Natasha Radojcic Halids Heimkehr

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Inhaltsangabe zu „Halids Heimkehr“ von Natasha Radojcic

Halid hat noch den Geschmack von Gewehrpulver im Mund, als er am Ende des Krieges in sein bosnisches Heimatdorf zurückkehrt. Die Nachbarn sprechen kein Wort mehr miteinander, ethnisches Ressentiment bestimmt jede Beziehung. Nur mühsam gelingt es Halid, sich den Bewohnern anzunähern. Als er seiner Jugendliebe Mira wiederbegegnet, trifft er eine Entscheidung, die das Dorf in eine Tragödie stürzt.

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  • Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic

    Halids Heimkehr
    Clari

    Clari

    25. May 2010 um 22:32

    Die Welt, in die Halid nach dem Krieg zurückkehrt, ist nicht mehr dieselbe, die er verlassen hatte. Was im Dorf mit einem verlorenen Fußballspiel gegen die Serben begann, endete einst in einer handfesten Prügelei. Zuletzt wurde aus ethnischen Ressentiments der Bosnienkrieg, in dem Muslime und Christen, die lange Zeit friedlich zusammen gelebt hatten, von einem Tag auf den anderen zu Feinden wurden. Als Halid, ein Muslim, kriegsversehrt zurückkehrt, ist sein Dorf verkommen, viele Männer sind gefallen oder noch im Krieg. Er zieht rastlos durch die bekannten Strassen und Plätze, trifft auf einen früheren Kumpel Shukri, auf verarmte Zigeunerjungen und traut sich nicht nach Hause zu seiner Mutter. Auch von Mira hört er, seiner großen Liebe, die seinen besten Freund Momir, einen Christen, geheiratet hat,--oder heiraten musste? Halid treibt sich in Spelunken herum und verkehrt im Zigeunerpuff mit seinem Freund Shukri. Überall, wo er auftaucht, wird geraucht, getrunken und gespielt und er macht fleißig mit. Innerlich hat er sich abgekapselt. Es ist ein armseliges und schurkisches Milieu, das der Krieg übrig gelassen hat. Während im Dorf Argwohn, Verbitterung und Feindsseligkeit an allen Ecken spürbar ist, macht sich Halid auf, Mira zurück zu erobern. Doch es gibt da noch andere Geheimnisse und man ahnt, dass drohendes Unheil heraufzieht. Mit eindringlicher Sprache und feiner Beobachtungsgabe gelingt der Autorin punktuell das Porträt eines Vielvölkerstaates, das nur schwer zur Einigung finden kann. Sie berichtet über Brutalität, die Liebe und eine subtile Zärtlichkeit, die Halid für seinen gefallenen Freund Momir empfindet; sie spricht über die Traurigkeit und über all das Vergangene und Verlorene. Darüber hinaus bringt sie atmosphärisch herüber, wie es sich in einem Land lebt, in dem sich die Menschen in gegenseitigem Hass zerfressen, und das durch Uneinigkeit in einen Auflösungszustand gerät und in sich zerfällt. N. R. ist eine begnadete Berichterstatterin. Sie lebt seit ihrem 20. Lebensjahr in Amerika und unterrichtet an der University of Colorado und der Jesuit University New / York. Natasha Radojcic hat schon mit ihrem Roman „Du musst hier nicht leben“ 2006 ein Zeichen gesetzt, das sie als kluge Interpretin ihrer politischen Herkunft ausweist. Mit diesem Roman hat sie den ersten noch übertroffen.

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  • Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic

    Halids Heimkehr
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 10:18

    Von den unsichtbaren Verletzungen der Seele Der bosnische Soldat Halid kehrt kriegsversehrt in sein Dorf zurück, beobachtet Mira (die er nach einer kurzen Affaire sitzen ließ), die mit seinem serbischen Freund Momir (der auf der anderen Seite kämpfend fiel) verheiratet war, trifft seinen Freund Shukri, Zigeuner und andere Personen aus seinem, ihm immer fremder anmutenden ehemaligen Leben. Nur zu seiner verwitweten Mutter schafft er es nicht, immer hält ihn etwas davon ab, bis er akzeptiert, dass er nicht will. Er will nur Mira und seinen vermeintlichen Sohn wieder haben. Natasha Radojcic macht auf sehr subtile Weise von Anfang an klar, dass es hier kein Happy-End geben kann. Halid löst mit seinen Handlungen und dem dunklen Geheimnis, das er mit sich herumträgt eine destruktive Kettenreaktion aus, die in einer beklemmenden Szene endet. Was diesen Roman so stark macht, ist das Understatement der Prosa von Natasha Radojcic, die fast unterkühlt und minimalistisch ist. Dadurch gewinnt der Erzählfluss konstant an Bewegung und Spannung, bis sich alles in den letzten Zeilen entlädt. Entfernt erinnert dieser Roman an "Chronik eines angekündigten Todes", weniger stilistisch, sondern eher formell, diese auf einen Punkt hinzielende Entwicklung. Ein Buch, dessen Wirkung noch lange nach der letzten Seite anhält. Ein besonderer Roman einer jungen Schriftstellerin, die man sich merken sollte.

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  • Rezension zu "Halids Heimkehr" von Natasha Radojcic

    Halids Heimkehr
    Liisa

    Liisa

    09. July 2007 um 20:05

    »Halids Heimkehr« erzählt die Geschichte eines bosnischen Soldaten, der nach dem Krieg, eher notgedrungen als gewollt, in seinen Heimatort zurückkommt. Dort trifft er auf alte Freunde und Bekannte, ebenso wie auf seine heimliche Jugendliebe Mira, verheiratet mit einem anderen und inzwischen verwitwet, mit ihrem Sohn, der evtl. von ihm ist. Während Halid es immer wieder vor sich herschiebt zur Mutter selbst heimzukehren, versucht er an sein altes Leben anzuknüpfen. Doch bald wird klar, dass sein Heimatort und die Menschen dort nicht mehr die sind, die sie vor dem Krieg waren und er selbst eben auch nicht. Hass und Misstrauen haben ihre Wurzeln geschlagen und führen schließlich auch Halid, der im Krieg Schuld auf sich geladen hat, in die Katastrophe. Eigentlich eine fast archetypische Geschichte, die hier erzählt wird, doch leider hat diese Geschichte auch starke Schwächen. Die Figuren bleiben alles in allem relativ oberflächlich, ihr Handeln nicht genügend nachvollziehbar und auch sprachlich hat der Roman seine Schwächen. Das ist schade, denn andererseits greift »Halids Heimkehr« durchaus wichtige Themen auf und gewährt den Lesern einen Einblick in die bosnische Lebenswelt und überhaupt die Folgen der Balkankriege für die Menschen. Wegen der Schwächen gebe ich »nur« 3 Sterne und das Fazit lautet: Da hätte deutlich mehr daraus gemacht werden können - schade!

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