Nancy Kress Hundewahn

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Inhaltsangabe zu „Hundewahn“ von Nancy Kress

Ein Biothriller im Stil von "Verico Target" und "Moskito" oder auch dem Film "Contagion". Nachdem ihr Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hat Tessa Sanderson ihre Stelle beim FBI quittiert und ist in die Kleinstadt Tyler gezogen, um Abstand von ihrem Leben in Washington zu bekommen und einen Neuanfang zu machen. Doch in Tyler bricht der 'Hundewahn' aus. Ihre neuen Nachbarn werden von ihren geliebten Haustieren angefallen. Tessa Sanderson bietet den Behörden ihre Hilfe an und unterstützt Jess Langstrom, den örtlichen Tierkontrollbeauftragten, bei seinem nicht immer einfachen Job, die kranken Hunde bei deren Haltern abzuholen. Aber für Sanderson kommt es noch schlimmer. Sie erhält E-Mails in Arabisch, die Hunde zum Inhalt haben. Ihr verstorbener Mann war Araber und stand somit automatisch im Verdacht ihrer ehemaligen Kollegen vom FBI, Terrorist zu sein. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang? Tessa Sanderson beginnt an allem und jedem zu Zweifeln und beginnt den Dingen auf den Grund zu gehen. Nancy Kress, die bereits mit "Verico Target" und "Moskito" zwei erstklassige Biothriller vorgelegt hat, kehrt nach einigen Far-Future-Romanen mit "Hundewahn" wieder in die Gegenwart zurück. Wie reagieren die Leute, wenn des Menschen bester Freund aggressiv wird und der Staat in die Situation eingreift?

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  • Rezension zu "Hundewahn" von Nancy Kress

