Naomi Hirahara

 4,7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

NAOMI HIRAHARA ist eine der renommiertesten Kriminalautorinnen der USAund lebt in Kalifornien. Ihre Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Edgar Award ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Naomi Hirahara

Cover des Buches Clark & Division (ISBN: 9783747204221)

Clark & Division

(2)
Erschienen am 20.10.2022

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Cover des Buches Clark & Division (ISBN: 9783747204221)
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Rezension zu "Clark & Division" von Naomi Hirahara

annlu
Kriegsdrama abseits der Front

Der Angriff auf Pearl Harbor verändert das Leben der jungen Aki Ito schlagartig. Sie und ihre japanischstämmige Familie müssen ihre kalifornische Heimat verlassen und in ein Internierungslager. Die Hoffnung aller liegt auf ihrer Entlassung nach Chicago, wo die ältere Schwester Rose bereits lebt. Doch als sie in Chicago ankommen ist Rose tot. Die Behauptung, dass sich ihre Schwester freiwillig vor einen einfahrenden U-Bahn-Zug geworfen hat, kann Aki nicht glauben und so beginnt sie zu ermitteln. 


Die Geschichte beginnt damit, dass Aki ihr Leben vorstellt – und den gewaltigen Umbruch, den der Krieg gegen Japan für sie und ihre Familie bedeutet. Von den Internierungen japanisch-amerikanischer Familien habe ich hier zum ersten Mal gelesen. Auch die Zeit nach dem Lager ist schwierig. Das wäre sie schon genug, ohne dass der Schatten von Roses vermeintlichem Selbstmord über allem liegt. Als Leser begleitet man Aki nun auch in Chicago, merkt wie schwer die Neueingliederung in die Gesellschaft fällt. Dadurch, dass Aki versucht, die letzten Tage ihrer Schwester nachzuvollziehen, lernt sie unterschiedliche Teile der Gesellschaft kennen.

Die Geschichte ist weniger Kriminalroman als vielmehr ein Drama, das sich mit einem Teil der amerikanischen Kriegsgeschichte befasst, der mir bisher noch nie untergekommen ist und den ich daher umso interessierter gelesen habe. Auch, weil Akis und Roses Schicksal das Ganze umso emotionaler machen. 


Japanviertel

Die Itos sind recht angesehen in Los Angeles. Die Eltern sind eingewandert und die Kinder wurden in Amerika geboren. Der Vater betreibt einen Nahrungsmittelhandel. Doch als im zweiten Weltkrieg Pearl Harbor von den Japanern angegriffen wird ändert sich alles. Die Itos verlieren, was sie sich aufgebaut haben und werden in ein Lager umgesiedelt. Im Jahr 1944 bekommen sie die Möglichkeit nach Chicago zu gehen. Dort ist schon ihre ältere Tochter Rose. In Chicago erwartet die Itos eine schreckliche Nachricht. Rose ist tot. Ihre Schwester Aki kann nicht an einen Unfall oder Selbstmord glauben und sie beginnt, Fragen zu stellen.


Das Leben der japanischstämmigen Bevölkerung war schon vorher nicht einfach, doch mit dem Überfall auf Pearl Harbor werden die Japaner in Amerika von ihrem Besitz vertrieben und in Lager gesperrt. Zwar bekommen hier die Itos die Möglichkeit nach Chicago zu gehen, allerdings müssen sie von ganz unten neu anfangen. Besonders schwer ist es für Aki Ito, die zwar eine annehmbare Anstellung findet, aber nicht über den Tod ihrer Schwester hinwegkommt. Zunächst rennt sie gegen eine Mauer des Schweigens. Nicht einmal Roses ehemalige Mitbewohnerinnen wollen reden, lediglich der Koffer mit Roses Habseligkeiten wird ihr übergeben. Auch die Polizei scheint nicht viel Interesse an Ermittlungen zu haben.


Es ist schon beklemmend wie die japanischstämmigen Amerikaner im zweiten Weltkrieg behandelt wurden. Verständlich ist zwar, dass Amerika entsetzt über den Angriff ist, aber deshalb wird ja nicht jeder US-Bürger, der japanisch aussieht, zum japanischen Spion. Es berührt wie Aki versucht, die Umstände des Todes ihrer Schwester zu klären. Dabei muss sie sich in der fremden Umgebung zurechtfinden und sich von ihrer Schwester verabschieden. Auch neue Bekanntschaften schließt sie, wobei sie sich meist im japanischen Viertel aufhält. Man verfolgt, wie akribisch und hartnäckig sie kleinsten Spuren nachgeht und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt. Dabei bekommt man auch einen Eindruck von der Amerikanisch-Japanischen Kultur und welchen Repressalien sie zu Kriegszeiten ausgesetzt war. Dieses gegen eine unsichtbare Mauer rennen, ist zwar auch aus anderen Situationen bekannt, hier wirkt es aber besonders einengend. Dieser ungewöhnliche historische Kriminalroman ist informativ und spannend.

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