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NussCookie

vor 3 Jahren

(20)

Rezension: Nathaniel und Victoria, Band 1: Unter goldenen Schwingen

Informationen:
Band 1 einer Reihe. Zurzeit (Stand April 2014) schreibt die Autorin an einem 5.Band. Eine feste Anzahl an Büchern ist nicht festgelegt.
Erschienen im Impress-Verlag, einem Unterverlag des Carlsen Verlags und geschrieben von der Autorin Natalie Luca. Das Buch ist bislang ausschließlich als e-Book erschienen, bei einem Preis von 3,99€ und einer Seitenanzahl von ca. 355 Seiten.

Klappentext:
Ein Auto zum achtzehnten Geburtstag, aber keine Zeit, mit ihr zu feiern? Victoria ist maßlos enttäuscht von ihrem Vater, vor allem, weil es ihr erster Geburtstag seit dem Tod ihrer Mutter ist. Also steigt sie in den neuen Wagen und setzt ihn bei strömendem Regen prompt gegen eine Friedhofsmauer. Merkwürdigerweise bekommt sie dabei nicht den kleinsten Kratzer ab. Und noch merkwürdiger ist, dass niemand den blonden jungen Mann gesehen haben will, der sie aus dem Autowrack befreit hat. Sollte das etwa tatsächlich ein Schutzengel gewesen sein? Victoria muss der Sache unbedingt auf den Grund gehen und ihn wiedersehen …

Erster Satz:
„Man sagt, dass im Augenblick des Todes das eigene Leben an einem vorbeizieht- was in diesem Augenblick an mir vorbeizog, erklärte auf jeden Fall, warum ich an einer Friedhofsmauer sterben würde.“ (Position 21)

Erwartung:
Die Leseprobe hat mich sehr angesprochen. Ich war so im Lesefluss, dass ich sofort anfangen musste, als das E-Book bei mir eintraf. Das ist schon mal sehr vielversprechend und lässt mich auf eine wunderschöne Geschichte hoffen. Allerdings habe ich die Befürchtung, das es zu sehr schnulzige Liebesgeschichte werden könnte. Ich hoffe nicht, denn ich mag es gar nicht, wenn sich alles nur noch um die Gefühle dreht.
Das Cover jedenfalls trifft so ziemlich meinen Geschmack. Es ist nicht zu schlicht, aber auch nicht zu voll. Die Brauntöne/ Gelbtöne gefallen mir sehr und passen natürlich auch zum Titel.
Mein Blick glitt sofort zu dem "Engel", der für mich auf den ersten Blick schon männlich aussah. Die Flügel sind zwar da, aber die Hände wirken eher wie Krallen. Deswegen kam mir gleich der Verdacht, dass der Engel ja gar nicht so engelhaft ist, vor allem da er auch noch komplett in schwarz gehalten ist. Dann ist da noch das Mädchengesicht, welches das Auge, was man sehen kann, geschlossen hält. Ein sehr schöner Effekt nur ein Auge zu zeigen. Man weiß also gar nicht, welches Motiv das Cover jetzt dominiert.

