Natasha Walter Living Dolls

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Inhaltsangabe zu „Living Dolls“ von Natasha Walter

Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung wünscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation. Die britische Publizistin Natasha Walter hat viele junge Frauen nach ihrem Selbstverständnis befragt. Die Antworten sind erschreckend. Zwar glauben die meisten Frauen, sie hätten ihr Leben und ihre Sexualität selbstbestimmt im Griff, in Wirklichkeit aber reduzieren sie sich immer mehr auf ihr Äußeres und sehen allein ihre Attraktivität als Schlüssel zum persönlichen Erfolg. Auf dieses Lolita-Schema werden die Mädchen schon in frühen Jahren festgelegt. Es gibt fast nur noch rosa Spielzeug für kleine Mädchen, süße »Prinzessinnen« tragen Miniröcke, hochhackige Schuhe und Lippenstift. Junge intelligente Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten lassen sich in Casting Shows öffentlich demütigen. Natasha Walters kritische Bestandsaufnahme schockiert, rüttelt wach und macht eine Auseinandersetzung mit diesem wieder erstarkenden aggressiven Sexismus unabdingbar.

Der Rückschritt in Form des biologischen Determinismus vereinigt sich mit der Bagatellisierung von Sexismus

— bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Living Dolls" von Natasha Walter

    Living Dolls

    bibliophilist1985

    08. March 2015 um 22:03

    Wie andere Bereiche der positiven Gesellschaftstransformation kam auch der Feminismus in den 70er und 80er Jahren zu einer Hochblüte, die sogar zu vorurteilsfreien und gleichberechtigten Spielkonzepten in der Kindererziehung und einem Abrücken von Klischees, Rollenbildern und Stereotypen führte. Leider muss rückblickend betrachtet von einer ernüchternden bis deprimierenden Bilanz gesprochen werden. Nicht nur, dass sich die Unterdrückung und Verdinglichung des weiblichen Geschlechts in subtilerer und besser zu vermarktender Form in das Bewusstsein der Menschen geschlichen hat. Viel mehr fördern die emsigen Meinungsmacher eine Toleranzentwicklung für Dinge, die früher undenkbar gewesen wäre. Denn um der Sexualisierung von Kindheit und Jugend zur Konditionierung auf angebliche geschlechtsspezifische Verhaltensmuster ein ehrbares Gewand zu geben, wird es als freie und individuelle Entscheidung verkauft. Also soll die neue Form der Gleichberechtigung aus der Farbe Pink, der Salonfähigkeit von Stangentanz und der Verherrlichung oberflächlicher Filmsternchen bestehen. Ungünstig nur, dass die so generös offerierte Berechtigung zu permanenten Modewahn, Schminkfetisch und oberflächlicher Prinzessinenwelt zwar der Traum der narzisstischen Opportunistinnen, dafür aber das Gefängnis von individuellen und kritischen jungen Frauen und Mädchen wird. Wenn promiskuitives und von Jugendwahn geprägtes Denken und Handeln zum Ideal erhoben wird, freuen sich vor allem die Vermarkter von Kleidung, Tand und darauf vorbereitendem Spielzeug. Denn frei über die Köpfe der involvierten Personen hinweg angenommen, nutzt die lebenslängliche und nicht zu gewinnende Hatz auf perfektionierte Oberflächlichkeit und sinnentleertem Innenleben vor allem Handel, Wirtschaft und ewigem Wachstum. Wo käme man mit einer Majorität der Einkaufsasketen hin? Gar in eine Postwachstumsökonomie samt nachhaltiger, verantwortungsbewusster Wirtschaftsweisen. Nicht auszudenken. Also darf ruhig auch Softpornografie durch Werbung, Musik, Film und Fernsehen zusehends als tolerierbar und Zeichen eines modernen Denkens gewertet werden. Denn, und das ist durchaus gewitzt, wer sich darüber brüskiert, gilt automatisch als prüder und unterhaltungsfeindlicher Miesmacher aus vorsintflutlichen Zeiten. Bei echter, harter Pornografie, die noch nicht ganz so verharmlosend dargestellt werden kann, liegt das Problem im schlichten Totschweigen der Tatsache, dass durch die Verbreitung des Internets und Smartphones jedes Kind mit Dingen konfrontiert wird, zu denen früher teils nicht einmal Erwachsene Zugriff hatten. Wie sich das Beziehungsbild dieser Generation definieren wird, das durch Videos voll tiefster Frauenverachtung und gewalttätigen, entmenschlichenden Darbietungen ohne Gefühl geprägt wird, bleibt abzuwarten. Ironischerweise gehörten die neokonservativen, fundamentalistischen Gruppierungen, die auf der anderen Seite Neoliberalismus verherrlichen, zu den schärfsten Kritikern des immer zügelloseren und schnelleren Verfalls der Sitten. Es entspricht ganz ihrem schizophrenen Weltbild, eine Wirtschaftsordnung zu fördern, die derartige Auswüchse verursacht, steigert und bewusst idealisiert, während sie sich über die daraus resultierenden Konsequenzen echauffieren. Es werden von den vielen Studien zu den spezifischen Eigenarten von Männern und Frauen vornehmlich diejenigen, die einseitige und unwissenschaftliche Schlussfolgerungen zulassen, in den Medien groß herausgebracht. Von der überwiegenden Mehrheit der, Geschlechtsunterschiede als unwesentlich bestätigenden, Untersuchungen wird dagegen kaum gesprochen. Für ein Mädchen vom Kleinkind bis zur jungen Frau ist es der Gruppendynamik sei Dank mittlerweile schwer geworden, sich sozial ungeächtet den Trends zu verschließen. Wenn suggeriert wird, dass durch billiges zur Schau stellen und leichtlebige Moral Erfolg und Ansehen garantiert sind, bedarf es beträchtlicher Willensstärke und dem eher raren Glück eines guten Freundeskreises, um der Versuchung des billigen Glanzes zu widerstehen. Ganz abgesehen von den Auswirkungen auf die Beziehungen und späteren Mutterrollen und Vorbildfunktionen dieser jungen Menschen. Wenn das Ziel und unhinterfragbare Ideal eines Gesellschaftssystems darin besteht, nach den phänomenalen Erfolgen der früheren Frauenbewegungen und Gleichberechtigungsinitiativen, den Rückschritt in eine schon anachronistisch gewähnte Blau-Pinkmalerei zu forcieren, anstatt das enorme Potential der Hälfte der Bevölkerung durch Bildung und die Schaffung erstrebenswerter Vorbilder vollends nutzbar zu machen, können Zweifel an der Dünkelhaftigkeit der westlichen Industrienationen und ihrer verlogenen Moral aufkommen.

