Natasha Solomons Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

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Inhaltsangabe zu „Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand“ von Natasha Solomons

«ABSOLUT CHARMANT UND SEHR WITZIG.» Paul Torday, Autor von «Lachsfischen im Jemen» In dem Moment, als Jack Rosenblum 1937 in Harwich von Bord geht, fasst er einen Entschluss: Als deutscher Jude, der mit seiner Frau aus Berlin fliehen konnte, möchte er so schnell wie möglich ein echter Engländer werden. Und so erstellt er eine Liste: einen leicht verständlichen Führer durch die Sitten und Gebräuche Englands. Fünfzehn Jahre später hat Jack viel erreicht. Nur einen Punkt auf seiner Liste konnte er noch nicht abhaken: Er ist noch nicht Mitglied in einem englischen Golfclub. Und da ihn keiner aufnehmen will, beschließt er, selbst einen Golfplatz zu bauen. Also schleift er seine Frau Sarah in das Herz der englischen Countryside, nach Dorset. Doch hier, im Land der Borstenschweine, Glockenblumen und des Apfelweins, scheint die schwierigste Aufgabe noch vor ihnen zu liegen ... «Eine anrührende und überraschende Lektüre, die glückliche Leser hinterlässt.» sadie jones, Autorin von «Der Außenseiter»

# Mrs. Shapiro und die Sache mit dem Weltfrieden...   Georgie Sinclair ist pfichtbewußte Ehefrau und Mutter, als ein Streit

— jcv
jcv

Witzig und liebenswert - ich werde es auf jeden Fall ein zweites Mal lesen.

— Filzblume
Filzblume

Das Glück eines Flüchtlings

— Saralonde
Saralonde

Macht Lust auf Leben und Träume-Verwirklichen!

— Heldin-mit-Happy-End
Heldin-mit-Happy-End

Ein Buch, was man auch gerne ein zweites Mal liest.

— Linny
Linny

Mir hat das Buch sehr gut gefallen... aber wenn Elise noch besser ist, freue ich mich umso mehr darauf!

— aba
aba

Ein nettes Buch, aber leider bei Weitem nicht so gut wie "Als die Liebe zu Elise kam". Ich war von Elise absolut begeistert und hatte entsprechend hohe Erwartungen an Mr. Rosenblum. Leider wurden sie ein wenig enttäuscht.

— Cellissima
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  • Das Glück eines Flüchtlings

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    Saralonde

    Saralonde

    07. March 2015 um 17:04

    Jack (eigentlich Jakob) Rosenblum, seine Frau Sarah und ihre kleine Tochter Elizabeth flüchten Ende der dreißiger Jahre aus Deutschland nach England. Jacks höchstes Ziel ist: voll und ganz Engländer werden. Dazu nutzt er eine Liste typisch englischer Eigenschaften in einem Ratgeber, die er selbst um zahlreiche Punkte ergänzt. Ein Punkt auf der Liste: Mitglied in einem Golfclub werden. Doch er muss feststellen, dass das auch in England für einen Juden, zudem noch einem deutscher Herkunft, gar nicht einfach ist. Also muss ein eigener Golfplatz her. In einem Dorf in Dorset. Natasha Solomons ist es gelungen, in diesem schönen Roman ein Stück Zeitgeschichte und ein jüdisches Schicksal auf humorvolle Art mit der liebenswürdigen Geschichte einer Ehe zu verbinden. Jack merkt gar nicht, wie er mit seinem krampfhaften Anpassungswillen seiner Frau, die verzweifelt versucht, die Erinnerung an ihre von den Nazis ermordete Familie aufrechtzuerhalten, immer mehr ihrer Identität beraubt. Bis es zu einem dramatischen Ereignis kommt. Jack und Sarah treffen auf Vorurteile und Ablehnung, lassen sich jedoch nicht beirren und werden schließlich auch von den kauzigen Dorfbewohnern ins Herz geschlossen. Und auch eine Aussöhnung mit der Vergangenheit – und ebenso der Zukunft in dem neuen Land – ist möglich. Ich habe mir bei der Lektüre öfters gewünscht, ich hätte mir auch dieses Buch im Original besorgt, ich fürchte, dass da doch einiges an Humor abhanden gekommen ist, da auch die Sprachbarriere eine gewisse Rolle spielt. Ich muss gestehen, dass ich das Buch stellenweise doch etwas behäbig fand, aber die Geschichte ist wirklich schön und in Zeiten der Flüchtlingsdebatte hochaktuell, denn ein zentrales Motiv ist die Vereinbarung von Integration mit der Vermeidung des gleichzeitigen Verlusts der eigenen Geschichte und Identität.

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  • Ein fürchterliche Egomane