Inhalt und Meinung:
Der Prolog gibt einen wunderbaren Einstieg in die Geschichte, obwohl es sehr dramatisch ist, mit dem Autounfall zu beginnen. Man erhält sozusagen eine Art „Zukunftsblick“, um dann zu erfahren, wie es so weit kommen konnte.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Victoria geschildert. Viktoria wurde gerade 18 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater alleine, seit ihre Mutter vor ca. einem Jahr an Krebs starb. Aber eigentlich lebt sie eher allein, da ihr Vater ein totaler Workaholic ist und nur selten zuhause bei ihr ist. So auch an ihrem 18. Geburtstag. Anstatt mit ihr zu feiern und ihre endlich den Trost zu spenden, welchen sie so dringend braucht, schenkt er ihr ein Auto. Es gibt eine Karte, von der Sekretärin geschrieben, einen Kuchen, von einer Bäckerei gebacken und eben das Auto mit dem Schlüssel. Nicht sehr persönlich, finde ich, und zeigt genau, wie die Beziehung zwischen den Beiden das ganze Buch über ist.
So ganz allein sehnt sie sich nach ihrer Mutter und beschließt um alles in der Welt noch unbedingt zum Friedhof zu müssen. Als der Bus nicht kommt, nimmt sie kurzerhand das Auto, bei starkem Regen. Sie ist keine geübte Fahrerin und setzt das Auto prompt gegen die Friedhofsmauer. Entgegen ihrer Erwartungen aber ist sie nicht tot, was einem Wunder gleich kommt. Ein junger Fremder rettet sie aus dem Wrack mit übermenschlichen Fähigkeiten, doch verschwindet, nachdem Krankenwagen und Co. da sind.
Verwirrt versucht sie ihren Retter zu finden, was aber nicht so einfach ist, denn niemand hat den geheimnisvollen Fremden gesehen. Jeder, dem sie davon erzählt, zweifelt an ihrem Verstand.
Dann, als sie endlich auf eine heiße Spur trifft, muss sie sich die Frage der Fragen stellen: Glaube ich an Schutzengel? Den ein Gedanke formt sich und wird immer deutlicher: Könnte ihr Retter etwa ein Schutzendgel sein? Unmöglich! Oder etwa doch nicht?
Als sie Nachforschungen betreibt stößt sie in der Bibliothek auf schreckliche abstoßende Kreaturen- und ihren Retter. Und Tada: Dieser ist doch wirklich ihr Schutzengel (und sieht nicht nur auch noch fantastisch aus), sondern beschützt sie auch von nun an vor den Höllenwesen bzw. den Inferni. Und das ist auch gut so, denn Victoria kann sie nun sehen und sie wird überall von ihnen belagert und verfolgt.
Damit beginnt die rasante Geschichte, denn die Inferni haben es auf sie abgesehen. Bald schon drohen aber viel größere Gefahren, als „nur“ die Inferni.
Gemeinsam mit Nathaniel, Ramiel und Sera, ihren 3 Schutzengel, dem Friedhofswärter Kastner und der Bibliothekarin Melinda kämpft Victoria. Bald ist es nicht nur ein Kampf gegen das Böse, sondern auch gegen das Gute. Denn mit der Rettung von Victoria hat Nathaniel etwas Verbotenes getan. Und nicht nur das, die Liebe schlägt zu, aber die Liebe zwischen Engeln und Menschen ist verboten. Doch beide sind sich inzwischen hoffnungslos verfallen.


Die Geschichte hat mich sehr fasziniert. Toller Schreibstil, tolle Charaktere und ein wahnsinnig kreatives Potential. Mit vielen Wendungen hätte ich so gar nicht gerechnet, obwohl ich schon im Vorherein wusste, wie die Geschichte endet. Das war mir leider zu vorhersehbar. Auch war mir die Geschichte etwas zu sehr auf die Liebesgeschichte fixiert. Ich hätte noch gerne viel mehr Informationen über die Welt der Engel gehabt. Am Ende des Buches warum für mich grundlegende Fragen noch offen. Nur mal so zur Auswahl:
Warum hat Victoria eigentlich 3 Engel? Hat jeder Mensch (3) Engel? Wurden die Engel erst mit ihrer Geburt „geboren“ und was passiert mit ihnen, wenn sie stirbt?

Ebenso schade war, dass die dargestellten Freundschaften für mich eher oberflächlich beschrieben wurden. Ich hab mich mehrmals gefragt: „was ist da eigentlich mit ihren „Freunden“ los, mit denen sie nie was unternimmt?! Toll Freunde! Sehen die den nicht, wie schlimm es ihr geht?!“ Lediglich am Ende bekam man einen etwas tieferen Einblick.

Fazit:
Auch wenn ich jetzt so einige negative Punkte aufgezählt habe, ist das eigentlich Meckern auf hohem Niveau. Ich vergebe also 3,5 Cookies, in der Hoffnung auf die Folgebände. Die Geschichte ist sehr interessant und lohnt sich vor allem für Fans schmachtender Liebesgeschichten. Für mich blieben aber noch zu viele Fragen übrig. Demnach werde ich die reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. Ich freu mich schon zu erfahren, wie es weitergeht :).

Mein Dank gilt dem Carlsen Verlag, dem Lovelybooks-Team und der Autorin selbst, für das Rezensionsexemplar.

Autor: Natalie Luca
Buch: Unter goldenen Schwingen
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