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  • Living Dolls

    Living Dolls

    Impa

    23. October 2013 um 10:29

    Zu Anfang befindet sich die Autorin in der Spielwarenabteilung eines Kaufhauses. Hier ist sie sehr erschrocken von dem neon rosa, welches ihr aus allen Ecken und Enden entgegen schreit. Die Art und Weise wie schon kleine Mädchen von der Flugzeugindustrie zu kleinen Püppchen gemacht werden sollen schockiert. Die Autorin klärt kurz auf über einige bedeutende Szenen des Feminismus und scheut sich nicht für ihre Recherche tief ins Rotlicht- und die so genannte Glamourmodelingwelt einzutauchen. Sie unterhält sich mit Stripperinnen, Prostituierten und Nacktmodellen und befragt sie zu ihrem Selbstbild und natürlich auch zu ihrem Job. Ein paar sind nicht sehr angetan, schämen sich und wollen raus aus diesem Umfeld, nennen aber auch die Gründe die sie dazu bewegten einen Job in diesem Milieu anzunehmen. Bei einigen war es die Illusion vom schnellen und leicht verdienten Geld. Andere wollten sich ihr Studium finanzieren. Viele sind aufgewacht und sehen der unglamourösen Realität ins Auge. Andere aber finden ihren Job toll und können sich kaum etwas besseres vorstellen. Es ist zum Teil erschreckend was und wie diese Menschen aus ihrem Leben und ihrem Erfahrungsschatz berichten. Aber es sind wichtige Informationen die man für sich selbst nutzen sollte. Egal ob in der Erziehung der eigenen Kinder oder einfach nur im täglichen Umgang miteinander. Mit fortschreitender Lektüre ergibt die zunehmende Anzahl an jungen Frauen die scheinbar jegliches Interesse an Bildung verloren hat langsam Sinn. Es ist wirklich überaus interessant zu lesen wie schon die Kleinsten der Kleinen manipuliert werden. Es werden viele Studien und Untersuchungen angeführt die viele Thesen der Autorin bestätigen. Man merkt direkt, dass es sich hier nicht um irgendwelche haltlosen Behauptungen dreht sondern, dass die Autorin sich wirklich viel Mühe gemacht hat das Thema so neutral wie Möglich zu analysieren und zu recherchieren. Außerdem lernt man ganz nebenbei noch ein bisschen Neurobiologie. Alles in allem kann ich nur der Wertung von "Psychologie Heute" zustimmen: "Ein Kluges und wichtiges Buch."

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  • Ich wollte euch alle, - ganz besonders die Leser ^^ fragen was eur...

    michael_trojan

    Ich wollte euch alle, - ganz besonders die Leser ^^ fragen was eurer Meinung nach wichtig bei einem Buchcover ist. Schaut ihr euch das Cover genau an, und spielt auch die Buch Farbe eine Rolle? Es geht hier nicht um den Inhalt des Buches sondern nur um das "Optische" eines Buches.