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    PrinzessinAnne

    PrinzessinAnne

    12. October 2013 um 09:40

    Worum geht es:   In Deutschland naht der Krieg, und so beschließen Jacob und seine Frau Sarah ins britische Exil zu gehen, um dem drohenden Unheil zu entgehen. Um auch ja alles richtig zu machen, legt sich Jacob - nun Jack - eine Liste an, auf welcher er alles aufschreibt was ein guter Brite zu tun und zu lassen hat, wie man sich am besten anpasst und wie man vor allem eins tut: Nicht aufzufallen. Das Glück ist ihm hold, und schon nach wenigen Jahren in London hat es Jack zu einem erfolgreichen Geschäftsmann gebracht, der alles hat, wovon andere träumen: Eine Tochter, die sich gut entwickelt und von den nicht britisch und nicht jüdischen Kindern nicht mehr zu unterscheiden ist, ein schönes Haus, ein teures Auto und eine gut angepasste Lebensweise. Nur eins fehlt ihm jetzt noch zu seinem perfekten Glück. Jack will um alles in der Welt Mitglied in einem Goldclub werden, doch "die Quoten sind erfüllt" und auch auf Biegen und Brechen schafft er es nicht angenommen zu werden. Und so entschließt sich Jack, seinen eigenen Golfplatz zu bauen, in Dorset, Südengland.  Meine Meinung:   Nachdem ich vor einiger Zeit "Wie die Liebe zu Elise kam" gelesen habe, war ich total gespannt auf dieses Buch, denn der Schreibstil in diesem anderen Buch gefiel mir damals unheimlich gut, und auch die Geschichte war anrührend und wunderschön. Also habe ich mir jetzt Mr. Rosenblums Geschichte gekauft, und mich voller Vorfreude ans Lesen gemacht.  Die Story geht auch super toll los, man erfährt viel über das Leben von Jack und Sarah im "davor" und jetzt im "danach", verfolgt Episodenhaft den unglaublichen Aufstieg von Jack mit seiner Teppichfabrik und das Leben dass sich der geflohenen Familie dadurch bietet. Aber nichts ist diesem Mann genug, und so zieht er eben aufs Land, reißt eben seine Familie aus ihrer gewohnten Umgebung, und verschleudert halt sein Geld für eine Sache, die er meiner Meinung nach nur aus gekränktem Stolz verwirklichen will. Anfangs fand ich ihn noch ganz putzig, diesen Jack, der unbedingt alles richtig machen will, aber je weiter das Buch fortschreitet, desto schrecklicher finde ich ihn. Jack ist nicht mutig oder Erfolgsorientiert, wie uns das Buch teilweise weiß machen will, sondern ein fürchterlicher Egomane, dem das Glück und Wohlergehen seiner Mitmenschen, insbesondere seiner Frau nicht nur nicht wichtig ist, sonder es komplett ignoriert. Sarah stürzt ins bodenlose Unglück, und Jack übersieht das gekonnt, nur um noch das letzte Rest an Geld in einen Golfplatz zu investieren, der zum Scheitern verurteilt scheint. Gegen Ende des Buches vermittelt die Geschichte einem, dass alles besser wird - aber ich konnte bis zum Schluss nicht mehr mit dieser egoistischen, selbstherrlichen Person warm werden. Normalerweise bin ich niemand, der Bücher weniger gerne mag, nur weil ich mir die Protagonisten nicht zu 100% gefallen, aber in diesem Fall war es doch so. Dennoch ist der Schreibstil wieder wunderschön, die Wortwahl und sprachliche Gestaltung super schön, und erschafft vor den Augen die Szenerie so Detailgetreu, dass man sich fast schon wundern könnte, dass man das Gras nicht riechen und die Vögel nicht singen hören kann. Was mich zuletzt noch sehr verwundert, ist die Einschätzung von Paul Torday auf der Rückseite des Buches. "Absolut witzig" bezeichnet er die Geschichte; Offensichtlich haben wir beide völlig verschiedene Vorstellungen von Humor, denn in meinen Augen ist die Geschichte alles, aber nicht witzig?! Lachen oder kichern musste ich an keiner einzigen Stelle...

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    Tintenelfe

    Tintenelfe

    Wie ergeht es Migranten, die ihr Leben hinter sich lassen und in einem fremden Land neu beginnen? Gibt es eine Balance zwischen der vollständigen Assimilation und dem Festhalten an der eigenen (kulturellen) Identität und der Vergangenheit? Als Jack und Sarah Rosenblum 1937 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach England einreisen, bekommt Jack einen Ratgeber in die Hand gedrückt: Neu in England: Nützliche Informationen und freundliche Anleitung für jeden Flüchtling. Fest entschlossen, ein waschechter Engländer zu werden, sämtliche Gepflogenheiten zu verinnerlichen und jede Beobachtung nachzuahmen, befolgt Jack die Anleitung und ergänzt sie stetig bis er 15 Jahre später bei Punkt 150 „Ein Engländer ist in einem Golfclub“ zu scheitern droht. Als Jude mit deutschem Namen wird er in keinem der rennomierten Goldclubs aufgenommen und so beschließt er, sich seinen Traum vom Golfclub selbst zu erfüllen. Während Jack seinem Traum nachjagt und dabei sprichwörtlich Berge versetzt, entfernt er sich immer mehr von seiner Frau Sarah. Diese hält fest an der Vergangenheit in Berlin und bemüht sich um ein Erinnern mithilfe des Koch- und Backbuches ihrer Mutter. Natasha Solomon zeichnet in ihrem Romandebüt ein Bild vom romantisch-mystischen England im Aufschwung der 50er Jahre. Ihre Figuren sind anrührend und liebenswert, dabei manchmal jedoch auch kauzig-komisch, aber nie unglaubwürdig. Man spürt die Liebe zu England und dem Leben auf dem Lande, die auch Jack und Sarah ergreift und sie zu einem Teil der Dorfbevölkerung werden lassen. Sarah und Jack gehen sehr unterschiedlich, geradezu gegensätzlich mit ihrer Migrationsgeschichte um, vergessen dabei jedoch beide, dass Ankommen auch bedeutet mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

