Natalio Grueso

 3.6 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Der Wörterschmuggler, Woody Allen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Natalio Grueso

Natalio Grueso ist ein spanischer Regisseur in Madrid. "Der Wörterschmuggler" ist Gruesos literarisches Debüt und erschien im Sommer 2015 beim Atlantik Verlag.

Alle Bücher von Natalio Grueso

Der Wörterschmuggler

Der Wörterschmuggler

 (38)
Erschienen am 24.04.2018
Woody Allen

Woody Allen

 (2)
Erschienen am 16.04.2016
Der Wörterschmuggler

Der Wörterschmuggler

 (1)
Erschienen am 15.08.2015
La soledad

La soledad

 (0)
Erschienen am 01.05.2014

Neue Rezensionen zu Natalio Grueso

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Rezension zu "Der Wörterschmuggler" von Natalio Grueso

Ein kleiner Roman voller Phantasie
Habichtvor 2 Monaten

Der Spanier Natalio Grueso arbeitet als Regisseur in Madrid. Mit seinem ersten literarischen Werk, in dem „Die kleinen Leute“ im Mittelpunkt stehen, versucht er sich als Autor, was ihm nach meinem Dafürhalten hervorragend gelingt. Sein Stil ist leicht und die dahin fließenden Worte vereinen sich von Episode zu Episode zu einem kleinen Roman, den man mit Freude liest, weil sich Realität, Phantasie und Poesie wunderbar vermischen.

 


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Rezension zu "Der Wörterschmuggler" von Natalio Grueso

Wenn Worte beflügeln
steffchen3010vor 2 Jahren

Als Bruno Lapastide, Zeit seines Lebens als Vagabund, Charmeur und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler im Land unterwegs, in Venedig die geheimnisvolle Japanerin Keiko kennenlernt, ist es wie um ihn geschehen. Doch um ihr Herz zu gewinnen, bedarf es viel mehr Einsatz als sonst. Denn was die junge Japanerin mit dem scheuen Lächeln und den honigfarbenen Augen betört, ist nicht sein Charme, sondern vielmehr das geschriebene Wort.

„Für sie zählten einzig und allein die Worte, der geschriebene Vers, das zu Papier gebrachte Gefühl.“

Zitat, Seite 11

Jeden Abend bei Sonnenuntergang öffnet Keiko die Briefe ihrer zahlreichen Verehrer. In ihrem Briefkasten stecken Umschläge voll unbändiger Lyrik, klarer Worte und purer Leidenschaft. Auch die Briefe von Lapastide gesellen sich dazu. Während seiner Reisen um die Welt hat der Abenteurer so viele Geschichten gesammelt, dass es ihm ein Leichtes erscheint, seine Mitbewerber auszustechen. Mit seinen raffinierten Zeilen will er das Herz der jungen Japanerin ganz für sich gewinnen.

„Wörter waren der einzige Schlüssel, der die Türen zum Paradies öffnete. (…) Um die Schwelle des magischen Bordells von Dorsoduro zu überschreiten, musste man etwas gänzlich Wohlklingendes erschaffen, Verse, Gedichte oder wundersame Geschichten ersinnen, die berührten. Nur wer es schaffte, Keikos Herz zu liebkosen, erwarb sich auch das Privileg, ihren Körper zu liebkosen.“

Zitat, Seite 225

Doch schon bald ringt der leidenschaftliche Geschichtenerzähler um Worte und die Quelle der Inspiration versiegt. Wird es ihm dennoch gelingen, Keikos Herz zu erobern?

„Der Wörterschmuggler“ birgt nicht nur eine, sondern zahlreiche Geschichten in sich. Er erzählt von einem Geschichtenerzähler, der sich seiner Eindrücke als Weltenbummler bedient, um eine ganz besondere Frau zu berühren. Denn die Japanerin Keiko lässt sich von Worten betören. Als Gegenleistung bietet sie ihren Körper. Für eine Nacht.

Doch Lapastide will Keiko ganz für sich alleine haben und so schreibt er sich die Finger wund. Er erzählt von einer Zeit, in der man Wörter schmuggelt, weil man für sie bezahlen muss und ein Junge sie braucht um dem Mädchen seines Herzens seine Liebe zu gestehen; von einem Mann, der Bücher wie Medizin fürs Leben verschreibt, und damit so manches Schicksal mitbestimmt oder von einem berühmten Moderator, der seine Karriere opfert, um den Herzenswunsch seines Großvaters zu erfüllen. Geschichten voller Leidenschaft. Lebendig. Schräg. Fantasievoll.

Natalio Gruesos Debüt ist alles, aber definitiv nicht alltäglich. Die darin verborgenen Geschichten sprudeln vor Kreativität und Lebendigkeit und lesen sich nicht nur atmosphärisch, sondern auch noch erstaunlich leicht. Viele Zeilen wirken im ersten Moment unbekümmert, obwohl sie von erstaunlicher Tiefe und Einsamkeit getränkt sind. Der Autor, der Regisseur am Teatro Espanol und am Institut für Performing Arts of the City of Madrid ist, versteht es, seine einzelnen Geschichten raffiniert ineinander zu verschachteln. Wie Puzzleteile setzt er sie  Stück für Stück aneinander und präsentiert den „Wörterschmuggler“ als großes Ganzes.

