Natalie Angier Naturwissenschaft

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Inhaltsangabe zu „Naturwissenschaft“ von Natalie Angier

Welcher Stern ist der Erde am nächsten? Warum gibt es in einer Gruppe von 65 Personen fast immer welche, die am selben Tag geboren wurden? Haben Tomaten Gene? Und was tun Leberzellen, wenn wir Schokolade essen? Antworten auf all diese Fragen liefert die Naturwissenschaft. Der Pulitzer-Preisträgerin und Bestsellerautorin Natalie Angier gelingt mit leichter Hand, das Unsichtbare sichtbar zu machen und das Unbeschreibliche zu beschreiben. Mit Neugier und Entdeckerfreude führt sie uns durch die Welt der Forscher und Nobelpreisträger und notiert alles, was man wissen muss, um die Welt zu verstehen.

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  • Rezension zu "Naturwissenschaft" von Natalie Angier

    Naturwissenschaft

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. December 2010 um 17:01

    „Naturwissenschaft ist kein Bestand an Daten oder Fakten. Sie ist eine Geisteshaltung. Eine bestimmte Art, die Welt zu sehen, sich der Welt direkt zu stellen, ohne sich den Blick zu verstellen.“ Natalie Angier, Pulitzerpreisträgerin und berühmte Wissenschaftsjournalistin, macht sich Sorgen! Für unsere Gesellschaft wird Wissen zum immer wichtigeren Gut, das sagen zumindest die Sozialwissenschaftler und Zukunftsforscher, aber warum interessieren sich dann immer weniger Menschen, vor allem die jungen Menschen, für Physik, Chemie und Co.? Und deswegen sorgt sich Angier. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass junge Menschen die Zukunft sichern und die Naturwissenschaften immer wichtiger werden, sich aber dennoch nicht für Naturwissenschaft und Wissenschaft im allgemeinen. Angier konnte das selbst an ihrer Familie beobachten: ihre Schwester kündigte, als ihr zweites Kind 13 war, die Mitgliedschaft für das Naturwissenschaftsmuseum und den Zoo, da sie fand, dass es Zeit für ihre Kinder wurde, sich der Kultur zuzuwenden. Angier konnte das nicht verstehen und wollte ihre Schwester vom Gegenteil überzeugen, doch diese sah nicht ein, warum die Kinder weiterhin ins Naturwissenschaftsmuseum und in den Zoo gehen sollen. Deswegen hat es sich Angier zur Aufgabe gemacht, junge Leute von den Naturwissenschaften zu überzeugen, und dafür schrieb sie „Naturwissenschaft – Was man wissen muss, um die Welt zu verstehen“. Angier schreibt neun Essays zu jenen Forschungsgebieten, die die Gesellschaft von morgen bewegt/bewegen sollte, denn in ihnen liegt die Zukunft! Als naturwissenschaftlich interessierter Leser musste ich dieses Buch natürlich lesen, habe es aber erst im zweiten Anlauf geschafft, durchzusteigen! Es ist in keinem Fall langweilig, aber es ist, leider Gottes, teilweise schwer verständlich, was bei einem populärwissenschaftlichen Titel fatal ist. So kann man die vorgestellten Forschungen und Themen zwar auch als Laie und ohne Vorkenntnisse verstehen, doch erst im zweiten Anlauf. So bin ich beispielsweise kein großer Mathematikfan, habe auch keine Begabung für Mathematik und hatte dementsprechend Probleme mit jenen Kapiteln, in denen Mathematik vorkommt, was vielleicht auch an meiner Abneigung gegenüber der Mathematik liegt, aber ich fande es auch sehr schwer verständlich. Generell wirkt das Buch teilweise sehr komplex und zu vollgepackt, sodass der Leser die eine oder andere Seite mehr als einmal lesen muss, um komplett durchzusteigen. Jedoch hat Angier einen Extrapunkt damit verdient, dass sie sich einem großen Problem unserer modernen Gesellschaft annimmt: die Abneigung gegen die Naturwissenschaften! Ihr Ziel, nämlich Leser von den Naturwissenschaften zu überzeugen, hatte bei mir keinen Zweck, denn ich bin von den Naturwissenschaften überzeugt. Sie nicht? Dann wird es aber Zeit – lesen Sie dieses Buch! Erstveröffentlichung: http://literaturecosmos.wordpress.com/