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    aba

    aba

    13. October 2012 um 06:55
  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    aba

    aba

    13. October 2012 um 06:54

    Mr. Rosenblums Liste Was für ein schönes Buch! Und ein perfektes Buch für ein verregnetes Wochenende... und am Ende sind das Wetter und auch alle Sorgen vergessen. Sorgen genug hat dagegen Mr. Rosenblum, deutscher Jude, der zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter dem Nazi-Terror entkommt und nach England emigriert. In London angekommen, beschließt er, ein neues Leben zu beginnen, und zwar als "echter Engländer". Zu diesem Zweck fängt er an, eine Liste zu erstellen, mit allen typischen Attributen eines echten Engländers. Nach und nach bearbeitet er diese Liste. Eines Tages stellt er fest, dass ihm nur ein Punkt auf der Liste fehlt, den er zu erfüllen hat, um ein echter Engländer zu werden. Mr. Rosenblum widmet seine Existenz diesem einzigen Punkt der Liste und vernachlässigt und opfert dadurch seine Familie, Freunde, Arbeit und sogar den Wohlstand, den er trotzt Flüchtlings-Status erreicht hatte. "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand " ist der deutsche Titel von Natasha Solomons' "Mr. Rosenblum's List". Und um diese Liste geht es. Diese Liste, die für Mr. Rosenblum Inhalt und Sinn seiner Existenz wird. Während er seine ganze Energie in der Erfüllung seiner Träume einsetzt, sucht seine Frau verzweifelt Halt in der Vergangenheit. Sie weigert sich, ihre Erinnerungen und Traditionen im fremden England aufzugeben. Die Geschichte um Mr. Rosenblums Liste ist eine wunderbare Geschichte, die das Herz erwärmt. Mr. und Mrs. Rosenblum erobern ganz langsam und unauffällig unser Herz. Und nicht nur unsers, auch das ihrer Mitmenschen, dieselben, die sie am Anfang wenig freundlich empfangen haben, und die, die schließlich nicht anders konnten, als ihnen ihre Herzen zu öffnen. Mr. Rosenblum verdient sich deren Respekt mit seiner Hartnäckigkeit und Mrs. Rosenblum findet ihre Heimat wieder in der Küche ihrer Mutter, die ihr hilft, sich auszudrücken, und einen Platz im fremden England zu finden. Und diese Passagen, in denen Mrs. Rosenblum (die viel lieber Frau Rosenblum wäre) kocht und so die Düfte ihrer Vergangenheit rettet, habe ich sehr genossen. Solche Bücher wie "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" lese ich mit großem Vergnügen. Natasha Solomons Buch ist en Frühlingstag mitten im Herbst. Einfach ein sehr schönes Buch, das mich mit einem glücklichen Gefühl hinterlassen hat. Natasha Solomons' Inspirationsquelle sind ihre eigenen deutsch-jüdischen Wurzeln.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    hanniball

    hanniball

    23. April 2012 um 10:16

    *Assimilation auf humorvolle Art* 1937: Das deutsch-jüdische Ehepaar Jack und Sarah Rosenblum kann mit seiner Tochter aus Berlin nach London auswandern. Bei der Einwanderung bekommen sie unter anderem eine Broschüre mit Verhaltensweisen typischer Engländer. Fortan ist es das Bestreben Jacks, sich nicht nur in die englische Gesellschaft zu integrieren, sondern sich vollständig zu assimilieren. Hierzu erweitert er die ursprüngliche Liste typisch englischer Charakteristiken fortlaufend auf Grund seiner Beobachtungen. 1952: Jack Rosenblum ist Eigentümer einer wirtschaftlich erfolgreichen Teppichfabrik. Familie Rosenblum ist zumindestens in der jüdischen Gemeinde Londons vollständig integriert, Die Tochter studiert Literaturgeschichte. Jack hat seine Liste der typisch englischen Eigenschaften und Verhaltensweisen weitgehend abgearbeitet, einzig die Mitgliedschaft in einem englischen Golfclub bleibt bislang ein Traum. Nachdem mehrere Versuche, in einen Golfclub aufgenommen zu werden, gescheitert sind, findet Jack Rosenblum seinen eigenen Weg, seine Mitgliedschaft in einem Golfclub, von der er glaubt, dass sie nötig ist, um als Engländer akzeptiert zu werden, zu erreichen. Er beschließt, selber einen Golfplatz anzulegen und einen Golfclub zu gründen. Natasha Solomon erzählt humorvoll, aber auch mit einigen Längen, wie Jack Rosenblum dieses Vorhaben angeht, dabei zunächst scheitert, dann aber doch unerwarteter Weise sein Ziel erreicht, als vollwertiger Engländer akzeptiert zu werden. Hierbei werden liebevoll die typisch ländlichen Eigenarten Dorsets auf die Schippe genommen, genauso wie die spezifischen Eigenarten des Ehepaars Rosenblum, das auf dem Wege zum Golfplatz auch seine eigene Entfremdung verliert und wieder zu sich als liebevolles Ehepaar findet. Die Erzählung liest sich gut, die Protagonisten sind liebevoll aber in Maßen klischeehaft geschildert und insbesondere der feinfühlige Humor kann stellenweise durchaus begeistern. Insgesamt aber finde ich die Geschichte zu langatmig, um sie wirklich vorbehaltlos zu empfehlen. 1937: Das deutsch-jüdische Ehepaar Jack und Sarah Rosenblum kann mit seiner Tochter aus Berlin nach London auswandern. Bei der Einwanderung bekommen sie unter anderem eine Broschüre mit Verhaltensweisen typischer Engländer. Fortan ist es das Bestreben Jacks, sich nicht nur in die englische Gesellschaft zu integrieren, sondern sich vollständig zu assimilieren. Hierzu erweitert er die ursprüngliche Liste typisch englischer Charakteristiken fortlaufend auf Grund seiner Beobachtungen. 1952: Jack Rosenblum ist Eigentümer einer wirtschaftlich erfolgreichen Teppichfabrik. Familie Rosenblum ist zumindestens in der jüdischen Gemeinde Londons vollständig integriert, Die Tochter studiert Literaturgeschichte. Jack hat seine Liste der typisch englischen Eigenschaften und Verhaltensweisen weitgehend abgearbeitet, einzig die Mitgliedschaft in einem englischen Golfclub bleibt bislang ein Traum. Nachdem mehrere Versuche, in einen Golfclub aufgenommen zu werden, gescheitert sind, findet Jack Rosenblum seinen eigenen Weg, seine Mitgliedschaft in einem Golfclub, von der er glaubt, dass sie nötig ist, um als Engländer akzeptiert zu werden, zu erreichen. Er beschließt, selber einen Golfplatz anzulegen und einen Golfclub zu gründen. Natasha Solomon erzählt humorvoll, aber auch mit einigen Längen, wie Jack Rosenblum dieses Vorhaben angeht, dabei zunächst scheitert, dann aber doch unerwarteter Weise sein Ziel erreicht, als vollwertiger Engländer akzeptiert zu werden. Hierbei werden liebevoll die typisch ländlichen Eigenarten Dorsets auf die Schippe genommen, genauso wie die spezifischen Eigenarten des Ehepaars Rosenblum, das auf dem Wege zum Golfplatz auch seine eigene Entfremdung verliert und wieder zu sich als liebevolles Ehepaar findet. Die Erzählung liest sich gut, die Protagonisten sind liebevoll aber in Maßen klischeehaft geschildert und insbesondere der feinfühlige Humor kann stellenweise durchaus begeistern. Insgesamt aber finde ich die Geschichte zu langatmig, um sie wirklich vorbehaltlos zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    bücherelfe

