Natalio Grueso Der Wörterschmuggler

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Inhaltsangabe zu „Der Wörterschmuggler“ von Natalio Grueso

Bruno Labastide ist ein Abenteurer, ein sympathischer Schuft und ein Sammler kurioser Geschichten: Als er in Venedig eine geheimnisvolle Japanerin kennenlernt, die ihre Liebhaber stets nur für eine Nacht und gegen schöne Verse empfängt, versucht er, sie mit seinen Geschichten zu betören: zum Beispiel mit der von dem Jugendlichen, der Wörter schmuggelt, oder mit der von der Frau, die in Paris von einem unsichtbaren Verehrer verfolgt wird. Magisch-zauberhafte Begebenheiten, die in Buenos Aires, Paris oder Shanghai spielen und am Ende wieder nach Venedig führen.

Nicht ganz leichte Lektüre. Ich glaube, ich werde das Buch irgendwann nochmal lesen müssen, um es wirklich zu verstehen.

— Kristin84

Stellenweise sehr schön, vor allem das Ende, aber sonst für mich leider etwas konfus. Schade.

— Kathycaughtfire

Erst nach über 200 Seiten erfuhr ich, worum es in dem Buch geht. Wirkte leider alles ein wenig zusammenhangslos.

— haberland86

Am Anfang ist es mir etwas schwer gefallen... aber dann hat es mich gepackt und mich mit Tränen in den Augen zurück gelassen! Was ein Ende!!

— Alina97

Bis zur Hälfte eine wunderschöne Geschichtensammlung

— Lesemanie

Ein spannender Ausflug in eine surreale Welt aus Wörtern und Geschichten.

— Svenjas_BookChallenges

Wunderschön geschrieben und kurzweilig

— raven1711

Ich fühlte mich erinnert an "1001 Nacht"

— Annette69

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Der Klappentext hat dann doch nicht so viel mit dem tatsächlichen Buchinhalt zu tun. Lasst Euch da nicht verwirren!

