Nariman Hammouti-Reinke

 3.6 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf von Nariman Hammouti-Reinke

Nariman Hammouti wurde 1979 als Kind marokkanischer Eltern bei Hannover geboren. Sie ist seit 2005 bei der Bundeswehr, war zwei Mal im Afghanistan-Einsatz und ist heute Leutnant zur See. Als Vorsitzende des Vereins Deutscher.Soldat.e.V in der «Kommission für Migration und Teilhabe des Niedersächsischen Landtags» engagiert sie sich sehr aktiv für eine moderne Integrationspolitik in Deutschland.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Ich diene Deutschland (ISBN:9783499633966)

Ich diene Deutschland

 (9)
Erschienen am 22.01.2019

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Rezension zu "Ich diene Deutschland" von Nariman Hammouti-Reinke

Eine Soldatin erzählt aus ihrem Leben
Leuchtturmwaerterinvor einem Jahr

Inhalt:
Ein Plädoyer für die Bundeswehr – und warum sie sich ändern muss 
Was läuft schief in der Bundeswehr? Eine Soldatin mit Migrationshintergrund spricht Klartext. 
Neonazis und sadistische Offiziere: So sieht das Bild aus, das viele von der Bundeswehr malen. Natürlich gibt und gab es Skandale, die scharf zu verurteilen sind – aber Nariman Hammouti-Reinke weiß: Das ist nicht das ganze Bild, sondern nur ein Bruchteil dessen, was die Bundeswehr ausmacht. Wie wäre es, wenn man sich einmal ohne ideologische Scheuklappen mit dem auseinandersetzt, was die Bundeswehr tut? Woran es liegt, dass Soldaten eine solche Verachtung entgegenschlägt? Und wo liegt die gesellschaftliche Verantwortung jedes Einzelnen? Nariman Hammouti-Reinke, Soldatin und Muslima, hat darauf Antworten – denn für sie ist es «die höchste Form der Integration, dass ich in der
Bundeswehr diene und bereit bin, für Deutschland zu sterben».

Autorin:
Nariman Hammouti-Reinke wurde 1979 als Kind marokkanischer Eltern bei Hannover geboren. Sie ist seit 2005 bei der Bundeswehr, war zwei Mal im Afghanistan-Einsatz und ist heute Leutnant zur See. Als Vorsitzende des Vereins Deutscher.Soldat.e.V in der «Kommission für Migration und Teilhabe des Niedersächsischen Landtags» engagiert sie sich sehr aktiv für eine moderne Integrationspolitik in Deutschland.

Quelle: Rowohlt Polaris

Meinung:
Eine Frau, Soldatin, mit Migrationshintergrund. Die Autorin erzählt von ihrem Leben als Soldatin. Wie sie im Alltäglichen und nicht ganz Alltäglichen immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Sei es in ziviler Umgebung, weil sie einen Migrationshintergrund hat. Sei es innerhalb der Bundeswehr, weil sie eine Frau ist. Doch sie erzählt nicht nur von Dingen, die sich ändern müssen. Sie zeigt auch auf, warum sie ihren Job so liebt und warum auch Frauen einen festen Platz als Wehrsoldatinnen in der Bundeswehr haben.
Nariman Hammouti-Reinke bemerkt, dass Deutschland in den letzten Jahren ein Problem hat. Denn für viele gehört die Bundeswehr nicht (mehr) zu Deutschland. Es ist nicht mehr chic zu dienen, seit die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. Man wird als Waffenfanatiker beschimpft, wenn man sich freiwillig zum Dienst an der Waffe meldet. Deutschland sollte stolz auf seine Soldaten sein, denn sie sorgen dafür, dass wir alle in Frieden unserem Leben in gewohnter Weise nachgehen können.
Leider ist Schubladendenken des Deutschen liebstes Vergnügen und so werden die Soldaten oft als "autoritäre Sadisten" oder "unselbstständige Befehlsempfänger" abgestempelt.
Durch dieses Buch erfährt der Leser nicht nur viel über die Autorin, sondern auch über die Strukturen der Bundeswehr. Beispielsweise dürfen Frauen erst sein 2001 den Dienst an der Waffe antreten. Zuvor durften sie höchstens im Sanitätsdienst aktiv sein.
Sie erzählt davon, dass es nicht leicht ist, wenn man als Soldat immer wieder versetzt wird und oft von der Familie und Freunden weit entfernt arbeitet.
Dass heutzutage mehr diskutiert wird, als einfach Befehle zu befolgen, stört sie sehr. Die jungen Rekruten versuchen alles tot zu diskutieren. Doch in gefährlichen Situationen hat man keine Zeit für so etwas. Man muss sich 100%ig auf seine Kameraden verlassen können und einfach ausführen. Nur so kann die Gemeinschaft diese Situationen beherrschen.

Für meinen Geschmack übt die Autorin allerdings nur Kritik an Kameraden und Zivilisten aus in diesem Buch, höchstens noch am direkten Vorgesetzten. Alle, die weiter oben in der Hierarchie sitzen, werden leider nicht bedacht. Das wirkt etwas zu "abgesprochen" und man fragt sich an so mancher Stelle, ob es wirklich ihre freie Meinung ist oder ob da die Pressestelle der Bundeswehr nicht doch ein paar Worte mitzureden hat.

Sie greift auch den Alltagsrassismus auf, mit dem sie als Deutsche mit Migrationshintergrund zu kämpfen hat. Selbst in Uniform wird sie von Zivilisten oft abwertend behandelt, als könne sie nicht richtig deutsch und wäre etwas minderbemittelt. Natürlich ist dieses Thema für die Autorin wichtig, doch leider hat man beim Lesen das Gefühl, dass an vielen Stellen das Thema wichtiger erscheint, als die Bundeswehr und somit das eigentliche Grundthema des Buchs ausgehebelt wird.

Mich selbst betrifft dieses Thema nicht, was es für mich natürlich sehr schwierig macht genau zu verstehen, welchen Stellenwert es in ihrem Leben einnimmt. Ich hatte leider das Gefühl vor allem das Thema "Frau an der Waffe" kam zu kurz in diesem Buch. Ich als Frau interessiere mich vor allem dafür, wie frau mit Vorurteilen und "Problemen" in einer doch sehr dominierten Männerwelt umgeht. Leider wird das Thema auf sexuelle Gewalt und schwache 15 Seiten reduziert in diesem Buch. Da hätte ich mir einfach mehr erhofft.

Da ich mir tatsächlich mehr von dem Buch gewünscht hatte, kann ich ihm leider nur 3 von 5 Sternen geben. Die Autorin ist sympathisch, doch man erfährt sehr wenig über sie als Frau. Das Hauptthema scheint Migration und das Leben als Muslima zu sein, dann kommt ihr Leben als Soldat und erst dann ist sie Frau, die in der Bundeswehr tätig ist. Das war mir leider nicht genug.

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