Nasrin Siege

 4,1 Sterne bei 25 Bewertungen
Autorin von Juma, Sombo, das Mädchen vom Fluss und weiteren Büchern.
Autorenbild von Nasrin Siege (©)

Lebenslauf von Nasrin Siege

Nasrin Siege, in Teheran/Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen, studierte Psychology und arbeitete danach als Psychotherapeutin. Seit 1983 hat sie – unterbrochen durch kurze Deutschlandaufenthalte – mit ihrem Mann und den zwei Kindern in Tansania, Sambia, wieder in Tansania und in Madagaskar gelebt. Seit Juni 2008 lebt Nasrin Siege in Äthiopien. Seit 1993 und bis heute engagiert sich Nasrin Siege für afrikanische Kinder und schrieb in zahlreichen Kinder-und Jugendbüchern über deren Alltag. Nasrin Siege hat mit Freunden den Verein “Hilfe für Afrika e.V.” (www.hilfefuerafrika.de) gegründet, der verschiedene Kinderhilfsprojekte in Afrika unterstützt, einige davon für Straßenkinder. Links: www.hilfefuerafrika.de

Alle Bücher von Nasrin Siege

Cover des Buches Juma (ISBN: 9783407783011)

Juma

 (6)
Erschienen am 01.04.2000
Cover des Buches 'Ich kehre zurück, Dadabé' (ISBN: 9783860997130)

'Ich kehre zurück, Dadabé'

 (5)
Erschienen am 06.06.2018
Cover des Buches Sombo, das Mädchen vom Fluss (ISBN: 9783407781659)

Sombo, das Mädchen vom Fluss

 (6)
Erschienen am 01.08.1999
Cover des Buches Die Piraten von Libertalia (ISBN: 9783827052902)

Die Piraten von Libertalia

 (2)
Erschienen am 03.02.2009
Cover des Buches Shirin (ISBN: 9783941725331)

Shirin

 (2)
Erschienen am 01.03.2015
Cover des Buches Asni (ISBN: 9783897414464)

Asni

 (1)
Erschienen am 05.03.2020
Cover des Buches Der Honigvogel (ISBN: 9783941725409)

Der Honigvogel

 (1)
Erschienen am 01.07.2016
Cover des Buches Kalulu und andere afrikanische Märchen (ISBN: 9783860994283)

Kalulu und andere afrikanische Märchen

 (1)
Erschienen am 06.06.2018

Neue Rezensionen zu Nasrin Siege

Cover des Buches Der Honigvogel (ISBN: 9783941725409)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Der Honigvogel" von Nasrin Siege

In 12 Geschichten kindgerecht das Leben von Kindern in Afrika kennenlernen
Kinderbuchkistevor 6 Monaten

Die Autorin Nasrin Sieg lebt seit einigen Jahren in Afrika. Mit ihren 12 Geschichten erzählt sie uns vom Leben der Kinder dort, das so ganz anders ist als das der Kinder hier und dennoch ist einiges gleich.

Einfühlsam und klar nimmt sie in den Geschichten ihre Leser mit in eine Welt in die sich Kinder hier hinein fühlen können auch wenn das Leben so ganz anders ist als ihres. 

So lernen wir Abdi, den Hirtenjungen kennen, der mit seiner Familie in einer kargen Lehmhütte wohnt. Viel hat die Familie nicht doch wird schon in den ersten Momenten der Erzählung klar, das die kleine Welt trotz allem Lächeln lässt. Abdis Familie gehört die Kuh Berta, die gerade ein Kälbchen bekommen hat. Abdi tauft es Sternchen bevor er mit Berta auf Weide geht wo schon andere Kinder ihre Kühe hüten. Normalerweise grasen die Tiere auf der kargen Wiese. Wenn es geregnet hat gibt es für sie mehr zu fressen. In der Zeit wo die Kühe Grasen haben die Kinder  Zeit zu spielen. Es kommt aber auch vor, das eine Kuh ausreist und dann suchen sie sie gemeinsam. Da Berta das Kälbchen hat und das Zuhause bei der Großmutter ist kann Abdi nicht zu weit hinaus laufen. Er muss Berta früh zurück bringen damit Sternchen Milch bekommt. Unterwegs treffen sie auf drei Kinder, die gerne einmal mit Abdi und den Freunden spielen. Viel Zeit haben sie nicht da sie pünktlich in der Schule sein müssen. Kamal und Theo würden auch gern in die Schule gehen genau wie die kleine Azeb. Abdis Großmutter sagt er darf zur Schule gehen wenn er größer ist. Meine Lesekinder vermuten, das das nur eine Hinhalte Argumentation ist. Wir werden es nicht erfahren. Azebs Vater sagt Mädchen brauchen nicht zur Schule gehen und Theo weiß auch wieso. Weil Mädchen sowieso heiraten und dann für die Familie da sein müssen. Doch Azeb möchte Lehrerin werden. Lesen und Schreiben, das möchten alle können und deshalb verspricht Abdi ihnen es ihnen beizubringen wenn er zur Schule gehen darf. Das Schulthema hat die Kinder so sehr abgelenkt, dass sie nicht merkten, dass Kamals Kuh ausgebüxt ist. Sie haben Glück, weit ist sie nicht gekommen, das ist Kamals Glück denn sonst wäre der Vater sehr böse geworden.

