Die Umarmung des Todes

von Natsuo Kirino 
4,3 Sterne bei83 Bewertungen
Die Umarmung des Todes
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Fesselnd!

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Irgendwie bin ich damit nicht warm geworden. Für Fans des Genres bestimmt ein sehr gutes Buch ...

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Inhaltsangabe zu "Die Umarmung des Todes"

Yayoi Yamamoto arbeitet Nacht für Nacht in einer Lunchpaket-Fabrik am Rande Tokios, um endlich das Geld für eine eigene kleine Wohnung aufbringen zu können. Doch als sie herausfindet, dass ihr Mann Kenji ihre gesamten Ersparnisse verspielt hat, verliert sie die Nerven und bringt ihn im Affekt um. Verzweifelt versucht Yayoi zusammen mit drei Kolleginnen die Tat zu vertuschen, doch mit jedem Schritt geraten die Frauen tiefer in einen unentrinnbaren Sog des Verderbens...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442458523
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:607 Seiten
Verlag:Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum:01.01.2005

Rezensionen und Bewertungen

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    thesmallnobles avatar
    thesmallnoblevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fesselnd!
    Fesselnd!

    Die in tristen Verhältnissen lebende Yayoi bringt im Affekt ihren nichtsnutzigen Gatten um. Ihre drei, ein ebenfalls tristes Dasein fristenden, Kolleginnen helfen bei der Zerstückelung der Leiche und deren Entsorgung per Müllabfuhr. Die Polizei findet Leichenteile und verdächtigt ein Yakuzamitglied. Dem ist zwar nichts nachzuweisen, aufgrund der Untersuchungshaft verliert er aber seinen Amüsierbetrieb und damit seine Geldquelle. Er sinnt auf Rache, während ein Teil des Frauenquartetts einen Leichenentsorgungsbetrieb aufzuziehen versucht...........

    Der Plot, der einen amerikanischen Autor vielleicht zur breiten Darstellung eines Gemetzels veranlasst hätte, einem Spanier möglicherweise zur Burleske geraten wäre, wird von der japanischen Autorin zu einem tiefgründigen, fesselnden Psychodrama von hoher Qualität komponiert.

    Die Charaktere aller Hauptpersonen werden durch eine ständig wechselnde Erzählperspektive kunstvoll nahe gebracht. Das von Kirino dargestellte Leben der Durchschnittsjapaner ist freudlos. Die handelnden Personen sind nicht gut oder böse - nicht Schwarz oder Weiss werden dargestellt, sondern Abstufungen von tristem Grau.

    In dieser Welt taugt jeder zum Verbrecher, das Verbrechen holt die Akteure kurzfristig aus dem immer gleichen Trott, bringt Emotion und Abwechslung.

    So ist das Buch manchmal makaber, manchmal verstörend, aber immer von hoher literarischer Qualität und nie langweilig

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    Pippo121s avatar
    Pippo121vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr hohes, sprachliches Niveau und äußerst spannend! Allerdings nichts für schwache Nerven, da es teils ziemlich brutal zugeht!
    Brutal, aber auch tiefgründig...

    Vier Frauen arbeiten in der Nachtschicht in einer Lunchfabrik und lernen sich dort kennen und schätzen. Doch als Yayoi eines Tages erfährt, dass ihr Mann ihre gesamten Ersparnisse im Kasino verbraten hat, bringt sie ihn im Affekt um. Ihre drei Freundinnen helfen ihr mehr oder weniger freiwillig und zerstückeln den leblosen Körper um ihn so zu beseitigen. Doch die Leiche wird entdeckt und entfesselt so eine ungeheure Gewaltspirale, die ein sehr blutiges Ende findet.

     

    Natsuo Kirino hat einen sehr eindrucksvollen Schreibstil. Ihr ausgezeichnetes sprachliches Niveau verschmilzt mit einem perfekt gezeichneten Spannungsbogen und zieht den Leser in seinen Bann. Die Charakterdarstellung der Protagonisten ist perfekt herausgearbeitet und die vielen, nicht zu langatmigen Beschreibungen, lassen einen tief in die japanische Welt eintauchen. Kirino legt den Finger in die Wunde und prangert nicht nur die Missstände in der japanischen Gesellschaft an, die so viele Leute in bitterer Armut alleine lässt, sondern zeigt, dass auch scheinbar normale Menschen zu den grausamsten Verbrechen fähig sind. Der psychologische Aspekt dieses Buches ist faszinierend und man spürt regelrecht, wie die Frauen immer mehr unter Druck geraten und sich schließlich komplett von ihrem früheren Leben abwenden. Kirino hat den Mut, diese menschlichen Abgründe zu schildern und schreckt auch nicht vor makabrer Brutalität zurück. Ich muss gestehen, dass ich Satakes Beschreibungen seines ersten Mordes teilweise nur überflogen habe, da dies mir dann doch zu blutrünstig war. Doch dies tut der Spannung keinen Abbruch und ist eher mein persönliches Gefühl, da ich mir solche Grausamkeiten nie allzu bildlich vorstellen möchte.

