Naomi Alderman

 3.6 Sterne bei 140 Bewertungen
Autorin von Die Gabe, Ungehorsam und weiteren Büchern.
Naomi Alderman

Lebenslauf von Naomi Alderman

Vom Onlinespiel bis zum Roman: Das Portfolio von Naomi Alderman ist vielseitig. Nach einem Studium der Philosophie, Politologie und Ökonomie am Lincoln College in Oxford erlangte die Britin einen Abschluss im Kreativen Schreiben an der Universität von East Anglia (Norwich). 2006 erschien ihr erster Roman „Disobedience“ (Ungehorsam), der in 10 Sprachen übersetzt und 2017 verfilmt wurde. Alderman erhielt hierfür den Orange Award for New Writers und wurde von der Sunday Times zum „Young Writer of the Year“ erklärt. Wie auch in ihren nächsten beiden Romanen „The Lessons“ und „The Liar‘s Gospel“ widmet sich Alderman dem Judentum und dem Umgang mit dieser Religion. Naomi Alderman beschränkt sich nicht auf ein literarisches Genre. 2011 schrieb sie einen Begleitroman zur britischen Science-Fiction-Serie „Doctor Who“. Sie präsentiert wissenschaftliche Sendungen im Radio, entwirft Szenarien für Onlinespiele und war mitverantwortlich für die erfolgreiche Smartphone-App „Zombies, Run!“ Sie schreibt eine Kolumne im Guardian und ihre Kurzgeschichten wurden für den National Short Story Award der BBC nominiert. An der Bath-Spa-Universität unterrichtet sie seit 2012 Kreatives Schreiben. Bei ihren Romanen schlug sie ebenfalls neue Richtungen ein. „Die Gabe“, in Deutschland 2018 erschienen, ist ein feministischer Science-Fiction-Roman. Er erhielt den Baileys Women‘s Price for Fiction.

Alle Bücher von Naomi Alderman

Die Gabe

Die Gabe

 (63)
Erschienen am 12.02.2018
Ungehorsam

Ungehorsam

 (34)
Erschienen am 23.08.2008
Die Lektionen

Die Lektionen

 (11)
Erschienen am 31.03.2012
The Power

The Power

 (31)
Erschienen am 06.04.2017
Disobedience

Disobedience

 (1)
Erschienen am 22.05.2007
The Lessons

The Lessons

 (0)
Erschienen am 20.06.2011
The Liars'Gospel

The Liars'Gospel

 (0)
Erschienen am 08.04.2014

Neue Rezensionen zu Naomi Alderman

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pantaubookss avatar

Rezension zu "Die Gabe" von Naomi Alderman

Kein Lesevergnügen
pantaubooksvor 2 Monaten

Die Idee, eine Welt zu entwerfen, in der Männer von heute auf morgen zum schwächeren Geschlecht degradiert werden, hat mich besonders interessiert und ich war gespannt darauf, welche Auswirkungen die verschobenen Machtverhältnisse auf die Gesellschaft und das Miteinander der Menschen haben. Leider muss ich sagen, dass ich mich selten so sehr durch eine Geschichte gequält habe und ein oder zweimal sogar versucht war, das Buch abzubrechen.

Erzählt wird die Geschichte alternierend aus den Perspektiven von Roxy, Allie, Margot und Tunde – vier Figuren, die, wenn überhaupt, nur in einigen wenigen Szenen etwas miteinander zu tun haben. Gemein haben sie, dass sie von der aufkommenden Gabe entweder direkt betroffen sind und sie besitzen (wie Roxy, Allie und Margot), oder, wie im Fall von Tunde, von ihr besessen sind. Der Leser folgt den Figuren über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg, in denen sich die Welt durch das Aufkommen der Gabe von Grund auf verändert. Leider hat die Autorin es nicht geschafft, mich über den langen Zeitraum hinweg für eine ihrer Figuren zu begeistern. Keine von ihnen taugte als Identifikationsfigur, keine von ihnen ist annähernd so angelegt, dass man mit ihr mitfühlt, ihre Motivation nachvollziehen kann oder ihre Geschichte weiterverfolgen möchte. 

[…] sie greift nach seinem Handgelenk. Sie lernt, dass sie gar nicht viel Kraft einsetzen muss, damit die Männer von ihr ablassen, und sie ist sehr zufrieden mit sich selbst […]. (S.71)

Auch verschuldet durch die Einteilung der Kapitel in Jahre, die heruntergezählt wurden, war die Handlung oft verworren und Zusammenhänge unverständlich. In jedem Kapitel konnte nur ein kurzer Blick auf die momentane Situation der Figuren geworfen werden. Darauf folgte dann wieder ein Zeitsprung, der plötzliche Schauplatzwechsel zur Folge hatte, die jedoch nicht angesprochen wurden und daher unglaublich verwirrten. Zu oft habe ich mich gefragt: Wo befindet sich die Figur gerade? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Wie ist sie in diese Situation gekommen? Man hatte beim Lesen einfach permanent das Gefühl, dass wichtige Geschehnisse ausgelassen wurde, die der Handlung einen roten Faden verliehen hätte. Das fand ich sehr schade, denn die Geschichte an sich hat meiner Meinung nach großes Potenzial, das hier aber verschenkt wurde.

