Nathan Hill

 4.4 Sterne bei 135 Bewertungen
Autor von Geister, Geister und weiteren Büchern.
Autorenbild von Nathan Hill (©Michael Lionstar/ Quelle: Piper Verlag)

Lebenslauf von Nathan Hill

Nathan Hill wurde 1978 geboren und wuchs im mittleren Westen der USA auf. Eine Zeit lang lebte er außerdem in New England, New York und Chicago. Er arbeitete als Journalist, kümmerte sich um die Website Poets.org an der Academy of American poets und unterrichtete Schreiben an der Florida Gulf Coast University. Heute lehrt er Kreatives Schreiben und Literatur an der University of St. Thomas in St. Paul, Minnesota. "Geister" ist sein Debütroman, der zurzeit in über zwanzig Sprachen übersetzt wird.

Alle Bücher von Nathan Hill

Cover des Buches Geister (ISBN:9783492311984)

Geister

 (111)
Erschienen am 01.12.2017
Cover des Buches Geister (ISBN:B01MS0BARA)

Geister

 (17)
Erschienen am 05.01.2017
Cover des Buches The Nix (ISBN:B01N40FQHB)

The Nix

 (7)
Erschienen am 01.01.1871

Neue Rezensionen zu Nathan Hill

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Rezension zu "Geister" von Nathan Hill

Von Hausgeistern bis zur 68er-Bewegung: Großartig!
katzenminzevor 3 Monaten

Es ist eine Krux mit besonders dicken Büchern: Eben weil sie so dick sind bleiben sie oft lange ungelesen. Wenn man dann aber mal zu einem greift, ist es meistens ein besonders gutes Buch. So war es auch bei Geister.

Als Samuel elf Jahre alt ist, verlässt ihn seine Mutter. Erst Jahre später – er ist mittlerweile Dozent für Literatur – hört er ganz unerwartet wieder von ihr. Sie soll einen populäern konservativen Politiker angegriffen haben und ist an einen außergewöhnlich harten Richter geraten. Warum dieser Angriff? Was steckt hinter den Gerüchten von Prostitution und Radikalität? Und warum ist sie damals überhaupt so plötzlich aus seinem Leben verschwunden? Gezwungenermaßen begibt sich Samuel auf eine Reise in seine und ihre Vergangenheit und kommt langsam den Ereignissen auf die Spur, die ihrer beider Leben so stark geprägt haben.

Besonders gefallen haben mir die Passagen aus Samuels Kindheit mit Bishop und Bethany. Aber auch Pwnage und die Onlinespielewelt von Elfscape oder Laura Pottsdam waren jedes Mal ein kleines Highlight. Hier hat Nathan Hill auf subtile Art großen Humor bewiesen: Lauras Rechtfertigungen vor sich selbst oder ihre Diskussion mit Samuel waren Gold wert. Ebenso Pwnages Besuch im Biosupermarkt und seine zum scheitern verurteilten Lebenspläne. Ich musste des öfteren Schmunzeln, mochte aber auch Hills Art die beide nicht lächerlich zu machen, sondern durch ihre Schwächen eben besonders menschlich.

Was diesen Roman so mitreißend und abwechslungsreich macht, sind die vielen Erzählebenen: Wir lesen über Samuels aktuelles Leben mit all seinen Problemen und Unsicherheiten aber auch über seine Kindheit seine jüngere Vergangenheit. Wir lernen Pwnage kennen und Profigeigerin Bethany. Wir folgen Samuels Mutter Faye in ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre in den 60ern, erleben den krassen Kontrast von propagierter Freier Liebe und der Realität mit verschämten Annäherungsversuchen und einer seltsamen Verklärung des weiblichen Körpers, der unter allen Umständen rein und sauber gehalten werden muss. Wir hören norwegische Mythen von Hausgeistern und bekommen Einblick in die sehr eigene Gedankenwelt einer Collegestudentin. Und wir bekommen einen sehr lebendigen Einblick in die '68er Protestbewegung in Chicago bis zu ihrem gewaltsamen Höhepunkt am Parteitag der Demokraten.

Nathan Hill spielt bei alldem wunderbar mit dem Thema Entscheidungen: War die Entscheidung richtig, die man in einem bestimmten Moment getroffen habe? Und was, wenn ich merke, dass sie falsch war? Auch, wie die Entscheidungen der Eltern oder Großeltern das eigene Leben, ja das große Ganze beeinflussen. Wie weit muss man zurückgehen um etwas in Ordnung zu bringen?

