Die Gabe

von Naomi Alderman 
3,4 Sterne bei55 Bewertungen
Die Gabe
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Positiv (27):
Vaniis avatar

Frauen werden zum starken Geschlecht? Interessante (und zumindest in diesem Szenario:) erschreckende Dystopie! Sehr gerne gelesen

Kritisch (10):
Ro_Kes avatar

Dieses Buch hatte mir persönlich nichts zu geben! 1 Stern (aufgerundet)

Alle 55 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Gabe"

Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453319110
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:12.02.2018

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    Juleeess avatar
    Juleeesvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Eine interessante Dystopie von einer Welt die von Frauen regiert wird.
    Die Gabe

    Frauen auf der ganzen Welt entdecken, dass sie plötzlich starke elektrische Stromstöße durch ihre Hände abgeben können und damit Schmerzen zufügen oder sogar töten können.
    Dadurch gerät das bisherige Machtgefüge durcheinander, denn die Frauen sind nun in der Lage über die Männer zu herrschen.


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man als Leser die Geschehnisse in verschiedenen Teilen der Welt mitverfolgen kann.
    Darunter auch ein Mann, dessen Geschichte für mich die interessanteste war, da er als Reporter um die Welt reist.
    Mit den Charakteren bin ich allerdings nicht ganz warm geworden, was wahrscheinlich an dem recht distanzierten und emotionslosen Schreibstil der Autorin lag.

    Es war wirklich interessant zu verfolgen, wie sich die Welt langsam aber sicher immer mehr verändert hat.
    Viele Dinge waren erschreckend realistisch und könnten in einigen Ländern bestimmt genauso passieren. Allerdings hätte ich mir etwas weniger Gewalt gewünscht. Die Brutalität mit der die Frauen sich gegen die Männer wenden hat dann doch irgendwann Überhand genommen.
    Sicher würde es viele Frauen geben, die ihre Gabe nur dazu verwenden würden, um Macht auszuüben, sich zu rächen und zu verletzen, aber es würde mit Sicherheit auch viele Frauen geben, die etwas Gutes aus dieser Gabe ziehen würden und genau das kam mir in diesem Buch zu kurz.

    Einige Dinge hätte ich mir genauso vorgestellt, mit anderen konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden.
    Trotzdem war es ein äußerst interessantes und erschreckendes Gedankenexperiment, das zum Nachdenken anregt und deshalb von mir drei Sterne bekommt.

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Monat
    'schon immer in ihr geschlummert'

    ‚[...] und zeigt ihr, wie sie die Kraft nutzen kann, die schon immer in ihr geschlummert haben muss, all die Jahre ihres Lebens.‘ (Seite 81)

    Überall auf der Welt entdecken Frauen, dass sie plötzlich über eine Kraft verfügen, die sie zum starken Geschlecht macht: Sie können mit bloßen Händen Stromschläge austeilen, damit Schmerzen verursachen oder gar töten. Von einem Tag zum anderen unterwerfen sie Männer, revoltieren und brechen alte Strukturen auf.

    Ich war sehr gespannt auf ‚Die Gabe‘ von Naomi Alderman, und den Einstieg in den Roman fand ich großartig. Mich hat die Geschichte anfangs nicht nur völlig in ihren Bann geschlagen, sondern ich fand sie überzeugend, plausibel und ein sehr spannendes Gedankenexperiment. Auch die verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitebenen, die den Roman sehr abwechslungsreich machen und viel Spannung erzeugen, empfand ich als gelungen und gut umgesetzt.

    Bis zum ersten Drittel des Romans hätte ich ihn vorbehaltlos empfohlen, weil es ein richtig toller Schmöker war, der flüssig geschrieben und gut durchdacht ist, dessen Protagonisten überzeugend charakterisiert wurden, der ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll war.

    Doch irgendwann hat mich die starke Gottlastigkeit in einem der Erzählstränge zusehends genervt, auch die extreme Brutalität bei der Schilderung einiger Szenen fand ich deplatziert und unnötig, und nicht zuletzt war mir der Roman viel zu actionreich, erinnerte mich stark an einen Blockbuster im Abendprogramm. Wer so etwas mag, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Für mich ist das eher nichts, und die actionreiche Geschichte hat mich im Verlauf etwas gelangweilt.