Und dann meldet sich Bertra mit heftigem Muhen. Es ist Zeit zurück zu gehen. Berta hat dieses Mal so viel Milch, das es für das Kälbchen und sogar auch noch für Abdi reicht. 

Diese Geschichte steht exemplarisch für 11 weitere und spiegelt genau das wieder was viele Kinder in Afrika führen. Die Chance auf eine Schulbildung besonders für Mädchen ist schlecht. Die Kinder sind wichtige Arbeitskräfte für die Familie. Nicht immer haben die Kinder die Möglichkeit dabei zu spielen. Es ist ein kleiner Einblick in das Leben von Kindern in Afrika, der sich mit den anderen Geschichten langsam weitet.

Wir lernen die kleine Mahder kennen, die einen Blumen-Baum pflanzen möchte aber dafür Wasser braucht. Da sie zuhause kein Wasser mehr in den Kanistern haben müssen sie und ihre Mutter, mit dem Baby im Tragetuch zum weit entfernten Brunnen gehen. Der Weg ist beschwerlich und es ist nicht sicher das es genug Wasser gibt.

Wir lernen Elias kennen. In seiner Geschichte erfahren wir etwas über das Buhe-Lied mit dem die Kinder das bevorstehende neue Jahr begrüßen. Sie ziehen in Gruppen von Haus zu Haus und wenn sie etwas Glück haben bekommen sie von den reichen Leuten etwas Geld oder Süßigkeiten. Was macht ein afrikanisches, armes Kind mit Geld?

Süßigkeiten kaufen? Vielleicht, vielleicht aber auch Schuhe, doch ob das Geld dafür reichen kann? Wie es Elias und seinen Freunden ergeht und was Mulmul Brot ist das erfahren die Leser in seiner Geschichte, die deutlich die Diskrepanz zwischen Arm und Reich widerspiegelt. 

Aber es gibt auch die Geschichte in die wir in eine Schule mitgenommen werden in der es an diesem Tag sehr lustig zu geht. Das dies eine  seltenere Situation ist wird dann wiederum in anderen Geschichten klar, denn der Wunsch der Kinder zur Schule gehen zu wollen wird oft thematisiert. Genauso wie die entbehrungsreichen aber dennoch glücklichen Momente. Und es gibt die Geschichten mit Tieren Afrikas, wie sie von meinen Lese-Kindern so nicht erwartet wurden. 

12 Geschichten spiegeln Kinderleben in Afrika wieder und lassen den Leser staunen. Viele meiner Lesekinder im Grundschulalter haben in der in oder anderen Form schon einmal etwas vom Leben der Kinder in Afrika erfahren. Einige können mit ihrem Vorwissen leichter in den Geschichten andocken. Einige können sich vieles gar nicht vorstellen. Jede einzeln Erzählung liefert eine Grundlage für intensive Gespräche und weitere Nachforschungen wie das Leben von Kindern in Afrika ist.

Wir haben hierzu auf der Seite der Möwenweg Stiftung, der Autorin Kirsten Boie https://www.moewenweg-stiftung.de/ gestöbert. Auf der sehr viel über Schule in Afrika zu erfahren ist aber auch über das so wichtige Thema Wasser. Dies ist allerdings nur eine von vielen Seiten, die es im Internet zu finden gibt und sich mit Kindern in Afrika beschäftigt.

Das Buch mit seinen 12 Erzählungen trägt viel zum Verständnis bei ohne traurig zu machen.  Durch die kurzen Geschichten ist es etwas geübten Leseanfängern schon möglich die Geschichten selbst zu lesen. Sie eignen sich aber auch wunderbar als Vorlesegeschichten für den Kindergarten im Bereich der Vorschulgruppen ab etwa 5 Jahren und natürlich für Zuhause. 

Uns hat die Art wie Nasrin Sieg erzählt sehr beeindruckt. Realistisch und klar ohne schwer zu sein. Was bei dieser Thematik nicht immer leicht ist. Ihre Geschichten haben keine Enden. Es sind Momentaufnahmen, die neugierig machen. Viele der Erzählungen könnten noch etwas weiter erzählt werden. Vielleicht auch eine Möglichkeit sich mit dem Thema auseinander zu setzten.

