Nahlah Saimeh

 4 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Jeder kann zum Mörder werden, Ich bring dich um! und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Nahlah Saimeh

Jeder kann zum Mörder werden

Jeder kann zum Mörder werden

 (8)
Erschienen am 12.11.2012
Ich bring dich um!

Ich bring dich um!

 (3)
Erschienen am 12.10.2017
Das Böse behandeln

Das Böse behandeln

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Erschienen am 01.11.2013
Was wirkt?

Was wirkt?

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Erschienen am 22.12.2005
Motivation und Widerstand

Motivation und Widerstand

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Erschienen am 02.10.2009
Zukunftswerkstatt Maßregelvollzug

Zukunftswerkstatt Maßregelvollzug

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Erschienen am 30.10.2008
Mit Sicherheit behandeln

Mit Sicherheit behandeln

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Erschienen am 01.11.2014

Neue Rezensionen zu Nahlah Saimeh

Neu
A

Rezension zu "Ich bring dich um!" von Nahlah Saimeh

Interessant und lesenswert
AnnetteTraksvor 2 Tagen

Das Werk besteht neben einem Prolog, Vorwort und Ausblick sowie Angaben zu verwendeten Quellen und weiterführender Literatur aus 7 Kapiteln:

Kapitel 1 trägt die Überschrift "Gewalt und psychische Gewalt". Es beschäftigt sich u.a. mit schizophrener Psychose in Abgrenzung zu wahnhaften Störungen sowie mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen. Es geht auf die Frage ein, ob Straftäter generell psychisch krank sind und beurteilt die Heilungschancen.

Kapitel 2 thematisiert "Sexuelle Gewalt" und beschreibt Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die Bandbreite der Sexualstraftaten sowie die psychische Disposition bzw. Bedürfnisse und Motive der Täter. Dabei geht die Autorin auch auf sexuelle Präferenzstörungen ein. Es wird deutlich, dass sexuelle Gewalt ein breites Spektrum darstellt und es nicht DEN Sexualstraftäter gibt. Beschrieben werden auch mögliche therapeutische Maßnahmen, deren Nutzen und die Notwendigkeit von Risiko-Analysen.

"Gewalt im sozialen Nahraum" , die als besonders traumatisierend erlebt wird, ist das Thema von Kapitel 3. Der Leser erfährt etwas über den prozentualen Täteranteil und die Gewaltbereitschaft von Männern und Frauen. Die Autorin äußert sich zu Motivlage, Denktraditionen, Rollenbildern sowie sexuellen Missbrauchshandlungen von Männern und Frauen und deren Bewertung von außen. Es geht auch um Gewalt gegen Eltern und in Intimbeziehungen.

Kapitel 4 steht unter der Überschrift "Amok und School Shooting". Welches sind die Motive der Täter? Aus welchen häuslichen Verhältnissen stammen sie und um was für Persönlichkeiten handelt es sich bei ihnen? Lassen sich die Taten vorab erkennen?

Um "Radikalisierung und Terror" geht es im 5. Kapitel . Gibt es spezielle Zielgruppen und -orte? Welche Persönlichkeitsstruktur weisen die Täter auf und welche Mechanismen führen zu einer Radikalisierung? Welches sind die Instrumente und Absichten des Terrors? Wen wollen Terroristen also treffen und welche Bedürfnisse werden durch Radikalisierung befriedigt? Gibt es folglich Personengruppen, die besonders anfällig sind?

In Kapitel 6 wird gefragt "Kann man das Böse behandeln?" Die Autorin vergleicht die Rückfallraten bei Straftätern nach der Entlassung aus dem Gefängnis und aus der Forensik. Sie beantwortet die Fragen, wie sie ihr Opfer sehen und wie Psychiater helfen können.

Die Frage " Die Therapie der Täter - überflüssig oder Chance für den Rechtsstaat?" steht im Mittelpunkt von Kapitel 7 . Die Ansichten werden auch in der Bevölkerung kontrovers diskutiert. Nahlah Saimeh setzt sich kritisch damit auseinander, indem sie die Argumente gegeneinander abwägt.