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  • Wenn Worte beflügeln

    Der Wörterschmuggler

    steffchen3010

    28. October 2016 um 10:30

    Als Bruno Lapastide, Zeit seines Lebens als Vagabund, Charmeur und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler im Land unterwegs, in Venedig die geheimnisvolle Japanerin Keiko kennenlernt, ist es wie um ihn geschehen. Doch um ihr Herz zu gewinnen, bedarf es viel mehr Einsatz als sonst. Denn was die junge Japanerin mit dem scheuen Lächeln und den honigfarbenen Augen betört, ist nicht sein Charme, sondern vielmehr das geschriebene Wort. „Für sie zählten einzig und allein die Worte, der geschriebene Vers, das zu Papier gebrachte Gefühl.“ Zitat, Seite 11 Jeden Abend bei Sonnenuntergang öffnet Keiko die Briefe ihrer zahlreichen Verehrer. In ihrem Briefkasten stecken Umschläge voll unbändiger Lyrik, klarer Worte und purer Leidenschaft. Auch die Briefe von Lapastide gesellen sich dazu. Während seiner Reisen um die Welt hat der Abenteurer so viele Geschichten gesammelt, dass es ihm ein Leichtes erscheint, seine Mitbewerber auszustechen. Mit seinen raffinierten Zeilen will er das Herz der jungen Japanerin ganz für sich gewinnen. „Wörter waren der einzige Schlüssel, der die Türen zum Paradies öffnete. (…) Um die Schwelle des magischen Bordells von Dorsoduro zu überschreiten, musste man etwas gänzlich Wohlklingendes erschaffen, Verse, Gedichte oder wundersame Geschichten ersinnen, die berührten. Nur wer es schaffte, Keikos Herz zu liebkosen, erwarb sich auch das Privileg, ihren Körper zu liebkosen.“ Zitat, Seite 225 Doch schon bald ringt der leidenschaftliche Geschichtenerzähler um Worte und die Quelle der Inspiration versiegt. Wird es ihm dennoch gelingen, Keikos Herz zu erobern? „Der Wörterschmuggler“ birgt nicht nur eine, sondern zahlreiche Geschichten in sich. Er erzählt von einem Geschichtenerzähler, der sich seiner Eindrücke als Weltenbummler bedient, um eine ganz besondere Frau zu berühren. Denn die Japanerin Keiko lässt sich von Worten betören. Als Gegenleistung bietet sie ihren Körper. Für eine Nacht. Doch Lapastide will Keiko ganz für sich alleine haben und so schreibt er sich die Finger wund. Er erzählt von einer Zeit, in der man Wörter schmuggelt, weil man für sie bezahlen muss und ein Junge sie braucht um dem Mädchen seines Herzens seine Liebe zu gestehen; von einem Mann, der Bücher wie Medizin fürs Leben verschreibt, und damit so manches Schicksal mitbestimmt oder von einem berühmten Moderator, der seine Karriere opfert, um den Herzenswunsch seines Großvaters zu erfüllen. Geschichten voller Leidenschaft. Lebendig. Schräg. Fantasievoll. Natalio Gruesos Debüt ist alles, aber definitiv nicht alltäglich. Die darin verborgenen Geschichten sprudeln vor Kreativität und Lebendigkeit und lesen sich nicht nur atmosphärisch, sondern auch noch erstaunlich leicht. Viele Zeilen wirken im ersten Moment unbekümmert, obwohl sie von erstaunlicher Tiefe und Einsamkeit getränkt sind. Der Autor, der Regisseur am Teatro Espanol und am Institut für Performing Arts of the City of Madrid ist, versteht es, seine einzelnen Geschichten raffiniert ineinander zu verschachteln. Wie Puzzleteile setzt er sie  Stück für Stück aneinander und präsentiert den „Wörterschmuggler“ als großes Ganzes. Während wir den Protagonisten Lapastide sehr gut kennenlernen, bleibt die Japanerin Keiko geheimnisumwoben und unnahbar. Ihr Wesen verzaubert nicht nur Lapastide, sondern auch den Leser, weshalb wir uns Seite für Seite durch die Geschichte locken lassen, in der Hoffnung mehr über sie zu erfahren. Gruesos Geschichte begegnet uns wie eine Gutenachtgeschichte am Abend, die Eltern ihren Kindern vorlesen, um sie ins Land der Träume zu begleiten. Sie lummelt dich ein, bettet dich in ein weiches Nest aus federleichten Zeilen und wohliger Wärme. „Abschiede sind stets seltsame Augenblicke. Sie sind geprägt von einer Nostalgie gegenüber dem Erlebten, nicht Wiederholbaren, von der Aufregung angesichts der ungewissen Zukunft, der neuen Vorhaben und der kommenden Abenteuer. Auch von dem Glück über die Freunde, die wir gewonnen haben, und von der Melancholie, die uns unweigerlich überfällt, wenn etwas zu Ende geht, wenn ein Kapitel unseres Lebens abgeschlossen wird.“ Zitat, Seite 165

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  • Ein hübscher Beginn

    Der Wörterschmuggler

    Bibliomania

    15. May 2016 um 19:08

    Bruno Labastide lebt in Venedig. Er ist nicht mehr der jüngste und fühlt sich unendlich einsam. Bis er eines Tages einer jungen Japanerin begegnet. Sie ist unvoreingenommen von Menschen und Männern und nimmt sich jede Nacht einen anderen, der sie mit Worten überzeugen muss - und nur mit Worten.Welche magischen, schönen, traurigen Geschichten Bruno sich für die Japanerin Keiko überlegt, um wenigstens für eine Nacht ihr Bett teilen zu können, lesen wir hier in diesem äußerst hübschen Büchlein.Der Anfang gefiel mir ziemlich gut. Die Sprache war einfach so schön und die Geschichte hat mich eingefangen. Aber das änderte sich schnell und ich fand das Buch einfach nur noch ganz nett. Nicht schlecht, aber eben auch kein Reißer. Hübsches Cover, dessen Klappentext irgendwie auch mehr Magie versprochen hat, als am Ende gehalten werden konnte.

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  • Mir fehlte der rote Faden

