Natalie C. Anderson

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City of Thieves

City of Thieves

 (8)
Erschienen am 09.02.2018
City of Thieves: Roman

City of Thieves: Roman

 (0)
Erschienen am 09.02.2018

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Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

Spannendes Jugendbuch
SillyTvor 7 Monaten

Gerade einmal fünf Jahre alt war die kleine Tina, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter aus dem Kongo fliehen musste. In Sangui City, Kenia, fand die Mutter dann eine neue Heimat und einen neuen Job. Doch dieser Job wurde ihr zum Verhängnis, denn sie wurde im Hause des neuen Arbeitgebers ermordet. Gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester floh Tina damals, ihre Schwester brachte sie an einer Klosterschule unter, Tina jedoch lebt seitdem auf der Straße. Ihren Lebensunterhalt verdient die nun sechzehnjährige sich mit Diebstählen, die sie für die Straßengang Sangius, den Goondas, ausführt. Aber eins hat Tina nie vergessen, die Rache an dem Mörder der Mutter. Doch als die Zeit der Rache gekommen zu sein scheint, muss Tina feststellen, dass ihre Mutter ihr durchaus vieles aus der vergangenen Zeit im Kongo verschwiegen hatte.
Meine Meinung
Bei diesem Buch sprach mich gleich auf den ersten Blick der Titel des Buches an und auch die Farbgebung des Covers machte mich neugierig. Alles in allem klang es nach einer Geschichte, die ich in solch einer Form noch nicht gelesen hatte und ich kann sagen, dass es auch genau so war.
Der Einstieg in dieses Jugendbuch fiel mir sehr leicht, denn die Autorin hat einen sehr anschaulichen Schreibstil, der sich einfach und flüssig lesen ließ. Man fühlte sich hier schnell mitten in der Geschichte und auch für die Zielgruppe ist es sprachlich absolut geeignet. Was mir hier gleich aufgefallen ist, ist die Sprache der Protagonistin, die sich, auch wenn sie auf den Dächern Sanguis lebt, doch noch in einem gepflegteren Ton unterhalten konnte. Das ließ mich gleich ein wenig darüber nachdenken, wer sie ist, woher sie kommt, denn ich hätte sie sprachlich mit einem anderen Auftreten vermutet.
Die Spannung ist auch sehr hoch und das so ziemlich von Beginn an. Während man Tina in der Gegenwart begleitet, erzählt diese doch auch immer wieder von Vergangenem. Allerdings wird auch schnell klar, dass Tina nicht über alles aus vergangenen Tagen weiß und während sie auf der Suche nach der Wahrheit zurück in den Kongo muss, wird es richtig spannend und schockierend. Immer wieder kommt es zu unvorhersehbaren Ereignissen und Wendungen, die das Gesamte noch einmal spannender werden ließen.
Tina, die Protagonistin, erzählt in der Ich-Perspektive von den Erlebnissen und dabei kommt man ihr durchaus näher. Aber irgendwie fehlten mir hier die besonderen Emotionen, die mich mehr mit ihr verbunden hätten. Ich habe durchaus immer wieder gedacht, dass ich nicht mit ihr hätte tauschen wollen und doch war es nicht so, dass ich mit ihr gehofft und gebangt habe. Stattdessen blieb ich der teilnahmslose Beobachter des Geschehens.
Die Geschichte spielt in Afrika in der Gegenwart und dabei wirkt das dargestellte Geschehen brandaktuell und authentisch. Man spürt, dass die Autorin durchaus weiß, was sie da erzählt und das sie sehr gut recherchiert hat.
Die Protagonistin Tina mochte ich sehr, sie hat mit ihren gerade einmal sechzehn Jahren ein sehr hartes Leben hinter sich und das spürt man ihr durchaus an. Trotzdem ist sie ein sehr starker Charakter, der ich ihr Verhalten so schon abgekauft habe. Auch wenn ich ein wenig auf Distanz zu ihr blieb, ging mir ihre Geschichte schon sehr nah. Aber auch die Nebencharaktere Michael und Boyboy konnten mir gefallen. War ich gerade bei Michael zu Beginn noch sehr skeptisch, wurde ich doch eines besseren belehrt. Boyboy passt auf den ersten Blick gar nicht so richtig zu Tina, doch auch er war mir immer sympathischer.
Mein Fazit
Ein sehr lesenswertes und spannendes Jugendbuch, das durchaus auch für Erwachsene geeignet ist. Es war durchaus sehr spannend, auch wenn es für ein richtiges Highlight noch etwas Besonderes benötigen würde. Vielleicht lag es einfach an meiner inneren Distanz, dass ich nicht so tief gefangen genommen wurde. Trotzdem ist es ein sehr unterhaltsames Buch, mit einem aktuellen, sehr schockierenden Thema. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Pearssons avatar

Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Pearssonvor 7 Monaten

Zitate:

"Für eine halbe Sekunde gibt es mich doch. Dann verschwinde ich in der Dunkelheit." Seite 11

"Was er sagt, klingt lässig, aber da ist dieser Ton drin. Ich hasse diesen Ton. Er klingt nach Blut." Seite 87

"An irgendeinem Punkt in deinem Leben wird es dir passieren, dass du entkommen musst. Sei vorbereitet." Seite 203


Meinung:

Tina lebt auf der Straße. Um zu überleben, hat sie sich einer Bande angeschlossen und bestiehlt Leute - sowohl in der Öffentlichkeit, als auch bei Einbrüchen. Um den Mörder ihrer Mutter zu schnappen, lässt sie sich auf einen Einstieg in eine der bestgeschütztesten Villen in Sangui City ein und muss leider auf die harte Tour erfahren, dass Rache vielleicht süß sein mag, aber auch wohlüberlegt, und dass sie einen in große Gefahr bringen kann...

Auf dieses Buch bin ich damals durch das Cover aufmerksam geworden und nach einem Blick in die Leseprobe, war ich sofort begeistert. Natalie C. Andersons Debüt besticht durch einen tollen Schreibstil, der ab der ersten Seite direkt Lust auf mehr macht. Er ist angenehm und flüssig zu lesen, mit kurzen Kapiteln und einem guten Tempo. Ok, das mit dem "flüssig lesen" ist eine Sache, die ich nach Abschluss der Geschichte ganz leicht ergänzen muss. Ich weiß nicht wieso, aber die Autorin hat einen Hang dazu, Worte aus dem Swahili und/oder Sheng einzubauen. Prinzipiell hätte mich das nicht gestört, denn immerhin findet sich am Ende des Buches ein entsprechendes Glossar, aber als ich während des Lesens nach und nach alle Wörter nachgeschlagen hatte, war mein Empfinden, dass es sich bei diesem Vokabular nicht wirklich um nötige Wörter handelte. Ich meine, alles in allem empfand ich es quantitativ nicht als riesiges Übel, aber ich vermute, dass sich einige Leser daran stören werden, da es einen einfach immer wieder aus dem Geschehen reißt.

Abgesehen von Stil und Cover, fand ich auch die Thematik sehr interessant. "Ein Thriller aus dem Afrika von heute". Also erwartete ich ein ernstes Buch mit Themen wie korrupte Beamte, brutale Miliz, Blutgeld, usw. Im Endeffekt behandelt "City of Thieves sowohl schlimme Dinge, die Tina vor und während ihrer Flucht aus dem Kongo passieren, als auch die erwarteten Misstände, Gewalt und Gier. Aber die Autorin bleibt für mein Empfinden relativ emotionslos. Dadurch wollte bei mir weder Authentizität noch eine emotionale Bindung aufkommen und es entstanden Längen, die wiederum dem "Thriller" nicht gut getan haben.
Generell beginnt die Hauptgeschichte erst ab ca. der Hälfte des Buches, da hatte ich mich schon gefreut, nur, um ein paar Seiten später wieder in sachliche Nebenerzählungen abzudriften. Letztlich geht es spannungstechnisch effektiv dann wirklich erst im letzten Viertel zur Sache. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich entweder für einen Roman mit ernstem Hintergrund oder für einen Thriller zu entscheiden, der den Mord an Tinas Mutter behandelt. So kam für mich leider weder das eine noch das andere so richtig zur Geltung.
Schade, da hätte man für meinen Geschmack mehr daraus machen können, denn das Potential dafür ist definitiv vorhanden!
Vor allem, da man es zu Beginn der Geschichte, z.B. durch die Beschreibung von Tinas hartem und einsamen Leben, das -um überleben zu können - aus vielen selbstauferlegter Einschränkungen und Regeln besteht, deutlich erkennen kann...

