Natascha Wodin

 4,1 Sterne bei 185 Bewertungen
Autor*in von Sie kam aus Mariupol, Nastjas Tränen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Natascha Wodin wurde 1945 als Tochter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth geboren und wuchs in Nachkriegslagern für Displaced Persons auf. Nach Jahren in einem katholischen Mädchenheim, in dem sie nach dem Suizid der Mutter untergebracht wurde, arbeitete sie zunächst als Telefonistin und Stenotypistin. Anfang der Siebzigerjahre absolvierte sie eine Sprachenschule und gehörte dann zu den ersten Dolmetschern, die nach Abschluss der sogenannten Ostverträge für deutsche Firmen und Kultureinrichtungen in die Sowjetunion reisten. Später begann sie Literatur aus dem Russischen zu übersetzen, seit 1980 ist sie freie Schriftstellerin. 1998 erhielt sie den Adelbert-von-Chamisso-Preis, 2015 den Alfred-Döblin-Preis. Seit 1994 lebt sie in Berlin und Mecklenburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Natascha Wodin

Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783499290657)

Sie kam aus Mariupol

 (61)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches Nastjas Tränen (ISBN: 9783499006999)

Nastjas Tränen

 (21)
Erschienen am 14.02.2023
Cover des Buches Irgendwo in diesem Dunkel (ISBN: 9783499274497)

Irgendwo in diesem Dunkel

 (11)
Erschienen am 28.01.2020
Cover des Buches Nachtgeschwister (ISBN: 9783442741274)

Nachtgeschwister

 (11)
Erschienen am 08.02.2011
Cover des Buches Der Fluss und das Meer (ISBN: 9783498003760)

Der Fluss und das Meer

 (8)
Erschienen am 12.12.2023
Cover des Buches Die gläserne Stadt (ISBN: 9783869138411)

Die gläserne Stadt

 (2)
Erschienen am 06.10.2020
Cover des Buches Alter, fremdes Land (ISBN: 9783990270578)

Alter, fremdes Land

 (1)
Erschienen am 28.08.2014
Cover des Buches Nachtgeschwister (ISBN: 9783499274893)

Nachtgeschwister

 (1)
Erschienen am 20.11.2018

Neue Rezensionen zu Natascha Wodin

Cover des Buches Nastjas Tränen (ISBN: 9783499006999)
Pantoffeltiers avatar

Rezension zu "Nastjas Tränen" von Natascha Wodin

Die Geschichte einer ukrainischen Putzfrau
Pantoffeltiervor 4 Tagen

Wie bei Natascha Wodin üblich ist dies ein Buch zwischen (Auto-)Biografie und Roman. 


Als die Autorin 1992 aus der Südpfalz nach Berlin zieht, sucht sie über eine Annonce Hilfe beim Putzen und Packen. So lernt sie Nastja kennen, die, da ihr Visum abgelaufen ist, illegal in Deutschland lebt und mit ihrer Arbeit als Putzfrau ihre in der Ukraine lebende Familie versorgt. Wie auch Natascha Wodins Vorfahren stammt sie aus der Ukraine. Die beiden Frauen freunden sich an und nach und nach erzählt Nastja von ihrer Familie und ihren Problemen mit Behörden und Schleuserstrukturen. Eine Hochzeit mit einem Deutschen soll Nastja eine Aufenthaltsgenehmigung verschaffen, führt jedoch zu einer Menge unvorhergesehener Verwicklungen.


Ich brauchte ein bisschen, um mich in den Stil einzufinden. Es ist ein recht distanzierter Bericht. Man erfährt viel über Nastjas Geschichte, aber wenig von ihrem Innenleben. Manchmal habe ich mich gefragt, ob Nastja den Text kennt und was sie, die gerade auf Deutsch so gut wie keine Sprache hat, vielleicht ganz anders sehen und erzählen würde. Gleichzeitig wird mit der Zeit klar, dass es im Grunde genommen auch um die Erzählerin selbst geht und darum, was Nastjas Geschichte in ihr auslöst. Mit dem nüchternen Stil wird viel an Romantisierung weggelassen, was oft Lebensgeschichten dieser Art begleitet. Mit der Zeit packt es einen gerade deswegen und man kann kaum glauben in was für Situationen Nastja schlittert.


Natascha Wodin bietet einen Einblick in eine Welt, von der man als Person mit gültigem Pass und Aufenthaltsrecht qua Geburt wenig erfährt. Sie ist ebenfalls eine Person, die einen ständigen Spagat zwischen Ost und West lebt und die Traumata ihrer Vorfahren auf ihren Schultern trägt, erkennt aber bald, dass ihre Verwurzelung in Deutschland ganz anders ist als Nastjas. Und schließlich muss sie erkennen, dass sie ihre Freundin nicht retten und vor allem nicht glücklich machen kann. 