Während wir den Protagonisten Lapastide sehr gut kennenlernen, bleibt die Japanerin Keiko geheimnisumwoben und unnahbar. Ihr Wesen verzaubert nicht nur Lapastide, sondern auch den Leser, weshalb wir uns Seite für Seite durch die Geschichte locken lassen, in der Hoffnung mehr über sie zu erfahren.

Gruesos Geschichte begegnet uns wie eine Gutenachtgeschichte am Abend, die Eltern ihren Kindern vorlesen, um sie ins Land der Träume zu begleiten. Sie lummelt dich ein, bettet dich in ein weiches Nest aus federleichten Zeilen und wohliger Wärme.

„Abschiede sind stets seltsame Augenblicke. Sie sind geprägt von einer Nostalgie gegenüber dem Erlebten, nicht Wiederholbaren, von der Aufregung angesichts der ungewissen Zukunft, der neuen Vorhaben und der kommenden Abenteuer. Auch von dem Glück über die Freunde, die wir gewonnen haben, und von der Melancholie, die uns unweigerlich überfällt, wenn etwas zu Ende geht, wenn ein Kapitel unseres Lebens abgeschlossen wird.“

Zitat, Seite 165

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Rezension zu "Woody Allen" von Natalio Grueso

Interessanter Blick auf Woody Allen
raven1711vor 3 Jahren

Klappentext:
Woody Allen ist einer der weltweit bedeutendsten Filmemacher und gilt als großer Intellektueller, dessen Werk Generationen von Cineasten bis heute beeinflusst. Als Komiker stellt man ihn in eine Reihe mit Charlie Chaplin und Groucho Marx. Natalio Grueso, mit Woody Allen in tiefer Freundschaft verbunden, zeigt ihn erstmals durch die Augen derer, die ihn näher kennen und mit ihm zusammenarbeiten. Für dieses Buch hat er Allens Frau Soon Yi, seine Familie, Bewunderer und Kollegen, aber auch ganz "normale" Leute befragt, wie etwa seinen Optiker oder den Barkeeper seiner Lieblingsbar.

Meinung:
Letztes Jahr konnte mich der spanische Regisseur und Autor Natalio Grueso mit seinem Roman Der Wörterschmuggler positiv überraschen. In diesem Roman wirft er nun einen Blick auf eines der größten Filmgenies der Gegenwart: Woody Allen.
Mit dem Blick eines Filmexperten und als persönlicher Freund von Woody Allen hat Natalio Grueso natürlich einen ganz anderen Blickwinkel auf den Ausnahmeregisseur, als wir "Normalsterblichen". Dementsprechend findet man in diesem Roman neben einigen privaten Anekdoten viele Analysen und Hintergrundinformationen zu Allens Filmen.
Kapitelweise stellt Grueso hier die verschiedensten Seiten Woody Allens vor, wie z. B. den Komiker, den Musiker, den Glückspilz oder den Geschichtenerzähler. Man erhält dadurch einen sehr umfassenden Blick auf die vielen Talente des Woody Allens und hat das Gefühl, den Menschen hinter der Brille besser kennenzulernen. Grueso behält sein Idol bei seinen Beobachtungen immer mit einem filmischen Auge im Blick und hebt Schattenseiten des Berühmtseins hervor, ebenso wie bedeutende Ereignisse. Außerdem veranschaulicht er sehr schön, dass auch eine Persönlichkeit wie Woody Allen nur ein Mensch ist :)
Erzählerisch legt Grueso wieder eine sehr verspielte Sprache an den Tag. Manchmal aber ging er mir mit seinen Lobpreisungen und Vergleichen mit den Filmgrößen wie z. b. Charlie Chaplin oder Groucho Marx ein wenig auf die Nerven, wenn man sie zum gefühlt 20. mal lesen muss. Hier hätten mir weniger Wiederholungen besser gefallen. Ansonsten ist das Buch aber sehr unterhaltsam und informativ. Gerade Cineasten und Liebhaber von klugen Filmen werden an diesem Buch Spaß haben. Denn es ist weniger eine Biografie als vielmehr eine Hommage an dieses Filmgenie, der nicht nur verdammt gute Filme dreht, sondern auch in anderen Bereichen ein Multitalent zu sein scheint, dafür aber immer am Boden geblieben ist.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

Fazit:
Man merkt der Lektüre an, wie sehr Natalio Grueso von seinem Idol Woody Allen beeindruckt ist. Mit einem schönen Sprachstil und einigen heiteren Anekdoten, sowie viel Hintergrundwissen zu Allens Werken hat er Woody Allen hier ein geschriebenes Denkmal gesetzt, eine Huldigung auf seine Werke und sein Lebenswerk.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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