Natasha Solomons Die Galerie der verschwundenen Ehemänner

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Inhaltsangabe zu „Die Galerie der verschwundenen Ehemänner“ von Natasha Solomons

Der neue Roman von Englands junger Bestsellerautorin: Eine weibliche Emanzipationsgeschichte par excellence. Als Juliet Montagues Ehemann einfach verschwindet, geschieht ihr beinahe dasselbe. Für die konservative jüdische Gemeinde, in der sie lebt, ist sie, die verlassene Frau, eine «Aguna» - und damit unsichtbar. Juliet tut ihr Bestes, um den Regeln zu entsprechen, aber dann, an ihrem dreißigsten Geburtstag, macht sie etwas Unvorhergesehenes: Statt des Kühlschranks, auf den sie lange gespart hat, kauft sie sich ein Gemälde ihrer selbst. So beginnt ihre Liebe zur Malerei. Nach und nach befreit sie sich im Nachkriegs-London aus ihrem beengenden Umfeld. Eines Tages stößt sie auf eine Spur ihres Ehemanns … Die faszinierende Geschichte einer Frau, die im London der Nachkriegsjahre aus ihrem engen Umfeld ausbricht und über die Malerei zu sich selbst findet.

Die ungewöhnliche Geschichte einer ganz und gar ungewöhnlichen Frau.

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Ungewöhnlich. Lesenswert!

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  • Eine Emanzipation in Bildern

    Die Galerie der verschwundenen Ehemänner
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    23. October 2015 um 15:31

    Seit ihr Ehemann Juliet einfach bei Nacht und Nebel verließ, führt sie in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde in England das Leben einer Unsichtbaren, einer Ausgestoßenen, einer Aguna, so haben die alten Rabbis über sie verfügt. Da ihr Mann lebt, hat sie nicht die Rechte einer Witwe, da nur der Ehemann den Scheidungsbrief verlangen kann, bleibt sie auf ewig an ihn gebunden. Sie wird argwöhnisch beäugt von den ach so frommen Nachbarinnen, gönnerhaft umschwänzelt von den Nachbarn. Wären nicht Juliets Eltern, die ihr finanziell über die Runden helfen, wäre die Situation noch schlimmer. Doch eines Tages sprengt Juliet Montague die Regeln, statt mit dem mühsam ersparten Geld einen Eisschrank zu kaufen, lässt sie sich spontan von einem jungen Maler portraitieren und mit diesem Bild beginnt ihr neues Leben. Sie lehnt sich auf, sie will wieder sichtbar werden. Sie beginnt sich zu emanzipieren, auch beruflich. Sie baut eine Galerie auf, die durch ihr Gespür für Kunst auch zum Erfolg wird. Wie manche Menschen über ein absolutes Gehör verfügen, verfügt Juliet über den absoluten Blick. Jedes Kapitel beginnt mit einem Bild und plötzlich stößt sie auf die Spur ihres verschwundenen Ehemanns, den sie aber nur noch braucht, um ein Kapitel abzuschließen.  Sie hat schon längst endgültig die Fesseln ihrer orthodoxen Gemeinde gesprengt und in London  ein freies selbst bestimmtes Leben begonnen. So kann sie stolz sagen: "Ich bin keine Frau für Wasserfarben, lauter sanfte Rosas und weiche Gelbs. Ich brauche Öl und satte Farben" Dieses außergewöhnliche Portrait einer Frau ist mit Leidenschaft und Herzblut geschrieben, jede Seite ist eine neue Facette ihres Lebens, ihrer Familie und ihrer Vergangenheit. Ein Frauenportrait mit Tiefgang, Weisheit und Humor.  

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  • Juliet Montague

    Die Galerie der verschwundenen Ehemänner
    walli007

    walli007

    21. June 2015 um 09:40

    Wie anders wäre ihr Leben verlaufen, wenn ihre Eltern sie Ethel genannt hätten, ein schön ordentlicher Name für das Kind jüdischer Eltern, die es rechtzeitig vor Generationen nach England verschlagen hat und die nicht zu den hippen Verwandten gehören. Doch in einem Anflug von Romantik hat die Mutter sie Juliet genannt. Und als 17jährige abenteuerlustige Romantikerin setzt Juliet alles daran, ihren Sehtest bei dem neuen Assistenten des Optikers George Montague durchführen zu lassen. Dieser verlässt sie allerdings nach ein paar Jahren, sie bleibt zurück mit zwei Kindern und ihrem tollen Namen, verheiratet und doch nicht verheiratet, beinahe das Schlimmste, was ihr in der jüdischen Gemeinschaft passieren kann, ist ihr Leben doch zum Stillstand verdammt. Mit dreißig jedoch entscheidet Juliet, so will sie nicht weitermachen und mit einem befreundeten Maler eröffnet sie eine Galerie. Auch wenn die Geschichte erfunden ist, ist sie doch vom Leben der Großmutter der Autorin inspiriert. Auch diese wurde kurz nach dem Krieg von ihrem Mann verlassen und hat sich und ihren Kindern mit großer Zielstrebigkeit ein gutes Leben aufgebaut, alles daran gesetzt, den Kindern ein Besseres zu ermöglichen. Die Kraft und Energie, die die echte Großmutter dabei aufgebracht hat, spiegelt sich auch in der Gestalt Juliets wieder. Soweit es geht widersetzt sie sich der Enge der Gemeinschaft, in der sie nahezu wie eine Aussätzige behandelt wird, weil ihr Mann verschwunden ist. Sie soll ihn freundlich willkommen heißen, wenn er zurückkommt. Nur der Mann kann sich scheiden lassen. Welch eine Vorstellung in der heutigen Zeit. Doch Juliet beginnt in dem Moment ihr eigenes Leben zu führen als sie anstelle des Kühlschranks ein Portrait erwirbt. Die Liebe zur Malerei, die sie schon als Kind beflügelte, bricht sich nun die Bahn.  Der Bruch mit den gesellschaftlichen Konventionen, eine Emanzipation zu einer Zeit und in einer Schicht, die es dieser wunderbaren Frau alles andere als leicht gemacht haben. Auch wenn Juliet nicht völlig ausbricht, erreicht sie doch so Manches, sie findet einen Beruf, den sie liebt, eine große Liebe und schließlich führt sie ein selbstbestimmteres Leben als es den Frauen normalerweise möglich war. Sie lässt sich nicht unterkriegen, sie gibt nicht auf - ein sympathisches Vorbild, dem man gerne nacheifern möchte.

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