    Die Protagonisten führen allesamt ein Leben, das sehr trostlos und unbefriedigend ist. Die Frauen haben große finanzielle Sorgen und auch das Familienleben bietet kaum Anlass zur Hoffnung. Sie jagen unverwirklichten Träumen hinterher oder sind einfach nur frustriert über ihr Leben, das so ganz anders verlief als erhofft. Während der ganzen Lektüre war ich mir nicht sicher, ob ich die Protagonistinnen, allen voran Masako und Yayoi verstehen, sympathisch finden oder aber verachten soll. Beide haben eine schreckliche Tat begannen, doch es gelang mir nicht, ihnen den Stempel des Bösewichts aufzudrücken. Die einzige Figur, deren Handeln ich nicht nachvollziehen konnte und die mir überaus unsympathisch war, war Kuniko.

     

    Die verschiedenen Erzählperspektiven, die vor allem gegen Ende des Romans auftreten, verleihen dem Buch eine zusätzliche Spannung und lassen einen während der Schlussszene richtig mitfiebern. Dieser brutale Kampf um Leben und Tod wird aus Sicht der beiden Beteiligten geschildert und so kann man ihre verworrene Gefühlslage besser entwirren. So ganz nachvollziehen konnte ich Masakos Reaktion allerdings nicht, aber in Romanen ist ja Gott sei Dank alles möglich! 

     

    Da dies mein erster asiatischer Roman war, hatte ich zunächst Bedenken ob ich mich bei den vielen asiatischen Namen zurecht finden würde. Glücklicherweise war das überhaupt kein Problem und ich vergaß den japanischen Hintergrund ziemlich oft während der Lektüre. So habe ich mir beispielsweise die Protagonisten allesamt mit europäischen Gesichtszügen vorgestellt und musste mich bei jeder Personenbeschreibung daran erinnern, dass dies nicht den Tatsachen entsprechen kann. Die aufgegriffenen Themen sind so brisant und klug gewählt, dass sie in jedem Land aktuell sind. Trostlosigkeit und Perspektivlosigkeit gepaart mit Armut und geringen Aufstiegsmöglichkeiten betreffen bei Weitem nicht nur die japanische Gesellschaft, sondern finden sich leider überall auf der Welt wieder. Die Frauen in diesem Roman haben ihren Ausweg gefunden, wenn auch auf ungewöhnliche und illegale Art und Weise. Aber werden Menschen in solch ausweglosen Situationen nicht geradezu in die Illegalität gedrängt? Dieser Roman ließ mich sehr nachdenklich zurück und ich fragte mich immer wieder, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten hätte …

     

    Dieses Buch hat es definitiv in sich und lässt den Leser nicht mehr los. Allerdings darf man keine schwachen Nerven haben, sonst kann man die Tiefgründigkeit dieses Buches nicht erkennen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Die Umarmung des Todes

    Yayoi Yamamoto arbeitet Nacht für Nacht in einer Lunchpaket-Fabrik am Rande Tokios, um endlich das Geld für eine eigene kleine Wohnung aufbringen zu können. Doch als sie herausfindet, dass ihr Mann Kenji ihre gesamten Ersparnisse verspielt hat, verliert sie die Nerven und bringt ihn im Affekt um. Verzweifelt versucht Yayoi zusammen mit drei Kolleginnen die Tat zu vertuschen, doch mit jedem Schritt geraten die Frauen tiefer in einen unentrinnbaren Sog des Verderbens...

     

    Ich habe Die Umarmung des Todes auf einem privaten Blog entdeckt und obwohl ich mich noch nie sooo sehr für asiatische Literatur begeistern konnte, wollte ich diesem Buch eine Chance geben, vielleicht auch, weil es mich einfach von der Geschichte her angesprochen hat.

