Nathaniel Hawthorne Das alte Pfarrhaus

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Inhaltsangabe zu „Das alte Pfarrhaus“ von Nathaniel Hawthorne

Ein literarhistorisches Juwel, übersetzt von Karl-Heinz Ott Nathaniel Hawthorne schrieb diesen Text ursprünglich als Vorwort für einen Band mit Erzählungen. Autobiographische Gedankenreise und beeindruckende Landschaftsbeschreibungen gehen in dem virtuosen und erstaunlich modern anmutenden Erzählessay Hand in Hand. Eine bemerkenswerte literarische Wiederentdeckung, neu übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Karl-Heinz Ott.

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    Das alte Pfarrhaus

    buchwanderer

    12. November 2015 um 08:13

    „So lange eine ungebildete Seele der erlösenden Gnade teilhaftig werden kann, scheint es kein tödlicher Irrtum zu sein, theologische Bibliotheken für Ansammlungen einer erstaunlichen Impertinenz zu halten, zumindest, was den größten Teil angeht.“ (S.35) Zum Inhalt: Hawthorne nimmt in seinem Erzählessay „Das alte Pfarrhaus“ den Leser, der einmal die steinerne Pforte  zu dem Domizil verschiedenster Geistlicher durchschritten hat, in Empfang und führt ihn durch (s)ein ganz persönliches Stück Eden, bestehend aus einem lukullischen Obstgarten, dem träge dahinfließenden Fluss Concorde, den teils angestaubten Zimmern des betagten, moosbewachsenen Hauses und den vielen bunten Naturkleinoden dies und jenseits von Garten und Fluss. Neben amüsanten Anekdoten, teils scharfsinnigen Gedankengängen, die nicht an Kritik gegenüber byronistischem Gehabe geizen, lässt Hawthorne eine an Schönheit überquellende Natur vor dem inneren Auge entstehen, die auf betörende Weise einnimmt, zum betrachtenden Verweilen verführt und mit bittersüßer Herbheit dem Menschen samt seiner Kultur (s)einen Platz einräumt. Den Text schreibt Hawthorne auf die Bitte seines Verlegers Evert Duyckinck hin, der ein Vorwort für einen Band mit Erzählungen des einundvierzigjährigen Autors herausgeben möchte. Entstanden ist eine der schillerndsten Geschichten, welche Hawthorne jemals schrieb, weit über ein Vorwort hinausgehend. Ist schon der Text an sich des Lesens mehr als nur wert, so hilft das Nachwort von Karl-Heinz Ott noch überdies Einblick in Leben und Schaffen Hawthornes zu erhalten und vielleicht sogar noch mehr dieses vielschichtigen Autors lesen zu wollen. Kapitel: Das alte Pfarrhaus, Eine kleine Weile im Garten Eden – Nachwort von Karl-Heinz Ott, Anmerkungen, Zeittafel zu Hawthornes Leben, Zum Übersetzer und Herausgeber Fazit: Ein getragener, an harmonisch-malerischen Beschreibungen nicht geizender Text, dessen Spiel mit Licht und Schatten dem Malen mit Worten so nahe kommt, wie es sich auch in den Texten beispielsweise eines Adalbert Stifter oder Jakob Julius David manifestiert. Hawthorne zeichnet sich als begnadeter Schilderer üppiger Farben, liebreizender Naturstimmungen und getragener Momentaufnahmen aus. Er entschleunigt in wenigen Sätzen jedwede Hektik in derselben angenehm mäandrierenden Form, wie der von ihm so treffen beschriebene bedächtig dahinfließende Fluss Concord, „der gewiss unaufregendste und schwerfälligste Strom, der je seiner Ewigkeit, dem Meer, entgegen bummelte.“ (S.14) Zum Buch: Hoffmann und Campe haben mit dem kleinen Bändchen einen wunderschön gestalteten Rahmen für Hawthornes Text geliefert zum dem Katja Maasböl die Einbandgestaltung und Kathleen Bernsdorf Layout und Satz beisteuerten. Die Anlehnung an die Optik der Insel-Bibliothek-Bücher dürfte hierbei wohl nicht ganz zufällig sein :-). Die ausgesprochen gut leserliche Schriftgestaltung, sowie das angenehm griffige Papier machen das Leseerlebnis stimmig und das Buch zu jener Art Lektüre, die man immer wieder gerne – im wahrsten Sinne des Wortes – aus dem Regal in die Hand nimmt.

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