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  • Rezension zu "Naturwissenschaft" von Natalie Angier

    Naturwissenschaft

    HeikeG

    21. March 2010 um 15:00

    Wissenschaftliches Denken - Eine außerkörperliche Erfahrung oder Sisyphos und der Spaß . „Wissenschaftsbegeisterung ist etwas für die Jungen, die Ruhelosen, die Ritalinkonsumenten. Es ist der Spaß in der Warteschleife, während Ihre Keimdrüsen eifrig reifen; der Tag, an dem die Pariser Vergleichsausstellung von Matisse und Picasso Sie mehr interessiert als der Omnimax-Film über Spinnen ist der Debütantenball für Ihr Gehirn. Hier bin ich! Komm und hol mich! Aber vergiss den Proust nicht!“ Mit diesen sarkastischen Worten umreißt die Wissenschaftsjournalistin Natalie Angier die Abkehr vieler Jugendlicher von den Naturwissenschaften, die sich meist ein ganzes Leben hält. Physik, Chemie oder Biologie gelten in der öffentlichen Vorstellung als langweilig, verwirrend, schwierig, abstrakt und peripher. Also warum sich damit beschäftigen und nicht einfach mit Fernsehen, Ferien und Feiern zufrieden geben? . Sich naturwissenschaftliche Kenntnisse anzueignen kann durchaus Spaß machen, „auf die Art, wie kluge Ideen Spaß machen, wie der Blick unter die Oberfläche der Dinge Spaß macht. Zu verstehen, wie etwas funktioniert, macht einfach Freude.“, so Angier. Und nicht zuletzt trägt die Grundlagenforschung von heute entscheidend zum Wohlstand von morgen bei - ganz zu schweigen davon, dass sie Geheimnisse des Lebens und Universums erhellt. Das sollte jedem klar sein. . Doch die Wissenschaft gibt zu, dass sie am Desinteresse der Bevölkerung selbst nicht ganz unschuldig ist. Peter Galison, Professor für die Geschichte der Physik an der Harvard Universität, äußert seine ironische Bewunderung für die Gründlichkeit, mit der dem öffentlichen Image der Naturwissenschaften jede Spur von Freude genommen wurde: „Wir haben wirklich hart gearbeitet, um diese bemerkenswerte Leistung zu vollbringen, denn ich habe nie ein kleines Kind getroffen, das nicht wirklich Spaß und Interesse an den Naturwissenschaften gehabt hätte. Doch nachdem wir jahrelang öde Lehrbücher mit grausamen Abbildungen verfasst, unsere Wissenschaft als einen nicht zu knackenden Code präsentiert und zwischen Wissenschaft und gewöhnlichen menschlichen Verrichtungen einen tiefen Graben gezogen hatten, konnten wir sagen: Wir haben es geschafft! Wir haben eine große Anzahl von Menschen davon überzeugt, dass das, was sie einst für faszinierend, unterhaltsam, ja für die natürlichste Sache der Welt hielten, überhaupt nichts mit ihrem Leben zu tun hat.“ . Natalie Angiers Buch „möchte dem Bestreben, den Stein ins Rollen zu bringen und die ganze kinetische Schönheit der Naturwissenschaft zu entfesseln, eine schwache Schulter leihen.