    Der Wörterschmuggler

    haberland86

    08. April 2016 um 21:40

    Bereits nach den ersten Seiten war ich froh, mich für dieses Buch entschieden zu haben. Natalio Grueso zog mich mit seinem poetischen und fantasievollen Schreibstil direkt in seinen Bann.Schnell wurde mir klar, dass ich hier keinen Roman mit klassischem Spannungsaufbau vor mir hatte. Viel mehr mutete das Buch wie eine Sammlung melancholischer und poetischer Kurzgeschichten an, von denen jede einzelne voller Weisheit und Poesie steckte.Die einzelnen Kapitel waren zwar wunderschön geschrieben, sodass man sich ohne Probleme in den Kurzgeschichten verlieren konnte, die das Bild von Außenseitern zeichneten, denen durch die Kraft der Worte wundersame Dinge passierten. Trotzdem schien mir alles ein wenig zusammenhangslos aneinandergereiht. Mir fehlte der rote Faden und mir fehlte es, mit Bruno mitzufiebern, ob er es schaffen würde, Keikos Herz zu erobern.Auch ist es schade, dass sich erst auf den letzten 20 Seiten aufklärte, wovon das Buch handelte.Zumindest bin ich nun um die Erkenntnis reicher, dass mir Bücher mit einem klassischen Spannungsbogen und rotem Faden besser gefallen, als solche bei denen das nicht der Fall ist und dass für mich ein schöner Schreibstil alleine nicht ausreicht, um mich über 250 Seiten von einem Buch fesseln zu lassen. Zumal auch dieser zur Mitte des Buches hin etwas nachlässt.

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  • Mir fehlte der rote Faden

    Der Wörterschmuggler

    haberland86

    07. February 2016 um 10:44

    Bereits nach den ersten Seiten war ich froh, mich für dieses Buch entschieden zu haben. Natalio Grueso zog mich mit seinem poetischen und fantasievollen Schreibstil direkt in seinen Bann. Schnell wurde mir klar, dass ich hier keinen Roman mit klassischem Spannungsaufbau vor mir hatte. Viel mehr mutete das Buch wie eine Sammlung melancholischer und poetischer Kurzgeschichten an, von denen jede einzelne voller Weisheit und Poesie steckte. Die einzelnen Kapitel waren zwar wunderschön geschrieben, sodass man sich ohne Probleme in den Kurzgeschichten verlieren konnte, die das Bild von Außenseitern zeichneten, denen durch die Kraft der Worte wundersame Dinge passierten. Trotzdem schien mir alles ein wenig zusammenhangslos aneinandergereiht. Mir fehlte der rote Faden und mir fehlte es, mit Bruno mitzufiebern, ob er es schaffen würde, Keikos Herz zu erobern. Auch ist es schade, dass sich erst auf den letzten 20 Seiten aufklärte, wovon das Buch handelte. Zumindest bin ich nun um die Erkenntnis reicher, dass mir Bücher mit einem klassischen Spannungsbogen und rotem Faden besser gefallen, als solche bei denen das nicht der Fall ist und dass für mich ein schöner Schreibstil alleine nicht ausreicht, um mich über 250 Seiten von einem Buch fesseln zu lassen. Zumal auch dieser zur Mitte des Buches hin etwas nachlässt. Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

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  • Absolut gerührt!

    Der Wörterschmuggler

    Alina97

    31. January 2016 um 14:47

    Inhalt: Bruno Labastite lebt in Venedig und begegnet einer zauberhaften Japanerin. Deren Zimmer wird jede Nacht zum Paradies für einen glücklichen Auserwählten. Doch müssen Männer die in dieses Paradies hinein wollen Verse oder Gedichte schicken um sie zu überzeugen. Ist ein Auserwählter aber eine Nacht bei ihr gewesen, darf er aber nie wieder kommen. Und um in dieses Paradies zugelangen, sei es nur einmal, schreibt Bruno ihr Geschichten. Zauberhafte, tragische, spannende, und darf wirklich eine Nacht mit ihr verbringen. Doch er weiß das Glück wird nur bis Morgengrauen anhalten. Meine Meinung: Die Geschichten sind unglaublich fantasievoll, obwohl sie mich am Anfang etwas verwirrt haben. War das jetzt noch Gegenwart oder eine ausgedachte Geschichte, warum ist da schon wieder eine neue Person aufgetaucht? Aber dann bin ich dahinter gekommen. Die vielen Geschichten die Bruno der Japanerin schreibt lesen sich wie ein Sammelband mit Kurzgeschichten, und diese sprühen vor Fantasie. Wundervolle Charaktere (Der Pianist, die Dealerin in Shanghai, Jonas, Bruno selbst) tolle Dialoge und auch traurige Schicksale die einen wirklich rühren! ("Kolateralschaden") Man erfährt etwas über den Bruno in früheren, jüngeren, Zeiten und fiebert total mit als die Japanerin ihn für die Nacht zum Auserwählten ernennt...am besten hat mir allerdings das Ende gefallen! Leider möchte und kann ich jetzt nicht spoilern aber eins kann ich euch sagen: Eines der schönsten und romantischsten, allerdings auch kurzes Romanendes wartet auf euch, wenn ihr das Buch lest! Ich habe mit Tränen in den Augen das Buch zugeklappt und habe leise vor mich hingelächelt. Das Buch erzählt mit all seinen kleinen Geschichten vom Auf und Ab des Lebens und das erlebt man als Leser unglaublich gut mit! Superschönes Buch :))) !!!!