    bücherelfe

    Jack Rosenblum hat klare Vorstellungen von Integration. Als er mit seiner Frau, Sarah, und der gemeinsamen Tochter, Elisabeth, kurz vor dem zweiten Weltkrieg nach London emigriert, ist sein Ziel klar: Er will durch und durch Engländer werden; und weil Jack Rosenblum der Inbegriff von Akribie ist, listet er nach und nach auf, wie die Engländer denn so ticken. Das Tüpfelchen auf dem englischen i ist die Mitgliedschaft in einem Golfclub, das wird ihm bald klar. Und das scheint ein unüberwindliches Hindernis zu sein. Da kann Jack Rosenblum beruflich noch so erfolgreich und in seinem Verhalten noch so englisch sein; kein Golfclub will ihn aufnehmen. Also plant er den Coup seines Lebens: Er will einen eigenen Golfplatz bauen und seinen eigenen Club gründen. Und so schleppt er seine Sarah – Elisabeth ist längst flügge - in die englische Pampa. Das Abenteuer Golfplatz beginnt. "Als er einschlief, sah er sich selbst, wie er einen Ball abschlug und ihn weit in den Himmel schickte, wo er zu einer Sternschnuppe wurde und in der schwarzen Nacht verschwand." Aber das englische Dorf hat nicht auf die Rosenblums gewartet und der Anschluss an die Dorfgemeinschaft läuft harzig. Jack Rosenblum wird nicht nur belächelt sondern auch heftig – Sachbeschädigung inklusive - gemobbt. Aber er kämpft weiter, befreit das Land eigenhändig von Unkraut und gräbt Löcher in denen dereinst der erlauchten Mitglieder Golfbälle landen sollen. Und wenn er nicht gestorben ist, gräbt er noch heute. Warum die Inhaltsbeschreibung hier endet? Weil ich nicht weitergelesen habe. Auf Seite 157 (von 381) habe ich Mr. Rosenblum und seinen Golfplatz zur Seite gelegt. Bei aller Sympathie, die ich für seinen Lebenstraum hege, ging mir dieses „und ich bau diesen Golfplatz und ich grabe Löcher und ich grabe nochmals Löcher und nochmals und – yeah – heute stecke ich das Fähnchen neben das erste Loch...“ irgendwann entsetzlich auf die Nerven. Wer weiss, vielleicht hätte ich einfach nur eine Durststrecke überwinden müssen und wäre im letzten Drittel dann mit einer Überraschung belohnt worden. Aber irgendwie hat die Durststrecke von Seite 1 bis 157 mich wohl einfach zu durstig werden lassen. Darum ein „leider nein“ zu Mr. Rosenblum und seinem Golfplatz. Fazit: Optisch ein Schmuckstück für jedes Bücherregal, von der Idee her absolut rührend. Aber zwischen den Buchdeckeln gähnend langweilig; schade

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    Eeyorele

    Eeyorele

    31. July 2011 um 18:17

    Jack Rosenblum, eine deutscher Jude, emigriert mit seiner Frau Sarah und der gemeinsamen Tochter Elizabeth nach England um dort ein neues Leben beginnen zu können. Durch seinen Akzent immer als Ausländer, als Deutscher, also als Feind zu erkennen, stellt Jack eine Liste auf, auf der er alle Punkte sammelt, die es ausmachen, dass man ein echter Engländer ist. 15 Jahre später, Elizabeth geht nach Cambridge, hat jack alle Punkte bis auf den letzten abgearbeitet: Er muss Mitglied in einem Golfclub werden. Da aber kein Club Jack die Mitgliedschaft gewähren möchte, zieht Jack aufs Land um dort einen eigenen Platz zu bauen. Doch dieses Vorhaben erweist sich zu beginn als schwieriger als erwartet. Dennoch, mit dem unerschütterlichen Optimismus von Jack und schließlich auch mit seinem Mut und seiner Willenskraft, kommt er seinem Traum Tag für Tag ein wenig näher und schafft es dabei auch, seine von Trauer um ihre in Deutschland gestorbene Familie völlog verzweifelte Frau, wieder für sich zu gewinnen... "Wie Mr.Rosenblum in England sein Glück fand" ist ein Buch, dass man, hat man einmal begonnen es zu lesen, schon fast gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Man kann sich hineinfühlen, in Jack und Sarah, in ihre Ängste und Sorgen und auch in Sarahs Trauer. Natasha Solomons beschreibt in ihrem Buch eindrucksvoll die Gefühle, die man als Außenseiter in einem fremden Land mit fremder Kultur haben muss. Zudem ist auch die Liebe zur Natur und die Verabeitung von Trauer und das Erinnern an die Verstorbenen, ein Aspekt, der immer wieder leise und völlig unaufdringlich angesprochen wird, wodurch das Buch eine unglaubliche Vielfalt und Tiefe erlangt. Jacks ungebrochene Willenskraft und sein unbedingter Wille, nach vorne zu schauen, aber auch Sarahs Kampf gegen die Trauer, die sie schließlich überwinden kann und ihre neue Kraft, machen Mut, dass man im Leben alles schaffen kann, was man sich vornimmt, bleibt man nur hartnäckig. Die Sprache des Buches, an einigen Stellen in den Naturbeschreibungen vielleicht etwas lang, ist schön, leicht und lässt sich gut lesen. Die immer wieder eingebauten deutschen Wörter, die Art wie vor allem Sarah sich zum Teil benimmt, machen die Unterschiede zwischen den Einheimischen und den beiden Außenseitern sehr deutlich und lassen Sarah und Jack aber auch gerade deshalb so liebenswert wirken. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch lesen durfte, denn ich denke, dass es mich sehr bereichert hat. Und jeder der in irgendeiner Form daran glaubt, dass jeder Mensch das erreichen kann, was er sich vornimmt, wenn er nur hart genug dafür arbeitet, wird dieses Buch wunderschön finden, zumal dort auch immer ein gewissen Hauch von Magie und einer Kraft mitschwingt, die diejenigen belohnt, die niemals aufgeben...

