Immer wieder das Meer

von Nataša Dragnić 
4,2 Sterne bei73 Bewertungen
Immer wieder das Meer
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (57):
Krimifee86s avatar

Ein Roman, der mich stellenweise berührt, stellenweise aber auch etwas irritiert hat – dennoch wirklich gut gemacht!

Kritisch (2):
martina400s avatar

Ein Buch über das Erwachsenwerden, das Loslösen und die Beziehungsunfähigkeit erwachsener Mädchen.

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Inhaltsangabe zu "Immer wieder das Meer"

Am Ende wird der italienische Dichter Alessandro Lang eine der drei Schwestern Alessi zum Altar führen. Aber welche: Roberta, die älteste, die er vor dem Fresko der schwangeren Madonna in einer toskanischen Kapelle kennenlernt, die Medizin studiert, nach San Francisco zieht und darunter leidet, kein Kind zur Welt zu bringen? Lucia, die erfolgreiche Bankerin, die ihn bei einer Lesung in Florenz anspricht und ihm nicht verrät, wer sie ist? Oder aber die jüngste, Nannina, die als Übersetzerin in München mit ihrem unehelichen Kind lebt? Die drei Frauen lieben und hassen, unterstützen und belügen einander, schweigen sich an und kehren trotzdem immer wieder nach Hause zurück, zu den Eltern und zum Meer. Aber nur eine wird Alessandros Braut: Werden die beiden anderen ihr das je verzeihen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442749287
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:11.05.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Claudia-Marinas avatar
    Claudia-Marinavor 3 Jahren
    Immer wieder das Meer

    Wenn man vom Debütroman einer Autorin so gefangen genommen wurde, dass man ihn sofort in die Liste seiner Lieblingsromane aufnimmt, ist es verdammt schwer für den zweiten Roman. Unglaubliche hohe Erwartungen habe ich an ihn gestellt, er sollte mich genauso berühren wie Jeden Tag, jede Stunde, das gleiche Gefühl von Ruhe und Atemlosigkeit zugleich in mir hervorrufen. Aber geht das überhaupt? Sind das nicht viel zu hohe Anforderungen an einen Roman? War Immer wieder das Meer so nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt?

    Theoretisch ja. Und doch kam es ganz anders.

    Drei Schwestern lieben einen Mann. Denselben Mann. Genau das ist das Problem. Roberta, Lucia und Nannina verlieben sich alle drei in den Dichter Alessandro Lang – doch nur eine von ihnen wird ihn heiraten. Unabhängig voneinander lernen sie ihn kennen; und jede von ihnen verbindet etwas ganz Spezielles mit diesem Mann, jede scheint ein ganz eigenes Leben mit ihm zu führen.

    Bis wir wissen, welche Schwester die glückliche Braut ist, verfolgen wir die Geschichte der Schwestern und ihrer Familie von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Halten ihnen in schweren Zeiten die Hand, freuen uns mit ihnen über berufliche Erfolge und weinen mit ihnen in traurigen Momenten. Dabei gibt es immer wieder Einblicke in den Hochzeitstag, doch Nataša Dragnić ist eine geschickte Erzählerin – sie schafft es, uns keinerlei Hinweise auf die Identität der Braut zu geben und so die Spannung hoch zu halten. Dieser verdammt kluge Schachzug ist es, der Immer wieder das Meer zu einem einzigarten Lesevergnügen macht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gutes Sommerbuch ohne allzu anspruchsvoll zu sein...
    Der Sommer in Buchform...

    Meine Meinung:

    Zuerst einmal ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Rezensions Exemplar, ich habe mich wirklich sehr gefreut. Die Geschichte dieses Buches klang als Klappentext ziemlich toll, weswegen es mich auch sehr interessiert hatte, aber das Cover allein ist schon toll. Man sieht zwei Menschen angedeutet, deren Blick offensichtlich aufs Meer geht. Die Rolle des Meeres spielt hier auch eine besonders große Rolle, denn für jede Person hat es eine wirklich spezielle Bedeutung, aber in einem sind sich alle einig:

    Das Meer bedeutet ihnen Heimat.