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  • Einzigartige Geschichten

    Der Wörterschmuggler

    marjana_

    09. November 2015 um 14:47

    Inhalt: Bei dem Buch geht man mit Bruno Labastide, durch eine Reihe von Geschichten, die aus seinem Leben stammen. Nach langen reisen und vielen Abenteuern will er in Venedig zur Ruhe kommen. Dort lernt er eine Japanerin kennen, die ihre Liebhaber nur für eine Nacht und gegen schöne Geschichten empfängt. Bruno versucht die Frau mit seinen Geschichten zu verführen. Diese nehmen ein mit auf eine Reise durch viele Länder, wie Paris, Shanghai oder Buenos Aires.Meine Meinung:In dem Buch sind viele verschieden Geschichten eingebunden. Oftmals hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass sie alle zusammenhängen. Ich fand das jedoch nicht störend, da jedes Kapitel eine wunderbare Geschichte enthält die man auch für sich lesen könnte. Die Geschichten sind fantasievoll und einzigartig. Mich haben sie mitgenommen und ich wusste von der ersten Geschichte an, das sie mir gefallen werden. Oftmals wusste ich nicht, wie die die Geschichten enden würden und war dann über das Ende überrascht. Das hat zu einer angenehmen Spannung geführt. Es sind auch Geschichten dabei, die mich berührt und auch schockiert haben. Kollateralschaden und der Traumjäger waren die, über die ich am meisten nachgedacht habe, gerade weil sie mich getroffen haben.Es ist zwar insgesamt eine runde Geschichte, trotzdem stechen für mich die einzelnen Kapitel Geschichten mehr hervor, als der abgeschlossene Roman. Die Charaktere waren alle sehr interessant gestaltet. Sie waren oftmals sehr verschieden, aber sie sind alle liebenswert und jeder für sich besonders. Ich hatte das Gefühl, dass ich auch auf reisen bin und das große Glück habe, diese Menschen und ihre Geschichten kennen lernen zu dürfen. Natalio Gruesos Schreibstil war sehr einladend und man konnte dich gut hinein fallen lassen. Das man sich so wundervolle Geschichten ausdenkt, beeindruckt mich sehr und ich werde das Buch sicher noch öfter in die Hand nehmen, um noch mal die Magie der Geschichten zu spüren.Fazit: Ein Buch voller Geschichten die man garantiert nicht so schnell vergisst. Jede erzählt etwas einzigartiges, die Charaktere sind interessant und ich habe sie in mein Herz geschlossen. Für mich ist es ein besonderes Buch!

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  • Die surreale Welt der Wörter