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    Antigone8s avatar
    Antigone8vor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr spannendes Thema und gerade in der derzeitigen Stimmungslage ein wichtiges Buch.
    Die Gabe - ungewöhnliche Ideenliteratur

    Zunächst ein paar Worte zur Autorin. Naomi Alderman ist in London aufgewachsen und studierte an der University of East Anglia und in Oxford. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben und ihre Romane wurden bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.


    In diesem Roman entwickeln Frauen weltweit die Fähigkeit, elektrische Schläge über ihre Handflächen abzugeben. Diese Fähigkeit führt sehr schnell dazu, dass bisherige Machtverhältnisse in Frage gestellt werden und vor allem das Zusammenleben von Mann und Frau sich radikal wandelt. Das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben und wir folgen den jeweiligen Protagoniseten über mehrere Jahre hindurch. Zudem gibt es noch eine weitere spannende Ebene, die sich durch die Aufmachung des Buches zeigt. Denn bei den Schilderungen handelt es sich um eine historische Interpretation der Ereignisse und diese werden von einem männlichen Autor 5000 Jahre nach den eigentlichen Geschehnissen vorgetragen.

    Das Buch überzeugt vor allem dadurch, dass es kein weibliches Utopia entstehen lässt. Die Autorin stellt Frauen nicht als die besseren Menschen dar und entwickelt daher die These, dass Feminismus seine Berechtigung verliert sobald er zu Machtzwecken instrumentalisiert wird. Naomi Alderman hält in ihrem Roman nichts desto Trotz der Gesellschaft den Spiegel von indem sie, wie in feministischen Werken oft praktiziert, weibliche und männliche Erlebniswelten tauscht. Zudem verdeutlicht sie auf sehr eindrückliche Weise, dass politische und wirtschaftliche Machtverhältnisse auch heute noch nicht viel mehr sind als eine Abstraktion körperlicher Kraft. Daher erscheint mir der englische Titel "The Power" auch wesentlich treffender als die deutsche Titelwahl, umfasst "Power" sowohl Kraft als auch Macht.

    Die Gabe ist ein zugegebenermaßen verstörendes Buch und genau das macht es in meinen Augen so wertvoll und lesenswert. 

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Monat
    Hohe Erwartungen konnten nicht erfüllt werden

    Die Idee fand ich interessant, jedoch fand ich keinen Draht zu den Charakteren und den Handlungen. Als es bei der Hälfte des Buches nicht besser wurde, musste ich leider abbrechen. Den Rest der Story habe ich dann im Internet nachgelesen. Was bei mir angekommen ist:  Es ist keine Frage des Geschlechts sondern des individuellen Umgangs mit Stärke und Macht.

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    nblogts avatar
    nblogtvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein sehr interessanter dystropischer Roman, der fiktiv die Frage beantwortet: Was wäre, wenn Frauen plötzlich das "starke Geschlecht" wäre?!
    Was wäre, wenn Frauen plötzlich das "starke Geschlecht" wären?!

    Ich bin auf "Die Gabe" von Naomi Alderman zunächst aufgrund des Covers aufmerksam geworden und mein Interesse wurde dann vom Klappentext noch gesteigert. Allerdings habe ich dann zunächst ein wenig gehadert, ob ich das Buch tatsächlich lesen soll, da ich geteilte Meinungen über das Buch erhalten habe. Nun habe ich mir das Buch doch vorgenommen und kann sagen, dass ich es mit leichten Abstrichen überaus interessant und lesenswert finde.

    Die Handlung folgt verschiedenen Protagonisten und beleuchtet die Ereignisse so immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln. Dadurch bekommt man als Leser einen allumfassenden Überblick.
    Ein wirklich mitreißender und teils auch echt erschreckend realitätsnaher Schreibstil, reißt einen als Leser mit von den Anfängen des Umschwungs bis hin zum vollständigen Wandel. Während des Lesens fragt mach sich als Leser immer wieder, ob es wirklich so kommen könnte, blickt dann in die Vergangenheit und hat seine Antwort.