Jede Geschichte bietet unendlich viele Möglichkeiten weiter zu forschen. 

Meine Lesekinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren hat hat Buch begeistert. Ganz toll fanden sie auch das Video, in dem die Autorin selbst eine Geschichte vor liest. 

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Cover des Buches Asni (ISBN: 9783897419384)Tini2006s avatar

Rezension zu "Asni" von Nasrin Siege

Interessanter Einblick in eine fremde Welt
Tini2006vor einem Jahr

Über Äthiopien weiß ich nicht viel. Über Zwangsheiraten mehr, schließlich ist das Thema oft in den Medien. Auch in Nasrin Sieges Buch geht es im Grunde um eine Zwangsheirat: die dreizehnjährige Asni wird von ihrem Vater an einen reichen Chat-Bauern verkauft, um dessen Zweitfrau zu werden. Doch die Mutter des Chat-Bauern, ein alte Frau, nimmt sie erst einmal zu sich. Erst wähnt sich Asni in Sicherheit. Dann aber begreift sie, dass die scheinbar milde Tat nur einen zeitlichen Aufschub für sie bedeutet, denn ihr Schicksal ist auch für ihre großmütterliche Ziehmutter besiegelt.

Sie läuft weg, sucht bei einem Onkel Schutz. Doch dessen intrigante Frau ekelt sie aus dem Haus. Asni lebt eine Zeit lang auf der Straße und ernährt sich von Müll, Gelegenheitsjobs und vom Betteln. Erst, als sie erfährt, dass ihre jüngere Schwester nun an ihrer Stelle den Chat-Bauern heiraten soll, kehrt sie nach Hause zurück...mit ungewissem Ausgang.

Nasrin Siege entführt in eine Welt, in der Frauen nichts zählen - und dies unabhängig vom Glauben. Die christliche Nasrin wird nicht minder unterdrückt als muslimische Altersgenossinnen. Die Männer sind demnach nahezu alle der Alltagsdroge Chat verfallen, die als leichtes Rauschmittel quasi ständig konsumiert wird. Unwissend, was Chat ist, habe ich da nach recherchiert und herausgefunden, dass diese Droge aus den Zweigspitzen und jungen Blättern des Kathstrauchs gewonnen wird. Der Anbau ist in Ländern wie Äthiopien, Jemen und Kenia ein ernstes Problem, da er - aufgrund des höheren Verkaufspreises - die traditionelle Landwirtschaft verdrängt und einen enormen Wasserbedarf hat. Es muss in immer tiefere Grundwasserschichten gebohrt werden. Zu lesen, wie sich diese Menschen durch ihre Unwissenheit und Gier selbst ruinieren, lässt mich im Hinblick auf Asnis Geschichte doppelt verzweifeln.

Insgesamt ist das Buch ein Anstoß, sich mehr mit Äthiopien, das ja momentan nicht so sehr in den Schlagzeilen ist wie andere Länder, zu beschäftigen. Die Geschichte selbst stimmt nachdenklich und lässt mit ihrem offenen Ende eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie es mit Asni weitergeht, zu.


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Cover des Buches Sombo, das Mädchen vom Fluss (ISBN: 9783407781659)buchfeemelanies avatar

Rezension zu "Sombo, das Mädchen vom Fluss" von Nasrin Siege

authentisch erzählt
buchfeemelanievor einem Jahr

Das Cover ist einfach gestaltet.

Die Kapitel sind kurz gehalten. Die Sprache ist Kind- und altersgerecht. Dieses Buch hat mich sehr positiv überrascht. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Hier wird sehr authentisch von dem Leben eines afrikanischen Lebens erzählt. Das lesende Kind wird viele neue Eindrücke bekommen. Was es bedeutet, nachts zu frieren. Das Kinder arbeiten müssen und was es für ein Privileg ist, zur Schule gehen zu müssen. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass hier der Volksglaube/Aberglaube thematisiert wird. Selbst ich als Erwachsener habe den Zwiespalt zwischen alten Traditionen und dem unbekannten Neuen gespürt. Und ja, ich fand es ärgerlich und traurig, dass Sombo so eingespannt wird. Ein Kind sollte spielen dürfen und zur Schule gehen!

Ich halte dies für ein wichtiges Buch, welches die Kinder zum nachdenken anregt und die Augen für eine andere Welt öffnet. 5 Sterne von mir hierfür!

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Zusätzliche Informationen

Nasrin Siege wurde am 20. Dezember 1950 in Teheran (Iran, Islamische Republik) geboren.

Nasrin Siege im Netz:

Community-Statistik

in 34 Bibliotheken

auf 6 Wunschzettel

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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