“ Und das ist ihr großartig gelungen. Voller Witz, anschaulich, illustrativ, lebendig und einprägsam beteiligt sie den Leser an einem Diskurs, der trotz seiner Plakativität ein erstaunlich hohes Niveau offenbart. Beginnend mit einer Einführung wissenschaftlichen Denkens spannt sie einen großen Bogen über unsere grundlegenden naturwissenschaftlichen Bereiche wie Mathematik, Physik, Chemie, Evolutions- und Molekularbiologie, Geologie, um letztendlich mittels der Astronomie in die beinahe unergründlichen Weiten unseres Universums einzutauchen. . Das tut sie mit so viel Esprit, Charme und Anschaulichkeit, dass sich die eigenen, auf ihrer Couch sesshaft gewordenen Synapsen, sich wieder in ihre nähere Umgebung ergießen und im Handumdrehen neue Freunde und Synapsen zu gewinnen, um die anschaulichen Worte der Autorin zu gebrauchen. Durch Natalie Angiers Buch wird die zuweilen ziemlich verhärtete eigene neuronale Matrix angeregt und bekommt einen Schubs, doch wieder einmal auf Reisen zu gehen. . Angier erklärt, dass die Maßeinheit Fuß auf den römischen Kaiser Karl den Großen zurückgeht, ein Yard exakt der Entfernung von der Nase bis zur Spitze des Mittelfingers des ausgestreckten Arms des britischen Monarchen König Heinrich I. entspricht und 10 hoch 100 ein Googol sind (nicht zu verwechseln mit Google, der bekannten Suchmaschine oder Gogol, dem russischen Romancier des 19. Jahrhunderts) (Kapitel Kalibrierung), dass die Gravitation zwar unsere Füße am Boden hält und dafür sorgt, dass unser Planet um die Sonne kreist, aber letztendlich die Feindseligkeit unserer Elektronen der Faktor ist, der diese Reise lohnenswert macht und Elektronenschalen große Ähnlichkeit mit Schränken haben: Sie sind am glücklichsten, wenn sie gefüllt sind (Kapitel Physik), dass Chemie Leben in die Bude bringt und Kohlenstoff das Klebeband des Lebens ist (Kapitel Chemie), dass die so genannte Gänsehaut ein Relikt unserer bepelzten Vergangenheit ist (Kapitel Evolutionsbiologie) warum man nicht mit den Füßen denken kann, obwohl die DNA in unseren Zehenzellen der in unseren Kopfzellen gleicht und dass unsere Zellen Klatschbasen, Zankteufel, Lauscher und Schafe sind, die ständig auf ihre Nachbarn achten und diese tyrannisieren (Molekularbiologie) warum trotz 5500 Grad Celsius das innere unseres Planeten einen festen Eisenkern besitzt, obwohl dieses Metall unter normalen Umständen schmelzen würde und sich in fast 4 Milliarden Jahren nur um 150 Grad abgekühlt hat (Kapitel Geologie) dass unsere Sonne pro Sekunde ! 700 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium verschmilzt und jede Zelle unseres Körpers im Inneren massiver Sterne gekocht wurde, gegen die unsere „hauseigene“ Sonne nur ein unscheinbarer Zwerg ist (Kapitel Astronomie) . Letztendlich sollte es dann auch nicht beunruhigen, dass „sich der wilde Tanz der Erde allmählich verlangsamt, vor allem infolge der ,Gezeitenbremse‘, die unser Trabant, der Mond, anzieht. Anfangs absolvierte die Erde ihre Drehung in gerade einmal zehn Stunden, und noch vor 620 Millionen Jahren war ein Tag in 21,9 Stunden erledigt, eine Albtraumvorstellung für alle, die jetzt schon über Termine und Schlafmangel jammern.“ . Fazit: Wissen über unsere Naturwissenschaften, dargebracht mittels prägnanter Erklärungen auch der schwierigsten Begriffe, farbiger Vergleiche und durchzogen mit feinem Humor, dabei jedoch immer fundiert und sachkundig, das zeichnet Natalie Angiers Buch aus. Sie stößt das Tor zu den Naturwissenschaften weit auf und beschreitet einen Weg der Populärwissenschaft, der beispielgebend ist.

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