    Die Arbeit in der Lunchpaket-Fabrik wird gut beschrieben, man konnte sich gut vorstellen, wie es dort abläuft und wie so ein Lunchpaket am Ende aussieht. Gleichzeitig bekam man durch solch lockere Beschreibungen aber auch einen guten Einblick in die einzelnen Charaktere und wie stark ihr persönliches Erscheinigungsbild ist. Erschreckend gut hat mir tatsächlich Yayoi gefallen, sie wirkt im ersten Moment gar nicht so stark, vielmehr zerbrechlich und vielleicht auch leicht irre. Ich mag diese Vielschichtigkeit und dass ich bei ihr selten wusste, was sie als nächstes tun oder sagen wird.

    Prinzipiell ist Die Umarmung des Todes ein ganz anständiges Durchschnittsbuch. Es hat mich jetzt nicht unglaublich vom Hocker gehauen, aber ich war auch nicht gnadenlos enttäuscht. Ein bisschen mehr hätte definitiv passieren können, aber da bin ich von asiatischen Dingen ja beinahe schon gewohnt. :)


    Mit Die Umarmung des Todes, habe ich bereits das zweite Buch aus Shiva's Challenge 7 Books 7 Nations gelesen und bewertet. Yeai! :)

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 6 Jahren
    Makaber und spannend

    Vier Arbeiterinnen einer Lunchpaketefabrik geraten in einen Todesfall, der sich sehr makaber entwickelt und alle vier in große Gefahr bringt.

    Die Autorin beschreibt ein sehr trostloses Japan. Alle Charaktere führen ein Leben, das anders ist, als sie es sich wünschen würden, Träume und Wünsche haben sich nicht erfüllt – oder wenn, dann nur oberflächlich. Alle versuchen – zumindest im Laufe des Romans – aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen, teilweise aber mit sehr makaberen Mitteln.

    Die Charaktere hat die Autorin sehr tiefgehend gestaltet. Da ist die junge Ehefrau und Mutter, der durch eine Tat im Affekt plötzlich ein anderes Leben offensteht, die ehemalige Bankangestellte, die sich ihrer Familie entfremdet hat und plötzlich wieder eine Aufgabe hat, die Witwe, die ihre Schwiegermutter pflegen muss und die verlebte Mittdreißigerin, die so gerne ein Leben im Luxus führt und sich dafür in die Schuldenfalle begibt. Aber auch die handelnden Männer haben Probleme, der Nachtclubbesitzer, der ein dunkles Geheimnis in sich birgt, der Geldverleiher, der sich mit der Yakuza einlässt und der Brasilien-Japaner, der sich im Heimatland seines Vaters ein besseres Leben erhoffte. Sie alle verursachen beim Lesen durchaus Probleme, denn alle sind so gezeichnet, dass man kaum weiß, ob man sie mögen (oder zumindest verstehen) oder hassen soll. Ich persönlich hatte nur eine Figur, die ich ziemlich schnell abgelehnt habe und deren Handlungen ich nicht wirklich nachvollziehen konnte.

    Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus verschiedenden Perspektiven, die Sicht jedes der o. g. Charaktere kommt dabei zum Tragen. Die Erlebnisse greifen dabei nicht nur ineinander, zum Teil wird die selbe Situation aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei ist besonders der Showdown grandios – er wird aus zwei Perspektiven erzählt und ist ungeheuer emotional – nicht nur für die beteiligten Charaktere, auch für den Leser, man schwankt hier zwischen allerlei Gefühlsregungen. Mich ließ das Buch sehr nachdenklich zurückund auch nach dem Lesen zunächst nicht los.

    Irgendwo habe ich gelesen, jemand hätte das Buch geschmacklos und unmoralisch genannt – und ja, so könnte man es sehen. Aber man muss auch die Moral dahinter sehen. Die Autorin lässt die Charaktere Dinge tun, die einen zunächst abstoßen, die aber auch die Frage aufwerfen, warum tun sie das? Und das zu ergründen ist eine Aufgabe, die das Buch uns stellt, die die Autorin aber nicht wirklich beantwortet, die Frage bleibt – zumindest teilweise, auch nach der Lektüre des Buches bestehen.

    Das Buch ist auch ein gesellschaftskritischer Roman – und dabei nicht unbedingt auf die japanische Gesellschaft beschränkt. Ich habe beim Lesen öfter vergessen, dass die Geschichte in diesem Land spielt, für mich gab es relativ wenige Anhaltspunkte dafür. Trost- Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit, Armut, schlechte Arbeitsbedingungen, das sind durchaus globale Probleme – und die Frage stellt sich schon, zu was Menschen fähig sein könnten, wenn sie die Chance sehen, daraus zu entkommen.

