Nava Ebrahimi

 4 Sterne bei 82 Bewertungen

Lebenslauf von Nava Ebrahimi

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, zählt zu den aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Sie erhielt 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Für »Sechzehn Wörter« wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner Stadtrevue. Sie war Finalistin des Open Mike und Teilnehmerin an der Bayerischen Akademie des Schreibens. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Das Paradies meines Nachbarn (ISBN: 9783442772957)

Das Paradies meines Nachbarn

 (28)
Erscheint am 15.03.2023 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Nava Ebrahimi

Cover des Buches Das Paradies meines Nachbarn (ISBN: 9783442772957)

Das Paradies meines Nachbarn

 (28)
Erscheint am 15.03.2023
Cover des Buches Einander. (ISBN: 9783701182039)

Einander.

 (0)
Erschienen am 31.08.2021

Neue Rezensionen zu Nava Ebrahimi

Cover des Buches Sechzehn Wörter (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2022) (ISBN: 9783442773190)
dunis-lesefutters avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2022)" von Nava Ebrahimi

Auf der Suche nach der Vergangenheit
dunis-lesefuttervor einem Monat

Jedes Jahr wählen das Literaturhaus Köln und der Kölner Stadtanzeiger das Buch für die Stadt aus um Literatur und Literaturverständnis zu fördern. Die Menschen in Köln und Umgebung kommen, in den besonderen Genuss, an vielen Veranstaltungen und Lesungen zum jeweiligen Buch teilnehmen zu können. Dieses Jahr, zum 20. Mal, wurde das Buch der persischstämmigen Autorin. Nava Ebrahimi ausgewählt, die viele Jahre in Köln gelebt hat.


Mona, eine Frau Mitte 30, reist mit ihrer Mutter aus Köln in den Iran, zur Beerdigung der Großmutter. Dort gibt sie sich ihren Erinnerungen hin, auf der Suche nach der Vergangenheit. Zwischen Sittenpolizei und Konfuzius, versucht sie, ihre Erinnerungen über ihre Herkunft aus der Perspektive der Erwachsene neu zu sortieren. Sie trifft Verwandte und alte Weggefährten. Wurzeln, die Zerrissenheit zwischen zwei Heimatländern und auch Rassismus sind Themen, denen sie sich auseinandersetzt. Ihre Mutter begleitet sie dabei und langsam setzen sich Puzzleteile zusammen, die lange im Verborgenen waren.


In 16 persischen Wörter sind die Kapitel unterteilt. Wörter, die belanglos scheinen und deren Wichtigkeit sich Mona nie wirklich erschlossen hat. Am Anfang hatte ich ein bisschen Probleme in den Text einzusteigen. Zu schnell waren mir die Gedankensprünge. Die Autorin wechselt schnell zwischen Vergangenheit, Gegenwart und innerer Auseinandersetzung. Doch nach und nach gewöhnte ich mich an diese Form der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. So setzt sich eine Geschichte zusammen, deren Ende ich zwar irgendwann in Erwägung zog, und mich nicht so sehr überrascht wie manch andere Leser*innen. Solche Entwicklungen sind bestimmt nicht nur einmal passiert. Trotz meiner Mutmaßungen fand ich die Geschichte rund um gut aufgebaut und abgeschlossen. Sprachlich hat mich das Buch ganz und gar überzeugt.

Besonders gefallen haben mir die Einblicke in das Leben im Iran, jetzt und in der Vergangenheit. Eine klare Lese Empfehlung für Menschen, die gerne in andere Länder reisen und sich nicht nur für Sehenswürdigkeiten, sondern für die sozialen Zusammenhänge interessieren.

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Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)
gsts avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter" von Nava Ebrahimi

Zwischen zwei Kulturen
gstvor 8 Monaten

Monas Eltern stammen aus dem Iran, doch sie selbst ist schon so lange in Deutschland, dass sie sich als Deutsche fühlt. Als die Großmutter stirbt, begleitet sie ihre Mutter zur Trauerfeier in den Iran. Eine Reise, die viele Erinnerungen hervorruft, aber auch kulturelle Unterschiede deutlich macht. „Ab und zu flattert eine Frau im Tschador auf einem Moped vorbei.“ (Seite 52)


Es macht Spaß, mit Mona, als Reiseführerin unterwegs zu sein und mit ihr den unterschiedlichen Umgang mit der Sprache und zwischen den Menschen zu erkunden. Ich habe dabei viel gelernt. Dass Anar Granatäpfel sind, habe ich zwar gegoogelt, aber das wäre nicht nötig gewesen. Im Lesen erklärt sich alles von selbst. Neu war mir allerdings, dass zu viele Granatapfelkerne das Blut verdünnen. Das hat Mona von ihrem Vater erfahren, der nur selten für sie da war. Er war viel älter als ihre Mutter, die mit 13 von Maman-Bozorg an ihn vergeben wurde.