Diese Gedankenspiele passieren ganz nebenbei. Ich war erstaunt wie leichtgängig dieser Roman war, der ja eigentlich einen verlassenen Sohn und seine Mutter zu seinem Hauptthema macht. Aber Hill mischt so viele Themen, so viele Leben, dass einem nie langweilig wird. Mal nachdenklich, mal ironisch, mal traurig, mal lustig führt er durch diese bunte Geschichte über Familie, Verlust, Erwachsenwerden und Vergangenheit. Ein wunderbarer Roman, dessen Figuren ich sehr lieb gewonnen habe und der alle Leser mit einer Vorliebe für weitschweifige amerikanische Familienromane ebenso begeistern dürfte wie mich.

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Rezension zu "Geister" von Nathan Hill

Geister der Vergangenheit
ulrikerabevor 6 Monaten

Samuel Anderson-Andresen ist Collegedozent für Englische Literatur und mit seinem Leben nicht immer ganz im Reinen Doch eines Tages wird sein Leben auf den Kopf gestellt, als er einen Anruf von einem Anwalt erhält. Seine Mutter Faye, die vor 20 Jahren die Familie verlassen hat, wurde als Attentäterin verhaftet, weil sie einen Präsidentschaftskandidaten mit Kieselsteinen beworfen hat.


So entwickelt sich eine wunderbar fabulierte Mutter-Sohn-Geschichte mit großartigen politischen und gesellschaftlichen Einblicken in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart der USA. Samuel, der angeödete Mittdreißiger, der seine intellektuelle Mittelmäßigkeit mit dem Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (Samuel verwendet ja auch keine Abkürzungen) „World of „Elfscape“ betäubt, ist nicht immer sympathisch. Die Skandalgeschichte um seine „Hippie Prostituierten Radikalen Mutter“ soll seine Erfolgsgeschichte werden. Er beginnt sein eigenes Leben aufzurollen, die Lücken der Vergangenheit zu füllen. 

Es sind sehr viele Seiten, die Nathan Hill mit der Vergangenheitsbewältigung Samuel Andersons füllt, ihn über Lebensentscheidungen und –entwürfen räsonieren lässt. Dabei spürt man die unbändige Erzählfreude des Autors. Bei Packer, dem attackierten Präsidentschaftskandidaten erweckt Hill gar nicht zufällige Ähnlichkeiten zu dem derzeitigen Machthaber im Weißen Haus und wirkt nahezu prophetisch. Es sind so manche Sidesteps, die zum Niederknien amüsant sind, so wie sich beispielsweise hinreißend komisch ein ganzes Kapitel um den Plagiatsvorwurf einer Studentin dreht. Doch es ist nicht die betrügerische Laura die einzige Frau, die es Samuel schwer macht. Vor allem ist es seine Mutter, aber auch Bethany, die Zwillingsschwester seines Kindheitsfreundes, die er auch heute noch fast abgöttisch verehrt, elfengleich, unerreicht. 

Es gibt eine Geschichte, die Samuel als Kind von seiner Mutter gehört hat, über den Nix, einen Wassergeist, der Kinder auf seinem Pferd mit nimmt und mit ihnen über eine Klippe springt. 

"Die Dinge, die du am meisten liebst“, sagte sie, „werden dich eines Tages am schlimmsten verletzen.“

Die Geister aus der Vergangenheit wird Samuel so bald nicht los, so wie mich dieses Buch noch länger beschäftigen wird.

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Rezension zu "Geister" von Nathan Hill

Geister
Bibliomaniavor einem Jahr

Nach anfänglicher Skepsis und einigen Schwierigkeiten hat mich diese Geschichte doch noch überzeugt.

Chicago 1988: Samuel ist 11 Jahre alt, als ihn seine Mutter von einen Tag auf den anderen verlässt. Jahre später, er ist mittlerweile  Literaturprofessor,ruft ihn ein Anwalt mit der Bitte an, einen Brief zugunsten seiner Mutter an den Richter zu schreiben. Sofort gerät Samuel in den Strudel der Vergangenheit und möchte herausfinden, was damals wirklich geschah, wer seine Mutter eigentlich ist und wieso zum Henker sie ihn verlassen hat.
Parallel dazu spielen die Geschehnisse im Sommer 1968 in Chicago eine wichtige Rolle und sind ein historisch wahrer Aspekt der Geschichte. Dabei geht es um die Studenten-Proteste, die zu der Zeit in den Medien immer mehr hochkochten.
Samuel selbst hat sich mit seinem unzufriedenen Leben arrangiert und verbringt seine Tage mit einem Online-Computerspiel. Außerdem ist er Schriftsteller, oder wollte es zumindest werden, und sein Literaturagent wartet seit 10 Jahren auf ein Buch, das Samuel nicht schreiben kann. Da kommt ihm dieser Brief, in dem er für seine Mutter bürgen soll, gerade recht.
An der Hochschule läuft es für Samuel nämlich auch nicht gut. Er gerät an eine Studentin, die ziemlich faul ist, permanent betrügt und das nicht einmal einsieht. Die Szenen, die Samuel mit dieser Studentin ausficht, sind dabei besonders komisch und haben mich sehr amüsiert.
Die Geschichte von Samuels Mutter Faye wird nach und nach aufgerollt und ist dabei äußerst interessant. Auch die Kindheit Samuels ist spannend, so dass man durch die Geschichte fliegt und die verschiedenen Zeitebenen eine zusätzliche Spannung bringen.
Am Ende muss Samuel sein eigenes Leben irgendwie retten und alle Ereignisse seines Lebens und des Lebens seiner Mutter kommen zusammen.
Das Buch war wirklich richtig spannend und interessant und ließ sich dabei recht flott weglesen. Der historische Bezug ist gut gelungen und muss wirklich grausam gewesen sein. Kein Wunder, dass Chicago Kopf stand. Ich glaube Nathan Hill ist eine sehr interessante neue Stimme in der Literatur und obwohl ich nicht mehr so häufig Geschichten lese, die in Amerika spielen, hoffe ich doch, dass wir von diesem neuen Autor noch mehr zu lesen bekommen werden.

