Das unbekannte Persien

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Inhaltsangabe zu "Das unbekannte Persien"

"Ohne jede Schwierigkeit rückten die Araber weiter auf iranisches Territorium vor. Die Sassaniden verteidigten sich, aber vergeblich. Wo verbarg sich nur die furchterregende Armee, die vor dreißig Jahren ruhmvoll von Indien bis nach Ägypten geritten war? Welch seltsame Macht lähmte plötzlich dieses Heer, das einst der Schrecken der Griechen, der Römer und der Byzantiner gewesen war?§Eine Art von Erschlaffung, von Aufgabe bemächtigte sich der Perser, die sich selber satt hatten. Die Niederlage gegenüber den Arabern, nach wie vor nicht geklärt, verursachte Bitterkeit und Enttäuschung. Im byzantinischen Syrien bot sich nach den arabischen Siegen das gleiche Bild. Wie der persische Mazdaismus hatte auch das byzantinische Christentum zugelassen, dass sich zwischen den Vertretern Gottes und dem Volk ein ungeheurer Abgrund aufgetan hatte. Mit seinem Versprechen der Gleichheit antwortete der Islam auf die allgemeine Müdigkeit, die im 7. Jahrhundert die beiden Supermächte plagte.§Als die Araber von fern die Stadtmauern von Ktesiphon erblickten, glaubten sie zuerst an eine Fata Morgana. Als Männer der Wüste kannten sie solche Visionen. Aber mit jedem Schritt zeichneten sich die Umrisse der Burgen, die Wipfel der Zypressen, der weiße Widerschein des legendären Palasts von Chosrau deutlicher ab. Nein, das war keine Fata Morgana, das war wirklich und wahrhaftig die sassanidische Hauptstadt.§Am Ufer des Tigris, gegenüber von Ktesiphon, richteten sie sich ein und belagerten die Stadt. Erste Reaktion waren die Schreie der Wachen: 'Die Dämonen kommen, die Dämonen sind hier!' Im Herzen des persischen Reichs eilten die Männer in ihre Häuser, rafften die Frauen ihren Schmuck zusammen, beteten die Priester des Feuers zu Ahura Mazda und entflammten die Christen ganze Wälder von Kerzen. Derjenige, der auf seinen jungen Schultern das Schicksal der Sassaniden tragen sollte, der König der Könige, sechsundzwanzig Jahre alt, schloß sich ebenfalls ein und betete. Von fern drang ein Ruf an seine Ohren: Allah akbar! Er rief nach einem Minister und fragte ihn, was dieser Ruf bedeute. Nach sehr langen Recherchen kam der Minister zurück und sagte, die zwei Worte bedeuten 'Gott ist groß'. Jesdegerd war mit diesem Satz einverstanden."

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783491691025
Sprache:
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:311 Seiten
Verlag:Patmos

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