Die Autorin hüpft mit ihren Erinnerungen von einem Kapitel ins nächste, baut die Geschichte aufeinander auf und wird dabei nie langweilig. Während ihrer kurzweiligen Reise stellt sie Vergleiche zwischen dem deutschen und dem iranischen Lebensstil an und überrascht mit diesem Ineinandergreifen der einzelnen Begebenheiten.


„Die Erinnerungen sind eher eine Art Ferienhäuschen, das man jedes Mal, wenn man dort ankommt, lüften und von der Staubschicht befreien muss, bevor man sich wieder zu Hause fühlt“

sagt Nava Ebrahimi, die 1978 im Iran geboren wurde und in Deutschland aufwuchs. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie im österreichischen Graz, wo sie vor allem als Autorin arbeitet. „Sechzehn Wörter“ war ihr Debütroman, für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde.

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Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)
katzenminzes avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter" von Nava Ebrahimi

Schwer greifbar
katzenminzevor einem Jahr

Als ihre Großmutter stirbt, reist Mona entgegen ihrer Vorsätze noch einmal zur Beerdigung in den Iran. Ein kurzer Besuch soll es werden, der Rückflug nach Köln ist schon geplant. Doch dann überredet ihr Liebhaber Ramin sie zu einem Ausflug nach Bam, zu dem etwas ungeplant auch Monas Mutter mitkommen möchte. Die Reise und die Beerdigung bieten viele Gelegenheiten über Vergangenes nachzudenken und ganz zufällig kommt Mona dabei noch einem Familiengeheimnis auf die Spur.

Monas Konflikt in kein Land ganz und gar zu passen, war gut beschrieben. Aber mit Mona als Figur konnte ich nicht viel anfangen. Sie redet wenig, macht das meiste mit sich selbst aus, obwohl ihr mit dem Tod der Großmutter schon das zweite Mal die Gelegenheit zu Nachfragen oder Aussprache genommen wird. Ihr sich treiben lassen, keine feste Beziehung führen zu können oder zu wollen, die Frage, wo sie sich nun heimisch fühlt, das war alles so egal. So durchschnittlich. So wenig greifbar. Die angerissene Geschichte ihrer Mutter hätte ich sehr interessant gefunden! Die Großmutter hingegen fand ich von Beginn an nur furchtbar und dezent verstörend. 

Thematisch hatte ich das Gefühl, dass der Roman nicht wusste, wo er hinwill. Es gibt den Konflikt mit den zwei Heimatländern. Dann die verpasste Aussprache mit dem Vater und den Tod der Großmutter. Es gibt Monas Ziellosigkeit, die geplante Versöhnung mit ihrem iranischem Freund und das Treffen mit ihrem Langzeitliebhaber. Und zu guter Letzt noch ein Familiengeheimnis. Bei alldem erfahren wir leider kaum etwas über den Iran. Nur Bruchstücke gesteht die Autorin dem Leser zu.

„Sechzehn Wörter“ lässt mich mit ambivalenten Gefühlen zurück. Es war kein schlechtes Buch, teilweise sogar sehr schön erzählt aber es hat auch nichts bei mir ausgelöst. Insgesamt hat es mich wenig berührt, es gab wenig, was ich für mich mitnehmen konnte. Und so ist "Sechzehn Wörter" für mich leider ein Buch, das schnell in Vergessenheit geraten wird.

Kommentare: 1
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LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

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Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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Letzter Beitrag von  Dajobamavor 2 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zum Thema

Aba und ich möchte gerne im November das Buch Sechzehn Wörter lesen. Jeder liest mit seinem Buch mit. Wer mitmachen möchte ist willkommen!

Aba und ich möchten gerne im November Sechzehn Wörter lesen. Wer mag kann gerne mitmachen, wir würden uns sehr freuen. Jeder liest mit seinem eigenen Buch mit.

Wir freuen uns über einen schönen Austausch!

63 Beiträge
Elbenwinds avatar
Letzter Beitrag von  Elbenwindvor 2 Jahren

Ja, bei so außergewöhnlichen Geschichten habe ich auch immer Schwierigkeiten die richtigen Worte für eine Rezension zu finden. Meistens belasse ich es dann leider bei einer Kurzmeinung.

Solltest du noch eine Rezension veröffentlichen, freue ich mich sie zu lesen.

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