    Der Wörterschmuggler

    Svenjas_BookChallenges

    08. November 2015 um 18:04

    So richtig wusste ich ja nicht, was mich mit Der Wörterschmuggler erwartet. Und auch ihr werdet euch anhand des Klappentextes sicher fragen: Worum geht es eigentlich? Diese Frage ist tatsächlich nicht leicht zu beantworten, aber ich werde es versuchen. Die Rahmenhandlung ist die Geschichte von Bruno Labastide, der in Venedig auf die geheimnisvolle Keiko trifft. Über beide erfährt man nicht viel und als man gerade in die Handlung hineinkommt, bricht sie ab und es folgen mal längere, mal kürzere Geschichten ohne jeden Zusammenhang.  Die Geschichten selbst sind mal mehr und mal weniger außergewöhnlich. Manche sind sogar dystopisch und abstrus - wie zum Beispiel die des verliebten Jungen, der in einer Welt lebt, in der man für jedes Wort bezahlen muss und in der die Menschen deshalb kaum noch miteinander reden. Diese Vorstellung hat mich wirklich erschreckt und fasziniert und ich hätte mir gewünscht, dass gerade diese Geschichte länger und ausführlicher gewesen wäre. Denn schließlich ist sie es, die Gruesos Roman den Namen gibt: Der Wörterschmuggler. Faszinierend ist auch Natalio Gruesos Konzept. Als Leser merkt man erst gegen Ende, dass diese ganzen, angefangenen Geschichten im Sande zu verlaufen scheinen und nur die von Bruno Labastide zum Abschluss kommt. Obwohl man natürlich im Klappentext vorgewarnt wird. Irgendwann ist mir klar geworden, dass Bruno Labastide nach den richtigen Worten sucht und deswegen immer wieder eine Geschichte beginnt, sie dann aber abbricht und zur nächsten übergeht. Das ist wirklich spannend mitzuverfolgen. Zwischendrin gibt es auch immer mal wieder Passagen, die sich mit Brunos Vergangenheit beschäftigen und so erfährt man immerhin, dass er ein Charmeur ist, der es versteht, die Leute um den Finger zu wickeln. Außerdem ist er ein Dieb und ein Schmuggler, der sich von Tag zu Tag durchs Leben gaunert. Grueso scheint bei seinem Roman keinen Regeln zu folgen. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder, ebenso die Orte und Zeiten. Nur durch kleine Hinweise im Text erfährt man, wo und wann die aktuelle Passage spielen könnte. Die Betonung liegt auf "könnte", denn insgesamt scheint die Handlung oftmals raum- und zeitlos zu sein und so konzentriert man sich beim Lesen auf die Worte an sich, ohne sich ablenken zu lassen. Und die Worte haben es wirklich in sich, denn Grueso schreibt auf so leichtfüßige und fantasievolle Weise, dass man wirklich den Eindruck hat, er nimmt einen mit auf eine absolut verrückte und rasante Reise. Man weiß nie, wo die aktuelle Geschichte hinführt und das macht den Roman so besonders und spannend. Und eben irgendwie fantastisch und surreal. Mein Fazit: Der Wörterschmuggler ist ein ganz besonderes Buch, das seinen eigenen Regeln zu folgen scheint. Es hat keine in sich abgeschlossene Handlung, ist aber auch ganz sicher keine Kurzgeschichten-Sammlung. Das ist schon ziemlich speziell und sicher nicht jedermanns Sache, mich hat es aber wirklich beeindruckt, da ich so einen außergewöhnlichen Roman noch nie gelesen habe. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die ein oder andere Geschichte fortgesetzt würde, aber ich glaube, gerade in der Unfertigkeit liegt der Reiz von Der Wörterschmuggler. Es regt einfach mehr als jedes andere Buch die Fantasie des Lesers an und wirft ihm Anfänge und Häppchen hin, die er weiter spinnen kann. Vielleicht ist es nicht DIE große Überraschung, aber dafür mal etwas ganz anderes, auf das man sich einlassen muss, um es genießen zu können. Für dieses ganz besondere Lesevergnügen danke ich dem Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Atmosphärisch!

