle von Seiltänzern zu brillieren.“ (s.13) Das Miramar ist eine Pension in Alexandria. Sie läuft gut, aber die Wirtin ist sich sicher, dass die schönen Zeiten vorbei sind. Verschiedene erwachsene Männer treffen dort zusammen. Und auch Zuchra, die vor einer Vermählung aus ihrem Bauerndorf in die Großstadt geflüchtet ist, kommt dort hin. Das schöne, junge Mädchen wird Objekt der Hoffnungen. Man lernt die Sichtweisen der Männer aus deren eigenen Perspektive kennen, ihre Erfahrungen und woher sie die Narben auf ihrer Seele tragen. Ihr Lebensweg ist gezeichnet. Zuchra lernt man nur durch die Männer kennen. Sie will sich etablieren, sie hat ihr Leben als einzige von ihnen noch vor sich. Ob es tatsächlich offen vor ihr liegt, bleibt zu wünschen. Wie sie wirklich ist, was sie selber will, hat für die Männer keine besondere Bedeutung. Sie sind von ihr vereinnahmt, weil sie ihnen ihre unerfüllten Sehnsüchte vor Augen führt und sie verlieben sich in Zuchra, um sie erfüllt zu glauben.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks