Natalie C. Anderson

 4 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor*in von City of Thieves.

Lebenslauf

Natalie C. Anderson lebt mit ihrem Mann in Genf, hält sich aber auch häufig in North Carolina oder in Nairobi, Kenia, auf. Während der letzten zehn Jahre hat sie vor allem für die Flüchtlingshilfe (UN) und hauptsächlich in Afrika gearbeitet. Ihren Master von der Universität Oxford erhielt sie in Politikwissenschaften zum Thema Vertreibung und Zwangsmigration. ›City of Thieves‹ ist das Debüt von Natalie C. Anderson.NATALIECANDERSON.COM

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Natalie C. Anderson

Cover des Buches City of Thieves (ISBN: 9783423719049)

City of Thieves

(19)
Erschienen am 12.01.2022

Neue Rezensionen zu Natalie C. Anderson

Cover des Buches City of Thieves (ISBN: 9783423719049)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

Tilman_Schneider
a big one

Kolja und Lew werden im belagerten Leningrad 1942 verhaftet. Wegen Nichtigkeiten werden sie eingesperrt und lernen sich kennen. Der zuständige Oberst ist verblüfft und begeistert von den beiden unterschiedlichen aber mutigen jungen Männern. Seine Tochter heiratet bald und es soll trotz allem Elend ein großes Fest werden. Er beauftragt die Beiden ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte zu besorgen. Ein schier ummögliches Unterfangen denn Lebensmittel sind knapp und jeder muss nach sich selbst schauen. Auf dem Weg durch die zerstörte Stadt lernen sie Freunde und Feinde und vorallem sich kennen. Die Beiden werden ein Team, Freunde und schließen sich einer kleinen Gruppe an die weiß wo man evtl. Eier her bekommt. Frauen sind ein großes Thema für die beiden jungen Männer und schürt Diskussionen und erotische Gedanken. Das Ziel aber ist es, die Eier zu bekommen und man macht alles möglich und spielt sogar Schach mit einem hohen General um ans Ziel zu gelangen. David Benioff ist ein großartiges Buch gelungen. Ein Roman der so einzigartig ist und die eigentliche traurige und tragische Ausgangsstimmung auch in etwas positives wendet. Denn zwischen Krieg, Leid und Elend gibt es doch Menschen die sich vertrauen, die hoffen, man lernt was echte Freundschaft ist und auch das es die große Liebe und wahre Gefühle wirklich gibt. Etwas ganz besonderes.

Cover des Buches City of Thieves (ISBN: 9783423740333)
Schnuppes avatar

Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

Schnuppe
Flüchtlingsschicksal innerhalb Afrikas

Die Protagonistin Tina ist als Fünfjährige mit ihrer Mutter aus dem Kongo nach Kenia geflohen. Die Mutter findet dort eine Anstellung im Haus eines weißen reichen Mannes, von ihm bekommt sie eine Tochter, später wird sie ermordet. Tina versucht fortan zu überleben, für ihre Schwester zu sorgen, die sie in einer Klosterschule unterbringen kann und Rache für den Mord der Mutter zu üben.

Als nun 16-jähige lebt sie als Gangmitglied auf der Straße in Sangui, einer fiktiven Stadt in Kenia. Sie ist inzwischen eine geübte Diebin. Die Gangstrukturen, das Überleben auf der Straße, die gesellschaftlichen Verhältnisse werden glaubwürdig vorgestellt. 

Die Autorin hat ihre Masterarbeit zum Thema Vertreibung und Zwangsmigration geschrieben, sie engagiert sich stark in der Flüchtlingshilfe (UN) in Afrika, insbesondere in Kenia.  Die Entwicklung der Protagonistin und auch der fiktive Schauplatz wirken sehr authentisch, man merkt das persönliche Erfahrungen eingeflossen sind. 

Tina begibt sich schließlich zurück in den Kongo, deckt Geheimnisse der Mutter und deren Todesumstände auf, findet Vieles heraus, das sie und auch den Leser schockt. Die Geschichte überrascht immer wieder mit neuen Wendungen.

Ein gutes und wichtiges Buch für die Zielgruppe und auch Erwachsene, die am Thema interessiert sind. Der Spannungsbogen leidet streckenweise etwas, weil die Autorin sich viel Raum für die Darstellung der Lebensumstände nimmt. Die Mischung von Kriminalfall und Sachthemen ist nicht ganz ausgewogen. Ich habe es gerne gelesen, kann mir jedoch vorstellen, dass hier vor allem Jugendliche nicht immer bei der Stange bleiben. Emotional hat mich Tina leider nicht vollständig einfangen können, eine gewisse Distanz blieb. 