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    Leseratte87

    Leseratte87

    01. July 2011 um 13:11

    Jack Rosenblum, seine Frau Sarah und die gemeinsame Tochter Elizabeth flüchten als deutsche Juden nach England. Dort angekommen, stellt sich das Problem der Integration. Während Jack nach vorn schaut und den Plan fasst, ein "richtiger" Engländer zu werden, möchte Sarah an ihrem Leben in Deutschland und den damit verbundenen Erinnerungen festhalten. In seiner Absicht, ein wahrer englischer Gentleman zu werden, erstellt Jack eine Liste von 150 Dingen und Eigenschaften, die man haben muss, um ein Engländer zu sein. Dazu zählen Höflichkeit, ein Porsche und ein maßgeschneiderter Anzug. Ebenso dazu gehört es, Mitglied in einem Golfclub zu sein, aber genau da liegt das Problem: Kein Golfclub in oder um London nimmt Jack Rosenblum als Mitgleid auf. Uns do beschliesst er eines Tages, London zu verlassen, nach Dorset zu ziehen uns sich dort seinen eigenen Golfplatz zu bauen. Zuerst ist Sarah nicht von dieser Idee begeistert und sie findet nur sehr schwer den Kontakt zu den Dorfbewohnern. Sie zieht sich immer mehr zurück und auch von ihrem Mann entfernt sie sich immer mehr. Das größte Unglück geschieht für sie an dem Tag, an dem sie die Bilder ihrer Eltern und ihres Bruders Emil verliert, die einzige greifbar gebliebene Erinnerung an ihr früheres Leben in Deutschland. Dieser Verlust hätte sie beinah getötet, aber sie überlebt eine Unterkühlung und gewinnt wieder Gefallen an ihrem Leben. Jack derweil gelingt es, in Curtis und Jack richtige Freunde zu finden und gemeinsam mit ihnen baut er seinen Golfplatz, der die Rosenblums beinah ihr ganzes Vermögen kostet. Aber pünktlich zur Krönung der Königin wird auf dem Platz das erste Turnier gespielt. Am Anfang fand ich das Buch sehr traurig. Nicht nur wegen Sarah, die sich so schwer an ihr neues Leben gewöhnen kann und immer mehr die Freude am Leben verliert, sondern auch wegen Jack selbst, der nicht merkt, das er trotz seiner Liste für viele der ausländische Jude ist. Während er glaubt, ein echter englischer Gentleman zu sein, machen sich viele über ihn lustig und verspotten ihn wegen seiner Idee, in Dorsett einen Golfplatz auf einem abschüssigen Gelände zu bauen. Eigentlich wollte ich das Buch schon fast weg legen, weil es mir überhaupt nicht warmherzig, wie auf dem Cover beschrieben, vorkam. Dann hab ich aber doch weiter gelesen und habe mich auf den letzten 100 Seiten eines besseren belehren lassen: Die Rosenblums finden ihr Glück auf dem Land. Und tat gut zu sehen, dass die beiden in den Dorfbewohnern gute Freunde fanden, die ihnen auch helfend zur Seite standen. Vor allem die Freundschaft zwischen Jack und Curtis war etwas Besonderes. Alles in allem fand ich das Buch also doch noch toll, trotz der Anfangsschwierigkeiten. Und ich muss zugeben, dass es an einigen Stellen sehr witzig war und ich bei manchen Stellen laut lachen musste.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    hexhex

    hexhex

    11. June 2011 um 12:51

    Mr. Rosenblum (Jude) flieht mit Frau und Tocher 1937 aus Nazi-Deutschland nach England. Innerhalb kürzester Zeit möchte er ein richtiger Engländer werden. Während seine Frau die Erinnerungen an die zurückgebliebene Familie pflegt, lernt ihr Mann sehr schnell Englisch und benutzt die deutsche Sprache nur noch gelegentlich, wenn ihm im Englischen nicht die richtigen Schimpfwörter einfallen. Er möchte mit aller Macht ein Engländer werden. Als die Aufnahme in einen Golfclub fehlschlägt (sein Name verrät leider immer wieder seine deutsch/jüdische Abstammung!), verläßt er London, kauft ein Stück Land und baut seinen eigenen Golfplatz. Das Buch ist zugleich witzig und melancholisch. Jack Rosenblum wird als kauziger, naiver Mann beschrieben, den man nicht sofort ins Herz schließt. Aber das Auf und Ab seines großen Traums läßt ihn immer sympatischer werden und seine Wahnsinnsmotivation ist bewundernswert. An einigen Stellen ist das Buch vielleicht etwas langatmig, aber das sollte einen nicht abschrecken. Es ist ein wunderschöner Lesegenuß!