    Der Wörterschmuggler

    SharonBaker

    27. September 2015 um 14:15

    In Venedig ist der Abenteuerer und sympathische Klein-Krimineller Bruno Labastide zu Hause. Nach langen Reisen und seinen abwechslungsreichen Trips um die ganze Welt sucht er nun ein bisschen Ruhe. Bis er auf die geheimnisvolle Japanerin Keiko trifft, diese gewährt ihren Liebhabern nur eine einzige Nacht und auch nur, wenn dieser ihr im Gegenzug schöne berührende Geschichten schickt. Wie gut das Bruno so viel rum gekommen ist und ein Sammler von besonderen Geschichten ist. Was er ihr wohl alles zu erzählen hat? Wohin uns seine Berichte führen werden? Und wird es reichen, um diese eine Nacht zu erleben? Ich muss gestehen, mich hat der Titel bei diesem Buch einfach magisch angesprochen, der Wörterschmuggler. Man muss sich das so richtig durch den Kopf gehen und auf der Zunge zergehen lassen, da wird die Fantasie doch einfach schon selbst freigesetzt und man grübelt, was das wohl für ein Beruf sein könnte. Wie schmuggelt man Wörter, wie muss ich mir das Ganze  vorstellen und welche Wörter sind es Wert geschmuggelt zu werden. Das dahinter, was anderes steckt, ist natürlich nicht verwunderlich, denn die Liebe streckt ihre Fühler ja überall aus. So kommt es, das unser Held Bruno, der bezaubernden Keiko eine Geschichte nach der anderen zuschickt und auf seine eine Nacht wartet, oder vielleicht sogar mehr. Leider muss ich hier direkt meinen Knackpunkt erwähnen, hätte ich nicht im Klappentext gelesen, dass Bruno ihr Geschichten schickt, um ihr Herz oder diese Nacht zu erobern, wäre ich so von alleine nicht darauf gekommen. Der Anfang ist ein kurzes Intermezzo, wo sich die beiden begegnen und dann folgt eine Kurzgeschichte nach der anderen, bis man sich am Ende wieder sieht. Keine Einleitung in den Geschichten, kein Zwischenstand bei den Beiden und keine Rührung von Keiko dazu. Ich glaube das hätte dem Ganzen ganz gut getan und wirklich miteinander mehr harmonisieren lassen. So springt man von einem Kapitel zum nächsten und fragt sich doch, und was ist mit den Beiden? Das ist mein kleines Manko an dem Buch, aber vom überwältigenden Zauber seiner Wörter habe ich noch nicht gesprochen. Natalio Grueso ist ein Künstler der Atmosphäre, ich bin so begeistert von seinem Können. Er schaffte es in jeder seiner Geschichten einen zu berühren und führt die geschehenden Bilder einem direkt vor die Augen. Egal wo seine Geschichten spielen, ob in Venedig, Paris, Genf, Shanghai oder Buenos Aires, man ist einfach dort. Ich als Leser war dort, in wenigen Sätzen hat er alles eingefangen und diesen Ort für mich direkt im Kopf geschaffen. Dabei legt er auf seine Geschichten ganz besonders viel wert, was seinen Inhalt angeht, diese sind mit Weisheit bestückt, oder rühren das Herz, jede ist anders und hat trotzdem eine starke Aussage. Die darin spielenden Figuren sind sympathisch und man möchte sie einfach kennenlernen. Er hat einfach unheimlich viel Geschick zu schreiben, dabei ist er sensibel, feinfühlig, oft sogar poetisch und seine Worte strahlen oft auch eine wunderbare Melancholie aus. Jede dieser Geschichten lohnt sich zu entdecken, er hat so viele tolle Ideen, die mich total überraschten und in den Bann gezogen haben. Wer also sehr gern Kurzgeschichten liest, sollte hier zugreifen. Als Roman finde ich es nicht ganz so gut umgesetzt und es wirkt einfach somit nicht ganz rund. Aber was der Autor in seinen Erzählungen geschaffen hat, sind kleine Meisterwerke und zeigen auf, das Natalio Grueso ein guter Beobachter sein muss. In jeder Geschichte lässt er uns so viel Gefühle und Atmosphäre spüren und transportiert die Bilder in den Kopf direkt mit dazu. Dieses Buch nimmt man auch gern später noch in die Hände und liest einfach mal wieder eine Kurzgeschichte.

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  • Ungewöhnlich, aber lesenswert!

    Der Wörterschmuggler

    passionelibro

    10. September 2015 um 14:08

    Bruno Labastide ist ein vielgereister Mann, der sich nun in Venedig niedergelassen hat und sich sehr einsam fühlt. Dort trifft er auf Keiko, eine wunderschöne Japanerin, die Nacht für Nacht demjenigen ihre Tür öffnet, der sie mit einer schönen oder berührenden Geschichte oder einem Vers beglücken kann. Doch dann geht der Leser auf Reisen mit Bruno, der als Hotelboy anfing und von einem Pianisten inspiriert wurde, auf jeden Fall viel Geld im Leben zu machen. Bruno, der mit seinen Grübchen und seinem Charme reiche und schöne Frauen im Sturm eroberte und betrog, der von einem Wörterschmuggler und von einem Traumjäger zu erzählen weiß, aber der nie die wahre Liebe treffen durfte. Dadurch wird der Leser mit kurzen Geschichten, die mit Poesie und Fantasie bestückt sind, unterhalten, die den größten Teil des Buches ausmachen. Es gibt keine Tiefen und keine Längen und erst zum Ende kehrt der Leser zurück nach Venedig, zu der einen Geschichte, die Keiko überzeugt, um Bruno ihre Tür und ihr Herz zu öffnen. Ein Lesegenuss auf nur 256 Seiten.

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  • Wunderschön geschrieben und kurzweilig

