Natasha Radojcic

 4.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Halids Heimkehr, Du musst hier nicht leben und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Natasha Radojcic

Natasha RadojcicHalids Heimkehr
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Halids Heimkehr
Halids Heimkehr
 (5)
Erschienen am 19.06.2008
Natasha RadojcicDu musst hier nicht leben
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Du musst hier nicht leben
Du musst hier nicht leben
 (2)
Erschienen am 03.01.2008
Natasha RadojcicYou Don't Have To Live Here
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You Don't Have To Live Here
You Don't Have To Live Here
 (0)
Erschienen am 01.04.2005

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Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic

Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic
Clarivor 8 Jahren

Die Welt, in die Halid nach dem Krieg zurückkehrt, ist nicht mehr dieselbe, die er verlassen hatte.

Was im Dorf mit einem verlorenen Fußballspiel gegen die Serben begann, endete einst in einer handfesten Prügelei.

Zuletzt wurde aus ethnischen Ressentiments der Bosnienkrieg, in dem Muslime und Christen, die lange Zeit friedlich zusammen gelebt hatten, von einem Tag auf den anderen zu Feinden wurden.

Als Halid, ein Muslim, kriegsversehrt zurückkehrt, ist sein Dorf verkommen, viele Männer sind gefallen oder noch im Krieg. Er zieht rastlos durch die bekannten Strassen und Plätze, trifft auf einen früheren Kumpel Shukri, auf verarmte Zigeunerjungen und traut sich nicht nach Hause zu seiner Mutter. Auch von Mira hört er, seiner großen Liebe, die seinen besten Freund Momir, einen Christen, geheiratet hat,--oder heiraten musste?

Halid treibt sich in Spelunken herum und verkehrt im Zigeunerpuff mit seinem Freund Shukri. Überall, wo er auftaucht, wird geraucht, getrunken und gespielt und er macht fleißig mit. Innerlich hat er sich abgekapselt.
Es ist ein armseliges und schurkisches Milieu, das der Krieg übrig gelassen hat.

Während im Dorf Argwohn, Verbitterung und Feindsseligkeit an allen Ecken spürbar ist, macht sich Halid auf, Mira zurück zu erobern. Doch es gibt da noch andere Geheimnisse und man ahnt, dass drohendes Unheil heraufzieht.

Mit eindringlicher Sprache und feiner Beobachtungsgabe gelingt der Autorin punktuell das Porträt eines Vielvölkerstaates, das nur schwer zur Einigung finden kann.
Sie berichtet über Brutalität, die Liebe und eine subtile Zärtlichkeit, die Halid für seinen gefallenen Freund Momir empfindet; sie spricht über die Traurigkeit und über all das Vergangene und Verlorene.

Darüber hinaus bringt sie atmosphärisch herüber, wie es sich in einem Land lebt, in dem sich die Menschen in gegenseitigem Hass zerfressen, und das durch Uneinigkeit in einen Auflösungszustand gerät und in sich zerfällt.

N. R. ist eine begnadete Berichterstatterin.
Sie lebt seit ihrem 20. Lebensjahr in Amerika und unterrichtet an der University of Colorado und der Jesuit University New / York. Natasha Radojcic hat schon mit ihrem Roman „Du musst hier nicht leben“ 2006 ein Zeichen gesetzt, das sie als kluge Interpretin ihrer politischen Herkunft ausweist. Mit diesem Roman hat sie den ersten noch übertroffen.

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stories!s avatar

Rezension zu "Du musst hier nicht leben" von Natasha Radojcic

Rezension zu "Du musst hier nicht leben" von Natasha Radojcic
stories!vor 9 Jahren

Natasha Radojcic schildet die Flucht einer jungen Frau von Belgrad über Havanna bis sie im Land ihrer Träume ankommt: den USA. Wir erleben Sascha, wie sie aufgefressen wird in einer Welt aus Alkohol, Drogen und Sex, wie sie der empfundenen Liebe nicht trauen kann. Oft glaubt man, alles ist verloren, aber es geht es weiter.

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Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic

Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic
Wolkenatlasvor 10 Jahren

Von den unsichtbaren Verletzungen der Seele

Der bosnische Soldat Halid kehrt kriegsversehrt in sein Dorf zurück, beobachtet Mira (die er nach einer kurzen Affaire sitzen ließ), die mit seinem serbischen Freund Momir (der auf der anderen Seite kämpfend fiel) verheiratet war, trifft seinen Freund Shukri, Zigeuner und andere Personen aus seinem, ihm immer fremder anmutenden ehemaligen Leben. Nur zu seiner verwitweten Mutter schafft er es nicht, immer hält ihn etwas davon ab, bis er akzeptiert, dass er nicht will. Er will nur Mira und seinen vermeintlichen Sohn wieder haben. Natasha Radojcic macht auf sehr subtile Weise von Anfang an klar, dass es hier kein Happy-End geben kann. Halid löst mit seinen Handlungen und dem dunklen Geheimnis, das er mit sich herumträgt eine destruktive Kettenreaktion aus, die in einer beklemmenden Szene endet. Was diesen Roman so stark macht, ist das Understatement der Prosa von Natasha Radojcic, die fast unterkühlt und minimalistisch ist. Dadurch gewinnt der Erzählfluss konstant an Bewegung und Spannung, bis sich alles in den letzten Zeilen entlädt. Entfernt erinnert dieser Roman an "Chronik eines angekündigten Todes", weniger stilistisch, sondern eher formell, diese auf einen Punkt hinzielende Entwicklung. Ein Buch, dessen Wirkung noch lange nach der letzten Seite anhält. Ein besonderer Roman einer jungen Schriftstellerin, die man sich merken sollte.

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