    Zu Anfang begann das Buch auch richtig gut, ich kam direkt hinein und war auch begeistert. Allerdings hielt das nicht sehr lange an, sodass es sich zu ziehen begann, was ich sehr schade fand, denn das Buch an sich hat wirklich Potential aufgewiesen. Die Figuren selbst haben es lebendig werden lassen.

    Roberta, die Älteste, mochte ich jedoch nicht so wirklich, da sie mir persönlich zu unnahbar war. Lucia, die Mittlere, mochte ich aufgrund ihres großen Verschleißes an Männern so gar nicht, denn sie war eher sowas wie eine „Schlampe-aus-Überzeugung“ womit ich schon im echten Leben nichts anfangen kann. Somit war ich bei ihr direkt voreingenommen. Einzig die Jüngste der Schwestern konnte ich in mein Herz schließen. Nannina ist es, die einen Weg geht, der Mut macht und dennoch voller Traurigkeit ist. Gut jede der Figuren geht einen solchen Weg, was es irgendwie gleich macht, wenn ich so recht überlege.

    Den Dichter Alessandro empfinde ich als sehr exzentrischen Mann, der die Liebe nicht so wirklich einzufangen schafft. Zumindest im wahren Leben, in seinen Gedichten scheint er das gut hinzubekommen, denn innerhalb des Buches ist er immer wieder auf Reisen, Lesungen, etc anzutreffen. Mein Typ wäre er jedoch nicht muss ich gestehen. Dennoch hat er das Buch irgendwie abgerundet.

    Der Schreibstil ist wirklich einmalig, poetisch und locker flockig. Dennoch schafft die Autorin es nicht, den Spannungsbogen zu halten, sondern zwischendurch immer mal wieder Erinnerungen aufkommen zu lassen, die wiederum die gerade aufkommende Spannung meines Erachtens wieder herausnehmen. Man könnte es auch gut mit Ebbe und Flut vergleichen, denke ich, also den Spannungsbogen der Geschichte. Gut, es ist zwar ein Liebesroman, aber ich packe das eher in die Kategorie Sommerroman, denn es liest sich einfach und leicht und spielt zudem in Italien, einem der Sommer-Urlaubs-Ziele schlechthin.

    Im Endeffekt war es leichte und schöne Sommerlektüre für mich, nicht mehr und nicht weniger, dennoch gelungen, weswegen ich hier auch gute 5 Stöberkisten vergebe. Mich hat das Buch zeitweise in seinen Bann ziehen können, zeitweise wollte ich aber auch nur so schnell es ging fertig werden. Wenn ihr also was für den Urlaub braucht, dann solltet ihr dieses Buch in jedem Fall kaufen.

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der mich stellenweise berührt, stellenweise aber auch etwas irritiert hat – dennoch wirklich gut gemacht!
    Drei Schwestern sollt ihr sein …

    Klappentext: Am Ende wird der italienische Dichter Alessandro Lang eine der drei Schwestern Alessi zum Altar führen. Aber welche: Roberta, die älteste, die er vor dem Fresko der schwangeren Madonna in einer toskanischen Kapelle kennenlernt, die Medizin studiert, nach San Francisco zieht und darunter leidet, kein Kind zur Welt zu bringen? Lucia, die erfolgreiche Bankerin, die ihn bei einer Lesung in Florenz anspricht und ihm nicht verrät, wer sie ist? Oder aber die jüngste, Nannina, die als Übersetzerin in München mit ihrem unehelichen Kind lebt? Die drei Frauen lieben und hassen, unterstützen und belügen einander, schweigen sich an und kehren trotzdem immer wieder nach Hause zurück, zu den Eltern und zum Meer. Aber nur eine wird Alessandros Braut: Werden die beiden anderen ihr das je verzeihen?