Resümee
Dr. Nahlah Saimeh befasst sich als forensische Psychiaterin mit Menschen, die straffällig geworden sind. Sie untersucht die Bedingungen, die jemanden gewaltbereit und zum Täter werden lassen, d.h. den Zusammenhang von Psyche und Gewaltbereitschaft des einzelnen Delinquenten.

In Gutachten bzgl. der Schuldfähigkeit beschreibt sie dessen Persönlichkeit incl. psychischen Störungen, nennt Risikofaktoren und zeigt Therapiemöglichkeiten auf.

In diesem Buch geht es speziell um die individuellen Mechanismen, die Hass und Gewalt hervorrufen.

Die Autorin erläutert ihre Ausführungen zu den oben genannten Themen an vielen Fallbeispielen aus ihrer langjährigen Praxis - wenngleich ich mir vor allem zu den letzten beiden Kapiteln mehr Erfolgsgeschichten gewünscht hätte, damit die Aussagen noch mehr Gewicht bekommen.

Sie verzichtet dabei bewusst auf die Nennung vieler Details, um nicht den Voyeurismus zu bedienen. Ziel ist eine Sensibilisierung dafür, dass Gewalt viele Erscheinungsformen hat und aus vielerlei Gründen auftreten kann.

Nur wenn man die Motive der Täter und die dahintersteckenden Bedürfnisse kennt, kann man ihr wirksam entgegentreten.

Deutlich wird auch hier, was ein anderes Werk der Autorin postuliert: "Jeder kann zum Mörder werden" (Rezension vom 14. Jan. 2013). Dabei entspringen Hass und Gewalt vielfältigen Motiven und haben viele Gesichter. Sie sind sowohl ein gesellschaftliches als auch ein individuelles Problem.

Das Buch ist für den interessierten Laien verständlich geschrieben.

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Rezension zu "Ich bring dich um!" von Nahlah Saimeh

Hass und Gewalt
Flattervor einem Jahr




Über die Autorin:

Nahlah Saimeh, geboren 1966 in Münster, ist eine deutsche forensische Psychiaterin.


Zum Inhalt: Klappentext

Ein Mann rast mit dem Lkw in eine Menschenmenge, eine Schülerin legt in ihrem Zimmer ein Waffenarsenal an, ein Altenpfleger tötet seine Patienten. Woher kommt der Hass?


Nahlah Saimehr weiß, dass aus scheinbar "normalen" Menschen Mörder werden können, dass die Anlage zur Gewalt in jedem steckt, und was das für eine immer brutaler werdende Gesellschaft bedeutet. Als forensische Psychiaterin kennt die Autorin die verschiedensten Arten von Gewalt. In faszinierenden Fallbeispielen spannt sie den Bogen von Gewalt im sozialen Umfeld bis zu Gewalt und Terror im öffentlichen Raum und regt jeden dazu an, sich zu fragen, wo er selbst steht.


Meine Meinung:

Gewalt und Hass sind in unserer Gesellschaft aktueller denn je. Die Autorin stellt diese Behauptung auf und ich dachte, dass es in dem Buch um solche Fragen geht. Aber dem ist nicht so. Das Thema kommt eher so am Rande vor. Nahlah Saimeh ist nämlich forensische Psychiaterin und zeigt an Fallbeispielen zu welchen schockierenden Grausamkeiten Menschen fähig sind. Diese Fälle beschreibt sie auch sehr gekonnt und interessant. Sie weiß, von was sie da redet und sie kann sich in die nichtigen Gründe dieser verachtenswerten Menschen scheinbar hineinversetzen um sie zu erklären.

Wobei ich etwas anderer Meinung bin als sie, ist der Bereich, in dem sie anfängt Morde, Sexualdelikte, die Vorkommnisse am Hauptbahnhof in Köln und den Terrorismus irgendwie in einen Topf zu werfen. Hier muß man differenzieren. Das kann man nicht alles als Verbrechensstatistik in Deutschland sehen, da der Terror und oder die schrecklichen Ereignisse in Köln von außerhalb kommen. Einigem was die Autorin sagt und behauptet, stehte ich kritischer gegenüber. Sie hätte bei ihrem Fachgebiet bleiben sollen, damit wäre das Buch authentischer. Trotz allem hochinteressant zu lesen. 


