Natascha Wodin

 4.4 Sterne bei 57 Bewertungen
Autor von Sie kam aus Mariupol, Nachtgeschwister und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Natascha Wodin

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihr Romandebüt "Die gläserne Stadt", das 1983 erschien, folgten etliche Veröffentlichungen, darunter die Romane "Die Ehe" und "Nachtgeschwister". Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für "Sie kam aus Mariupol" bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den August-Graf-von-Platen-Preis verliehen. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Natascha Wodin

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Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783499290657)

Sie kam aus Mariupol

 (39)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches Nachtgeschwister (ISBN: 9783442741274)

Nachtgeschwister

 (10)
Erschienen am 08.02.2011
Cover des Buches Irgendwo in diesem Dunkel (ISBN: 9783499274497)

Irgendwo in diesem Dunkel

 (3)
Erschienen am 28.01.2020
Cover des Buches Die gläserne Stadt (ISBN: 9783869137346)

Die gläserne Stadt

 (1)
Erschienen am 14.03.2017
Cover des Buches Alter, fremdes Land (ISBN: 9783990270578)

Alter, fremdes Land

 (1)
Erschienen am 28.08.2014
Cover des Buches Die gläserne Stadt (ISBN: 9783869138411)

Die gläserne Stadt

 (0)
Erscheint am 28.10.2020
Cover des Buches Nachtgeschwister (ISBN: 9783499274893)

Nachtgeschwister

 (0)
Erschienen am 20.11.2018
Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783839815885)

Sie kam aus Mariupol

 (2)
Erschienen am 24.08.2017

Neue Rezensionen zu Natascha Wodin

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Rezension zu "Sie kam aus Mariupol" von Natascha Wodin

Eine traurige und reale Geschichte aus der damaligen Zeit
Lesetante70vor 6 Monaten

Dieses Buch wurde mir wärmestens empfohlen, da ich sehr gern Geschichten über Frauen lese und deren Kampf um die Freiheit. In dieser Geschichte wurde eine reales Leben beschrieben, dass in der damaligen Zeit des 1. Weltkrieges spielt. Ich bin von der Erzählweise sehr angetan gewesen und habe dieses Buch hintereinander weg gelesen. Es ist mir sehr ans Herz gegangen.

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Rezension zu "Irgendwo in diesem Dunkel" von Natascha Wodin

Eine junge Frau auf der Suche nach Zugehörigkeit
virginiestorm_autorinvor 6 Monaten

Natascha Wodin ist das Kind russischer Zwangsarbeiter, die im Krieg nach Deutschland verschleppt wurden.

In ihrem autobiografischen Roman “Sie kam aus Mariupol” hat die Autorin bereits über ihre Mutter und deren Freitod geschrieben. In “Irgendwo in diesem Dunkel” steht der Vater im Zentrum der Geschichte. 


Wodin schreibt über ihre Kindheit in den Häusern der ehemaligen Zwangsarbeiter. Die “Häuser” ist ein abwertender Begriff der Deutschen. Mit denen aus den »Häusern« gab man sich nicht nicht ab. Sie durften nicht ins Schwimmbad, da man sie für dreckig hielt und glaubte, sie würde Krankheiten einschleppen:


»Ich wusste nicht, woran die Frau an der Kasse mich erkannt hatte, aber die Bewohner der Häuser konnten ihre Herkunft nicht verbergen, ihr Äußeres, ihr Verhalten, ihre Art mentaler Geruch gaben sie immer und überall sofort preis.« 


In der katholischen Schule kam sie sich ebenso fremd vor: 


»Das Nichtdeutschsein war eine Verdammnis auf Erden. Das Nichtkatholischsein war die Verdammnis in Ewigkeit, weil nur die Katholiken in den Himmel kamen.«


Schlicht und schnörkellos und doch eindringlich erzählt Wodin in der Ich-Form von ihrer ersten Verliebtheit und wie der deutsche Junge sie als “Russenlusche” beschimpft. Sie schreibt davon, wie es ist, nicht dazuzugehören, niemanden um Hilfe bitten zu können, keinen Platz für sich zu haben. Als Jugendliche läuft sie von zu Hause weg, schläft in Schuppen, wird vergewaltigt und treibt ihr Kind selbst ab. 