    Cover: Ich finde das Cover richtig schön, aber auch irgendwie unpassend. Zum einen sieht es ein wenig danach aus, als wären die beiden Personen darauf wesentlich jünger, fast wie Teenager aussehen. Zum anderen finde ich, dass das Meer aussieht wie in der Südsee. Viel zu blau und eben nicht wie die eher raue italienische Küste, die im Roman beschrieben wird. Insofern finde ich das Cover nicht allzu passend zum Buch. Jedoch muss ich zugeben, dass es mir im Laden definitiv ins Auge springen würde, da ich es echt ansprechend finde.

    Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, stellenweise schon fast als poetisch zu bezeichnen. Das hat mir gut gefallen. Die Autorin geht sehr in die Tiefe, sodass einen der Roman auf einer emotionalen Ebene anspricht. Das hat mir wirklich gut gefallen.
    Nicht ganz so gut gefallen hat mir die Darstellung der Charaktere. Ich fand diese teilweise nicht so wirklich glaubwürdig. Zum einen was ihr Liebesleben angeht, das ja bei allen drei Schwestern auf die eine oder andere Weise absolut gestört ist. Zum anderen aber auch besonders was den Charakter Alessandro angeht. Er war einfach nicht greifbar – selbst die drei Schwestern schienen ja im Endeffekt nichts über ihn zu wissen. Das fand ich anstrengend und verwirrend – der gute Mann war mir einfach viel zu geheimnisvoll oder wollte es jedenfalls sein.

    Die Story: Ich fand die Idee eigentlich ganz gut, wobei es auch schwierig ist, sich vorzustellen, dass man(n) etwas mit drei Schwestern anfängt. Aber hinter der Geschichte steckte ja viel mehr als nur Alessandros Liebe zu den drei Alessi-Schwestern und genau das hat sie zu etwas besonderem gemacht. Es ging nämlich um Kern um die Themen Familien-Zusammenhalt und Geschwisterliebe und es waren genau diese Aspekte, die mich sehr berührt und angesprochen haben.

    Fazit: Mich hat das Buch inhaltlich stellenweise sehr irritiert. Ich meine, dieser Alessandro ist schon ein komischer Vogel, den man nicht wirklich gut einschätzen kann. Mit drei Schwestern zu schlafen ist dabei die eine Sache, viel irritierender fand ich aber noch das Thema „Musik“ (ich will nicht spoilern – also, einfach lesen). Dass ich dennoch vier Punkte für diesen Roman vergebe liegt daran, dass mich einfach die Beziehung der drei Schwestern zueinander sehr angesprochen und berührt hat. Dazu hat nicht zuletzt die stellenweise poetisch Romansprache beigetragen. Aber wohl auch die Tatsache, dass ich selber zwei Schwestern habe und es daher einfach für mich persönlich gepasst hat.

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    Larijanas avatar
    Larijanavor 4 Jahren
    Voller Höhen und Tiefen, so gewaltig wie das Meer

    Drei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ein Mann – der Dichter Alessandro –, in den sie sich alle verlieben. Sie belügen einander, streiten, schweigen sich an – alles wegen Alessandro, der immer wieder in ihren Leben auftaucht. Die Familie zerreißt und auch räumlich entfernen sich die Schwestern weit voneinander. Roberta, die Älteste und angehende Ärztin, zieht nach San Francisco. Nannina, die Jüngste, lebt bei ihrer Großmutter in München, wo sie als Übersetzerin arbeitet. Nur Lucia bleibt bei ihren Eltern in Italien, klettert die Karriereleiter einer Bank hinauf, statt wie geplant eine Familie zu gründen. Aber die klaffende Wunde über die Distanzierung von ihren Schwestern bleibt über viele Jahre, und wird vielleicht nie wieder heilen. Denn am Ende heiratet Alessandro eine von ihnen.