Cover des Buches City of Thieves (ISBN: 9783423740333)
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Rezension zu "City of Thieves" von Natalie C. Anderson

SillyT
Spannendes Jugendbuch

Gerade einmal fünf Jahre alt war die kleine Tina, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter aus dem Kongo fliehen musste. In Sangui City, Kenia, fand die Mutter dann eine neue Heimat und einen neuen Job. Doch dieser Job wurde ihr zum Verhängnis, denn sie wurde im Hause des neuen Arbeitgebers ermordet. Gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester floh Tina damals, ihre Schwester brachte sie an einer Klosterschule unter, Tina jedoch lebt seitdem auf der Straße. Ihren Lebensunterhalt verdient die nun sechzehnjährige sich mit Diebstählen, die sie für die Straßengang Sangius, den Goondas, ausführt. Aber eins hat Tina nie vergessen, die Rache an dem Mörder der Mutter. Doch als die Zeit der Rache gekommen zu sein scheint, muss Tina feststellen, dass ihre Mutter ihr durchaus vieles aus der vergangenen Zeit im Kongo verschwiegen hatte.
Meine Meinung
Bei diesem Buch sprach mich gleich auf den ersten Blick der Titel des Buches an und auch die Farbgebung des Covers machte mich neugierig. Alles in allem klang es nach einer Geschichte, die ich in solch einer Form noch nicht gelesen hatte und ich kann sagen, dass es auch genau so war.
Der Einstieg in dieses Jugendbuch fiel mir sehr leicht, denn die Autorin hat einen sehr anschaulichen Schreibstil, der sich einfach und flüssig lesen ließ. Man fühlte sich hier schnell mitten in der Geschichte und auch für die Zielgruppe ist es sprachlich absolut geeignet. Was mir hier gleich aufgefallen ist, ist die Sprache der Protagonistin, die sich, auch wenn sie auf den Dächern Sanguis lebt, doch noch in einem gepflegteren Ton unterhalten konnte. Das ließ mich gleich ein wenig darüber nachdenken, wer sie ist, woher sie kommt, denn ich hätte sie sprachlich mit einem anderen Auftreten vermutet.
Die Spannung ist auch sehr hoch und das so ziemlich von Beginn an. Während man Tina in der Gegenwart begleitet, erzählt diese doch auch immer wieder von Vergangenem. Allerdings wird auch schnell klar, dass Tina nicht über alles aus vergangenen Tagen weiß und während sie auf der Suche nach der Wahrheit zurück in den Kongo muss, wird es richtig spannend und schockierend. Immer wieder kommt es zu unvorhersehbaren Ereignissen und Wendungen, die das Gesamte noch einmal spannender werden ließen.
Tina, die Protagonistin, erzählt in der Ich-Perspektive von den Erlebnissen und dabei kommt man ihr durchaus näher. Aber irgendwie fehlten mir hier die besonderen Emotionen, die mich mehr mit ihr verbunden hätten. Ich habe durchaus immer wieder gedacht, dass ich nicht mit ihr hätte tauschen wollen und doch war es nicht so, dass ich mit ihr gehofft und gebangt habe. Stattdessen blieb ich der teilnahmslose Beobachter des Geschehens.
Die Geschichte spielt in Afrika in der Gegenwart und dabei wirkt das dargestellte Geschehen brandaktuell und authentisch. Man spürt, dass die Autorin durchaus weiß, was sie da erzählt und das sie sehr gut recherchiert hat.
Die Protagonistin Tina mochte ich sehr, sie hat mit ihren gerade einmal sechzehn Jahren ein sehr hartes Leben hinter sich und das spürt man ihr durchaus an. Trotzdem ist sie ein sehr starker Charakter, der ich ihr Verhalten so schon abgekauft habe. Auch wenn ich ein wenig auf Distanz zu ihr blieb, ging mir ihre Geschichte schon sehr nah. Aber auch die Nebencharaktere Michael und Boyboy konnten mir gefallen. War ich gerade bei Michael zu Beginn noch sehr skeptisch, wurde ich doch eines besseren belehrt. Boyboy passt auf den ersten Blick gar nicht so richtig zu Tina, doch auch er war mir immer sympathischer.
Mein Fazit
Ein sehr lesenswertes und spannendes Jugendbuch, das durchaus auch für Erwachsene geeignet ist. Es war durchaus sehr spannend, auch wenn es für ein richtiges Highlight noch etwas Besonderes benötigen würde. Vielleicht lag es einfach an meiner inneren Distanz, dass ich nicht so tief gefangen genommen wurde. Trotzdem ist es ein sehr unterhaltsames Buch, mit einem aktuellen, sehr schockierenden Thema. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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