Natascha Wodin zeigt, wie tief die Wunden der Weltkriege sind, denn viele aus der ukrainischen Diaspora sind als selbst oder familiär von Zwangsarbeit und Verfolgung betroffen. Ironischerweise versuchen Viele in den 90ern, um die Chance auf einen Aufenthaltstitel zu erhöhen, den Status als Jude zu bekommen, den man in der Kriegszeit verzweifelt versuchte loszuwerden.


Wieder einmal ein sehr interessantes Buch für diejenigen, die sich für die Situation der aus der ehemaligen Sowjetunion Zugewanderten interessieren.

Cover des Buches Im Antlitz des Todes (ISBN: 9783596154166)
kassandra1010s avatar

Rezension zu "Im Antlitz des Todes" von Alexandra Marinina

Die Liebe
kassandra1010vor 23 Tagen

Ein Liebesdrama führt zu einem Mord mit anschließendem Selbstmord.

Die Ermittlungen sind beendet, doch für Anastasija gibt es da zu viele Ungereimtheiten. Sie nimmt die Ermittlungen wieder auf.

Anastasija führt ihre logische Ermittlung in die Vergangenheit und lüftet damit ein altes Geheimnis.

Für Alexandra Marinina gilt immer noch die gute alte Ermittlungsarbeit. Ihre Hauptprotagonistin lässt sie mit ihrer ganz speziellen Art der Recherche und Logik fast jeden Fall lösen. Doch dieses Mal läuft einfach alles zu glatt.

Spannung pur!

Cover des Buches Der Fluss und das Meer: Erzählungen (ISBN: B0CMJ3CCK3)
renees avatar

Rezension zu "Der Fluss und das Meer: Erzählungen" von Natascha Wodin

Dunkel und Hell
reneevor 4 Monaten

Der Fluss und das Meer. Mein erstes Buch von Natascha Wodin. Und sicher nicht mein letztes. Denn hier habe ich wieder eine Autorin kennengelernt, die mich fasziniert. Erzählungen. Eigentlich nicht so mein Ding. Aber hier sind sie mit einer Intensität geschrieben, die mich schier umhaut. Und nicht nur intensiv sind die Erzählungen. Nein, dazu sind sie noch dunkel, sie sind düster, sie drücken die Leserschaft. Und wer mich kennt weiß, dies ist genau meins. "Der Fluss und das Meer" ist eines meiner Jahreshighlights von 2024, ein wunderbares Buch! Und Natascha Wodin rückt auf meiner Wahrnehmung mehr in den Fokus. Ich habe noch Literatur von ihr. Ungelesen. Ich hoffe dies ändert sich demnächst, ich hoffe ich finde Zeit für den SuB. Was aber schwierig werden wird. Denn es gibt so viele gute neue Bücher.

Diese fünf Erzählungen in "Der Fluss und das Meer" schildern das Dunkle in uns, schildern Traumata und dunkle Wünsche, zeigen Ängste, zeigen die Menschen in ihrem Egoismus, Egoismus in den heimischen Gefilden und auch in der Fremde, aber sie zeugen auch von der Liebe, von dem Schönen in uns. Auch wenn dieses Schöne manchmal schwer zu bewahren ist, was wir alle wissen. Und manchmal schafft man es eben auch nicht andere vor ihren Dämonen zu beschützen. Denn diese Anderen müssen sich auch beschützen lassen wollen. Genau wie man selbst in sich nach den hellen Momenten suchen muss. Was der Erzählstimme irgendwie gelingt. Nicht perfekt. Aber man sieht den Willen. Und dies kann man ja als einen Hoffnungsstreifen am Horizont verstehen. Wenn man dies denn will.

 Eindringlich, düster, machtvoll. Kein einfaches Buch. Sprachlich wunderschön. Zum Genießen. Zum Sinnieren. Aber halt auch sehr dunkel und auch unheilvoll. Aber dieses Unheilvolle in der Stimmung des Buches hat seine Gründe. Da dieses Unheilvolle aber mit einer kleinen Prise Morgenröte gewürzt ist, erhellt sich das Dunkle auch. Ganz leise schimmernd. Muss man mögen. Wie ich dies nun mal tue. Ein Lesehighlight für mich in diesem noch jungen Lesejahr 2024!

 

Von Martina Gedeck hervorragend als Hörbuch vorgelesen. Ihre Stimme. Ihre Intonation. Zucker.

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