Wodin beschreibt das Zusammenleben mit ihrem strengen Vater, der aus seinem Leben in der Sowjetunion stets ein Geheimnis gemacht hat. Einst hatte sie ihm den Tod gewünscht und nun begegnet sie ihm im Altenheim wieder, halb blind und hilflos. Für ihren Vater ist sie immer noch Übersetzerin, denn die einzigen deutschen Wörter, die er nach 50 Jahren gelernt hatte, sind “brauche” und “brauche nix”.


Welche Freude, als ihr das erste Mal Interesse und Respekt entgegengebracht wird und sie nicht die Andere ist. 


Eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden einer jungen Frau in den 60ern, die uns das Schicksal der Millionen von Zwangsarbeitern und ihren Familien in Deutschland näherbringt. 




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Rezension zu "Irgendwo in diesem Dunkel" von Natascha Wodin

aber jedes Mal spürte ich, dass sich irgendwo in diesem Dunkel der Schlüssel zu ihrem Leben verbarg
sabatayn76vor 2 Jahren

‚aber jedes Mal spürte ich, dass sich irgendwo in diesem Dunkel der Schlüssel zu ihrem Leben verbarg. Alles schien von Anfang an um dieses Geheimnis zu kreisen, und weil das Eigentliche unaussprechlich war, war bei uns immer alles unaussprechlich gewesen, schon die simpelste, belangloseste Wahrheit war so etwas wie Gift, das auf keinen Fall in den Mund genommen werden durfte.‘ (CD 1 , Track 8)

Im Jahre 1989 kehrt die Ich-Erzählerin zur Beerdigung ihres Vaters in ihre alte fränkische Heimat zurück, wo sie in den 1950ern und 1960ern aufgewachsen ist. Ihr Vater kam 1944 mit seiner Ehefrau aus dem südukrainischen Mariupol als Zwangsarbeiter nach Deutschland, fühlte sich in diesem fremden Land jedoch nie zugehörig und nie heimisch. Und ebenso geht es seiner Tochter, die in der Schule angefeindet und ausgestoßen wird, die in Deutschland lange nicht Fuß fassen kann.

In ‚Irgendwo in diesem Dunkel‘ erzählt Natascha Wodin vom Leben ihres Vaters - vom Verlassen der ukrainischen Heimat, von Zwangsarbeit in Deutschland, von seiner Malaria und seinem Alkoholismus, von seinem Sterben und seinem Tod - und von ihrem eigenen Leben - von der Zeit im katholischen Kloster, vom frühen Tod der Mutter, von körperlichem und sexuellem Missbrauch, von Obdachlosigkeit.

Ich kenne ‚Sie kam aus Mariupol‘, Wodins Buch über ihre Mutter, noch nicht, obwohl es bereits in meinem Regal steht und ich nach der Lektüre von ‚Irgendwo in diesem Dunkel‘ sehr neugierig auf Wodins Erstling geworden bin.

Ich empfand die Schilderungen von Wodins trauriger und düsterer Kindheit und Jugend, die geschickt mit dem Leben ihres Vaters verbunden wurden, als sehr eindrücklich erzählt, oft bewegend und durchweg gelungen.

Der Erzählstil Wodins ist sehr lebendig und eindringlich, psychologisch überzeugend und mitreißend. Was ich jedoch als sehr anstrengend erlebt habe, war die weinerliche Stimme, in der das Hörbuch von Martina Gedeck gelesen wurde. Andere mögen diese Stimmlage als besonders emotional und zum Hörbuch passend empfinden, aber ich hatte wirklich Schwierigkeiten, dem Hörbuch zu lauschen, weil mir die Stimme zu klagend und zu plakativ erschien.

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