    Ein Mann, bei dem weder die Schwestern noch der Leser sich wirklich erklären können, was er eigentlich an sich hat. Eine Familie, die plötzlich auseinanderbricht.
    Anfangs ist die Kluft zwischen den Schwestern noch nicht allzu groß, kehren sie immer wieder heim – zu ihrer Familie und zum Meer. Doch Alessandro bleibt ein hartnäckiger Teil ihres Lebens und entfernt Roberta, Lucia und Nannina selbst in seiner Abwesenheit immer weiter voneinander, mit jeder Lüge und jedem Schweigen über ihre Beziehung zu ihm. Höhen und Tiefen, wie Ebbe und Flut, erlebt man mit ihnen. Mal ist der Roman sehr leise, dann wieder so laut und gewaltig wie das Meer – das beharrliche Schweigen der Schwestern all die Jahre, ihre Verzweiflung über ihr Leben und ihre Einsamkeit ohne einander, und dann wieder der Streit – immer wieder wegen Alessandro. Und doch geht es in Immer wieder das Meer vielmehr um die Liebe zu sich selbst und zur Familie als um die eines Mannes, auch wenn dieser am Ende eine von den Schwestern zum Altar führen wird. Wer das sein wird, die glückliche Braut, welche auch die Geschichte erzählt und dadurch manchmal zu verwirren weiß, fragt man sich immer wieder während des Lesens. Aber viel wichtiger ist die Frage: Können die anderen beiden ihr verzeihen? Können sie einander verzeihen, zu Hause, am Meer – kann es die Narben der Zeit genauso verschwinden lasen wie Fußspuren im Sand?
    Ein bewegender Roman über Familie und die Liebe, mit Höhen und Tiefen, und immer wieder das Meer.

    Und wieder ließen sie die Zeit vergehen. Als wären ihre Augenblicke nicht kostbar und einmalig. Als könnte man sie speichern und dann nach Belieben abrufen, um das Versäumte nachzuholen.
    - Immer wieder das Meer, Nataša Dragnić, S. 153

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    DieBuchkolumnistins avatar
    DieBuchkolumnistinvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman über Familie, Liebe und das Leben, so klar und leicht, so stark und düster, so endlos schön wie das Meer an seinen besten Tagen!
    Ein Roman über Familie, Liebe und das Leben, so klar und leicht, so stark & düster, so endlos schön!

    Die Familie kann man sich nicht aussuchen. Dies müssen im Guten und im Schlechten die Schwestern Lucia, Roberta und Nannina herausfinden, als sie sich im Laufe ihres Lebens alle in den Dichter Alessandro verlieben. Eine von ihnen wird er am Ende heiraten und der Leser begleitet die Familie auf diesem Weg über mehrere Jahrzehnte und von der Toskana über München bis San Francisco. Es ist eine lange Zeit des Zusammenwachsens, eine Zeit voller Liebe und Leid und voller kleiner Anekdoten, die uns das Herz schwer machen.
    Es sind die Erinnerungen der Schwestern daran, wie sie als Kinder in den Betten lagen und Geschichten vorgelesen bekamen, wie sich der Vater in einer langen Zeremonie rasierte und wie die Mutter stets nach einer Mischung aus Essen und Wäsche und Vertrauen roch.

    Die Liebe spielt neben den Frauen die Hauptrolle in diesem Buch, die Liebe zum Leben, zur Familie, zu Männern und zu sich selbst. Immer wieder wird sie verloren und neu gefunden, immer wieder gehen die Schwestern gestärkt und verändert aus all ihren Erlebnissen hervor, nachdem man gemeinsam mit ihnen geweint und gelacht hat. Eine Familie voller Chaos, deren Chaos noch verstärkt wird durch die wechselnden Sichtweisen und Zeiten, und einer kaum zu ertragenden Leidenschaft, mit der sie einem auf jeder Seite sagen: Wenn Du lebst, dann lebe richtig, lebe laut und wild und nutze jede Minute, und wenn es heute nicht klappt, dann fängst Du morgen eben wieder von vorne an und die Probleme nimmst Du einfach mit, aber schau - ich gehe mit Dir gemeinsam und dann ist auch alles nur noch halb so schwer.