    Stellenweise ist der Roman zwar ein wenig stereotyp, vor allem, wenn es um die Vorherrschaft aufgrund der ungleichen Kräfteverhältnisse geht. Gleichzeitig kann der Roman aber dennoch immer wieder mit überraschenden Wendungen aufwarten, so dass die Handlung spannend bleibt.
    Obgleich die Handlung rein fiktiv ist, hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Ereignisse genau so geschehen könnten, wenn es zu einer solchen Situation kommen würde.

    Dies ist ein Roman, bei dem man sich immer wieder die "Was wäre wenn" - Frage stellt und dadurch auch unsere Sozialisation automatisch mit hinterfragt. Ich persönlich fand die Vorstellung, dass es zu einer solchen Welt kommen könnte ziemlich erschrecken, zumal die Handlung gefühlsmäßig bei mir in den 70er bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stehen geblieben ist. Klar könnte es in vielen Teilen der Welt auch heute noch so passieren, wie es im Roman dargestellt ist. Allerdings möchte ich bezweifeln, dass es in der westlichen und abgeklärten Welt solche Ausmaße annehmen würde, wie sie hier beschrieben wurden.

    Meine größte Kritik muss ich zum Ende der Handlung mit anbringen, als ich nicht mehr so ganz nachvollziehen konnte, in welchem Land man sich gerade befand. Irgendwie verschwamm zum Schluss (und damit meine ich nicht direkt die letzten Seiten) alles ein wenig bzw. die Ereignisse überschlagen sich, so dass ich etwas das Gefühl hatte, dass die Autorin endlich zum Schluss kommen wollte.

    Fazit:
    "Die Gabe" von Naomi Alderman ist ein überaus interessanter dystropischer Roman, der fiktiv die Frage beantwortet: Was wäre, wenn Frauen plötzlich das "starke Geschlecht" wären? Dies geschieht überaus realitätsnah und glaubhaft.
    Von mir bekommt der Roman in jedem Fall eine Leseempfehlung, auch wenn die Ereignisse vielleicht nicht für jeden so glaubhaft sein mögen!

    Note: 2+ (💗💗💗💗)

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Gedankenexperiment, spannend und gut zu lesen. Aber man hätte aus der Idee noch mehr rausholen können.
    interessantes Gedankenexperiment: Frauen als das starke Geschlecht

    Kurzmeinung:
    Ein sehr interessantes Gedankenexperiment. Wie sähe die Welt aus, wenn die Frauen das starke Geschlecht wären? Das Buch ist spannend und lässt sich trotz des Umfanges schnell weglesen. Die verschiedenen Perspektiven machen die Geschichte sehr interessant. Allerdings hätte man aus diesem vielversprechenden Ansatz meiner Meinung nach mehr machen können. Da wurde einiges an Potential verschenkt.


    Meine Meinung
    :
    Was mich an diesem Buch besonders gereizt hat, ist das Szenario. Frauen, die plötzlich durch "die Gabe" den Männern körperlich überlegen sind und so zum starken Geschlecht werden. Diese "Gabe" wird dabei sehr realistisch und wissenschaftlich beschrieben und die Entwicklung ist nachvollziehbar und in diesem Rahmen durchaus glaubhaft, wenn man sich darauf einlässt. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft sind sehr interessant und vielschichtig und in den verschiedenen Kulturen auch sehr verschieden. In Saudi Arabien zum Beispiel, wo Frauen bisher stark unterdrückt wurden, findet ein kompletter Machtumschwung statt. In den USA sind die Auswirkungen nicht ganz so krass, aber Konsequenzen sind dennoch sichtbar. Jungs werden von Mädchen getrennt, um für die Sicherheit der Jungen zu sorgen. Mädchen lernen in Trainingslagern, ihre Gabe zu beherrschen. Die Politik reagiert auf die neue Weltordnung mit Aktionismus und schnellen Plänen. Verspricht eine Sicherheit, die sie nicht garantieren kann.
    Auch auf die Religion hat die Gabe eine Auswirkung. Eine der Protagonistinnen, Allie, hat Eingebungen von einer Stimme und dieser Stimme folgend, gründet sie eine neue Religion und wird zu deren Führerin. Diesen Aspekt fand ich auch spannend, wie in solchen Zeiten des Umschwungs die Menschen Halt und Sinn in einer neuen Religion suchen.