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    insomniac

    insomniac

    23. November 2010 um 12:01

    Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs bekommen die Rosenblums noch ihre beantragten Ausreisegenehmigungen. Leider jedoch nur 3 statt 6... und so machen sich Jack, Sarah und Elisabeth auf den Weg nach London. Jack schafft es ziemlich schnell das Wohl der Familie durch den Aufbau einer Teppichfabrik zu sichern... während all der Jahre in England pflegt er akribisch eine Liste der Dinge, die man tun und beachten muss, um ein richtiger Engländer zu sein. Begonnen hat dies mit einer harmlosen kleinen Liste, die den neuen Einwanderern als kleiner Wegweiser in die Hand gegeben wird. Engländer sein - das ist Jacks Ziel. Endlich wieder ein zu Hause haben und sich nicht die ganze Zeit wie im Exil lebend fühlen. Als Jack dann irgendwann, nachdem ihm bei allen bestehenden Golfclubs die Mitgliedschaft verweigert wurde, auf die Idee kommt, seinen eigenen Colfplatz zu bauen, ziehen die Rosenblums aufs Land... Hier gibt es viele Erlebnisse - sowohl solche, die Rückschläge darstellen, als auch solche, die den Bau des Golfplatzes vorantreiben. Freundschaften entstehen und Erfahrungen werden gesammelt. Und Jack und Sarah finden wieder zusammen. Das stellen sie jedoch erst fest, als das Vorhaben scheitert und die zwei zurück nach London ziehen - in dem sie sich nach den Jahren auf dem Land gar nicht mehr wohl fühlen. Zum Glück hat die Dorfgemeinschaft den Platz und die Rosenblums noch nicht aufgegeben und holt sie zurück aufs Land....wo sie die Jahre bis zu ihrem Tod gemeinsam verbringen. Eine sehr schöne Geschichte über Sinn, Unsinn und Träumereien des Lebens. Ich habe jedoch nur ein "gut" vergeben, da ich bis zur Hälfte des Buches eher gelangweilt als angetan war. Ab dann läuft die Geschichte flüssig und einnehmend vor sich her.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    BertieWooster

    BertieWooster

    12. November 2010 um 22:22

    Dieses Buch könnte man fast auch als einen Beitrag zum Modethema „Integration“ sehen. Eigentlich ist es aber ein wunderschöner Roman, bei dem man zu einem Anglophilen werden kann, wenn man es nicht schon ist. Im Jahr 1937 können Jakob und Sarah Rosenblum vor den Nazis nach England emigrieren. Bei ihrer Einreise erhalten sie eine Broschüre, wie man sich in England zu verhalten hat. Während Jakob sich möglichst schnell assimilieren und Engländer werden möchte, lebt Sarah teilweise noch von ihren Erinnerungen an ihre Familie, die sie zurücklassen mussten. Jack, wie er sich nun nennt, versteht die Liste als Anleitung zum englischsein, die er bald um seine eigenen Erfahrungen ergänzt. England macht ihnen die Eingliederung zunächst nicht leicht, wird doch Jack während des Krieges als feindlicher Ausländer sogar kurzzeitig interniert. Jack fasst jedoch schnell wieder Fuß. Er wird zum Besitzer einer erfolgreichen Teppichfabrik und kann seine Liste Punkt für Punkt abarbeiten. Er wird sogar stolzer Besitzer eines Sportwagens der Marke Jaguar, ein Muss für jeden englischen Gentleman. Nur die Mitgliedschaft in einem Golfclub bleibt ihm verwehrt. Da kommt er auf die Idee in Dorset einen eigenen Golfclub zu gründen. Damit beginnt die eigentliche Geschichte, in der von den Mühen und Rückschlägen des Golfplatzbaus erzählt wird. Es ist aber auch eine Hymne für das Leben auf dem Land in England, auf das „alte“ England, wie es vor dem Krieg wohl war. Es wird die Landschaft im Laufe der Jahreszeiten beschrieben und wie sich das Verhältnis der Rosenblums zur einheimischen Landbevölkerung entwickelt, wie die Landschaft und die Bevölkerung sowie deren Mythen eigentlich mehr zur Integration der Einwanderer beitragen und nicht irgendwelche Listen.

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    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    lafayette

