Natasha Lester

 4.4 Sterne bei 91 Bewertungen
Autor von Die Kleider der Frauen, Die Bilder der Frauen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Natasha Lester

Natasha Lester war Marketingleiterin bei L’Oréal und verantwortlich für die Marke Maybelline, bevor sie sich entschloss, an die Uni zurückzukehren und Creative Writing zu studieren. Heute lebt sie als Autorin und Dozentin in Perth, Australien, und ist Mutter dreier Kinder. Ihre Romane, in denen es stets um spezifisch weibliche Aspekte der Geschichte geht, sind internationale Bestseller. Mehr zur Autorin unter www.natashalester.com.au  

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Natasha Lester

Cover des Buches Die Kleider der Frauen (ISBN: 9783746635675)

Die Kleider der Frauen

 (82)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Die Bilder der Frauen (ISBN: 9783746636641)

Die Bilder der Frauen

 (8)
Erschienen am 21.07.2020
Cover des Buches Die Farben der Frauen (ISBN: 9783746635699)

Die Farben der Frauen

 (0)
Erscheint am 17.05.2021
Cover des Buches Die Kleider der Frauen (ISBN: 9783961051915)

Die Kleider der Frauen

 (1)
Erschienen am 18.02.2020

Neue Rezensionen zu Natasha Lester

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M

Rezension zu "Die Kleider der Frauen" von Natasha Lester

Eine berührende Geschichte über Liebe und Verlust
macaquinhavor 2 Monaten

Paris zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: Die junge Französin Estella wird von ihrer Mutter in die USA geschickt, um den Schrecken des herannahenden Kriegs und der Besetzung Frankreichs zu entkommen. Auf sich allein gestellt, mit nichts weiter als einer Nähmaschine und einem Kopf voller Ideen, muss Estella nun ihren Weg finden. Als sie unerwartet auf Ungereimtheiten über ihre eigene Herkunft stößt, fängt sie an, alles in Frage zu stellen – und beginnt eine Suche nach ihren Wurzeln und sich selbst.

Inhaltlich hat die Geschichte viel zu bieten: Neben der Suche nach der Liebe und dem großen Rätsel um Estellas Herkunft werden auch ernste Themen wie häusliche Gewalt und Vergewaltigungen, schwere Krankheiten und der Tod geliebter Menschen oder auch die Rolle der Frau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts behandelt. Der Autorin liegt es am Herzen, die Geschichten starker Frauen zu erzählen. Und das ist ihr mit diesem Buch definitiv gelungen. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, wie gebrechlich die menschliche Seele ist und was Missbrauch und Hass anrichten können. Das geht nahe. Der Fakt, dass einzelne Charaktere an reale Personen und Begebenheiten angelehnt sind, hinterlässt einen noch intensiveren, emotionalen Nachklang.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Geschichte fesselt von Beginn an – langweilige, überflüssige Passagen gibt es eigentlich keine. Die Charakterzüge der Hauptpersonen werden schnell deutlich und man hat sie lebhaft vor Augen. Auch die Idee, sowohl über Estellas Leben in den 1940er- Jahren als auch – zweit Generationen weiter - über die junge Fabienne zu erzählen, hat sehr gut in hineingepasst. Es zeigen sich hier nicht nur viele Parallelen, sondern es wird einem zusätzlich bewusst, wie viel sich in dieser Zeit auch geändert hat. Außerdem ist mir Fabienne fast noch mehr ans Herz gewachsen als Estella.

Ein wenig Kritik habe ich allerdings trotzdem. Mir gab es eindeutig zu viele glückliche Zufälle. Auf ihrem Weg in die USA bzw. kurz nach ihrer Ankunft lernt Estella beispielsweise direkt die beiden Menschen kennen, die dann auch zu ihren besten Freunden werden – und praktischerweise als Model und Zuschneider arbeiten, was Estellas Näh- und Zeichenkünste gut ergänzt. Mir ist bewusst, dass solche Begebenheiten teilweise notwendig sind, um die Geschichte voranzubringen, teilweise war es dann aber doch etwas zu unrealistisch. Die Geschichte war an vielen Stellen auch ziemlich vorhersehbar – vor allem die große Liebesgeschichte von Estella und einer der Hauptpersonen hat sich zu lange hingezogen. Aus Leserperspektive war schnell klar, dass die beiden sich ineinander verliebt hatten. Trotzdem mussten sie sich erst über viele Seiten hinweg abweisend verhalten, ihre Gefühle herunterspielen und den jeweils Anderen enttäuschen, bevor ihnen ihre wahren Gefühle klar wurden. Und als es dann endlich soweit war, wurden sie zu einer unangenehmen Art Pärchen. Denn obwohl die beiden Besuch von Estellas besten Freunden bekommen, können Sie nicht voneinander lassen - und nutzen auch ansonsten jede Gelegenheit, um Zärtlichkeiten auszutauschen. Auch wenn ich ihre Liebe füreinander und die Geschichte der beiden an sich berührend fand – am Ende war es dann doch einfach zu viel des Guten.