    In diesem Buch kommen viele Stimmen zu Wort, viele Ideen werden beleuchtet. Neben der Religionsführerin Allie, später "Mother Eve" genannt, gibt es die Politikerin Margot, die selbst auch die Gabe hat, dies aber zu verstecken versucht, damit sie im Amt bleiben darf. Außerdem ihre Tochter Jocelyn, die Schwierigkeiten hat, ihre Gabe zu kontrollieren.

    Dann gibt es Roxy, die Tochter eines Gangsters, die ein großes Talent für den Einsatz der Gabe im Kampf hat und mit Hilfe derer versucht, das Untergrundimperium des Vaters zu übernehmen.

    Als einzige männliche Perspektive gibt es den afrikanischen Reporter Tunde, der zufällig einen der ersten Berichte über den Ausbruch der Gabe dreht und so zu einem der wichtigsten Berichterstatter zu dem Thema wird.

    Trotz der vielen verschiedenen Perspektiven ist es nicht schwer, beim Lesen den Überblick zu behalten. Im Gegenteil, ich fand es sehr spannend, die Geschichte aus Sicht so verschiedener Charaktere zu verfolgen. Die Charaktere kommen aus verschiedenen Ländern, haben verschiedene Hintergründe, Positionen und Funktionen. So erhält man ein vielschichtiges Bild von der Geschichte.
    Keiner der Protagonist_innen war mir so richtig sympathisch, aber das hat irgendwie auch zu der ganzen Stimmung des Buches gepasst.

    Neben den 5 Erzählperspektiven gibt es auch immer wieder Einschübe aus fiktiven "wissenschaftlichen Berichten", Abbildungen von Artefakten aus der Zeit, Zitaten aus historischen Schriften. Das ist mal was Anderes und hat mir sehr gut gefallen.

    Was mir auch gefällt: Alderman tut nicht so, als wäre die Welt eine bessere, wenn wir Frauen an der Macht wären. Es wird nicht idealisiert, sondern einfach eine interessante Alternative zu unserer Weltordnung geschaffen.
    Die Geschichte und das Szenario regen zum Nachdenken an. Warum ist unsere Gesellschaft so aufgebaut, wie sie es ist? Erst durch das Umdrehen des Machtverhältnisses wird klar, wie viele Bereiche mit Macht und den Geschlechtsunterschieden zu tun haben. Auf welche Bereiche sich so eine Machtverschiebung auswirken würde. Das fand ich mit am interessantesten an dieser Geschichte und hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

    Allerdings finde ich, man hätte da durchaus noch mehr rausholen können; manche Szenerien noch konsequenter zu Ende denken können. Auch der Übergang von der bekannten männerdominierten Weltordnung hin zum Matriarchat ging mir zu schnell. Die Veränderungen werden eher Überblicksartig geschildert, dabei ist es gerade dieser Aspekt, der mir besonders reizvoll erscheint. Da hätte ich mir ein langsameres Herantasten gewünscht und auch den Blickwinkel aus den einzelnen Perspektiven, gerade in den Anfängen!


    Fazit:
    Eine interessante, feministische Lektüre mit verschiedenen Protagonisten und Protagonistinnen und viel Handlung. Es wird ein interessantes Szenario entworfen und durchaus glaubwürdig dargestellt. Das Buch lässt sich trotz des Umfangs sehr schnell und leicht lesen und regt durchaus auch zum Nachdenken an. Allerdings hat die Geschichte auch ihre Schwächen und verschenkt einiges an Potential. 