    Trotz dieses schwierigen Themas, trotz des teilweise überaus makabren Plots ist das Buch ein Pageturner. Es ist sehr flüssig geschrieben und auch sehr spannend, außerdem immer wieder überaschend. Mit den japanischen Namen hatte ich kaum Probleme, wer allerdings das erste Mal ein Buch, das in Japan spielt, liest, wird sich zunächst einlesen müssen.

    Empfehlen kann ich das Buch sehr, lesen sollten es allerdings erwachsene und für schwierige Thematiken aufgeschlossene Menschen. Es gibt hier mehr als einen Tabubruch, damit muss man umgehen können, zumal gerade diese Szenen sehr nüchtern beschrieben werden.

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    Sabina_Nabers avatar
    Sabina_Nabervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Vier Frauen haben eine lose Freundschaft durch ihre Nachtarbeit in einer Lunchpaketfabrik. Als der Mann von einer die gesamten Ersparnisse für eine neue Wohnung beim Glücksspiel durchbringt, erdrosselt sie ihn im Affekt. Die anderen drei helfen ihr, die Leiche zu entsorgen. Das ist der Beginn einer aberwitzigen Spirale von Geschehnissen ...

    Das Buch hat über 600 Seiten, so gesehen war ich sehr milde, als die ersten 15, 20 Seiten mehr Beschreibung (etwa minutiös die Arbeit am Fließband) als Handlung aufgewiesen haben, vor allem, weil Kirino eine überzeugende Figurenzeichnung bringt. Doch nach dem Mord setzt sich die Spirale schlagartig in Bewegung, und das Buch entwickelt einen Sog, der einem zunehmend den Atem nimmt. Grauslichkeiten werden zur Normalität ebenso wie Menschen, die sich in psychischen Grenzbereichen befinden und auch den Limes überschreiten. Ich konnte ihnen bis zu den abstrusesten Absonderlichkeiten folgen. Für mich große psychologische Schreibkunst von Kirino mit dem Mut, Abgründe, die wir alle von uns nicht wissen wollen, nicht auszusparen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Yayoi Yamamoto arbeitet jede Nacht in einer Lunchfabrik um endlich den Traum einer eigenen Wohnung näher zu kommen. Ihr Mann hingegen verliebt sich in eine junge Hostesse und verspielt das ganze Geld beim Bakkarat. Als Yayoi dies bemerkt erdrosselt sie ihren Mann und bittet ihre Arbeitskollegin Masako Kotori um Hilfe. Zusammen mit zwei weiteren Kollegen aus der Fabrik zerstückeln sie die Leiche von Yayois Mann und entsorgen sie mit dem Hausmüll. Dieses Ereignis prägt das Leben der vier Frauen auf unterschiedliche Art und Weise und schon bald wird klar, dass sie in ihr altes Leben nie mehr zurückkönnen.

    Natsuo Kirino hat einen hervorragenden Krimi geschrieben, der keiner ist. Viel wichtiger als die Klärung des Mordes an Kenji Yamamoto sind die vier Frauen und ihre dazugehörige Geschichte. Sie erzählen von einem harten Leben in Tokio, das Leben von vier Außenseitern, deren freudloses Leben nur aus Routine besteht. Die Charaktere sind nicht nur schwarz und weiß, sie sind grau. Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in die von Grund auf verschiedenen Frauen. Auch wenn wir wissen welche Tat sie begangen haben, man verurteilt sie selten als Täter. Lediglich das wirklich unerwartete Ende und die deutsche, unausgearbeitete Übersetzung trüben an den Spaß dieser Lektüre.