    Diesen Roman sollte man idealerweise natürlich am Meer lesen, man sollte ZAZ dabei hören sowie einen guten Weißwein trinken, zwischendurch die Augen schließen, dem Wasser zuhören und all den Bildern von Autorin Nataša Dragnic Farbe geben.

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 5 Jahren
    Und immer wieder Alessandro

    Wir sehen uns in Florenz, mit diesen Worten fing es an.
    Roberta, die Gewissenhafte, Zielstrebige verlässt ihre Verlobten, und folgt Alessandro, dem Dichter, hoffend auf ein Leben mit ihm. Doch dieser folgt mehr seinen Gedichten, der Kunst, die ihn so erfüllt.
    Später wird sie als Chirurgin nach Amerika gehen, hinter sich die Liebe ihres Lebens lassend.
    Lucia kümmert sich um ihre Bedürfnisse, eine Königin der Diskretion, Fabio aber kreuzt immer wieder ihren Weg. Sie die als Kind den Traum hegte schnell zu heiraten, Kinder zu bekommen, scheut die Bindung. Stetig steigt ihre Karriere im Bankwesen. Dann lernt sie Alessandro bei einer Lesung kennen, und verschweigt die Schwester von Roberta zu sein.
    Nannina, die Jüngste, Unerfahrene, interessiert sich für Sternzeichen, die Dinge müssen passen. Ihr Weg führt sie nach München, und auch sie sollte Alessandro begegnen.

    Wir erleben die Geschichte dreier Schwestern, die unterschiedlich in ihren Charakterzügen, aber alle dem einen Mann verfallen. Schwestern die eng miteinander verbunden, in einer Familie voller Liebe aufwachsen. So wird Alessandro Auslöser für die Kämpfe zwischen den Schwestern.
    Zu Beginn erfährt man von einer Hochzeit, aber welche der Schwestern wird es sein, diese Frage zieht sich fast bis zum Ende des Buches. Die Braut erzählt die Geschichte, ihrer Familie, ihrer Schwestern.
    Und immer wieder kommt die Liebe zur Mutter und zum geliebten Vater in den Vordergrund. Von der Autorin zwar in wechselnden Rückblicken, manchmal verwirrend, aber wunderbar erzählt.

    Unberechenbar wie das Meer, so ist das Leben, die Liebe, und dennoch sehnt man sich immer wieder zurück. Stimmungsvoll wie das Cover des Buches, diese Sensibilität andeutet, ist man hin und her gerissen von dieser wundervollen Familiengeschichte

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Familienleben mit seinen Höhen und Tiefen

    Dieses Buch hat lange bei mir im Regal gestanden, weil ich wenig Lust hatte, es zu lesen. Der Inhalt hat mich nicht so sehr angesprochen: drei Schwestern verlieben sich in den gleichen Mann. Da konnte ich das Gekreische und Rumgezicke förmlich hören! Außerdem hatte ich das erste Kapitel als Leseprobe gelesen. Im ersten Kapitel lernt Roberta, die älteste Schwester, Alessandro kennen, und Alessandro war mir von der ersten Zeile an unsympathisch; er redet viel zu viel und nimmt sich viel zu wichtig.

    Ich habe dann doch angefangen zu lesen und zu meiner Freude bald gemerkt, dass Alessandro eine der unwichtigsten Personen des Buches ist. Ab und zu taucht er in der Nähe einer der drei Schwestern auf, redet zuviel und verschwindet wieder. Er bleibt blass und eine Randfigur.