    Kommentare: 1
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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Absolut faszinierend, es zwingt zum Überdenken vieler Klischees und stellt die Welt auf den Kopf.
    Erschütternd

    Erst sind es nur kleine Veränderungen, doch dann verändern sie die Welt: Frauen bekommen die Gabe, die Kraft, Elektrizität zu entwickeln, sie im Guten wie im Schlechten zu nutzen. Am Beispiel mehrerer völlig unterschiedlicher Figuren erzählt Naomi Alderman die Geschichte der Gabe, vom nigerianischen Journalisten über die Tochter eines Gangsterbosses und ein Waisenmädchen, das zu Kichenführerin wird, zu einer amerikanischen Bürgermeisterin und späteren Senatorin beschreibt sie die Entwicklungen in der Gesellschaft durch die neue Macht der Frauen.
    Frauen sind körperlich schwächer als Männer und kümmern sich um Haushalt und Familie, während die Männer sie verteidigen und versorgen. Dieses wenn auch nicht mehr unbedingt moderne, so doch häufig noch treffende Weltbild stellt die Autorin Naomi Alderman in ihrem Roman „Die Gabe“ auf spannende Art und Weise auf den Kopf. Die Frauen sind durch die Gabe überlegen und übernehmen die Herrschaft. Äußerst packend erzählt sie die neue Geschichte der Menschheit am Beispiel ausgewählter Persönlichkeiten, die einen guten Überblick geben, so ist man als Leser an vielen Stellen dabei, an denen Wichtiges passiert und wird an immer wieder neuen Positionen in die Romanhandlung geworfen. Doch es ist nicht nur spannend, was Alderman beschreibt, es ist auch grausam und beängstigend und vor allem in der Konsequenz auch eines: realistisch. Der Stärkere unterwirft den Schwächeren, er schafft ein Weltbild, das seiner Position entspricht und negiert alles, was seinen Machtanspruch anzweifeln könnte. Diese Entwicklung ist als Fiktion mitreißend, doch es lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, wenn man am Schluss den fiktiven Briefwechsel zweier Autoren und der neuen Welt liest – denn die Welt wurde wirklich auf den Kopf gestellt.
    Zunächst war ich etwas skeptisch, weil ich die Gabe, die alle Frauen erhielten, etwas seltsam fand. Doch für die Konsequenz und Fortführung der Geschichte war die Idee unglaublich gut. „Die Gabe“ ist ein aufrüttelndes, spannendes und bewegendes Buch, das einen zum Nachdenken zwingt. Für mich ist es das erschütterndste und bewegende Buch, das ich seit langem gelesen habe. 

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    killerprincesss avatar
    killerprincessvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Idee, Ausführung nicht ganz meins: Schreibstil etwas zu distanziert, Ende zu abrupt, die ganze Geschichte zu kurz beleuchtet
    Die Gabe

    Meinung


    Ich hatte mich auf das Buch sehr gefreut, die Erwartungen waren aber an sich nicht so hoch, weil ich komischerweise gar nicht so viele Bewertungen zu dem Buch mitbekommen habe.

    Die Geschichte an sich ist ein historischer Roman, der von einem Briefwechsel zwischen dem Autor und einer Freundin eingerahmt wird. Gerade zum Ende fand ich das wirklich super interessant, dazu später aber mehr.

    Auf der ganzen Welt erscheint sie: die Gabe. Zunächst bei Mädchen im Teenageralter, welche sie aber bei älteren Frauen erwecken können und fortan werden auch weibliche Babys mit dem Strang geboren. Mit dessen Hilfe können sie elektrische Stöße in unterschiedlicher Stärke abgeben.

    Durch diese Kraft ändert sich das Verhältnis zwischen Mann und Frau, denn jetzt sind Frauen auf keinen Fall "das schwächere Geschlecht". Gerade in den arabischen Ländern führt die Gabe zu starken Umbrüchen.