    lafayette

    12. November 2010 um 17:41

    Sie könnten unterschiedlicher gar nicht sein: Jack und Sarah Rosenblum, ein jüdisches Flüchtlingspaar, das 1937 vor den Nazis nach England flüchtet. Während sich Sarah in Melancholie und traurige Erinnerungen flüchtet, setzt ihr Mann Jack alles daran, ein waschechter Engländer zu werden. Anhand einer Liste arbeitet er sich Punkt für Punkt vor, erlernt die Sprache, kleidet sich wie ein echter Gentleman, hört nur die „richtige“ Musik. Dabei merkt er gar nicht, dass er allen Bemühungen zum Trotz weit davon entfernt ist, in die englische Gesellschaft einzudringen. Im Gegenteil, er wird belächelt und sogar zur Belustigung der Gäste zu einer Dinnerparty eingeladen, die sich an dem skurrilen Ausländer ergötzen. Doch Jack hat ein Problem: ein echter englischer Gentleman ist Mitglied in einem Golfclub. Und als kein Golfclub bereit ist, ihn aufzunehmen, beschließt er kurzerhand, selbst einen Golfplatz zu bauen. Mit Feuereifer stürzt er sich in die Arbeit. Während Sarah sich in Erinnerungen verliert, hat er nur ein Ziel: seinen Golfplatz bis zu den Krönungsfeierlichkeiten der englischen Queen fertigzustellen. Und dafür arbeitet er bis zum Umfallen. Nach und nach bekommt er Hilfe von den Dorfbewohnern, die seine Zielstrebigkeit und sein sonniges Gemüt zu schätzen wissen. Obwohl sich die Dorffrauen auch um Sarah bemühen, zieht diese es vor, ihren Erinnerungen nachzuhängen und sich vom dörflichen Leben fernzuhalten. Es herrscht eine eigentümliche Stimmung im Haus Rosenblum. Beide schleichen umeinander herum, es kommt ständig zu Missverständnissen, die aber andererseits das gemeinsame Leben erträglicher machen. Während Sarah versucht, ihre Traurigkeit durch Backen zu verarbeiten, freut sich Jack über die vielen Kuchen, die er nach der harten Arbeit auf dem Küchentisch vorfindet, glaubt er doch, es seien heimliche Liebesbeweise seiner Frau. Natasha Solomon hat ein melancholisches, liebevolles Buch geschrieben. Man könnte meinen, sie schreibe über ihre eigenen Großeltern. Nicht nur Jack, ein überaus anständiger, lebensfroher, sympathischer Mann, nein auch Sarah, seine ständig missmutige, übellaunige, unbequeme Frau wird liebenswert und verständnisvoll dargestellt. Damit ist Natasha Solomon ein einzigartiges Werk gelungen. Es hat viel Spaß gemacht, es zu lesen. Dieses Buch hat mich glücklich gemacht, und ich fühle mich, als sei ich ein besserer Mensch geworden.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. November 2010 um 12:51

    Jack Maurice Rosenblum erhält nach seiner Ankunft in England wie alle anderen einen kleinen Ratgeber: Neu in England: Nützliche Informationen und freundliche Anleitung für jeden Flüchtling. Was von den Initiatoren vermutlich als Dreingabe gedacht war, um die Flüchtlinge möglichst höflich zur Unauffälligkeit anzuhalten, wird für Rosenblum zur Anleitung, ein Engländer durch und durch zu werden. Akribisch hält er sich an jede Regel, erweitert den Fundus stetig und schafft es, bis auf einen Punkt alle zu erfüllen. Die Golfclubs nämlich wollen ihn nicht. Für Juden gibt es zwar spezielle jüdische Golfclubs und ein Freund Rosenblums ist dort auch glücklich und zufrieden - für Rosenblum selbst aber ist das keine Lösung. Er beginnt, deshalb einen eigenen Platz zu bauen und lässt sich auch von einem wühlenden Wollschwein nicht aufhalten. Ein sehr schön aufgemachtes Buch, very british, wie es sich Jack Rosenblum vermutlich gewünscht hätte: Englische Rosen als Dekoration auf dem Vorsatzblatt, altrosa Buchrücken aus Leinen mit silberner Prägung und blumige Titelgestaltung mit passenden Schriften. "Absolut charmant und sehr witzig" war eines der Urteile, die ich vorab über das Buch gelesen habe. Ein wenig verfälschend, wie ich nach der Lektüre finde. Denn die Charaktere von Jack und seiner Frau Sarah sind bisweilen etwas nervig und übertrieben geraten. Jack auf der einen Seite will unbedingt ein anderer werden als der, der er ist. Er will die Vergangenheit überpinseln, nicht mehr gelten lassen und merkt gar nicht, dass er sich seiner Frau damit immer weiter entfremdet. Sarah auf der anderen Seite nämlich trägt schwer an ihrem Familienschicksal und wird von Jacks Turbo in Sachen Vergessen und Verdrängen in die Einsamkeit gepfercht. Sarahs geliebter Bruder Emil und ihre Mutter bekamen keine Ausreisegenehmigung, mussten in Berlin bleiben und starben vermutlich in einem Konzentrationslager. Es gibt eine Szene, in der Sarah den Tod ihrer Mutter spürt und ab diesem Zeitpunkt wird das Zusammenleben mit dem umtriebigen Jack für sie besonders schwer. "Eine anrührende und überraschende Lektüre, die glückliche Leser hinterlässt" war ein anderer Kommentar, den ich zuvor schon kannte. Das Etikett "anrührend" sollte dranbleiben. Zumindest Sarah rührte mich mit ihrer Einsamkeit und Trauer sehr, wenn ich ihren dauerhaften Gedenkzustand aber auch nicht ganz nachvollziehen kann. Jack dagegen berührte mich kaum; seine Hartnäckigkeit in Ehren, nervte mich der Typ aber mehr als dass ich ihn irgendwie sympathisch fand. Was weder Sarah noch Jack über weite Strecken des Buchs begriffen hatten, war, dass zum Finden einer neuen Heimat der private Kontakt zu den Einheimischen kommen muss. Jack versucht sich lediglich wenig erfolgversprechend im englischen Landadel. Die meisten Dorfbewohner bleiben für beide lange Fremde. Auch, wenn Jack sich mit dem Dorftrinker anfreundet und einige Männer aus dem Dorf beim Bau des Golfplatzes beschäftigt, scheint er sie erst spät als Freunde oder mindestens gute Bekannte zu begreifen. Dabei wird sich herausstellen, dass die Leute von Pursebury Ash den Rosenblums gar nicht böse wollen. "Im Gegensatz zu Mrs. Hintons Schwester konnte Mrs. Rose-in-Bloom nichts für ihre Vergangenheit..." befindet Lavender Basset irgendwann und in Pursebury Ash hätten die Rosenblums viel eher ein echtes Zuhause finden können. Wenn sie gewollt hätten. Aber, wie gesagt, der eine war mit Vergessen beschäftigt, der andere mit Erinnern. Keiner so richtig mit dem Jetzt. Ich bleibe insofern als glückliche Leserin zurück, weil ich zu Ende gelesen habe. Das Buch war flüssig und gut zu lesen, bot immer wieder schöne Beschreibungen der Natur, die Jack und Sarah gleichermaßen liebten, endet rund, versöhnt und herzlich; es bleibt nur dieses kleine "aber", weil es mich nicht allzu sehr vom Hocker gerissen hat.

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    schkokuchen

    schkokuchen

    02. November 2010 um 16:16

    Neues Land neues Glück? wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand von Natascha Solomons ein Buch was zum Nachdenken anregt. Der Jude Jack und Sarah Rosenblum fliehen 1937 aus Berlin vor den Nazis. Mit viel Glück kommen sie im August 1937 in Harwich an Land. Beide sind sie aufgeregt und harren der Dinge die noch auf sie zukommen werden. Jack hat sich vor genommen ein richtiger Engländer zu werden aber kein Lord sondern nur ein Gentleman der Mittelschicht. Dafür benötigt er eine Liste mit speziellen Regeln die er irgendwann abhaken wird und will wenn diese sich erfüllt haben. Seine Frau Sarah ist sehr traurig und kann Ihre Familie nicht los lassen. Sie hat nur Fotos von Ihnen dabei. Ihre Tochter wohnt nicht mehr bei Ihnen. Kommt aber zu Besuch. Mehr nicht. Dessen Schicksal ist ungewiss. Jack bemüht sich anerkannt zu werden, es ist nicht leicht. Aber er schafft es eine Teppichfabrik auf zu bauen. Nach und Nach kann er sich Dinge kaufen und erlauben. Sie wohnen in einer Stadt und es gefällt Ihnen nicht mehr. Da beschließt er auf dem Land ein Haus zu kaufen, ein günstiges Angebot und schon schleppt er seine Sarah nach Dorset aufs Land. Sie ist empört. Das Haus ist in einem schlechten Zustand und muss dringend überholt werden. Besonders der Garten. Jack beschließt einen Golfplatz zu bauen. Aber wie? Und womit? Alleine? Die Dorfbewohner halten ihn für verrückt ein Jude halt. Jack schafft vieles in den 15 Jahren, er kämpft weiter um seine Anerkennung als Engländer. Er schafft es die Ehekrise mit seiner Frau zu überwinden. Er findet gute Freunde die mit Ihm durch Dick und Dünn gehen. Verlierer und Verräter lernt er auch kennen. Zwischendurch wird das Buch langatmig und man gewinnt den Eindruck es handelt sich nur um den Bau von einem Golfplatz. Mit Geduld beim Weiterlesen wird es besser und interessanter. Man gewinnt neue Eindrücke und ein besseres Verständnis für Jack und seine Ideen. Ein harter kampf aber es gibt auch einen glücklichen Gewinner! Man darf nie aufgeben, egal wie dick die Steine auch sein mögen! Ein Buch was sich lohnt zu lesen!

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  • Rezension zu "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons

    Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
    sternthaler75

    sternthaler75

    25. October 2010 um 18:30

    Jack und Sarah müßen aus Deutschland fliehen, weil sie dort nicht mehr sicher sind, denn sie sind Juden. Gemeinsam mit ihrer Tochter kommen sie nach England. Denn Jack ist sich sicher - hier wird er mit seiner Familie sein Glück finden. Doch es ist ein langer, steiniger Weg bis dahin. Jack hat eigens für sein Glück eine Liste, in der der typische Engländer beschrieben wird. Und genau so möchte Jack auch sein - ein typischer Engländer. Er baut sich und seiner Familie mit einer Teppichfabrik eine sichere Zukunft auf, doch zu seinem Glück fehlt ihm noch etwas: Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub. Doch er wird überall abgelehnt. Aber Jack gibt nicht auf, soviel hat er schon geschafft. Also zieht er mit seiner Frau aufs Land, um sich seinen Traum zu erfüllen - er baut sich einen eigenen Golfplatz. Doch da ist noch das berüchtigte Wollschwein von Dorset... Natasha Solomons hat mit ihrem ersten Roman, wie ich finde, ein gelungenes Werk geschaffen. Voller liebevoller Details beschreibt sie das Leben der Rosenblums, ihre Ängste und Sorgen, das Land wieder verlassen zu müßen, oder in der englischen Gesellschaft nicht anerkannt zu werden. Auf ewig ein "Kraut", ein Deutscher zu sein hat in diesem Fall schon etwas tragisches. Besonders emotionsreich wird Sarah, Jacks Ehefrau dargestellt. Anfangs eher im Hintergrund wirkend, taucht sie förmlich aus der Geschichte empor und wirkt auf ihre ganz eigene Weise mit, um das Glück ihres Mannes zu unterstützen. Einerseits sehr traurig, fern der eigentlichen Heimat, fremd in einem neuen Land, aber auch willensstark und hoffnungsvoll stehen die Rosenblums mitten im Leben, und zeigen dem Leser auf ihre Art und Weise, dass es sich lohnt, zu hoffen und zu kämpfen, sich nicht unterkriegen zu lassen, um ans Ziel zu kommen. Und das Glück muß nicht groß sein, es reicht manchmal schon der Duft von Glockenblumen, und das Wissen, dass der andere für einen da ist. Angeregt zu diesem Roman wurde Natasha Solomons von der Erfahrung ihrer Großeltern, die einst selbst in dieses kleine Dorf in England gezogen sind. Eine Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Und auch die Gestaltung dieses Buches ist sehr hübsch geworden, spricht mich auf jeden Fall an.

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