Nathacha Appanah

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Alle Bücher von Nathacha Appanah

Der letzte Bruder

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 (6)
Erschienen am 18.02.2009
Blue Bay Palace: Roman aus Mauritius

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Erschienen am 02.05.2014
Blue Bay Palace

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Erschienen am 01.08.2006
The Last Brother

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Erschienen am 03.02.2011

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Rezension zu "Der letzte Bruder" von Nathacha Appanah

Er hiess wie sein Bruder - David
dicketillavor 5 Jahren

Jetzt mit 70 erschien ihm David im Traum,
groß, stark, erwachsen und bildschön.
Er hatte ihn das letzte Mal gesehen, da war er gerade mal 9 Jahre alt,
und David ein Jahr älter. Es heißt man träume vor dem Tod sonderbare Dinge, geht Raj durch den Kopf.

Als sein Sohn ihn besucht, fährt er mit diesem auf den Friedhof von Saint-Martin, und sein Weg führt ihn ans Grab von David.
Das Grab mit dem Davidstern - David Stern 1935-1945.
Und Raj beginnt sich zu erinnern. Er, der einst im Norden des Landes in einem Elendsviertel aufwuchs, wo der Regen zur Bestie wurde, dem bald eine Schlammlawine folgte, der geliebten Fluss seine Brüder in den Tod riss. Der Vater, ihn den schwächsten, eher den Tod gewünscht hätte,
der jähzornige, prügelnde Vater. Sie verlassen das Camp, und der Vater findet eine Anstellung als Gefängniswärter. Die Mutter war der zärtlichste Teil seines Lebens, beschützte , heilte ihn, ansonsten gab es nur Armut, Trostlosigkeit und der Bambusstock des Vaters. Raj erkrankt an dem Verlust seiner Brüder, da entdeckt er hinter den Gefängnismauern, den mageren, schmutzigen Jungen in seinen zu langen schmutzigen Kleidern.
David, den Jungen mit den schönen blonden Locken.
Er weiß nicht wo Prag liegt, und denkt er komme aus einem kleinen Dorf,
da dieser in der Schule nicht auf der Karte zu finden ist.
Alle Gefangenen warten auf das Schiff nach Eretz, doch sie warten schon 4 Jahre lang. Man hatte ihnen die Einreise nach Palästina verwehrt.
Und Raj sieht in David einen neuen Bruder, um den er sich kümmern muss, wie es einst seine Brüder taten.

Zwei Jungen sitzen sich weinend gegenüber, beide einsam, verlassen von denen, die sie liebten. Der eine hinter den Mauern, der andere in seinem Versteck darin. Beide begeben sich auf die Flucht, und dennoch wird es ein ungleicher Wettlauf. Und doch ist es oft David, der Raj Halt gibt, und ihn mit seinem Lebensmut ansteckt. Der Gedanke an “ Der Junge im gestreiften Pyjama” von John Boyne, schleicht sich ein.
Wobei die Geschichte hier viel komplexer ist. Die Handlung wird aus Sicht von Raj erzählt. Wie ihm damals schon das Wort Jude fremd war,
und erst viel später der Sinn und die furchtbare Verfolgung bewusst wird.
Immer mehr öffnet sich der alte Mann Raj, und stellt sich seinen Erinnerungen, um dann zum Ende zu dem Schluss zu kommen,
mit seinem Sohn darüber zu reden, damit auch er sich erinnert.

Begierig folgt man der Geschichte, ist oft den Tränen nah, und dennoch von dieser wunderbare Freundschaft ergriffen, um dann doch das Unabwendbare vor Augen zu haben.

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