    Naomi Elderman erzählt die Geschichte aus vier Perspektiven, unter der auch eine männliche ist, welche mir mit am besten gefallen hat, weil dadurch die weltweiten Umbrüche sichtbar wurden. Auch Roxy fand ich, trotz ihrer kriminellen Ader, ganz sympathisch. Insgesamt muss ich aber sagen, dass alles etwas zu emotionslos und oberflächlich blieb. Neben den Charaktersprüngen gibt es auch einige Zeitsprünge: Diese haben mir nicht so gut gefallen. Es vergehen m. M. n. viel zu viele Jahre, bis es plötzlich zum Super-GAU kommt. Für mich war es irgendwie nicht so ersichtlich, warum erst nach so langer Zeit.

    Besonder gefehlt hat mir eigentlich zu erfahren, wie sich die Welt nachhaltig durch die Gabe verändert hat. Der Übergang scheint nach Frau Alderman ein sehr langer Prozess zu sein. In dem bereits angesprochenen Briefwechsel wird teilweise deutlich, in welcher Zukunft der Autor des Romans im Roman und seine Brieffreundin leben. Irgendwie hätte das dem Buch mehr gegeben, wenn das noch weiter beleuchtet worden wäre. So hat sich das Buch zu sehr in religiösen Überlegungen und brutalen Vergewaltigungsszenen verloren.

    Fazit

    Nicht so gut wie erwartet, hatte gute Ansätze, bzw. die ganze Thematik ist interessant, aber die Umsetzung war leider nur mittelmäßig. Wer es nicht unbedingt lesen möchte, verpasst wahrscheinlich nichts.

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hatte mir persönlich nichts zu geben! 1 Stern (aufgerundet)
    Gab mir nichts!

    Klappentext (Lovelybooks):

    Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.

    Meine Meinung:

    „Wer ist die Schlange und wer die Heilige Mutter? Wer ist schlecht und wer ist gut? Wer hat den anderen überredet den Apfel zu essen? Wer hat die Macht und wer nicht? Das sind alles falsche Fragen.“

    Auch als Mann habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wie eine Welt womöglich aussehen könnte, in der Frauen als das stärkere Geschlecht gelten und die Mehrheit der Machtpositionen durch sie besetzt wäre. Sehr gespannt begann ich die Lektüre und war neugierig auf die Antworten, die mir Naomi Alderman hier präsentieren wird.

    Leider hat mir die Umsetzung zu keinem Zeitpunkt gefallen, denn die Autorin verwandelt die Frauen mit dem Erhalt der Gabe in männermordende Vergewaltigerinnen, die ihre Macht lediglich dazu gebrauchen um voller Hass, Rache zu üben. 

    Trotz mehrerer sehr unterschiedlicher weiblicher Perspektiven, gibt es nicht einen einzigen Moment, wo das Verhalten mal reflektiert wird, geschweige denn über Möglichkeiten nachgedacht wird, die Gabe für etwas „Gutes“ einzusetzen. Es wird stumpfsinnig drauflos gemordet und männliche Genitalien durch Stromschläge geröstet. 

    So folgt ein z.T. hanebüchener Krieg zwischen Frauen und Männern, der dazu noch begleitet wird von einer religiösen Komponente, in Gestalt von „Mother Eve“, die sich als Sprachrohr Gottes, eine „Sie“, sieht und eine „neue Weltordnung“ einleiten will. 

    Gewürzt wird die völlig abstruse Handlung dann noch mit einer lila schimmernden Droge zur Verstärkung der Gabe und ich begann mich immer mehr zu fragen, was die Autorin eigentlich mit diesem Buch aussagen möchte. 

    Fazit:

    Dieses Buch hatte mir persönlich nichts zu geben! 1 Stern (aufgerundet).

    Kommentare: 4
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    Sirenes avatar
    Sirenevor 3 Monaten
    Es fehlte nur noch etwas...

    Es geschieht ganz plötzlich. Roxy ist gerade mal 14 Jahre alt, als sie das erste Mal Stromschläge abgibt, gewollt und sie wird nicht das einzige Mädchen bleiben. Auf der ganzen Welt laufen Videos viral, wo Mädchen Blitze abgeben, damit spielen, prahlen, sogar angreifen. 
    Ist es eine Seuche? Eine Mutation? Sind nur junge Mädchen davon betroffen? 
    Die Welt spielt verrückt und so manche klugen Leute fangen an, es für sich zu nutzen. 