    Hundewahn
    Kittyzer

    Kittyzer

    20. October 2012 um 15:59

    Mr. Davis blieb sehr ruhig stehen. "Na, Sohn, nur die Ruhe, okay? Ich werde deinem Hund nichts tun." "Doch, das werden Sie!" Mr. Davis log! Er dachte, Allen sei zu dumm, um zu wissen, dass eine Hundepolizist ihm Susie wegnehmen musste - er meinte, Allen sei dumm, und log. Man konnte nichts glauben, was die Erwachsenen sagten - nicht Allens Mutter oder Vater oder diesem schrecklichen Mann, der Susie töten wollte - Susie, die einzige richtige Freundin, die Allen hatte...nein. Nein. Er ließ die Sicherung der Pistole zurückschnappen, wie Jimmy es ihm gezeigt hatte, zielte auf Mr. Davis und schoss. -- INHALT: Tessa Sanderson hat nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihres arabischen Mannes und dem ewigen Misstrauen wegen seiner ethnischen Herkunft den Dienst beim FBI quittiert und ist nach Tyler gezogen. Doch anstatt dass sie die verdiente Erholung erfährt, gehen dort seltsame Dinge vor sich: Bei den Hunden, die es in der Kleinstadt zuhauf gibt, bildet sich an den Augen zuerst ein milchiger Überzug, dann werden die Tiere aggressiv, beißen und töten sogar. Die Behörden sind überfordert und so bietet Tessa ihre Hilfe an. Dabei kommt sie Dingen auf die Spur, die sie an allem zweifeln lassen, sogar an ihrem Mann - denn alles deutet auf einen terroristischen Akt hin... MEINE MEINUNG: Nancy Kress beginnt ihren "Hundewahn" mit einem Kapitel, das es in sich hat. Anstatt sich mit langen Vorreden und Beschreibungen aufzuhalten, steigt sie direkt in die Geschichte ein und zeigt dem Leser auch gleich das Problem auf: Nämlich, dass die Hunde Menschen angreifen. So stellt sich schnell eine intensive Atmosphäre und ein deutliches Gefühl der Gefahr ein. Der Schreibstil ist dabei angenehm zu lesen, sehr flüssig und mit bildlichen Beschreibungen versehen. Ab und zu werden als Stilmittel Wiederholungen genutzt, um beispielsweise deutlich zu machen, wie traumatisch ein Erlebnis für eine bestimmte Person war. Von Kapitel zu Kapitel - manchmal sogar innerhalb von Kapiteln - wechselt die Sicht, sodass es nie langweilig wird und man die Geschehnisse aus vielen verschiedenen Perspektiven erfährt. Dabei gelingt es der Autorin, all diese Personen so unterschiedlich zu charakterisieren, dass es beim Lesen fast nie zu Verwechslungen kommt. Protagonistin Tessa ist eine sympathische, starke und gleichzeitig traurige Frau, deren Beweggründe man die gesamte Zeit über nachvollziehen kann. Weil ihr das Misstrauen und die Anschuldigungen zu viel wurden, hat sie beim FBI gekündigt und möchte nun ein neues Leben anfangen - doch genau das wird von den Angriffen der Hunde durchkreuzt. Sie ist tough und mutig, besitzt aber auch eine sehr verletzliche Seite, sodass man sich wunderbar mit ihr identifizieren kann. Als sie sich freiwillig als Helferin meldet, wird sie dem Tierkontrollbeauftragten Jess Langstrom zugeteilt. Auch dieser lässt sich ungern auf andere Menschen ein, seit er von seiner Frau verlassen wurde. Er ist ernst und gleichzeitig sehr freundlich, weswegen man sehr gern von ihm liest - insbesondere, weil er versucht, das Vertrauen in das Gute nicht zu verlieren. Einzig und allein seine Gefühle für Tessa gehen für meinen Geschmack eindeutig zu schnell bei der kurzen Zeit, die sie sich kennen. Doch nicht nur auf die Hauptfiguren und die Guten wird so deutlich eingegangen, sondern es kommen auch Charaktere zu Wort, die der Leser in ihrer Sichtweise oder in ihren Taten nicht nachvollziehen kann. Trotzdem sind genau diese besonders glaubwürdig, weil es in jedem Bereich solche Menschen gibt, die ihre extremen Ansichten um jeden Preis durchsetzen wollen. So erlangt man nicht nur einen Einblick in den Kopf von Jess' bestem Freund, der versucht zu helfen, oder dem Polizisten Steve, der seinen Sohn rächen will, sondern auch in den von Ed, der der Meinung ist, die Hunde retten zu müssen und dabei über Leichen geht, oder demjenigen, der bei all dem die Fäden in der Hand hält. Jede Person hat ihre besonderen Eigenschaften und gemeinsam machen sie das Werk unvergleichlich lebendig. "Hundewahn" von Nancy Kress ist eine auf 250 Exemplare limitierte deutsche Ausgabe - was ich gar nicht verstehen kann. Denn die ausgeklügelte Geschichte und die die spannungsgeladene Atmosphäre sind hier so stark, dass noch viele weitere sie erleben sollten. Hier wurden sich viele Gedanken gemacht um Seuchen, die Entstehung und Auswirkung derer und was bei einer Epidemie, egal welcher Art, passieren kann. Die Beschreibungen sind realistisch und glaubwürdig, manchmal blutig, aber selten zu extrem. Der Leser ist von Anfang an in der Geschichte drin, fühlt mit den Charakteren mit oder schüttelt über manches einfach nur den Kopf. Denn es sind nicht nur die Tiere, die gemeingefährlich werden, auch viele Menschen reagieren in einer solchen Situation oftmals völlig kopflos, was hier absolut authentisch dargestellt wird. Mit der Geschichte um die Hunde ist noch eine zweite verbunden, die des terroristischen Anschlags nämlich. Nachdem sie eine mysteriöse Mail erhalten hat, macht sich Tessa auf die Suche nach demjenigen, der all das zu verantworten hat. Dabei lässt die Autorin einen nicht lange herumrätseln, sondern führt gleich auf die richtige Spur. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch, denn dadurch, dass man weiß, woran man ist, kann man viele Fäden perfekt zusammenfügen. Bis zum Ende ist das Werk fesselnd und durchdacht, geht mit den Gefühlen des Lesers jedoch nicht zimperlich um, denn mindestens eine lieb gewonnene Figur lässt ihr Leben. Und obwohl es dann nach einem guten Ende aussieht, versetzt Nancy Kress einen mit dem letzten Kapitel noch einmal in Angst und Schrecken - und schließt ihr Buch so perfekt ab. FAZIT: "Hundewahn" ist kein Buch, das man so schnell wieder vergisst. Mit einer ausgeklügelten Story und perfekt charakterisierten Figuren versehen kann es von Anfang an überzeugen. Bis zum Ende bleibt es spannend und durchdacht und der Schluss wartet mit einem großen, guten Knall auf. Ich hoffe sehr, dass von diesem Werk noch mehr Ausgaben gedruckt werden - denn es ist absolut empfehlenswert! Sehr gute 4,5 Punkte.

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