Natascha Wodin

 4,1 Sterne bei 118 Bewertungen
Autor von Sie kam aus Mariupol, Nachtgeschwister und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Natascha Wodin

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern auf, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim. Ihr schriftstellerisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet, allein für ihr bislang erfolgreichstes Buch, "Sie kam aus Mariupol", bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den August-Graf-von-Platen-Preis verliehen. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Nastjas Tränen (ISBN: 9783498002602)

Nastjas Tränen

Erscheint am 17.08.2021 als Hardcover bei Rowohlt.
Cover des Buches Nastjas Tränen (ISBN: 9783839819197)

Nastjas Tränen

Erscheint am 25.08.2021 als Hörbuch bei Argon.

Alle Bücher von Natascha Wodin

Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783499290657)

Sie kam aus Mariupol

 (44)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches Begrabt mich hinter der Fußleiste (ISBN: 9783453405738)

Begrabt mich hinter der Fußleiste

 (29)
Erschienen am 05.02.2009
Cover des Buches Der Rest war Schweigen (ISBN: 9783596305995)

Der Rest war Schweigen

 (16)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Tod und ein bißchen Liebe (ISBN: 9783596306015)

Tod und ein bißchen Liebe

 (13)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Nachtgeschwister (ISBN: 9783442741274)

Nachtgeschwister

 (11)
Erschienen am 08.02.2011
Cover des Buches Die Stunde des Henkers (ISBN: 9783596306008)

Die Stunde des Henkers

 (10)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Mit verdeckten Karten (ISBN: 9783596306039)

Mit verdeckten Karten

 (8)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Im Antlitz des Todes (ISBN: 9783596305971)

Im Antlitz des Todes

 (7)
Erschienen am 15.12.2015

Neue Rezensionen zu Natascha Wodin

Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783499290657)Moguls avatar

Rezension zu "Sie kam aus Mariupol" von Natascha Wodin

Keine leichte Kost, aber sehr lesenswert
Mogulvor einem Jahr

In diesem Buch rekonstruiert die Autorin das Leben ihrer Mutter, die sich 1956 das Leben nimmt. Es ist die erschütternde Geschichte einer Frau, die in den Wirren der russischen Revolution im ukrainischen Mariupol 1920 als zweites Kind einer ehemals wohlhabenden, aber unterdessen enteigneten Familie zur Welt kommt. Die totale Verarmung und Entwurzelung der Familie ist bereits im vollen Gang. Gewalt, Krieg und Hunger gehören von Anfang an zum Alltag des kleinen Mädchens. In dieser Welt gibt es keine Sicherheit und Geborgenheit. Über all die Jahre bis  zur der deutschen Besatzung der Ukraine und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gibt es für die junge Frau nur wenige Momente der Ruhe und Sicherheit. Mit der Besatzung folgt der Naziapparat auf die Gefahr der stalinistischen Diktatur. Die Deportation nach Deutschland in die Arbeitslager beginnt. Der schreckliche Alltag der als Untermenschen behandelten Ukrainer in den Lagern und Fabriken wird an Hand des Beispiels dieser Frau geschildert. Das Ende des Krieges und die Geburt der ersten Tochter - der Autorin - verbessern die Lebenssituation nur geringfügig. Während das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder langsam Fahrt aufnimmt, zerbricht die Frau und Familie vollends an ihrem Schicksal als Kriegsflüchtlinge.

Soweit eine kurze Zusammenfassung des Buches, welches ein wirklich zutiefst verstörendes Schicksal einer völlig unschuldigen Frau in den Wirren des 20. Jahrhunderts rekonstruiert. Es ist wichtig, dass gegen das Vergessen angeschrieben, gerade auch wenn man sich die aktuellen Flüchtlingsströme ins Gedächtnis ruft. Das alleine macht noch kein gutes Buch aus, aber wie diese Geschichte erzählt und einem die Menschen hinter den Schicksalen näher gebracht werden umso mehr. Natascha Wodin gibt dem Schrecken ein Gesicht, indem sie sich langsam an das Leben ihrer Mutter herantastet. Es handelt sich nicht um einen klassischer Roman, sondern - vor allem in den ersten Teilen des Buches - um die Beschreibung der dokumentarische Rekonstruktion eines vergessenen Lebens, welches exemplarisch für viele Menschen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stehen kann. Als Leser wird man langsam an diese Frau in ihrer Zeit herangeführt. Und ohne dass man es richtig merkt, wird aus dem Dokumentarischen ein sehr emotional aufgeladener Roman, der einen fesselt und nicht mehr loslässt. Ziemlich schonungslos wird dem Leser auf eine sehr geschickte und gelungene Art eine Geschichte näher gebracht, die man so gar nicht erzählen kann, weil sie so schrecklich und abstossend ist. Ich finde es wichtig, dass es solche Bücher gibt, die die Geschichte hinter den kalten Fakten dieser Zeit auf eine zugängliche Art aufarbeiten ohne zu beschönigen. Dieses Buch macht genau das. Ein ausserordentliches Schriftstück. Sicher keine leichte Kost, aber sehr lesenswert. Fazit: LESEN!

