Der Band enthält eine Reihe von kürzeren und längeren Geschichten, die auf den ersten Blick keinen größeren Zusammenhang zueinander haben. Während bei den ersten Geschichten immer eine Nebenfigur der vorherigen die Hauptrolle übernimmt handeln die späteren alle von dem Abenteurer und Klein-Kriminellen Bruno Labastide.
Die meisten Geschichten enden ziemlich abrupt aber mit einem unerwarteten, teils lustigen Ausgang. Alleine deshalb lohnt es sich diese Geschichten zu lesen.
Leider erschließt sich dem Leser der sogenannte rote Faden und die Tatsache, dass es sich um einen Roman und nicht nur um Kurzgeschichten handelt, erst am Ende mit der letzten Geschichte.
In der ersten Geschichte hat sich Bruno Labastide in Venedig zur Ruhe gesetzt und begegnet der attraktive Japanerin Kaiko. Diese sucht ständig sie berührende Geschichten, und empfängt den Autor der besten Geschichte bzw. Zeilen des Tages als Liebhaber für eine Nacht.
Erst mit der letzten Geschichte wird klar, dass alles Geschichten des Buches von Bruno verfasst wurden, um eine oder mehrere Nächte bei Kaiko zu gewinnen.
Mir persönlich hätte es beim lesen und verstehen geholfen, diese Information früher zu erhalten.
Unabhängig davon ist dieses Buch absolut lesenswert, sehr abwechslungsreich und enthält auf unaufdringliche Art auch viel Lebensweisheiten.
Völlig unklar ist mir allerdings, warum diese bereits 2015 erstmals in Deutschland erschienene Buch (welches 2022 mit dem International Latino Book Award für den besten in den USA veröffentlichten Roman in spanischer Sprache ausgezeichnet wurde) als Neuerscheinung und nicht als Neuauflage herausgegeben wird. Bis auf das Titelbild scheinen die Ausgaben auch laut Impressum am Ende des Buches identisch zu sein.
#DerWörterschmuggler #NetGalleyDE