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HibiscusFlowers avatar

Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

Schmutz.Geld.Blut.
HibiscusFlowervor 8 Monaten

Klappentext des Verlages:
Tina war 5, als sie mit ihrer Mutter aus ihrer Heimat, dem Kongo, fliehen musste und Zuflucht in Sangui City, Kenia, fand. Als ihre Mutter ermordet im Haus ihres Arbeitgebers aufgefunden wird, hat Tina nur noch ein Ziel: Rache zu nehmen für den Mord an ihrer Mutter. Die nächsten Jahre versucht sie auf der Straße zu überleben, unter dem Schutz der Goondas, der führenden Gang in Sangui City, die Tina zur Meisterdiebin ausbilden. Als endlich der Moment der Rache gekommen ist, muss Tina, jetzt 16, feststellen, dass die Wahrheit viel komplizierter und brutaler ist, als sie geahnt hat. Die Aufklärung des Mordes führt Tina zurück in den Kongo, wo sie erfährt, dass ihre Mutter ihr vieles aus der Vergangenheit verschwiegen hat. Und das bringt sie und die ihr Nahestehenden in tödliche Gefahr ...

"Wenn du ein Dieb sein willst, musst du als Erstes begreifen, dass es dich nicht gibt."
(Erster Satz sowie erste Regel)

Regel 2: Trau keinem.
Regel 3: Diebe haben keine Freunde.
Regel 4: Wähle dein Ziel sorgfältig aus.
Regel 5: Du brauchst einen Plan.
Regel 6: Lass dich nicht erwischen.

Geduld und Regeln haben die sechszehnjährige Tina die letzten fünf Jahre auf der Straße überleben und einen Plan in ihr wachsen lassen, durch den der Tod ihrer Mutter gerächt werden soll. Dass sie sich in dieser Zeit zu einer Meisterdiebin entwickelt hat, die dazu eine Überlebenskünstlerin ist, stellt dabei die Ausgangssituation dar, von der aus Schmutz.Geld.Blut. als Ziel angestrebt wird. Gut durchdacht und einfach erschien dieser Plan. Angetrieben durch Hass setzt Tina alles in die Umsetzung. Dabei erwischt zu werden, gehörte für sie ebenso wenig dazu wie mit dem Sohn des vermeintlichen Mörders ihrer Mutter einen Deal abzuschließen.
Während ihr die Goondas - die Gang unter deren Schutz sie in den letzten Jahren stand - im Nacken sitzen, da der Anteil Geld an sie gehen soll, versucht sie herauszufinden, was ihr bisher verschwiegen wurde und reist dazu sogar in den Kongo, aus dem ihre Mutter vor Jahren mit ihr geflohen ist. Was sie dort entdeckt und erlebt, verändert alles und birgt große Gefahren für alle Beteiligten.

"Die immense Größe dessen, was ich alles nicht weiß über meine Mutter und ihr Leben, legt sich schwer auf meine Brust und droht mich zu zerdrücken. Alles, was ich tue, tue ich für sie, aber sie hat es nicht für nötig gehalten, mir von dem zu erzählen, was vorher war." (S. 236)

Natalie C. Andersons Debüt zeichnet sich durch eine Grundspannung aus, die sich von der ersten Seite bis zur Auflösung durch das Buch zieht. Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, sind sowohl die Schauplätze wie auch das Geschehen so plastisch geschildert, dass die Gefahren, die nicht nur von den Milizen und Rebellen ausgehen, realistisch auf die LeserInnen wirken. Ein flüssiger Schreibstil und die Erlebnisse sehr gut ausgearbeiteter Figuren treiben dabei das Lesen voran.

Ein fesselnder Jugendthriller, der die Schrecken eines Krieges beschreibt, der zwar abseits unserer Aufmerksamkeit aber dennoch stattfindet. Die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten.

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