Nava Ebrahimi

 4 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von Sechzehn Wörter, Das Paradies meines Nachbarn und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Nava Ebrahimi

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, zählt zu den aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Sie erhielt 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Für ihren ersten Roman »Sechzehn Wörter« wurde sie bereits mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner Stadtrevue. Sie war Finalistin des Open Mike und Teilnehmerin an der Bayerischen Akademie des Schreibens. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Einander. (ISBN: 9783701182039)

Einander.

Neu erschienen am 31.08.2021 als Hardcover bei Leykam.

Alle Bücher von Nava Ebrahimi

Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)

Sechzehn Wörter

 (44)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Das Paradies meines Nachbarn (ISBN: 9783442758692)

Das Paradies meines Nachbarn

 (26)
Erschienen am 24.02.2020
Cover des Buches Einander. (ISBN: 9783701182039)

Einander.

 (0)
Erschienen am 31.08.2021

Neue Rezensionen zu Nava Ebrahimi

Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)Buecherfreundinimnordens avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter" von Nava Ebrahimi

Im Nirgendwo zuhause
Buecherfreundinimnordenvor 6 Monaten

Mona ist eine Wanderin zwischen den Welten: Geboren im Iran, lebt sie inzwischen in Köln, hat dort einen Freund, aber auch einen „Teilzeitgeliebten“  in der alten Heimat. Sie arbeitet in Deutschland, wenn auch nicht in der von ihr beabsichtigten Weise. Sie hat Familie im Iran, empfindet ihre Besuche dort jedoch nicht als große Bereicherung. Es gibt Vieles, was in diesem Leben nicht zusammengeht, Mona spürt das und kann sich doch nicht aus den Widersprüchen befreien, die ihr Dasein prägen. Als ihre Großmutter im Iran stirbt, macht sie sich auf den Weg zu der Beerdigung, zurück in ein Land, das geprägt ist von religiösen Eiferern und Unterdrückung. Ihre melancholische Reise endet mit einer Überraschung, die auch mich fassungslos machte...

Ein ausgezeichneter Erstling, den ich teilweise kaum aus der Hand legen mochte. Wer sich für die von uns weitgehend abgeschottete Kultur und die Lebenswirklichkeit im Iran interessiert, ist hier richtig. 

Kommentare: 6
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Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)Himmelfarbs avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter" von Nava Ebrahimi

Das Land in dir
Himmelfarbvor 8 Monaten

Ein fantastisches Debüt ist Nava Ebrahimi mit ihrem Roman „Sechzehn Wörter“ geglückt.

Es ist die Geschichte, der im Iran geborenen, aber seit ihrer frühen Kindheit in Köln lebenden Mona, die zur Beerdigung ihrer Großmutter ein letztes Mal in ihr Geburtsland fährt, um ihre Mutter zu begleiten, und dort die Antwort auf viele Fragen bekommt, die sie als Kind zweier Kulturen nie zu fragen gewagt hat, und diese Geschichte geht unter die Haut. Anhand der sechzehn titelgebenden, iranischen Wörter, entfaltet sich Monas Leben in sechzehn Kapiteln. Die Bedeutung der einzelnen Wörter enthüllt für den Leser und für Mona so manches Geheimnis.

Mit großem Einfühlungsvermögen versteht es Ebrahimi die ausdrucksstarken Persönlichkeiten ihres Roman - Personals zum Leben zu erwecken: Die frivole, lebenslustige Großmutter, die duldsame Mutter, Monas iranischer Geliebter Ramin und Mona selbst, die Suchende, die zwischen zwei Kulturen Hin - und Hergerissene.
Das Leben im Iran wird lebendig und sinnlich beschrieben und die Sehnsucht danach wird in jeder Zeile spürbar. Ein Land ist mehr, als dessen Politik und dessen Religion. Es ist die Landschaft, das Essen, der Geruch, die Geräusche, das Licht und die Menschen.
Ebrahimis Stil ist überzeugend. In teilweise kurzen Sätzen liegen bei ihr ganze Welten . 

“Es ist ungewöhnlich warm für Dezember, die frühe Sonne taucht alles in Gold, als hätte sie sich in der Jahreszeit vertan. Unglaublich, dass bei solchem Licht Menschen gehängt werden können.“
Sie kann Gefühle in eindrucksvollen Metaphern darstellen.

“ Ich gucke Ramin an. Ich mag es, neben ihm im Auto zu sitzen, selbst mit meiner Mutter auf der Rückbank. Bestünde Leben nur aus gemeinsam Auto fahren durch ein imaginäres Land, vielleicht wäre etwas aus uns geworden.“

Auch wenn Mona am Ende wieder nach Deutschland fährt und eventuell mit einem deutschen Mann glücklich wird, so trägt sie den Iran doch immer mit sich. Schöner als Nava Ebrahimi hat dieses Gefühl bisher kaum eine Autorin beschrieben.

Kommentare: 5
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Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442756797)schokoloko29s avatar

Rezension zu "Sechzehn Wörter" von Nava Ebrahimi

Rückkehr zu ihren Wurzeln
schokoloko29vor einem Jahr

Mona fährt mit ihrer Mutter zum letzten Mal in den Iran. Ihre Oma ist gestorben. Vorher hatte Mona ein Jahr im Iran gelebt und ist dann wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Iran ist für Mona ein Land, in dem sie sich heimisch fühlt. Doch irgendwann dann doch nicht mehr. Sie hat Probleme mit den Widersprüchen. Andererseits fühlt sie sich auch in Deutschland wohl. Sie hat aber dort immer wieder das Gefühl "anders" zu sein. Und so lebt sie mit den inneren und äußeren Widersprüchen; eher recht als schlecht.

Als sie in Iran ihre alte Jugendliebe Ramin wiedertrifft, macht er ihr ein Angebot. Er möchte mit ihr nach Bam fahren. Zusammen mit ihrer Mutter, Ramin und Mona treten sie diese Reise an. Dort werden alte Narben wieder aufgerissen, die mit Monas Identität zusammenhängt. Und nichts wird wieder so sein wie vorher...

Mich hat der Roman sehr berührt. Er bringt stark diese innere Zerrissenheit der Protagonistin herüber. Ihre Unfähigkeit Nähe zuzulassen und auch wie stark ihre Identität durch "das Geheimnis" gelitten hat. Auch wurde sehr gut die iranische Mentalität beschrieben und der Umgang mit der Weiblichkeit.

Fazit:

Ein wunderbarer Roman, dem ich wirklich viele Leser wünsche!

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Aba und ich möchte gerne im November das Buch Sechzehn Wörter lesen. Jeder liest mit seinem Buch mit. Wer mitmachen möchte ist willkommen!

Aba und ich möchten gerne im November Sechzehn Wörter lesen. Wer mag kann gerne mitmachen, wir würden uns sehr freuen. Jeder liest mit seinem eigenen Buch mit.

Wir freuen uns über einen schönen Austausch!

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