    Der Wörterschmuggler

    raven1711

    04. September 2015 um 09:18

    Inhalt aus dem Klappentext: Bruno Labastide ist ein Abenteurer, ein sympathischer Schuft und ein Sammler kurioser Geschichten: Als er in Venedig eine geheimnisvolle Japanerin kennenlernt, die ihre Liebhaber stets nur für eine Nacht und gegen schöne Verse empfängt, versucht er, sie mit seinen Geschichten zu betören: zum Beispiel mit der von dem Jugendlichen, der Wörter schmuggelt, oder mit der von der Frau, die in Paris von einem unsichtbaren Verehrer verfolgt wird. Magisch-zauberhafte Begebenheiten, die in Buenos Aires, Paris oder Shanghai spielen und am Ende wieder nach Venedig führen. Meinung: Ich liebe ja Bücher, in denen Geschichten erzählt werden, die auf den ersten Blick eigenständig erscheinen, aber doch alle irgendwie ineinander greifen, wie z. B. bei dem Buch "Wolkenatlas" von David Mitchell. Auch in diesem Buch werden einzelne Geschichten erzählt, die letztendlich einen ganz bestimmten Zweck verfolgen: Die schöne japanische Kurtisane zu beeindrucken, die ihren jeweiligen Liebhaber anhand von Versen und Texten auswählt. Bruno erzählt ihr verschiedene Geschichten, teilweise wirken sie erfunden, teilweise stellen sie Episoden aus seinem Leben dar. Aber allen gemeinsam ist das Thema Einsamkeit. Bruno Labastide ist dabei ein sehr wandelbarer Charakter. Mal mag man ihn sehr, mal ist er einem eher suspekt. Doch trotz allem ist er letztendlich doch ein sympathischer Protagonist, den ich gerne durch dieses Buch begleitet habe. Aber weniger Bruno hat es mir in diesem Roman angetan, als wie die vielen Nebenfiguren, deren Geschichten und Erlebnisse er hier vorträgt. Diese haben mich tief berührt, sich in mein Herz eingeschlichen und mich mit ihren mitfiebern und -fühlen lassen. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der dritten Person, einige Abschnitte werden aber aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Sichtweise wechselt hier zwischen Bruno und den anderen Charakteren. Die Kapitel sind insgesamt recht kurz gehalten, so dass man relativ schnell durch die Geschichten gelangt. Dieses Buch hat eine wunderschöne Bildsprache. Natalio Gruesos Sprachstil wirft das Kopfkino an und lässt die Bilder in seinem Buch lebendig werden, so als ob man einen Film schauen würde. Man merkt, dass der Autor schon Drehbücher geschrieben hat. Seine bittersüßen Geschichten gehen ins Herz, sind manchmal eine wunderschöne Hommage an das geschriebene Wort und beflügeln die Fantasie. Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch ist, dass die Episoden hier manchmal den roten Faden im Buch vermissen lassen und ich mir gewünscht hätte, dass einige Geschichten mehr ineinander greifen würden. So bauen manche Stories hier aufeinander auf, einige stehen aber ganz für sich alleine. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch eine sehr kurzweilige Lektüre, die man mit leichtem Bedauern beendet, da man schon am Ende angelangt ist. Fazit: "Der Wörterschmuggler" ist ein wunderschönes Buch, das mit seinen bittersüßen Geschichten das Herz berührt. Gerne hätte ich noch länger hier verweilt. Einzig das sich der rote Faden manchmal ein wenig hier verliert, stört ein etwas. Trotzdem wirkt das Buch lange nach und unterhält ungemein gut. Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

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  • Wort für Wort zur großen Liebe

    Der Wörterschmuggler

    Annette69

    24. August 2015 um 17:35

    Natalio Gruesos erster Roman ist eine Liebesgeschichte. Seine Hauptfigur, Bruno Labastide, ein viel gereister Lebenskünstler, trifft in Venedig auf eine schöne Frau, eine Japanerin, um der Geschichte noch mehr Extravaganz zu verleihen. Die Erwählte ist nicht käuflich, im engeren Sinn. Doch für eine schöne Geschichte, die ihr Herz rührt, öffnet sie ihre Türen für eine Nacht. Das ist die Rahmenhandlung, in die Natalio Grueso kurze, schön ineinander verschachtelte Erzählungen fügt, seine Schreibversuche, mit denen er die schöne Frau zu erobern sucht. So erfährt man ein bisschen etwas über Bruno, der vor vielen Jahren als Hotelboy in Paris anfing, über Stationen in Genf und Moskau von einem Wörterschmuggler berichten kann und einem Traumjäger am Atilán-See in Guatemala begegnet ist. Frauen zu erobern, so viel wird klar, das war in all den Jahren kein Problem für Bruno. Nur die Liebe wollte sich nie dazugesellen. Ob es ihm diesmal, mit der richtigen Geschichte, gelingt? Natalio Grueso hat für seinen Roman trotz der märchenhaften Kulisse einen bündigen, berichtenden Stil gewählt. Der Erzähler gibt sich dabei gern zu erkennen, hat eine Meinung, wertet seine Zeitgenossen, kommentiert das Weltgeschehen. Zum Glück vergisst er nie die Pointe am Schluss, mit der er der Geschichte noch einmal einen neuen Dreh gibt, wie ein Mittelstürmer seinem Ball, bevor er ihn elegant im Tor des Gegners platziert. „Der Wörterschmuggler“ ist ein schönes Buch, beispielsweise für eine Bahnfahrt. Man fühlt sich intelligent unterhalten und läuft schon wegen der kurzen Form der einzelnen Geschichten nicht Gefahr, allzu tief abzutauchen. Diese Tiefe habe ich – zugegeben – ein bisschen vermisst. Bis zur letzten Geschichte, „Kollateralschäden“, die mir sehr nahe ging und die auch ich anderen Leser/innen ans Herz legen kann.