    Was die drei Schwestern, Roberta, Lucia und Nannina an Alessandro so toll finden, ist mir ein Rätsel, und darauf wird in dem Buch auch kaum eingegangen. Tatsache ist nur, dass sie sich alle drei nacheinander in ihn verlieben, sogar die Schwester, die sich nie verliebt, die Männer nur für Sex braucht, und die Schwester, die sich vorgenommen hat, sich im Gegensatz zu den beiden anderen nie in Alessandro zu verlieben…

    Das Buch beginnt mit dem Satz "Heute heirate ich Alessandro Lang". Man weiß nicht, wer die Erzählerin ist und es gibt immer wieder Einschübe von ihr, die ihren Hochzeitstag von morgens bis abends beschreiben. Überhaupt ist das Buch völlig unchronologisch geschrieben. Sowohl Zeiten als auch Erzählerin wechseln oft von Absatz zu Absatz, oft wusste ich erst im Nachhinein, wer die Erzählerin einer bestimmten Stelle war. Das ist manchmal verwirrend, vor allem nachdem die Mutter begraben wurde, sie aber im nächsten Absatz quicklebendig wieder auftaucht! Doch am Ende wird alles klar.

    "Immer wieder das Meer" ist nicht unbedingt ein Liebesroman, viel mehr ein Familienroman im wahrsten Sinne des Wortes. Die drei Schwestern und ihre Eltern lieben sich und hassen sich, streiten sich und versöhnen sich, aber können nie lange voneinander getrennt sein. Nicht nur die Liebe zu Alessandro sorgt für Unfrieden, sondern auch Krankheit und Tod überschatten das Familienleben.

    Es wird viel gesprochen, auch über den Tod. Eine Szene, in der Roberta mit ihrem Vater spazieren geht und die beiden sich über den Krebs des Vaters und seinen möglichen Tod unterhalten, ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

    Eine sehr schöne, mit viel Einfühlungsvermögen geschriebene Familiengeschichte mit Tiefgang.

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    Anteks avatar
    Antekvor 5 Jahren
    Immer wieder das Meer