Ein weiterer Punkt ist, dass in dem Buch das Thema Mode – z. B. Schnittmuster, Designer und Stoffarten - teilweise im Detail behandelt wurde. Ich kann mir vorstellen, dass das für all jene, die mit Mode nicht viel anfangen können, manchmal ein wenig öde sein kann. Mich persönlich hat es aber nicht weiter gestört – und bei einem Buch mit dem Titel „Die Kleider der Frauen“ ist das irgendwie ja auch zu erwarten.

Alles in Allem eine berührende und fesselnde Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln und der großen Liebe sowie dem Umgang mit Schicksalsschlägen. Ich hatte ein sehr intensives Leseerlebnis und bin gespannt auf das weitere, wohl noch dieses Jahr erscheinende Buch der Autorin - in der Hoffnung, dass es mich genauso begeistern und berühren wird.

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M

Rezension zu "Die Bilder der Frauen" von Natasha Lester

Die Bilder der Frauen
malo2105vor 5 Monaten

Nachdem ich im Frühjahr von Natasha Lester bereits „Die Kleider der Frauen“ voller Begeisterung gelesen habe, hab ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und gehofft, dass die Autorin das hohe Level halten kann. Und ich muss sagen - sie schafft dies mühelos.

Die Geschichte beginnt 1942 damit, dass Jessica Modelkarriere vor dem Aus steht, weil ein Bild von ihr für eine Kotex-Werbung verkauft wird. Daraufhin will sie niemand mehr als Model buchen. Bis Gras über die Sache gewachsen ist, soll sie als Fotojournalistin für die Vogue über den Krieg der in Europa tobt, berichten. Doch als Frau wird sie von den Soldaten und von den Verantwortlichen vor Ort nicht akzeptiert. Erst als sie Martha Gellhorn, die Frau Ernest Hemingways, und den Offizier Dan Hallworth kennenlernt, gelingt es Jessica May von der Front zu berichten. Immer wieder muss sie mit Vorurteilen kämpfen und sich gegen Männer behaupten, die denken der Krieg wäre kein Ort für eine Frau. Dabei sind ihre Reportagen zwar meist aus einen weiblichen Blickwinkel gehalten, lassen dabei aber die Gräuel des Krieges nicht aus. Das hat mir sehr gut gefallen, denn Krieg findet nun mal auch immer an vorderster Front statt, und da gibt es eben Blut, Schweiß, Tränen und auch Tote.

Die Autorin lässt den Leser hautnah daran teilhaben, wie Jessica und ihre Kolleginnen um Gleichbehandlung und Gleichberechtigung kämpfen, oft auch sexuell belästigt und in ihrer Arbeit behindert werden.

 

Als Vorbild für Jessica May wählt Natasha Lester die Geschichte von Lee Miller und ich muss zugeben, ich habe diesen Namen bis dahin nie gehört und musste diesen erstmal googeln. Das berühmte Badewannenbild kannte ich zwar, wusste aber nicht, wen es zeigt und wie es dazu kam.

Und genau darum geht es der Autorin. Dass die Arbeiten und die Einsätze der Frauen nach den Krieg einfach in Vergessenheit geraten sind, obwohl es so wichtig ist, sich daran zu erinnern.

 

Wie mittlerweile oft, gibt es auch in diesen Roman einen zweiten Handlungsstrang in der Gegenwart. Arthändlerin D´Arcy soll für eine Galerie Fotos nach Australien holen. Niemand weiß, wer sich hinter den berühmten „Photographer“ verbirgt, aber D´Arcy kommt diesen Geheimnis schon bald auf die Spur und damit auch der Vergangenheit ihrer eigenen Familie.

Geschickt schlägt die Autorin damit eine Verbindung zwischen beiden Strängen.

 

Die Autorin Natasha Lester versteht es einfach Geschichten zu erzählen und zugleich Geschichte als spannende Unterhaltung erlebbar zu machen. Ein farbenprächtiger Roman und ein perfekter Pageturner!

 

Erwähnen möchte ich unbedingt auch das wunderschöne Cover, welches diesen Roman zu einen echten Eyecatcher macht und hoffentlich viele Leser*innen anlockt.