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    Xirxevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Was war das jetzt?
    Mehr als 600 Seiten japanischer Thriller - aber irgendwie auch nicht.
    Ein dickes Buch über vier Frauenschicksale die sich alle ein besseres Leben wünschen - doch das wäre zu wenig.
    Eine unglaublich gelungene Mischung aus beidem, die einen zudem in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt - ja, das trifft es wohl besser.
    Im Affekt bringt Yayoi ihren Mann um nachdem er ihr gestanden hat, dass er ihre gesamten Ersparnisse verspielte. Ihre drei Kolleginnen aus der Lunchpaket-Fabrik helfen ihr aus Mitgefühl, Solidarität, Geldgier (?) das Verbrechen zu vertuschen womit das Verhängnis seinen Lauf nimmt. Immer tiefer verstricken sie sich in Lügen und Täuschungen.
    Dieses Buch ist stellenweise unerhört brutal, es stockt einem der Atem - jedoch nicht weil hier mit Lust entsetzliche, blutrünstige Dinge beschrieben werden. Es ist vielmehr die Nüchternheit mit der dies geschieht, die einen (mich) so fassungslos macht. Scheinbar völlig normale Frauen, die nur der Wunsch nach einem etwas besseren Leben verbindet, lassen alle Normen und Regeln hinter sich um so ihrem Traum etwas näher zu kommen. Doch ihre Schicksale sind so gut beschrieben, dass man diese Frauen zu verstehen und mit ihnen zu fühlen beginnt, sowohl im Guten wie im Schlechten.
    Leicht zu lesen, aber nicht ganz so zu verdauen :-)

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Vier Frauen und ein Mord. In einer Lunchfabrik arbeiten Masako, Yoshie, Kuniko und Yayoi in der harten Nachtschicht, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Yayoi und ihr Mann sparen schon lange für ein eigenes Haus, doch in letzter Zeit hat ihr Mann Kenji sich sehr verändert und sie ist nicht mehr sicher, ob ihre Ehe überhaupt eine Zukunft hat. Als er eines Abends nach Hause kommt und ihr gesteht, dass er all ihr gemeinsames Geld verspielt hat, sieht sie rot und erwürgt ihn mit einem Gürtel. Doch wohin nun mit der Leiche? Sie bitte Ihre Kollegin Masako um Hilfe, die sich kurzentschlossen zur Beseitung des Toten bereiterklärt. Doch das ist leichter gesagt als getan und bald sind auch ihre beiden Kolleginnen Yoshie und Kuniko mehr oder weniger unfreiwillig in das Verbrechen verwickelt. Sie "entsorgen" ihn auf grausame Weise. Die Ermittlungen gehen verschiedene Wege und die vier Frauen müssen bald erkennen, dass sie immer tiefer in die Welt des Verbrechens getrieben werden... Einmal in die Welt des Verderbens eingetaucht, ist der Weg zurück in die Normalität schwierig bis unmöglich. Welche seelischen Tiefen kann der Mensch erreichen und aushalten? Mich hat dieser Thriller bis zum Schluss in seinem Bann gehalten, ich fand ihn packend, spannend, brutal und teilweise schon fast zu detailliert... Vier Frauen, deren Leben ungewollt plötzlich eine völlig neue Wendung erfährt, geraten in die Mühle der Kriminalität, aus der sie einerseits wieder ausbrechen wollen, andererseits aber auch gewisse Vorteile nicht missen möchten...

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    Minervas avatar
    Minervavor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Gute Story die teilweise etwas langatmig anmutet.
    Die Verhältnisse in denen die vier Protagonisten zusammen auftauchen und leben sind erbärmlich, die Erzählweise wirkt wie ein Sog auf den Leser.

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    ribannas avatar
    ribannavor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino

    Die Handlung dieses Buches spielt sich auf der dunklen Seite des Lebens ab. Masako arbeitet ausschließlich nachts am Fließband einer Lunchpaket-Fabrik. Sie ist lose mit 3 Kolleginnen befreundet, die sich bei der schweren Arbeit gegenseitig helfen und unterstützen. Jede der Frauen ist auf eine Art einsam und ohne Perspektive. Die gewissenhafte Yoshie wird von ihren Töchtern ausgenutzt, von der tüchtigen und zupackenden Masako haben sich Ehemann und Sohn emotional zurückgezogen, die törichte Kuniko sitzt auf einem Berg von Schulden, die hübsche Yayoi wird von ihrem Ehemann hintergangen. Als Yayoi vom ganzen Ausmaß des Betrugs erfährt, tötet sie ihren Mann in einem Wutanfall. Im Schock bittet sie Masako um Hilfe. Masako und die beiden anderen Kolleginnen lassen die Leiche verschwinden.
    Doch schon bald ist ihnen die Polizei auf der Spur, und ein anderer, weitaus gefährlicherer Gegner.
    Ein sehr spannendes Buch, das im Gedächtnis bleibt. An manchen Stellen etwas zu grausam und blutig, daher nicht die volle Punktzahl.

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