    Selten war das Verfassen einer Rezession für mich so schwierig. Zuerst war ich von dem Roman gefesselt, stellenweise zog sich dann aber die Handlung außerdem empfand ich die Grundstimmung fast zu traurig, was mir nicht so gut gefallen hat. Als ich das Buch aber ausgelesen habe, hat es doch einen bleibenden und insgesamt eher positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Die Autorin Natasa Dragnic erzählt in ihrem Buch "Immer wieder das Meer", vom Leben dreier Schwestern, die sehr eng mit ihren Eltern verbunden sind, weshalb sie trotz getrennter Lebenswege immer wieder zurück in ihre alte Heimat, die am Meer liegt, reisen. Außerdem haben sie gemeinsam, dass sie sich alle nacheinander in den geheimnisvollen Alessandro verlieben. Die dadurch zwangsläufig folgenden Zerwürfnisse zwischen den Schwestern, deren Lebensweg und das Sterben der Eltern beherrschen die Handlung des Romans. Roberta, die älteste der Schwestern, verliebt sich als erstes in Alessandro, erlebt viele Enttäuschungen mit ihm und zieht dann als Ärztin in die USA. Dort heiratet sie Bradly. Ihre Ehe bleibt aufgrund vieler Fehlgeburten, die Roberta in eine schwere Krise stürzen, kinderlos. Als nächste ködert sich Allessandro Lucia, die in Italien lebt und ihr Leben mit vielen Affären genießt. Wie auch schon ihre ältere Schwester, wird sie nur von dem Traumprinzen enttäuscht. Sie lebt dann mit Fabio zusammen, der ihr zahlreiche Heiratsanträge stellt, die aber alle erfolglos bleiben. Zwischendurch trifft sie sich immer wieder mit Alessandro zu einem Stelldichein. Die jüngste Schwester Nannina ist ursprünglich wegen ihrer Großmutter, die später verstarb, nach München gezogen. Dort jetzt als Übersetzerin tätig, ist lange Zeit in einen verheirateten Mann verliebt, von dem sie dann auch schwanger wird. Sie kann Alessandro am längsten widerstehen, verfällt ihm aber letztendlich doch noch. Bis zum Ende des Romans wird verschwiegen, wen Alessandro heiraten wird, es hat auch keine der drei Schwestern je richtig aufgehört diesen Mann zu lieben. Die Mutter Erika leidet unter Parkinson und stirbt ebenso wie ihr krebskranker Mann im Verlauf des Romans. Die Autorin schildert dabei einzelne, eigentlich alltägliche Ereignisse, wie Liebeskummer, Familienstreitigkeiten, Eifersucht, den Wunsch nach persönlicher Veränderung, Lebenskrisen und das Erleben von Krankheit, Tod oder Trauer besonders sensibel, einfühlsam und sehr detailliert. Einerseits hat mir diese einfühlsame Art gut gefallen, im Verlauf des Buches empfand ich allerdings manche Stellen zu detailliert und eher spannungshemmend. Allerdings wollte ich ja unbedingt wissen, welche der drei Damen nun zum Altar geführt wird, was mich stets zum Weiterlesen animierte. Außerdem war für mich unfassbar und kaum vorstellbar, was einem Mann so toll sein kann, dass sich jede der Schwestern mehrfach das Herz brechen lässt. Diesem Geheimnis wollte ich auf die Spur kommen. Nicht so gut gefallen haben mir die ständig wechselnde Perspektive und die vielen Zeitsprünge. Mir war nicht immer sofort klar, welche der drei Schwestern in die Rolle des Erzählers schlüpft. Außerdem starben Personen erst im Erleben der älteren Schwestern um dann später noch einmal aufzutauchen und von einer jüngeren zum Grab getragen zu werden. So wiederholten sich Ereignisse, wenn auch aus einer anderen Perspektive betrachtet, immer wieder im Verlauf des Romans. Diese Wiederholungen hätten für mein Bedürfnis etwas weniger detailliert geschildert völlig ausgereicht.

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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 5 Jahren
    Vom Lieben und Sterben

    Die Familie Alessi ist mit drei tollen Töchtern gesegnet, Roberta, der Ältesten, Lucia, die Mittlere und Nannina, dem Nesthäkchen. Der Familie geht es gut, die Schwestern verehren sich und helfen sich, wo sie nur können. Doch dann taucht ein Mann auf, der alles verändert: Alessandro Lang, ein italienischer Dichter. Roberta trifft ihn zuerst und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Für ihn löst sie sogar ihre Verlobung mit Marcello auf. Doch die Liebe ist nur von kurzer Dauer. Doch bei Roberta bleibt es nicht, denn der mysteriöse Dichter, der den Frauen den Kopf verdreht, stößt auch auf die beiden anderen Schwestern und fängt mit jeder eine Liebelei an. Fragt sich nur, wer am Ende Frau Lang wird? Und können die anderen Schwestern den Verlust verwinden?

    Dies war mein erstes Buch der Autorin und ich muss gestehen, dass es mir unheimlich schwer fiel in die Geschichte zu finden, da ständig zwischen den Zeiten gesprungen wird und auch die Erzählerperspektiven dauernd wechseln. Orientierung liefern allein die Orts- und Jahresangaben, damit man als Leser überhaupt weiß, wo man sich befindet. Einige Male war ich dabei, das Buch beiseite zu legen, da es mir zu schwer erschien, doch ich kämpfte mich durch und wurde mir einer Liebesgeschichte der anderen Art belohnt.

    Während man von dem ominösen Alessandro und dessen Anziehungskraft sehr wenig erfährt, kehren die drei Schwestern ihr Innerstes nach Außen und geben dem Leser tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelten. Zudem behandelt der Roman nicht nur die Liebesgeschichten der Schwestern, sondern auch die schweren Zeiten, in denen geliebte Menschen sie für immer verlassen.