 

Ein sehr ausführliches und interessantes Nachwort runden diesen tollen Roman perfekt ab, den ich sehr gern empfehle und für den ich volle Punktzahl vergebe.

Natasha Lester – sehr gern sehr viel mehr von Ihnen.

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Rezension zu "Die Kleider der Frauen" von Natasha Lester

Mode, Paris, New York... Klingt vielversprechend?
bookish_summaryvor 5 Monaten

Inhalt:

"Zu lieben kann Wunden reißen, aber es kann diese auch heilen."

1940: Als die Deutschen Paris einnehmen, wird die Haute-Couture-Schneiderin Estella in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie dem geheimnisvollen Alex begegnet. In letzter Sekunde verhilft Estellas Mutter ihr zur Flucht, und sie gelangt nach New York – mit nicht mehr in der Tasche als einem goldenen Kleid und einem Traum: sich als Designerin in der von Männern beherrschten Welt der Mode einen Namen zu machen. Und dann steht sie auf einmal Alex gegenüber, der mehr über das Schicksal ihrer in Frankreich gebliebenen Mutter weiß, als er preisgeben will ... 

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass historische Bücher normalerweise nicht meinem Genre entsprechen, aber diese Geschichte hat mich sofort angesprochen und ich bin nun durchaus auf den Geschmack gekommen. :)

Der Einstieg in das Buch machte mich schon mal sehr neugierig, da man auf die Protagonistin Estella trifft, die fröhlich durch ein Pariser Atelier tanzt. Kurz darauf wird aber beschrieben, wie einsam die Stadt ist, seit die meisten Männer für den Krieg eingezogen wurden, was mich sofort zum Nachdenken angeregt hat. Die Menschen versuchen, trotz dieser schweren Zeit, das beste aus allem zu machen und ich konnte mir die Melancholie gut vorstellen. Später begleitet man Estella nach New York und erlebt mit ihr mit, wie sie auf die verschiedensten Menschen trifft, mehr über sich selbst und ihre Familie herausfindet und außerdem über sich hinaus wachsen muss.

Die Geschichte wird zum einen aus Estellas Sicht in der Vergangenheit und zum anderen aus der ihrer Enkelin Fabienne in der Gegenwart erzählt. Ich muss gestehen, dass mich Fabienne nicht wirklich interessiert hat, da ihr Charakter ziemlich blass blieb und man durch sie nicht viel neues erfahren hat. Auch ihre Liebesgeschichte war für mich etwas klischeehaft, aber es war ganz nett zu lesen. Estella hingegen hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen und mich auch etwas sprachlos zurückgelassen. Ihr Charakter steckt voller Mut und Geistreichtum und sie ist eine sehr starke Protagonistin. Im Verlauf der Handlungen erfährt sie immer wieder neues über ihre Familie, die ein dunkles Geheimnis beherbergt, und auch ich als Leser wurde mit neuen Wendungen überrascht. Ich habe selten so mit jemandem mitgefiebert und es war für mich, als ob sie wirklich real wäre. Natürlich gab es Drama und manche ihrer Handlungen konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber dennoch wirkt diese Geschichte wie aus dem Leben gegriffen, besonders wenn man bedenkt, dass einige diese Person wirklich gelebt haben. Zu Alex kann ich nicht viel sagen, außer, dass er einfach wundervoll ist. Er kämpft mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit und riskiert täglich sein Leben für andere, gleichzeitig kann er seine Gefühle sehr gut verbergen. Seine und Estellas Liebesgeschichte ist wunderschön und wirkt glaubhaft. Auch die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet und die meisten mir sehr sympatisch.

Der Schreibstil war mir manchmal etwas zu kompliziert, da einige französische Wörter verwendet werden und manche Sätze ziemlich lang sind. Das hat den Lesefluss etwas gestört und manches konnte ich mir dadurch nicht so gut vorstellen, da ich schon wieder vergessen hatte, was am Anfang des Satzes erwähnt wurde. Dennoch habe ich einiges über die damalige Modeindustrie erfahren und hatte Spaß beim Lesen. Es war schön mitzuerleben, wie eine Frau sich gegen diese Männerwelt behauptet und aus dem Nichts etwas erschaffen hat.

Mein Fazit:

Eine wunderschöne wie tragische Geschichte, über die ich sicher noch eine Zeit lang nachdenken werde. Zum Schluss war ich wirklich den Tränen nahe und mir gefällt die Message, die die Autorin vermittelt: Warte nicht und lebe dein Leben, denn du weißt nicht, was noch passieren kann. Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

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