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  • Rezension zu "Living Dolls" von Natasha Walter

    Living Dolls

    michael_lehmann-pape

    23. March 2011 um 13:17

    Schönheit ist alles, was zählt? In Amerika ist es bereits Gang und Gäbe, auch in unseren Breitengraden nimmt es zu, dass sich durchaus auch junge Frauen bis jugendliche Mädchen Schönheitsoperationen unterziehen wollen. Ebenso ist der Trend beobachtbar, bereits weibliche Kindern mit Markenmode und High Heels auszustatten. Über die Unsitte amerikanischer Mütter, ganze Wettbewerbe und Modelagenturen mit auf Vamp gebürsteten kleinen Mädchen zu bestücken ganz zu schweigen. Natascha Walter hat dieses Phänomen aufgegriffen und zum Gegenstand einer breiten und äußerst differenzierten Untersuchung gemacht. Mit einer Vielzahl junger Frauen und jugendlicher Mädchen hat sie Interviews geführt und diese dann auf gemeinsame Nenner hin betrachtet. Mit erschreckendem Ergebnis und ebensolchen Äußerungen von Frauen und Mädchen, die Walter zu dem Schluss bringen, dass eine destruktive Erstarkung des Sexismus in vollem Gange ist. Früh beginnt diese Determination von Mädchen bereits. Die Fahrt hinauf in den dritten Stock des Kauhauses beschert der Autorin den Zutritt zu einer umwerfenden rot-rosa Welt inklusive Nagelackstudio und einer Boutique für (natürlich rosa) Accessoires. Sie war auf der Ebene des Spielzeuges für Mädchen gelandet. Im weitere Verlauf des Buches weist Natascha Walter, als Engländerin mit einem Schwerpunkt natürlich auf die Entwicklung in England, minutiös auf, wieweit Mädchen und junge Frauen durch künstliche Bilder weiblicher Schönheit beeinflusst werden. Das perfide an der gegenwärtigen Situation in den Augen der Autorin ist vor allem, dass dies ein nicht immer völlig bewusster Vorgang ist. Denn im Gegensatz zu den äußeren Auffälligkeiten einer eher entblößenden statt bedeckenden Kleidung, eines verschwenderischen Umgangs mit Make up und, wie erwähnt, einer rasanten Zunahme von Schönheitsoperationen, halten die meisten der Frauen sich durchaus für gleichberechtigt und, vor allem, selbstbestimmt. Offenkundig aber stimmt dies nicht, wenn sich eine Vielzahl, wohl der überwiegende Teil moderner, junger Frauen in weiten Teilen ihres Lebens über ihre äußere Erscheinung definieren und diese breit so gewählt wird, dass sie Männern im Sinne einer sexuellen Anziehungskraft gefallen. Sogar alte, eigentlich als überholt geltende Theorien über einen biologischen Determinismus werden gegenwärtig wieder hoffähig, auch wenn die Autorin solche Weltsichten überzeugend wiederlegt. Das Buch entfaltet eine eindrucksvolle Kraft und öffnet in vielen Teilen die Augen über einen zunehmenden und auf alle Bereiche übergreifenden Sexismus, zum Glück ohne dass Natascha Walter im Stile einer Feministin nach überholten Ideologien des letzten Jahrhunderts urteilt. Dennoch kann es nicht im Sinne einer sozialen Entwicklung sein, dass Frauen wiederum wie zu mittelalterlichen Zeiten reinweg als sexuelle Objekte reduziert. „Du sollst aussehen wie eine Puppe“, berichtet eine Prostituierte und stellt damit klar, dass Männer eine solche künstliche Gestaltungsform natürlich kaum mehr als Menschen sehen. Die aktuellen Vorgänge in Italien zeigen im Übrigen eindeutig auf, wie sehr sich solche gegenseitigen Stilisierungen bereits auf das gesamte der sozialen Gemeinschaft auswirken. Da, wo Ministerposten aufgrund entweder der freizügigen Attraktivität oder aufgrund ehemals sexueller Beziehungen zum Ministerpräsidenten des Landes durch eine klar erkennbare und dem Schema des Buches entsprechende Art von Frauen besetzt werden wird der Idee eine politisch kompetenten Regierung geradezu der Garaus gemacht. Natascha Walter ist ein durchaus fundiertes, auf Berichten junger Frauen beruhendes, Buch gelungen, das nicht nur Frauen aufrütteln sollte. Natürlich geht es im Buch nicht darum, fortwährend als Frau in Sack und Asche zu laufen (das macht die Autorin auch nicht), aber eine Selbstreduzierung auf rein äußerliche Attribute von Kindesbeinen an kann weder Frauen noch Männern noch der Gemeinschaft tatsächlich von langfristigem Nutzen sein. Ein interessantes und wichtiges Buch nicht nur für Frauen.

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