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Sie kam aus Mariupol (ISBN: 9783498073893)

Rezension zu "Sie kam aus Mariupol" von Natascha Wodin

Eine traurige und reale Geschichte aus der damaligen Zeit
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Dieses Buch wurde mir wärmestens empfohlen, da ich sehr gern Geschichten über Frauen lese und deren Kampf um die Freiheit. In dieser Geschichte wurde eine reales Leben beschrieben, dass in der damaligen Zeit des 1. Weltkrieges spielt. Ich bin von der Erzählweise sehr angetan gewesen und habe dieses Buch hintereinander weg gelesen. Es ist mir sehr ans Herz gegangen.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Irgendwo in diesem Dunkel (ISBN: 9783499274497)virginiestorm_autorins avatar

Rezension zu "Irgendwo in diesem Dunkel" von Natascha Wodin

Eine junge Frau auf der Suche nach Zugehörigkeit
virginiestorm_autorinvor 2 Jahren

Natascha Wodin ist das Kind russischer Zwangsarbeiter, die im Krieg nach Deutschland verschleppt wurden.

In ihrem autobiografischen Roman “Sie kam aus Mariupol” hat die Autorin bereits über ihre Mutter und deren Freitod geschrieben. In “Irgendwo in diesem Dunkel” steht der Vater im Zentrum der Geschichte. 


Wodin schreibt über ihre Kindheit in den Häusern der ehemaligen Zwangsarbeiter. Die “Häuser” ist ein abwertender Begriff der Deutschen. Mit denen aus den »Häusern« gab man sich nicht nicht ab. Sie durften nicht ins Schwimmbad, da man sie für dreckig hielt und glaubte, sie würde Krankheiten einschleppen:


»Ich wusste nicht, woran die Frau an der Kasse mich erkannt hatte, aber die Bewohner der Häuser konnten ihre Herkunft nicht verbergen, ihr Äußeres, ihr Verhalten, ihre Art mentaler Geruch gaben sie immer und überall sofort preis.« 


In der katholischen Schule kam sie sich ebenso fremd vor: 


»Das Nichtdeutschsein war eine Verdammnis auf Erden. Das Nichtkatholischsein war die Verdammnis in Ewigkeit, weil nur die Katholiken in den Himmel kamen.«


Schlicht und schnörkellos und doch eindringlich erzählt Wodin in der Ich-Form von ihrer ersten Verliebtheit und wie der deutsche Junge sie als “Russenlusche” beschimpft. Sie schreibt davon, wie es ist, nicht dazuzugehören, niemanden um Hilfe bitten zu können, keinen Platz für sich zu haben. Als Jugendliche läuft sie von zu Hause weg, schläft in Schuppen, wird vergewaltigt und treibt ihr Kind selbst ab. 


Wodin beschreibt das Zusammenleben mit ihrem strengen Vater, der aus seinem Leben in der Sowjetunion stets ein Geheimnis gemacht hat. Einst hatte sie ihm den Tod gewünscht und nun begegnet sie ihm im Altenheim wieder, halb blind und hilflos. Für ihren Vater ist sie immer noch Übersetzerin, denn die einzigen deutschen Wörter, die er nach 50 Jahren gelernt hatte, sind “brauche” und “brauche nix”.


Welche Freude, als ihr das erste Mal Interesse und Respekt entgegengebracht wird und sie nicht die Andere ist. 


Eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden einer jungen Frau in den 60ern, die uns das Schicksal der Millionen von Zwangsarbeitern und ihren Familien in Deutschland näherbringt. 




Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks