Nathan Hill Geister

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Inhaltsangabe zu „Geister“ von Nathan Hill

Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. - Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Eine Familien-Geschichte über die amerikanische Gesellschaft in stürmischen Zeiten - früher und heute

— Lilith79
Lilith79

Ausbaufähiges Debüt. Teils grandios, teils mystisch überfrachtet. Sprachlich hervorragend.

— thursdaynext
thursdaynext

Was für ein Werk!

— Elsa_Rieger
Elsa_Rieger

Ein Werk, das beGEISTERt - komplex, spannend, wuchtig.

— Callso
Callso

Unbedingt lesen!

— wandablue
wandablue

Ein grossartiger Roman und so viel mehr als einfach nur eine gute Geschichte.

— MissRichardParker
MissRichardParker

In diesem Buch steckt so viel: Eine spannende Familien- und Liebesgeschichte, ein anschauliches Gesellschaftsporträt eine wunderschöne Spra

— Sandy3437
Sandy3437

Großer, epischer Gesellschaftsroman, tiefgründig und sehr gut geschrieben. Vielleicht ein bißchen zu lang, aber sehr lesenswert.

— FrolleinJott
FrolleinJott

Umwerfend, berührend, großartig!

— wortgeflumselkritzelkram
wortgeflumselkritzelkram

Ein wunderbares, facettenreiches Buch, welches nicht nur durch die großartigen Figuren zu fesseln versteht

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Ichbinswieder

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 01.03.2017: _Jassi                                           ---  20 Punkte alina_2212_                                ---   0 Punkte !!! AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   46 Punkte BeeLu                                         ---   39 Punkte Bellis-Perennis                          ---  166 Punkte Beust                                          ---   64 Punkte Bibliomania                               ---   63 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  38.5 Punkte (Gesamtpunkte aktualsieren) ChattysBuecherblog                ---   70 Punkte CherryGraphics                     ---   42.5 Punkte Code-between-lines                ---  31 Punkte Eldfaxi                                       ---   37 Punkte Ercimay                                     ---     0 Punkte !!! Farbwirbel                                ---   26 Punkte fasersprosse                            ---     3 Punkte !!! Frenx51                                     ---   29 Punkte glanzente                                  ---   30 Punkte GrOtEsQuE                               ---   41 Punkte hannelore259                          ---   33 Punkte hannipalanni                           ---   55 Punkte Hortensia13                             ---   27 Punkte Igelchen                                    ---     8 Punkte Igelmanu66                              ---   60 Punkte janaka                                       ---   56 Punkte jasaju2012                               ---     8 Punkte !!! jenvo82                                    ---   32 Punkte kalestra                                    ---   23 Punkte katha_strophe                        ---   39 Punkte kathi_liebt_buecher               ---     2 Punkte !!! 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    • 1330
  • Eine Familien-Geschichte über die amerikanische Gesellschaft in stürmischen Zeiten - früher und heut

    Geister
    Lilith79

    Lilith79

    26. February 2017 um 00:01

    "Geister" von Nathan Hill ist ein amerikanischer Gesellschafts- und Familienroman, der perfekt in die heutige Zeit passt. Der Hauptdarsteller des Buches ist Samuel, ein ziemlich erfolgloser Literaturprofessor, der eigentlich mal davon geträumt hat, ein großer Schriftsteller zu werden. Unmotiviert verbringt er im Jahr 2011 fast sein ganzes Berufsleben heimlich in dem Online-Rollenspiel "Elfscape" (das sicher nicht nur entfernt an World of Warcraft erinnern soll) als er überraschend den Anruf eines Anwalts erhält. Seine Mutter, die ihn schon in seiner frühesten Kindheit verlassen hat wurde verhaftet weil sie einen Anschlag auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten verübt hat (der zwar nicht an Donald Trump, aber durchaus an den nicht minder abschreckenden Mike Pence erinnert). Der Anschlag bestand zwar nur daraus bei einer Kundgebung in einem Park ein paar Kieselsteine auf den Kandidaten zu werfen (von dem einer immerhin im Auge landete), trotzdem gilt Samuels Mutter Faye nun als linke Radikal-Terroristin und ist in aller Munde. Samuel soll nun im Auftrag des Anwalts einen Brief für sie verfassen, der vor Gericht zu ihren Gunsten sprechen soll, eine Idee von der Samuel gar nichts hält, denn er hat seiner Mutter nie verziehen ihn verlassen zu haben. Trotzdem lässt er sich auf ein Treffen mit ihr ein. So die interessante Prämisse des Romans. Was daraus erfolgt ist einerseits eine tiefgründige Familiengeschichte über die Aufarbeitung von Verletzungen der Vergangenheit, andererseits eine ironisch und messerscharf pointierte Aufbereitung der amerikanischen Gesellschaft. Besonders interessant daran ist dass der Roman primär auf zwei Zeitebenen spielt, einerseits im fiktiven Jahr 2011. Andererseits wird Fayes Studentenzeit geschildert, im dramatischen Jahr 1968 in Chicago, in der Zeit der Studentenproteste gegen Vietnam, kurz vor Nixons Wahl zum Präsidenten. Dabei hat mich besonders beeindruckt wie in mancher Hinsicht diese Zeit der heutigen unruhigen Zeit zu ähneln scheint, eine aufgeheizte Gesellschaft, die in mehrere Lager gespalten ist, eine schwierige Weltlage, die Wahl eines Präsidenten, die wie eine Zäsur wirkte (und ein dramatisches und unrühmliches Ende nahm). Vielleicht kann einem das in der heutigen Zeit etwas Hoffnung geben, denn damals sah für viele Leute die Welt vermutlich ziemlich aus den Fugen geraten aus und danach ging es mit den USA auch weiter und es kamen wieder ruhigere Zeiten. Der Roman hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn er sicher kein Buch ist, das man schnell mal nebenher liest. Die Sprache ist absolut bemerkenswert und grandios, humorvoll, gestochen scharf, ohne mühsam zu wirken. Der Roman hat viele Handlungsstränge, die nicht unbedingt immer viel miteinander zu tun haben, er reißt viele Themen an, ist nicht unbedingt linear und vermischt Familiengeschichte und Gesellschaftskritik und  hat mit über 800 Seiten auch eine stolze Länge. Das ist genau die Art Buch, die ich liebe, aber sicherlich nichts für Menschen, die auf Dynamik und klare Handlungen Wert legen und keine "dicken Wälzer" mögen. Für mich als Erstlingswerk eines Autors absolut herausragend und ich werde Nathan Hill sicherlich als Autor im Auge behalten und hoffe, dass da noch viel mehr kommt.  

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  • Ich bin geplättet

    Geister
    Elsa_Rieger

    Elsa_Rieger

    20. February 2017 um 11:20

    Geplättet und erschlagen von der Fülle dieses epischen Romans stehe ich nun hier. Wie macht das der Hill nur? Er hält sich an keinerlei literarische Regeln, hüpft von einer Perspektive zur anderen, ohne dass es stört. Hautnah erzählt er, modern erzählt er, politisch erzählt er, von der Cyberwelt, der Literatur, dem Campus damals und heute und von Samuels Mutter, seiner Kindheit, seiner Tragik. Ein großartiger Roman unserer Zeit. Seit Langem das Beste, was ich gelesen habe.  

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  • Ein mächtiges Werk mit viel Genialität

    Geister
    Callso

    Callso

    12. February 2017 um 07:44

    "...wenn Worte meine Sprache wären.." Diese Songzeile fiel mir ein, kurz nachdem ich dieses mächtige Werk beendet habe. Auch am Tag danach bin ich ordentlich beeindruckt von diesem 860-Seiten-Roman. Komplex, spanned, wuchtig - mit viel, viel Genialität versetzt! Nathan Hill hat eine bombastische Geschichte abgeliefert, ich kann mich zahlreichen Kritikern und Fans nur anschließen: unbedingt lesen! Warum verlässt eine Mutter ihren Mann und den 11-jährigen Sohn urplötzlich? Und warum attackiert diese Mutter viele Jahre später einen hochrangigen Politiker mit Kieselsteinen? Der Roman startet mit zwei großen Fragen und der Sohn Samuel versucht verzweifelt Antworten auf diese Fragestellungen zu finden. Dabei ist Samuel als junger Literaturdozent auch nur wenig erfolgreich und nur bedingt glücklich. Neben der feinen Geschichte zeichnet dieses Buch eben auch die sehr starken Persönlichkeiten und ihre eigenen Geschichten aus. Hill gibt diesen Menschen sehr viel Raum, um ihre Unzulänglichkeiten und ihre Beweggründe aufzuzeigen. Bethany, die hochbegabte und hübsche Musikerin, die so kühl und distanziert agiert. Der süchtige Online Gamer Pwnage, der mit sich und seinem Leben in der realen Welt fremdelt und ziellos daherspielt. Richter Charlie Brown, der skrupellos und unmenschlich nach Rache giert. Bishop Fall, ein junger Mann, der als Rebell und Persönlichkeit reift. Die Studentin Laura Potsdam, die ebenso faul, hinterhältig wie ausgebufft ist. Alice, die umtriebige Studentin, die sich sexuell austobt und dann doch in einer Sackgasse steckt. Sie alle geben dem Buch viel Würze und viel Nährstoff. Vor allen Dingen ist es aber die Geschichte von dem bisweilen introvertierten Samuel, der Liebe, Anerkennung und Wahrheiten sucht. Seine Mutter Faye flieht gleich vor mehreren Situationen - und was hat das alles mit den Geistern auf sich? Das Buch ist so vielschichtig, so gut, so komplex und so herausragend stark geschrieben. Sehr wortreich, sehr  ausformulert, wie der US-Amerikaner Nathan Hill sich hier ausgetobt hat. Sicherlich kommen bei der Seitenzahl auch zwei bis dreimal kleinere Längen auf. Doch trotz der Komplexität bleiben für mich nach der Beendigung noch einige Fragen offen. "Geister" ist auch ein politisches Buch, das uns und unserer Gesellschaft einen brüchigen. dreckigen und nachdenklichen Spiegel vorhält. Und ein letztes Kompliment sei gestattet, die einzelnen Abschnitte enden bisweilen mit Cliffhangern und Fragezeichen, die eine unglaubliche Qualität besitzen. Ein Buch das beGEISTERt - insofern ist dieses Werk ein Muss für Freunde von guter Literatur - in vier fünf Jahren werde ich das Buch aus meinen Bücherregal herausholen und erneut lesen - versprochen...

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    • 2
  • Geister

    Geister
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    11. February 2017 um 11:37

    Manchmal sehe ich ein Buch und weiß sofort, ohne auch nur einen Blick auf den Klappentext zu werfen, dass ich es lesen muss. Geister von Nathan Hill ist ein solches Buch, bei dem ein einziger Blick auf das Cover gereicht hat, mich zu verlieben. Geister ist eines dieser Bücher, bei denen es gar nicht so sehr um den Inhalt geht. Und der ist auch eigentlich viel zu komplex, um ihn zusammenzufassen. Hier werden so viele Themen angeschnitten und vertieft, so viele Aspekte des Lebens und der Geschichte beleuchtet, über so viele Jahrzehnte erzählt. Die Geschichte erstreckt sich von 1968 bis 2011 und immer wieder geht es um den Literaturprofessor Samuel und seine Mutter, zu der er 20 Jahre lang keinen Kontakt hatte, aber auch um viele andere Menschen und ihre Schicksale. "Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst, [...], sich ein paar wichtige Dinge aufgeschrieben. Vielleicht hätte er sich auch anders verhalten, anderes gesagt, wäre ein anderer Mensch gewesen. Vielleicht ein Kind, für das es sich gelohnt hätte zu bleiben." (Seite 11) Im Vordergrund stehen keinesfalls die historischen Ereignisse wie die Chicagoer Aufstände oder Occupy Wall Street, sondern die Menschen. Und vermutlich ist es genau das, was mich an Geister so fasziniert hat. Die Tiefe mit der Nathan Hill seine Figuren gezeichnet hat, ihre Authenzität und Vielschichtigkeit. Bevor man also versucht, Geister thematisch in eine Schublade zu stecken und herauszufinden, worum es eigentlich geht, kann man wohl am besten sagen: es geht um die Menschen, ihre Geschichten und ihre Beweggründe und die Entscheidungen, die sie treffen. Nathan Hills Schreibstil ist ruhig, angenehm, manchmal vielleicht ein bisschen träge. Dass der Roman über 860 Seiten umfasst, habe ich beim Lesen aber nicht gemerkt, im Gegenteil, ich war überrascht, wie schnell ich ihn ausgelesen hatte. Ich habe schon länger keinen amerikanischen Gesellschaftsroman mehr gelesen und ich kann mich nicht erinnern, jemals einen gelesen zu haben, der mir so gut gefallen hat und den ich so verschlungen habe. Geister ist ein beeindruckendes Debüt und ich bin sehr gespannt, was und worüber Nathan Hill als nächstes schreiben wird. Lesen werde ich es in jedem Fall. (c) Books and Biscuit

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  • A choice is a choice is a choice

    Geister
    wandablue

    wandablue

    04. February 2017 um 22:58

    A choice is a choice is a choice. Nathan Hill erzählt in „Geister“, die Geschichten einer Vielzahl von Personen. Dabei geht es, wie meist, um die Vergangenheit, beziehungweise darum, wie die Vergangenheit die Gegenwart berührt und wie gegenwärtiges Leben das Resultat früherer Entscheidungen ist. Der Autor stellt die Geschehnisse auf zwei Zeitebenen dar, ein Zeitstrang spielt 2011, einer im Jahr 1968. Einer Spindel gleich umdreht er das Zentrum seiner Geschichte, ständig wechselt dem ortstreuen Leser das entworfene Bild, es ist als ob er von einem Fixpunkt aus, einen sich immerfort, langsam, fast unmerklich drehenden Planeten beobachtet, so sieht er immer einen neuen Ausschnitt derselben Geschichte. Man fragt sich als Leser nämlich oft, wie bin ich dahin gekommen, zu der Geschichte jetzt dieser neuen Person? Der Planet hat sich weitergedreht, so ist er dahingekommen. Der Autor nimmt sich Zeit. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Doch er hat es gewagt, zu erzählen, und nicht atemlose Action an Action zu reihen, was der Lesekonsument in der schnelllebigen Moderne fast zwingend verlangt. Er hat Hauptpersonen und Nebenfiguren geschaffen, die nur ein kleines Stückchen roten Fadens in der Hand halten, aber dennoch uns fast ihr gesamtes Leben erzählen und nicht viel weniger Raum einnehmen. Es dauert deshalb geraume Zeit, bis die Leserschaft überhaupt bemerkt, wer die Hauptpersonen eigentlich sind und worin die Geschichte überhaupt besteht. Geht es um einen Mutter-Sohn-Konflikt, wie es eine Rezensentin schreibt? Das ist eine der Komponenten des Buches. Geht es um eine Liebesgeschichte? Das ist eine der Komponenten des Buches. Geht es um Selbstverwirklichung? Das ist eine der Komponenten des Buches. Geht es um Suchtkrankheit? Das ist eine der Komponenten des Buches. Geht es um die Abbildung modernen Lebens? Das ist eine der Komponenten des Buches. Geht es um Gesellschaftskritik? Das ist eine der Komponenten des Buches. Und dabei nicht die schlechteste. Mit so vielen herrlichen Seitenhieben! manchmal in einem Nebensatz: Da haste! Und manchmal in seitenlanger Abhandlung. Ich liebte jeden einzelnen davon! Der Autor beweist Esprit, beherrscht die Persiflage. Ach, es geht um so Vieles. Um Lebensweisheit. Ums Gelingen, aber mehr noch ums Scheitern. Um Aberglauben und Wahrheit, um Heimat und Verlassenheit. Um Einsamkeit und um Freundschaft. Und um Verrat. Das Buch hat sogannte Längen. Aber nur deshalb, weil es sich der Autor leistet, seinen Nebenfiguren Raum zu geben und ihnen ein Leben zu verschaffen. Da sind so viele Details in seinem Roman! Die sind ganz große Klasse. In diesen Längen habe ich mich nicht gelangweilt, sondern oft gelacht und wenn nicht gelacht, dann geschmunzelt, mich gewundert oder einfach gesagt: So ist es! Und zum Schluß blieb mir der Mund offen stehen. Das schafft ein Autor ganz selten. Was habe ich jetzt über den Inhalt verraten? Nichts. Und so soll es auch bleiben, denn ich will niemandem den Spaß am Entdecken verderben (wie andere). "Geister" ist momentan der angesagteste Roman auf Erden. Und das zu Recht! Er ist sehr hübsch, sehr hipp, weise und lang! Ja, lang ist er! Hill beobachtet unsere moderne Welt sehr genau und ist kreativ bis unter die Haarspitzen. Das Ende macht „Ah“ und ist großes Kino! Fazit: Treffen Sie eine gute Wahl und lesen Sie "Geister" von Nathan Hill! Kategorie: Super gute UnterhaltungVerlag: Piper, 2016

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    • 7
  • Leserunde zu "Die rote Löwin" von Thomas Ziebula

    Die rote Löwin
    ThomasZ

    ThomasZ

    Liebe Leseratten und Leserättinen! Euch allen ein glückliches Jahr 2017! Buchmäßig fängt es ziemlich gut an, denn am 13. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Rote Löwin“. Heute lade ich Euch zu einer Leserunde mit mir und meinem Buch ein. Die Geschichte in wenigen Sätzen: Anno 1205. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Rubina und ihr Bruder Waldemar auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machtgierigen Domdekans Laurenz. Der erkennt in Rubina – „Runja“ – die einmalige Gelegenheit, den Gelehrten Pirmin auszuschalten, seinen Rivalen um das Bischofsamt. Runja hat nämlich verblüffende Ähnlichkeit mit dessen verstorbener Frau. Mit ihrem Bruder als Druckmittel, zwingt Laurenz die junge Frau in den Orden der Vollstrecker, wo der Schwarze Abt Dagomar sie zur Mörderin ausbildet. Doch das Schicksal will es, dass Runja sich in Pirmin verliebt … Vorweg eine Warnung an alle besonders zart besaiteten unter Euch: „Die rote Löwin“ ist ein Thriller und es geht alles andere als friedlich und idyllisch zu in dieser Geschichte. Eine Leseprobe findet Ihr bei Amazon: https://www.amazon.de/Die-rote-L%C3%B6win-Historischer-Roman/dp/3404174763/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1483282238&sr=1-1&keywords=die+rote+l%C3%B6win#reader_3404174763 und demnächst auch auf meiner website http://www.thomas-ziebula.de/ Die Bewerbungsphase dauert bis zum 13. Januar. Mein großzügiger Verlag spendiert 25 Bücher. Ich wünsche mir Leserundenteilnehmer, die bereit sind, ihre Leseerfahrung mit der „roten Löwin“ aufzuschreiben und außer auf LB auch auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen. Ich grüße Euch herzlich und bin gespannt auf Eure Bewerbungen. Thomas Ziebula

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    • 398
    Floh

    Floh

    03. February 2017 um 08:38
    ThomasZ schreibt Und dann wollt Ihr wissen, welche Stile ich gerne lese. Ich will nicht sagen, dass ich ein literarischer Allesfresser bin, aber in formaler Hinsicht schon. Ich liebe die epische Breite eines John ...

    Danke, Danke für die umfangreiche Antwort auf unsere neugierigen Fragen. "Diestelfink" MUSS ich auch unbedingt noch lesen. Ich höre so viel Gutes zum Buch und handwerk der Autorin. "Stoner" von ...

  • Mitreissend, grossartig, überzeugend!

    Geister
    MissRichardParker

    MissRichardParker

    01. February 2017 um 13:51

    Der Literaturprofessor Samuel ist als Kind von seiner Mutter verlassen worden und hat das nie richtig überwunden. Als er einen Anruf von einer Anwaltskanzlei erhält, in dem es um seine Mutter geht ist er alles andere als begeistert. Er will die Geister der Vergangenheit doch einfach nur ruhen lassen. Doch seine Mutter steckt tief in der Klemme und Samuel hat doch noch viel zu viele offene Fragen die ihn innerlich auffressen. Also trifft er seine Mutter und erfährt so viel mehr als er je erahnt hätte... Nachdem ich all die begeisterten Kommentare über dieses Buch gelesen habe, hat es mich umso neugieriger gemacht.  Ich wurde kein bisschen enttäuscht. Dieses Buch ist wirklich grossartig! Die vielen kleinen Geschichten die eine grosse ergeben. Der flüssige und bildhafte Schreibstil, die wunderbar beschriebenen Figuren...  Eine absolute Leseempfehlung, hier wird man stundenlang unterhalten vom feinsten! 

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  • Geister der Vergangenheit

    Geister
    Galladan

    Galladan

    01. February 2017 um 10:53

    Geister von Nathan Hill, erschienen im Piper Verlag am 4. Oktober Eigentlich hat der Literaturprofessors Samuel Anderson ein sehr bequemes Leben. Er arbeitet tageweise an einer Uni und eigentlich ist es ziemlich egal ob seine Schüler etwas bei ihm lernen oder nicht. Die Abende verbringt er mit einem Internetspiel welches er gerne und ausgiebig an seinem Arbeitsplatz spielt. Bessere Internetverbindung. Das Leben könnte so schön sein, wenn nicht eines Tages der Anwalt seiner Mutter, eine Frau die ihn als Kind verlassen hat, ihn anruft und ihn auffordert, sich für seine Mutter bei einem Richter einzusetzen da sie einen Politiker mit Steinen beworfen hat. Samuels Interesse daran sich nun mit der Frau zu beschäftigen, die ihn einfach allein gelassen hat steigt erst, als sein Verleger einen Vorschuss für ein nicht geschriebenes Buch zurückfordert, oder er sich bereit erklärt zeitnah ein Buch über das Leben seiner Mutter zu schreiben. Ihre Attacke ist gefilmt worden und sie ist ein YouTube Hit. Nathan Hill nimmt uns mit in das amerikanische Leben 2011 und 1968. Die meiste Zeit halten wir uns dabei in Chicago auf, aber wir suchen auch nach Wurzeln im ländlichen Bereich und in Norwegen. Nathan Hill beschreibt die Stimmung in Chicago Monate nach den schwarzen Aufständen die der Ermordung Martin Luther King folgten. Wir sind bei den weisen Gegnern des Vietnamkrieges und korrupten Politikern die aus allem einen Gewinn für sich schlagen wollen. Egal ob man einen Charakter in diesem Buch mag oder nicht, jeder trumpft mit einer sehr komplexen Persönlichkeit und Geschichte auf und am Ende hat man eine wunderbare Geschichte gelesen, die nicht wirklich spannungsreich ist, aber die einen neugierig macht und man nicht unbedingt für alles Verständnis hat, aber eigentlich sehr vieles versteht. Hill zeichnet eine Gesellschaft die zerfällt, die nicht miteinander redet, die versucht sich gegenseitig auszuspielen und jeder versucht die Ellbogen einzusetzen. Erfreulich ist der Sprachstil und die fast poetische Beschreibung von Nathan Hill, der abrechnet mit der angeblich so freizügigen 68er Generation, die genau so unsicher und verklemmt gewesen ist wie jede Generation vorher und nachher.  

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  • Wuchtig, spannend, erschreckend aktuell

    Geister
    Silkchen2909

    Silkchen2909

    31. January 2017 um 12:45

    Rezension - Geister von Nathan Hill​, erschienen bei Piper Verlag​ ***** Was für ein Buch, was für eine wilde Reise für den Leser. Nach 856 Seiten bin ich angekommen und habe mich keine Zeile, kein Wort über gelangweilt. Niemand sollte sich von der Länge des Buchs vom Lesen abhalten lassen. Nathan Hill erzählt die Geschichte von Literaturprofessor und Autor Samuel, dessen Mutter ihn als Kind verlassen hat und nun, mehr als zwanzig Jahre später, zweifelhaften Ruhm erlangt, weil sie einen Politiker tätlich angegriffen hat. Samuel beginnt, auf massiven Druck seines Verlegers, ein Buch über seine ihm unbekannte Mutter zu schreiben. Dabei kommen Wahrheiten ans Licht, mit denen weder Samuel noch die Leser rechnen. Jeder auftauchende Charakter bekommt vom allwissenden Erzähler den Raum, seine Geschichte, seine Gedanken und seine Motivationen. Nicht nur, dass jeder Charakter bis in den letzten Gedanken ausgearbeitet ist, viele machen sich auf ihre ganz eigene Heldenreise. Sogar die, die man nicht als Helden sieht. Es gibt Wendungen, die so nicht erahnbar sind und immer wieder ein Wechselbad der Gefühle in einer Taktung, die einen zuweilen atemlos werden lässt. Das Buch ist mehr als eine Familiengeschichte, mehr als ein Sozialdrama und mehr als alles, was ich in den letzten Monaten gelesen habe. Acht Jahre hat der Autor an dem Buch gearbeitet, aber vergleicht man den die aktuellen Ereignisse in den USA mit den politischen Aspekten des Buchs, hat es eine erschreckende Aktualität. "Geister" ist mein Buch des Monats und hat jetzt schon einen Platz in meinem Herzen sicher. Ich habe jede Minute des Lesens genossen.

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    • 2
  • Ein mitreißender Familienroman

    Geister
    Hexchen123

    Hexchen123

    31. January 2017 um 12:14

    Samuel Anderson, ein Literaturprofessor, ist vor über 20 Jahren von seiner Mutter verlassen worden. Bis heute stellt er sich die Frage nach dem Wieso und Warum und gibt sich selbst oft die Schuld daran. Doch dann erhält er einen Anruf einer Anwaltskanzlei und dieser Anfruf wird sein Leben schlagartig verändern. Er soll für seine Mutter bürgen, welche einen Angriff auf einen Präsidentschaftskanditaten ausgeübt haben soll. Und dann geht sie los, die Suche nach der Wahrheit und das Finden von Antworten. Nathan Hill hat mit „Geister“ einen Klasse Debütroman niedergeschrieben. Obwohl die Geschichte fast 900 Seiten stark ist, lohnt es sich sie zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig, nur manchmal ein wenig ausschweifend. Hier hätte ich mir manchmal eine weniger detailgetreue Formulierung gewünscht. Der Roman spielt in verschiedenen Zeitepochen und geht zurück bis ins Jahr 1968 zu den Studentenaufständen in Chicago und endet im Jahr 2011. Ein Familienroman, welcher mit vielen Verwicklungen und überraschenden Wendungen punkten kann. Als Leser ist man immer wieder überrascht, was sich Nathan Hill hat einfallen lassen und wie geschmeidig sich die gesponnenen Fäden am Ende zusammenführen lassen. Die dargestellten Charaktere sind allesamt glaubwürdig und einzigartig und ich habe ihnen jede Handlung abgenommen. Egal ob das eine Studentin war, welche sich mit Lug und Trug durch ihr Studium geschlichen hat, oder ein Freak, welcher sich nur mit Games den ganzen Tag über Wasser gehalten hat oder ein Polizist, der von der Liebe eine ganz andere Vorstellung hatte. Nun und natürlich auch Samuel und seine Mutter. Doch so unterschiedlich die Protagonisten auch sind, eines haben sie gemeinsam. Sie alle müssten eine Entscheidung in ihrem Leben treffen und die kann richtig oder falsch sein. Zu welchen Umständen die falschen Entscheidungen führen können, zeigt uns Hill hier ganz deutlich und berührt damit auch den Leser auf einer Ebene, welche zum Nachdenken anregt. Fazit Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die ausdrucksstarken Worte und die unterschiedlichen Charaktere in verschiedenen Zeiten halten das Level ganz weit oben. Lediglich die Langatmigkeit mancher Passagen hätte ich mir kürzer gewünscht. Ein lesenswertes Buch über Familie, Liebe, Hoffnung und Verrat welches sich definitiv zu lesen lohnt.

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  • Ein Wahnsinnsbuch!!!

    Geister
    wortgeflumselkritzelkram

    wortgeflumselkritzelkram

    26. January 2017 um 09:02

    "Geister" von Nathan Hill ist 2016 im Pieper Verlag erschienen.Zum Inhalt laut Verlagshomepage: Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. – Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street. Über den Autor: Nathan Hill ist 38 und lebt in Chicago und St. Paul, Minnesota, wo er an der University of St Thomas Englische Literatur unterrichtet. Seine Erzählungen erschienen in zahlreichen Magazinen und Zeitungen, sie waren nominiert für den Pushcart und den Barthelme Preis. »Geister« ist sein erster Roman und wird derzeit in über zwanzig Sprachen übersetzt. Es fällt mir unglaublich schwer, einen Beitrag zu diesem Buch zu schreiben. Einfach, weil es so vielschichtig und komplex und dabei so unfassbar gut geschrieben ist. Insofern schreibe ich jetzt einfach mal drauf los – alles, was mir so zu dem Buch einfällt ….. Erzählt wird dieses Buch in verschiedenen Zeitebenen, beginnend im Jahr 2011 und mit Rückblenden in das Jahr 1968 sowie 1988. Da diese Abschnitte immer gut gekennzeichnet sind, kommt man jedoch überhaupt nicht durcheinander. Und all die ganzen verschiedenen Personen und Fäden der Geschichte fügen sich am Ende zu einem großen Ganzen, das mich nochmal überrascht und sehr mitgenommen hat. Samuel lebt das typische Leben eines alleinstehenden Professors, der sich mit seinem Leben irgendwie arrangiert hat. Glücklich ist er nicht. Er ist durch die Tatsache geprägt, dass seine Mutter ihn als Kind verlassen hat und dies zieht sich auch durch das Buch wie ein roter Faden. Immer wieder kommt er zu der Frage nach dem Warum zurück. „“Ich brauche eine Antwort“, sagte Samuel. „Du weißt nicht, wie sehr ich eine Antwort brauche. Ich muss wissen, was passiert ist.“ (Seite 243) Und so reisen wir mit Samuel und seiner Mutter Faye immer wieder zurück in die Vergangenheit und erfahren Stück für Stück, warum Faye damals gegangen ist und was in Folge mit ihr und Samuel so alles passiert. Das ist nicht immer einfach und teilweise wirklich harte Kost, unterstützt durch eine wirklich spannende und dichte Atmosphäre. So tauchen Samuels ehemaliger bester (und einziger) Freund und deren Zwillingsschwester auf, die für den weiteren Verlauf eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Und immer wieder werden Samuel Entscheidungen abverlangt, die er mit einem „Du-musst-dich-entscheiden“-Abenteuerbuch vergleicht (wenn du dich für das entscheidest, dann blättere weiter zu Seite xy…) . Nur dass Samuel bald merkt, dass er im wirklichen Leben die Seiten nicht zurück blättern und seine Entscheidungen neu treffen kann. Auch Faye muss Entscheidungen treffen, die für den Rest ihres Lebens eine Rolle spielen werden. Und mit denen sie immer wieder hadert, sie hinterfragt und verzweifelt. Aber auch gesellschaftliche Themen werden immer wieder angesprochen: Da ist die USA im Jahr 1968 mit den Studentenbewegungen, auf die ein Hauptaugenmerk gelegt wird. Da dies fast mein Geburtsjahr ist, fand ich das gerade spannend, etwas darüber lesen zu können. Aber auch das Jahr 2011 und v. a. der höchst konservative Präsidentschaftskandidat schaffen ungeplante Parallelen zum heutigen Stand. Faszinierend fand ich gerade zu Beginn des Buches die Beschreibung der Presse: Wie es möglich ist, aus einem kleinen Ereignis einen Zustand zu inszenieren, der der Realität in keinster Weise mehr gerecht wird. „Wie kann eine einzelne Schlagzeile all diese erstaunlichen Einzelheiten aufnehmen? Radikale Hippie-Prostituierte und Lehrerin trifft bei bösartigem Angriff Gouverneur Packers Auge!“ (Seite 25) Hill schreibt in einfachen, beschreibenden Sätzen. Jede Person wird lebendig und mir nahe gebracht. Ich fühlte mich, als würde ich von oben auf das Geschehen blicken und trotzdem mittendrin im Erleben und Mitfühlen sein. Und das fand ich unglaublich ergreifend. Und was ich unbedingt erwähnen möchte: Der Autor schafft es, einen einzigen Satz über ein ganzes Kapitel fortzuführen (S. 652 bis S. 668). Ich habe es mehrfach kontrolliert. Dieses Buch hat mich beschäftigt, umgehauen, nachdenklich, traurig, sprachlos gemacht. Und diesmal war ich keine Bücherverschlingerin, sondern habe tatsächlich fast zwei Wochen an diesem Buch gelesen, zurück geblättert, nachgedacht. Und auch an diesem Beitrag sitze ich jetzt den dritten Tag. Dieses Buch passt in keine Schublade, einfach weil es so unendlich viele Themen anspricht und so vielschichtig ist. Dieses Erstlingswerk dürfte den Autoren gewaltig unter Druck setzen – wie soll er ähnliches oder vergleichbares erneut schaffen? Mich hat Hill mit „Geister“ absolut überzeugt! Und es erfüllt und berührt mich immer noch! Und es ist tatsächlich eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe! Und folgenden Satz fand ich bezeichnend und wegweisend für das ganze Buch: „Manchmal sind wir so sehr in unserer eigenen Geschichte verfangen, dass wir unsere Rolle in der Geschichte eines anderen nicht sehen.“ (Seite 856)

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  • Großartig!

    Geister
    Sandy3437

    Sandy3437

    25. January 2017 um 13:23

    In diesem Buch steckt so viel: Eine spannende Familien- und Liebesgeschichte, ein anschauliches Gesellschaftsporträt, eine wunderschöne Sprache und sehr viel Gefühl. Kaum zu glauben, dass dies ein Debütroman ist. Hoffentlich hören wir bald mehr von Nathan Hill!

  • LovelyBooks Challenge Buchpreise 2017

    Widerfahrnis
    Ginevra

    Ginevra

    Challenge Buchpreise Liebe Lovelybookerinnen und Lovelybooker, lest auch Ihr gerne anspruchsvolle, womöglich sogar preisgekrönte Bücher? Interessiert Ihr Euch für die Long- und Shortlists diverser Buchpreise? Habt Ihr Lust, gemeinsam unterschiedliche Literatur- Preisträger kennenzulernen und sich hier darüber auszutauschen? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für Dich! Hier die Regeln: Es gelten Bücher, die mindestens einmal auf einer Long- oder Shortlist für einen renommierten Buchpreis aufgetaucht sind, oder diesen sogar gewonnen haben.  Bei Preisen für das Gesamtwerk eines Künstlers/ einer Künstlerin gilt jedes Buch aus dem Gesamtwerk, auch nach der Preisverleihung erschienene Werke. Ganz wichtig: das Erscheinungsjahr ist dabei egal!  Hier werden einige Buchpreise vorgeschlagen, aber da es beinahe unzählige gibt, wird es Unterrubriken nach Genre geben. Es ist dabei egal, wieviele Bücher pro Liste gelesen werden. Wichtig ist in erster Linie der Austausch – und der Spass! Du darfst Dir ein persönliches Ziel setzen: 5, 10, 15 oder 20 Bücher! Wie funktioniert es praktisch? 1. Melde dich bitte mit einem Sammelbeitrag unter der entsprechenden Rubrik an! Der Sammelbeitrag wird in der Teilnehmerliste verlinkt, so dass Du ihn schnell wiederfindest. 2. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich natürlich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. 3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und poste den link dazu in Deinem Sammelbeitrag. 4. Bitte beachten: Die Liste der Buchpreise erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, für alle weiteren Buchpreise gibt es die Rubrik „Sonstige“. 5. Anregungen findest Du u. a. auf folgenden links: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Literaturpreisen www.literaturpreisgewinner.de http://www.deutscher-buchpreis.de/ http://themanbookerprize.com/ http://academie-goncourt.fr/ http://www.norden.org/en/nordic-council/nordic-council-prizes/nordisk-raads-litteraturpris Hier noch ein interessanter link für verschiedene Krimipreise: http://www.das-syndikat.com/krimipreise.html Nimmst du die Herausforderung an?Ich freue mich auf viele Anmeldungen! TeilnehmerInnen (ist hier eigentlich auch ein Mann dabei??): black_horse Buchraettin Buecherwurm corsicana dia78 erinrosewell Ginevra Gruenente gst Gwendolina Harlequin Jary krimielse leselea lizzie123 marpije miss_mesmerized Orisha schokoloko29 Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi wandablue Wedma

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    • 181
  • Dieser Roman hat es in sich

    Geister
    Ichbinswieder

    Ichbinswieder

    16. January 2017 um 08:59

    Im wesentlichen ist es die Geschichte von Samuel Anderson, aber auch von all denen, die mit Samuel zu tun hatten oder haben. Es hat den Anschein, dass es ein Familienroman ist, gleichzeitig ist es aber auch eine Collagegeschichte, ein Gesellschaftsroman und so vieles mehr. In vielen kleinen Abschnitten werden die verschiedenen Personen eingeführt, existieren zunächst nahezu eigenständig, bevor sie nach und nach ihre feste Rolle in der Geschichte einnehmen und sich miteinander verweben. So entsteht letztlich ein großes Ganzes.Der Roman lebt von diesen Figuren, wie das Feuer vom Sauerstoff. Die Geschichte an sich ist gut und wunderbar abwechslungsreich geschrieben, doch ohne die Haupt- und Nebenfiguren wäre sie nichts. Samuel begleitet man die ganze Zeit über und baut daher eine besondere Beziehung zu ihm auf. Er ist ein sehr ungewöhnlicher Charakter mit vielen Ecken und Kanten, an welchen man sich wunderbar reiben kann. Ein Sonderling, den man in seiner Gegenwart begleitet, der aber schon am Anfang des Romans die Neugier weckt, wie seine (ganze) Vergangenheit aussah. Dem entsprechend spielt auch sie eine große Rolle. Doch auch die Nebenfiguren hatten es in sich, denn es waren alles Exoten mit irgendwelchen Macken. Erfreulicher Weise wirkten sie aber nicht klischeehaft, sondern einfach skurril und das so sehr, dass man sich stets auf den nächsten Abschnitt freute.Das einzige, was mir an dem Roman nicht gefallen hat war, dass ich mich bei manchen Dialogen fühlte, als würde mich das Buch anschreien. Viele Dialogsätze, die eine einfache Aussage oder Antwort zum Inhalt hatten, wurden mit einem aggressiven Grundton ausgestattet, indem sie z.B. mit einen Ausrufezeichen abgeschlossen wurden. Dieses Stilmittel habe ich nicht begriffen und mochte es auch nicht, aber das ist sicher Geschmackssache.Insgesamt ein wunderbares, facettenreiches Buch, welches nicht nur durch die großartigen Figuren zu fesseln versteht.

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