    Was würde passieren, wenn sich die Machtverhältnisse so stark auf ein Geschlecht verschieben? Wie würde es in Saudi-Arabien aussehen? Oder in anderen Ländern mit unterdrückten Frauen? 

    Naomi Aldermann geht mit ihrem Buch einige gewagte Schritte und zeigt eine Welt, die man sich zuerst nur schwer vorstellen kann. Die Idee dahinter ist wirklich interessant und es gibt einige sehr aufregende Charaktere, wie z.B. Mother Eve, die eine Religion ausruft und weltweite Anhänger für sich gewinnt. Sie wird als Prophetin gesehen, das Sprachrohr aller Frauen und hört eine Stimme in ihrem Kopf, die ihr die Richtung weist. Dann ist da noch Roxy, deren Familie bekannt ist für ihre Kriminalitäten, allein der Name reicht um andere zu erschrecken, sie wird Mitglied von Mother Eves Kirche und ihre engste Beraterin. Besonders die Sicht vom Reporter hat mir gefallen, der viele Reisen um die ganze Welt macht und von Veränderungen, Zuständen und Entwicklungen durch die Gabe der Frauen berichtet und sie interviewt. 

    Durch die verschiedenen Sichtweisen sieht man viel Gutes, aber auch Schlechtes und nach den ersten paar Hundert Seiten merkt man, dass sich alles anfängt zu steigern. Bürgerkriege, Rebellionen, unterdrückte Männer und andere Geschehnisse häufen sich, die Welt hat sich grundlegend verändert. 

    Am Anfang des Buches ist die Stimmung noch hoffnungsvoll, durch neu entdeckte Freiheit und Unabhängigkeit, doch das alles wird stark überschattet von Krieg und Mord und ist es richtig den Männern dasselbe Unrecht anzutun, was sie uns angetan haben?
    Sehr geschickt verpackt die Autorin all die Geschehnisse und die knapp über 550 Seiten waren schnell gelesen. 
    Der Schreibstil ist eindringlich und mit wenigen Worten war ich in der Geschichte drinnen. Es ist nicht sehr emotional, eher kühn und manche Gefühle verstecken sich zwischen den Zeilen.
    Ich war auch sehr überrascht gewesen von den historischen Belegen im Roman, die Autorin hat sich da mehr einfallen lassen, als man zunächst denkt. So finden sich im Buch Skizzen von alten Höhlenmalereien über Frauen mit Blitzen, oder Skizzen über Geräte für Frauen und ihre Gabe. Und wenn man das Buch aufklappt, so liest man: “Neil Adam Armon – Die Gabe – Ein historischer Roman”, doch was es damit auf sich hat, das müsst ihr schon selber herausfinden. 

    Doch als das Ende kam, dachte ich nur: “Das war’s schon?”. So viele Ideen, interessante Kleinigkeiten und Charaktere und dann dieses Ende. Ich war nicht enttäuscht, aber überrascht und unzufrieden mit dem Schluss des Buches, weil es für mich kein wirklicher Schluss war. Mir fehlte der runde Abschluss.

    Naomi Aldermann erzählt eine unglaubliche Geschichte aus der Perspektive von einigen unterschiedlichen Frauen und einem Reporter, der das Geschehen auf der ganzen Welt näher betrachtet. Es steckt eine sehr große Idee dahinter, die sehr drastisch gezeigt wird und das Buch ist durchweg ehrlich, verschönert die Zustände und Personen nicht. Nur fehlten mir die Emotionen, es gab keine starken Gefühle, die genau beschrieben werden und so blieb das Buch halbherzig bei mir hängen.

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    xuscha01s avatar
    xuscha01vor 3 Monaten
    Ich habe schon so viel gutes über das Buch gehört und der Film hat einem noch neugieriger gemacht. Also erst das Buch, dann der Film.
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