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  • Der Wörterschmuggler

    Der Wörterschmuggler

    -sabine-

    23. August 2015 um 19:52

    Es war das wunderbare Cover, was mir zuerst aufgefallen ist – und auch der Klappentext hat eine tolle Geshccihte versprochen. Bekommen habe ich noch viel mehr - nämlich viele berührende und phantasievolle Geschichten! Ich gebe zu, dass mich dieses Buch als Roman nicht so recht überzeugen konnte, als Sammlung verschiedener Kurzgeschichten jedoch fand ich es grandios. Ich konnte mich des Eindrucks nicht verwehren, dass zuerst die verschiedenen Geschichten entstanden sind und diese dann in einem zweiten Schritt lose miteinander verknüpft wurden – nur dass mir diese Verknüpfung leider nicht so gefallen hat und für mich leider kein großes Ganzes entstanden ist. Auch wenn die Fäden tatsächlich irgendwie zusammenlaufen, war mir die Verknüpfung einfach zu locker, es hat mir die große Geschichte zwischen den vielen kleinen gefehlt. Natürlich bleibt so viel Spielraum für die eigene Phantasie, trotzdem hätte mir eindeutiger roter Faden einfach besser gefallen. Die einzelnen Geschichten jedoch fand ich umwerfend und beeindruckend – nicht nur, weil sie voller Phantasie und Weisheit stecken, sondern weil ich die einnehmende und melancholische Stimmung sehr gemocht habe. Außerdem sind die Charaktere nicht nur gut gestaltet, sie sind vor allem außergewöhnlich und jeder auf seine Art liebenswert. Ich könnte gar nicht sagen, wer der vielen mir am liebsten war – da gibt es Horace, der Bücher verschreibt wie ein Arzt Medikamente, den jungen Mann, der Wörter schmuggelt, um seine Liebe kundzutun oder den charmanten Dieb Bruno Labastide, der sich geschickt durchs Leben laviert und für den sieben Wörter das Leben verändern. Es gibt noch viele weitere Charaktere – und alle sind irgendwie besonders und vor allem liebenswert. Selten habe ich mich Menschen so nahe gefühlt wie denen in diesen Kurzgeschichten. Das liegt sicherlich auch an dem wundervollen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an eingenommen und umhüllt hat. Er ist angenehm zu lesen und verzaubert mit jedem Wort – eindringlich, berührend und poetisch schafft er eine wundervolle Atmosphäre, die mal melancholisch, mal hoffnungsvoll ist, immer aber warmherzig und liebevoll. Ich zumindest habe mich sehr wohlgefühlt beim Lesen, eben weil die Geschichten – obwohl sie oft traurig erscheinen – von der Kraft der Liebe und der Kraft der Wörter erzählen. Sicher werde ich dieses Buch immer mal wieder zur Hand nehmen, um genau diese behütete Gefühl noch mal zu spüren, um einzutauchen in die wunderbaren Welten, die der Autor mit seinen Geschichten geschaffen hat - und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den liebenswerten Charakteren. Mein Fazit Als Roman hat dieses Buch für mich leider nicht so gut funktioniert, aber die einzelnen Geschichten haben mich vollends überzeugt. Nicht nur, weil sie voller Weisheit und Phantasie stecken, sondern weil sie eine wunderbare Atmosphäre schaffen, die einen die Kraft der Liebe und die Magie der Wörter spüren lassen. Schon jetzt weiß ich, dass ich in diesen Geschichten noch viele Male versinken werde – nicht zuletzt auch weil mich der einhüllende, magische und poetische Schreibstil völlig überzeugen konnte. Einen Stern ziehe ich nur deshalb ab, weil mir die rote Faden des ganzen Romans, die große Geschichte sozusagen gefehlt hat, die einzelnen kleinen finde ich aber großartig und bin gespannt auf weitere Bücher des Autors.

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