Ein Dutzend Frauen wurde zu hundert. Hundert Frauen zu tausend. Die Polizei zog sich zurück. Die Frauen riefen Parolen und trugen Plakate mit sich herum. Plötzlich erkannten sie alle gemeinsam ihre Kraft. (S.77)

Die Entwicklung der Handlung hat mich ehrlich gesagt mehr als schockiert. Gerade in einem Zeitalter, in dem Frauen ihre Stimme erheben, ihrer Unterdrückung nicht länger tatenlos zusehen, Ungerechtigkeiten anprangern und körperliche Gewalt gegen sie öffentlich machen, ist die Aussage dieses Buches indiskutabel. Denn das, was die Autorin mit ihrem Roman sagen möchte, ist folgendes: Wenn Männer nicht mehr die Welt regieren und an ihrer Stelle Frauen herrschen würden, gäbe es nur Chaos, Gewalt, Vergewaltigung und Mord (alles seitens der Frauen). Indirekt schwingt die Aussage mit, dass diese Punkte unter der männlichen Weltherrschaft weniger häufig, gesitteter und weniger brutal stattfanden –  was sie damit akzeptabler machen würde. Die Autorin bemüht sich in diesem Buch anhaltend, Frauen als diejenigen darzustellen, die ihre Macht mehr ausnutzen würden, als es Männer bereits tun. Nach Ansicht der Geschichte sind Frauen letztlich für das Leid auf der Welt verantwortlich.

Man hat euch gesagt, dass die Männer über die Frauen herrschen wie Jesus über die Kirche. Doch ich sage euch, dass die Frau über den Mann herrscht wie Maria über ihren kleinen Sohn, nämlich mit Liebe und Zuneigung. (S. 116)

Nervig war meiner Meinung nach auch die im Roman dargestellte religiöse Verherrlichung der Gabe. Allie, eine der bereits erwähnten weiblichen Hauptfiguren, wird zur Priesterin erhoben, die eng im Kontakt mit der allmächtigen Göttin steht. Durch sie erhalten alle Mädchen und Frauen die Berechtigung und die Befehle Gewalt anzuwenden, zu foltern und zu töten. Religion und Macht stehen in dieser Geschichte also sehr nah beieinander, was den Roman, bezogen auf die dargestellten Ansichten, zeitgemäß ins Mittelalter zurückversetzt. Einige mittelalterliche Abbildungen von Figuren und Gerätschaften sollen die Glaubwürdigkeit der Geschichte dahingehend untermalen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch auch was seine Einordnung in ein bestimmtes Genre angeht, ein Desaster. Der Roman ist sowohl dystopisch als auch fantastisch, historisch und zeitgenössisch zugleich. Als Leser kann man da nur verwirrt sein.

Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich wenig überzeugen. Oft ist die wörtliche Rede im indirekt Dialog verfasst, sodass die Figur ein Gespräch gedanklich nur wiederholt, wodurch beschreibende Mittel völlig außen vor gelassen werden. Auch aus diesem Grund war es extrem schwierig, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen.

Fazit & Bewertung

Die Gabe von Naomi Alderman kann ich euch leider nicht empfehlen. Die Autorin beharrt meiner Meinung nach mit dieser Geschichte zu sehr darauf, die bestehenden Machtverhältnisse, nämlich die Herrschaft der Männer über die Welt, zu verherrlichen. Frauen werden in dieser Geschichte zwar dazu befähigt eine Gabe auszubilden, um zum stärkeren Geschlecht zu werden, jedoch geht die Welt ab diesem Zeitpunkt noch mehr vor die Hunde. Eine schockierende Entwicklung der Handlung, keine Identifikationsfiguren, verworrene Zeitsprünge und fehlende Erklärungen haben diesen Roman zu keinem Lesevergnügen gemacht.

https://pantaubooks.wordpress.com/

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Juleeess avatar

Rezension zu "Die Gabe" von Naomi Alderman

Die Gabe
Juleeesvor 3 Monaten

Frauen auf der ganzen Welt entdecken, dass sie plötzlich starke elektrische Stromstöße durch ihre Hände abgeben können und damit Schmerzen zufügen oder sogar töten können.
Dadurch gerät das bisherige Machtgefüge durcheinander, denn die Frauen sind nun in der Lage über die Männer zu herrschen.


Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man als Leser die Geschehnisse in verschiedenen Teilen der Welt mitverfolgen kann.
Darunter auch ein Mann, dessen Geschichte für mich die interessanteste war, da er als Reporter um die Welt reist.
Mit den Charakteren bin ich allerdings nicht ganz warm geworden, was wahrscheinlich an dem recht distanzierten und emotionslosen Schreibstil der Autorin lag.

Es war wirklich interessant zu verfolgen, wie sich die Welt langsam aber sicher immer mehr verändert hat.
Viele Dinge waren erschreckend realistisch und könnten in einigen Ländern bestimmt genauso passieren. Allerdings hätte ich mir etwas weniger Gewalt gewünscht. Die Brutalität mit der die Frauen sich gegen die Männer wenden hat dann doch irgendwann Überhand genommen.
Sicher würde es viele Frauen geben, die ihre Gabe nur dazu verwenden würden, um Macht auszuüben, sich zu rächen und zu verletzen, aber es würde mit Sicherheit auch viele Frauen geben, die etwas Gutes aus dieser Gabe ziehen würden und genau das kam mir in diesem Buch zu kurz.

Einige Dinge hätte ich mir genauso vorgestellt, mit anderen konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden.
Trotzdem war es ein äußerst interessantes und erschreckendes Gedankenexperiment, das zum Nachdenken anregt und deshalb von mir drei Sterne bekommt.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Die Gabe" von Naomi Alderman

'schon immer in ihr geschlummert'
sabatayn76vor 3 Monaten

‚[...] und zeigt ihr, wie sie die Kraft nutzen kann, die schon immer in ihr geschlummert haben muss, all die Jahre ihres Lebens.‘ (Seite 81)

Überall auf der Welt entdecken Frauen, dass sie plötzlich über eine Kraft verfügen, die sie zum starken Geschlecht macht: Sie können mit bloßen Händen Stromschläge austeilen, damit Schmerzen verursachen oder gar töten. Von einem Tag zum anderen unterwerfen sie Männer, revoltieren und brechen alte Strukturen auf.

Ich war sehr gespannt auf ‚Die Gabe‘ von Naomi Alderman, und den Einstieg in den Roman fand ich großartig. Mich hat die Geschichte anfangs nicht nur völlig in ihren Bann geschlagen, sondern ich fand sie überzeugend, plausibel und ein sehr spannendes Gedankenexperiment. Auch die verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitebenen, die den Roman sehr abwechslungsreich machen und viel Spannung erzeugen, empfand ich als gelungen und gut umgesetzt.

Bis zum ersten Drittel des Romans hätte ich ihn vorbehaltlos empfohlen, weil es ein richtig toller Schmöker war, der flüssig geschrieben und gut durchdacht ist, dessen Protagonisten überzeugend charakterisiert wurden, der ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll war.

Doch irgendwann hat mich die starke Gottlastigkeit in einem der Erzählstränge zusehends genervt, auch die extreme Brutalität bei der Schilderung einiger Szenen fand ich deplatziert und unnötig, und nicht zuletzt war mir der Roman viel zu actionreich, erinnerte mich stark an einen Blockbuster im Abendprogramm. Wer so etwas mag, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Für mich ist das eher nichts, und die actionreiche Geschichte hat mich im Verlauf etwas gelangweilt.

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Gespräche aus der Community

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Wir feiern die Gewinnerin des

2017 BAILEYS WOMEN'S PRIZE FOR FICTION

 und verlosen 25 Exemplare für unsere Leserunde!


Book Description

All over the world women are discovering they have the power.
With a flick of the fingers they can inflict terrible pain - even death.
Suddenly, every man on the planet finds they've lost control.


The Day of the Girls has arrived
- but where will it end? 

'Irresistible. Holds a mirror up to the here and now' Mail on Sunday


'A fascinating look at what the world might be like if millennia of sexism went the other way. Ingenious... deserves to be read by every woman (and, for that matter, every man)' The Times

'The Hunger Games crossed with The Handmaid's Tale' Cosmopolitan

'Kick-ass attitude and thrill-a-minute vim' Observer

HIER geht's zur Leseprobe



The Author


Naomi Alderman is the author of three previous novels: Disobedience, The Lessons and The Liars' Gospel. She has won the Orange Award for New Writers and the Sunday Times Young Writer of the Year Award. She was selected for Granta's once-a-decade list of Best of Young British Novelists and Waterstones Writers for the Future. She presents Science Stories on BBC Radio 4, she is Professor of Creative Writing at Bath Spa University and she is the co-creator and lead writer of the bestselling smartphone audio adventure app Zombies, Run!. She lives in London.

Einfach bewerben und unser Lostopf wird entscheiden.

Have a lovely!
All the best from rainy London,
Ulrike @ PRH UK 
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