Cover:

Das Cover hat dunkle und bedrohliche Farben und man weiß sofort, was für eine Geschichte man da in der Hand hat.


Fazit:

Es ist erschreckend, wieviel Hass, Gewalt und Brutalität herrschen. Den Ausführungen und Erfahrungen der Autorin zu folgen hat mir in einigen Kapiteln den Schauer über den Rücken laufen lassen.

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Rezension zu "Ich bring dich um!" von Nahlah Saimeh

Am Thema verhoben
R_Mantheyvor einem Jahr

Der Titel dieses Buches klingt verheißungsvoll. Und irgendwie auch aktuell, denn angeblich nehmen Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft zu. Leider bleibt auch die Autorin einen Beweis für diese schwammige Behauptung schuldig. Schwammig ist sie deshalb, weil gar nicht klar ist, was wirklich damit gemeint ist. Ein Verbrechen (also Gewalt) ist klar definiert, wie aber definiert man Hass? Was ist Hate Speech? Und wer verfolgt das Nichtdefinierte?

Man könnte vom Titel des Buches ausgehend zu der Vermutung kommen, dass es um solche Fragen in ihm geht. Doch weit gefehlt. In Wirklichkeit kommt das scheinbare Thema nur am Rande vor und wird dann auch noch sehr flach behandelt. Die Autorin ist forensische Psychiaterin. So lange sie bei ihrem Thema und konkreten Fällen bleibt, ist das ihr Text wirklich interessant. Die gewählten Beispiele bezeugen in der Tat, zu welcher schockierenden Brutalität und Gewalt Menschen selbst aus scheinbar nichtigen Gründen fähig sind. Diese für die meisten Menschen unfassbaren Zusammenhänge vermag die Autorin gut nachvollziehbar zu erklären. Wenn sie dabei geblieben wäre, läge ein wirklich interessantes, lehrreiches, gut lesbares Buch vor.

Man kann auch dem zweiten Aspekt noch folgen, den sie ausführlich abhandelt, denn dabei geht es ihr um die Verteidigung ihres durch krasse Fehleinschätzungen in Verruf geratenen Fachgebiets. Nicht alles muss man dabei so sehen wie die Autorin, aber man würde akzeptieren, dass es ihr gutes Recht ist, den Zustand der forensischen Psychiatrie aus ihrer Sicht zu schildern. Immerhin ist sie dabei auch ehrlich und benennt die Katastrophen, die auf das Konto forensischer Gutachter gehen. Wen das interessiert, der kann sich die recht lange, aber keineswegs vollständige Liste dieser grandiosen und leider tragischen Fehleinschätzungen im Buch mit den Kommentaren der Autorin durchlesen. Inzwischen soll sich insbesondere bei der Risikoeinschätzung von in geschlossenen Anstalten Einsitzenden manches geändert haben.

Kritisch wird es jedoch allerdings, wenn die Autorin die recht vielen Kriminalfälle, die sie aus persönlicher Sicht kennt, dazu benutzt, um beim Leser das Gefühl zu erzeugen, die Gewalt und der Hass hätten in der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahren zugenommen. Denn tatsächlich bringt sie dafür keinerlei Beweis in irgendeiner nachvollziehbaren Form. Wenn es um eine Zunahme geht, dann muss man sie schließlich messen können. Und wenn man etwas messen will, dann muss man den Gegenstand dieser Messung erst einmal definieren. Man findet in diesem Buch so etwas nicht einmal im Ansatz. Berichte über Gewalttaten, wie sie in diesem Buch stehen, findet man genau so auch in der Vergangenheit, einfach weil es solche Verbrechen immer gegeben hat.

Noch merkwürdiger wird es jedoch, wenn plötzlich alles in einen Topf geworfen wird, wenn sich also Mord im sozialen Nahbereich, Sexualdelikte, Massenvergewaltigungen am Kölner Hauptbahnhof und auf der Domplatte und islamischer Terrorismus in Deutschland in derselben Liga wiederfinden. Und das alles dann unter der Überschrift "Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft". Wer so etwas macht, verspielt schnell seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. Es ist doch völlig offensichtlich, dass die Ereignisse aus der Kölner Silvesternacht von 2015 oder terroristische Anschläge rein gar nichts mit der Verbrechensstatistik und ihrer Entwicklung in Deutschland oder mit irgendwelchen Zuständen innerhalb der deutschen Gesellschaft zu tun haben. Diese fürchterlichen Ereignisse kommen von außen.