    Fazit: Wahrlich keine leichte Kost, aber wer durchhält wird belohnt mit einer dramatischen Geschichte, die ein Ende findet, dass ich mir so sehr gewünscht hatte. Lesenswert!

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    WinfriedStanzickvor 5 Jahren
    Ein Buch, das durch seine sprachliche Schönheit verzaubert.

     Mit ihrem  Buch Jeden Tag, jede Stunde“ war Natasa Dragnic eines der bemerkenswertesten Romandebüts in Deutschland der letzten Jahre gelungen Die früher selbst in Kroatien lebende und seit 1994 in Erlangen lebende Dozentin Natasa Dragnic entführte ihre Leser in ihrem Buch in eine wunderbare und gleichzeitig traurige Geschichte zweier Menschen, die sich ein Leben lang lieben und es doch so schwer haben, wirklich zueinander zu finden.

     

    Es war ein wunderbarer und sprachmächtiger Liebesroman, der von innen heraus seine poetische Kraft und seine emotionale Dimension erschaffte und sich nicht umsonst über 100 000 Mal verkaufte.

     

    So wartete man als begeisterter Leser gespannt auf den Nachfolger, der nun unter dem Titel „Immer wieder das Meer“ erschienen ist. Es ist eine sehr gelungene Mischung aus einer komplizierten Familiengeschichte mit drei Schwestern in den Hauptrollen und einer nicht weniger komplexen und für den Leser lange undurchsichtigen Liebesgeschichte. Von den 80 er Jahren des 20. Jahrhunderts bis in die aktuelle Gegenwart erstreckt sich der Handlungsrahmen. In den Hauptrollen die drei Schwestern Alessi. Roberta ist die älteste, studiert Medizin und lebt dann in San Francisco. Lucia, etwas jünger, ist eine erfolgreiche Bankerin und lebt in ihrer Heimatstadt in der Toskana. Nannina, ein Nachkömmling, ist nach dem Abitur zu ihrer Großmutter nach München gezogen , wo sie als Übersetzerin arbeitet.

     

    Es sind moderne und emanzipierte Lebensentwürfe, die alle drei Schwestern leben, mit Erfahrungen mit unterschiedlichen Männern. Doch einer hat es ihnen allen nacheinander angetan. Der italienische Dichter Alessandro Lang (über den man im Übrigen relativ wenig erfährt) tritt zu unterschiedlichen Zeiten in das Leben jeder einzelnen Schwester und bringt es durcheinander. Lange wissen die Schwestern nicht, dass auch die jeweils anderen Beziehungen zu Lang unterhalten bzw. unterhielten. Obwohl der Leser schon zu Beginn des Buches erfährt: „Heute heirate ich  Alessandro Lang, den berühmten italienischen Dichter“, bleibt bis kurz vor dem Ende völlig unklar, welche der drei Schwester hier die glückliche Erzählerin ist.

     

    Offen bleibt auch bis zum Ende, ob diese Heirat dem bislang zwar nicht ungetrübten, aber immer offenen und  herzlichen Verhältnis der drei Schwestern untereinander schaden wird, oder nicht. Dazwischen wird eine spannende und bewegende Geschichte erzählt, die handelt von Liebe und Tod, von Vertrauen und Verrat, von glücklichen und traurigen Tagen. Mit einer dichten und poetischen Sprache, die man schon in dem ersten Buch schätzen gelernt hat, schafft es Natasa Dragnic, schwer fassbare Emotionen in Worte zu fassen. Immer wieder eingebaute, oft sehr plötzliche Zeitsprünge fordern dem Leser einiges an Aufmerksamkeit ab, die er aber gerne aufbringt mit einem Buch, das durch seine sprachliche Schönheit verzaubert.


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