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Geister (ISBN:undefined)

Wir haben beschlossen in der Insider Top-3-Voting-Challenge zusammen "Geister" von Nathan Hill zu lesen. 

Wir beginnen jetzt und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 2 Lose dafür. 

Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

Viel Spaß uns allen :)
10 Beiträge
Cover des Buches Geister (ISBN:undefined)

Die Geister der Vergangenheit.

"Geister" von Nathan Hill ist das Erfolgs-Debüt des Jahres! Der Roman wird derzeit weltweit diskutiert und mit der Literatur von John Irving, Jonathan Franzen oder Charles Dickens verglichen. Die Ausgangslage des Plots ist brisant: Eine Frau greift den republikanischen Präsidentschaftskandidaten an. Ihr Sohn, der seine Mutter kaum kennt und sie seit Jahren nicht gesehen hat, wird mit der Tat konfrontiert. Wie positioniert er sich zu seiner Mutter und welche Auswirkungen hat das Ereignis auf sein Leben?

Nathan Hill ist mit "Geister" ein großes Familienepos, ein tiefgründiges Psychodrama und ein Gesellschaftsroman der Extraklasse gelungen! Unterhaltsam und psychologisch meisterhaft erzählt, ist dieser fast 900 Seiten schwere Roman ein absolutes Must-Read für alle Literaturbegeisterten! 

Mehr zum Buch:
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

>> Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr zum Autor:
Nathan Hill wurde 1978 geboren und wuchs im mittleren Westen der USA auf. Eine Zeit lang lebte er außerdem in New England, New York und Chicago. Er arbeitete als Journalist, kümmerte sich um die Website Poets.org an der Academy of American poets und unterrichtete Schreiben an der Florida Gulf Coast University. Heute lehrt er Kreatives Schreiben und Literatur an der University of St. Thomas in St. Paul, Minnesota. "Geister" ist sein Debütroman, der zurzeit in über zwanzig Sprachen übersetzt wird.

Gemeinsam mit dem Piper Verlag vergeben wir in dieser Leserunde 22 Exemplare von "Geister" an alle, die sich den Geistern der Vergangenheit stellen möchten.
Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 06.11. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, teilt folgendes Video bei Twitter oder Facebook mit dem Hashtag#beGeistert und fügt den Link zu eurem Posting in euren Bewerbungsbeitrag ein:

###YOUTUBE-ID=Yr8dQMKUgPc###

Wenn ihr dieses Video mindestens 222 mal mit dem Hashtag #beGeistert bei Facebook oder Twitter teilt, steigt die Anzahl der Gewinner von 22 auf 44. Schaffen wir es, das Video 444 mal zu teilen, werden es sogar 66 Bücher, die wir verlosen können! 

Aber das ist noch längst nicht alles! Einige der Exemplare von "Geister" werden wir in einer besonderen Box versenden. 

Wer keine Social-Media-Kanäle hat, beantwortet einfach diese Frage, um sich für ein Exemplar von "Geister" zu bewerben: 

Wurdet ihr schon mal von eurer Vergangenheit eingeholt? Teilt einen Moment mit uns, in dem die Vergangenheit plötzlich Einbruch in euer Leben gefunden hat!

Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und freue mich auf die Leserunde mit euch!

Bitte beachte vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
947 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Henny176vor 3 Jahren
Sorry, dass ich mir mit der Rezi so viel Zeit gelassen habe. https://www.lovelybooks.de/autor/Nathan-Hill/Geister-1283005600-w/rezension/1413524838/ Mich konnte das Buch leider nicht ganz so sehr begeistern, aber ich möchte mich trotzdem recht herzlich für das Buch und die Möglichkeit hier mitzulesen bedanken.

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