Warum die Autorin das alles vermischt, bleibt ihr Geheimnis. Auf Seite 92 lernt man, dass es "rassistisch ist, Kriminalität als Ursache für Gewalt in ethnische Begründungszusammenhänge umzudefinieren". Die Täter von Köln haben "nicht deswegen Frauen begrapscht, weil es Araber oder Nordafrikaner sind, sondern weil es Kriminelle sind". Dem kann man zustimmen. Gleichzeitig lässt sich allerdings nicht wegdiskutieren, dass es diese Art der sexuellen Demütigung von Frauen durch ganze Gruppen von Männern in Deutschland so bisher nicht gab, sie jedoch aus arabischen Ländern (beispielsweise aus Kairo) durchaus bekannt sind. Einige Seiten später allerdings schreibt die Autorin dann folgende bemerkenswerten Sätze: "Zudem gibt es noch die wirklich kulturspezifischen Kontextfaktoren. … Im eigenen Kopf sind es eben doch Prostituierte, unkeusche Frauen, liederliche Wesen." Gemeint sind die Köpfe der Täter und deutsche Frauen. Und weiter, wieder zwei Seiten später: "Das bedeutet, dass die sexuelle Übergriffigkeit Frauen gegenüber eigentlich nicht den Frauen gilt, sondern im Grunde den Mann adressiert und ihm verdeutlicht, dass er nicht in der Lage ist, auf seinen Besitz aufzupassen."

Wenn es nicht so widerlich wäre, könnte man jetzt lachen. Denn diese Sätze sind entlarvend. Erst macht die Autorin deutlich, dass ethnische Begründungszusammenhänge rassistisch seien, dann aber geht sie genauso vor. Und obendrein attestiert sie den Grapschern von Köln einen durchaus rassistischen Hintergrund, den sie mit der Formulierung "kulturspezifische Elemente" tarnt. Immerhin kommt sie später zu der Überzeugung, dass man eine Gesellschaft nur zusammenhalten kann, wenn alle ihre Teile sich bedingungslos zu den Grundwerten dieser Gesellschaft bekennen (S. 220). Das schließt dann alle die aus, die mit solchen "kulturspezifischen Elementen" ausgestattet sind.

Es ist dann am Ende auch nicht mehr verwunderlich, dass sich die Autorin als Verfechterin der politischen Korrektheit offenbart. Im Wissen, dass Sprache das Denken beeinflusst, müsse man eben die Sprache ändern (S. 278). Das bedeutet im Klartext nichts anderes als ein Bekenntnis zum Versuch einer politischen Manipulation und zu einer Umerziehung. Steigern könne man das dann noch durch eine "adressatengerechte Vermittlung von politischer Bildung". Wer legt eigentlich fest, wie gesprochen werden darf und was die Inhalte einer solchen "adressatengerechten politischen Bildung" sind? Wer erhebt sich dann in dieser Form über andere, und was hat das dann noch mit dem Grundgesetz zu tun, das den demokratischen Rechtsstaat in Deutschland definiert. Vielleicht ist der Autorin nicht wirklich bewusst, dass sie sich mit solchen Forderungen bereits jenseits der Normen einer wahrhaft demokratischen Ordnung befindet.

Würde man das Buch auf seine Ausführungen zum eigentlichen Thema, also dem spezifischen Fachgebiet der Autorin reduzieren, dann hätte es eine gute Bewertung verdient. Da sich die Autorin jedoch zu einer Reihe unbewiesener pauschaler Behauptungen hinreißen lässt, ganz unterschiedliche Sachzusammenhänge ohne Not vermischt und dann auch noch zu sich widersprechenden, wenngleich auch entlarvenden Aussagen kommt, dann muss man Widerspruch anmelden.

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